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Was ist denn nun eigentlich die Gender-Theorie?

Wer ist eigentlich wer?
Gender bezeichnet die Bandbreite von Merkmalen, die wir als „männlich“, „weiblich“ oder „abweichend“ bezeichnen und die dazu dienen, die einen von den anderen zu unterscheiden. Abhängig von der Umgebung, in dem das Wort gebraucht wird, kann es e für das biologische Geschlecht, für eine Geschlechterrolle oder eine geschlechtliche Identität stehen. Im Allgemeinen spricht man von Frauen, Männern und „Anderen“. Zu den „anderen“ gehören dann alle, die sich nicht als „typisch männlich“ oder „typisch weiblich“ definieren – sie selbst nennen sich „Queer“.

Sozialwissenschaften - das anerzogene Geschlecht

Wird der Begriff in den Sozialwissenschaften benutzt, so ersetzt „Gender“ oftmals das Wort „Geschlecht“. Einige Wissenschaftler behaupten (nach einer Aussage von Simone de Beauvoir), ein jeder käme nicht als Frau oder Mann zur Welt, sondern man würde durch Erziehungseinflüsse und gesellschaftliche Zwänge in die eine oder andere Rolle gedrängt. Aus diesem Grund spricht man in der Gender-Theorie auch vom „sozialen Geschlecht“.

Generell kann man sagen, dass von „Geschlecht“ gesprochen wird, wenn man die biologische Disposition meint, und von „Gender“, wenn sich jemand unabhängig von seiner biologischen Disposition als männlich, weiblich oder etwas anderes definiert.

In einer weitgehend neutralen Definition wird aufgezeigt:

Gemeint sind (mit Gender) ... die kulturspezifisch wie historisch variablen Rollen, Erwartungen, Werte und Ordnungen, die an das jeweilige bei der Geburt zugewiesene Geschlecht geknüpft sind. Wie sich diese soziale Dimension gestaltet, ist abhängig von der jeweiligen Kultur … und der historischen Entwicklung. (…) Obwohl es Idealvorstellungen von weiblich und männlich gibt, sind doch vielmehr die Grauzonen dazwischen und darüber hinaus (..ist ...) die Realität (… fließend). Geschlechtliche Zuschreibungen befinden sich also kontinuierlich im Fluss.


Gender ist eigentlich einfach - aber zugleich erzeugt er Unsicherheiten

Es ist als keinesfalls schwierig, mit dem Begriff „Gender“ umzugehen. Andererseits aber zeigt der Begriff auch eine neue Unschärfe: Wenn sich ein Mann „nicht wirklich männlich“ (oder eine Frau „nicht wirklich weiblich“) fühlt, bedeutete das zunächst gar nichts, außer dass er/sie das Gefühl hat, nicht in ein Schema zu passen. Es hat aber nichts mit seiner/ihrer geschlechtlichen Identität zu tun, sondern nur damit, dass er/sie sich einer Norm widersetzt.

Kritik an der Wissenschaft

Ein Problem besteht darin, dass Wissenschaftler nicht davon begeistert sind, wenn sich Menschen wirklich selbst definieren, wie sie wollen – denn dann lassen sich sie nicht mehr einordnen. Und jeder Wissenschaftler besteht darauf, uns alle „irgendwo einordnen“ zu können.

Ist die Gender-Theorie wirklich so wichtig?

Wer die Gender-Theorie verweigert, kann also beispielsweise die Definitionsmacht der Sozialforschung infrage stellen. Er kann aber auch – wie sich jetzt vielfach zeigt – aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen dagegen sein. Die gegenwärtigen Diskussionen in katholischen Kreisen beweisen dies mehr als deutlich.

Generell wird die Bedeutung der Gender-Theorie allerdings von Befürwortern wie auch von Gegnern überschätzt. Die Diskussion darüber findet – wenn überhaupt – in elitären Kreisen statt, in denen Realitäten eine höchst untergeordnete Rolle spielen.

Binde dich emotional, aber wehe, du wirst ausschließlich

Als ich ein noch auf diesem Gymnasium war, das der Eisdiele gegenüberlag, sagte einer meiner Lehrer: „Seht mal Kinderchen, jetzt lebt ihr mit euren Eltern und haltet das für selbstverständlich. Aber irgendwann werdet ihr dort nicht mehr zu Hause sein, sondern zu Besuch.“

Er wollte uns damit sagen, dass sich unsere Realitäten verändern, und mit ihnen auch unsere Emotionen.

Sich emotional an eine neue, zuvor fremde Person zu binden ist eine sensationelle Erfahrung. Jeder wird dir sagen, diese Beziehung müsse „wachsen“, aber du weißt selbst, dass du darauf nicht warten willst.

Und ja, das lesen wir:

Die Bereitschaft sich zu öffnen und das Bedürfnis, sich – vor allem zu Beginn – ganz auf den Partner oder die Partnerin zu konzentrieren, stärken die Bindung.


Und ganz selbstverständlich wird die Bindung an Freunde (vor allem ledige Freunde) und an die Eltern schwächer. Wobei ich die Eltern nur erwähne, weil sie auch im nächsten Satz vorkommen:

Problematisch wird es, wenn der Kontakt zu Freunden und Familie schwindet.


Aha – natürlich befinden wir uns im Umfeld der Psychologie, wo sonst? Ja, warum sollte denn der Kontakt „zur Familie“ (gemeint ist die Herkunftsfamilie) nicht schwinden? Nichts ist natürlicher als das Schwinden der Bindung an die Eltern – zumal die meisten jüngeren Menschen gleich zwei Familien haben – seine und ihre – oder bei Scheidungsherkunft oft noch viel mehr.

Bindung ist Risiko - also Chance und Gefahr - was sonst?

Nun ist ganz klar, dass eine Bindung an den Liebes- oder Ehepartner nicht in die völlige Abhängigkeit voneinander münden soll. Doch das begreifen wir auch ohne Psychologie.

Und: Ja, es ist möglich, von der Intimität, der Nähe, der Sexualität oder Ausstrahlung des Partners so begeistert zu sein, dass man sich selbst dabei vergisst. Das ist ein natürlicher Prozess, gegen den kein Kräutlein gewachsen ist. Oder mal ganz populistisch: Da musst du durch. Wenn nicht, versäumst du etwas.

Von alldem handelt dann auch der Podcast, der zum zitierten Artikel gehört.

Und was lernen wir? Der Mensch, der uns am nächsten ist, ist uns normalerweise am nächsten. Und wenn er dann irgendwie rausflutscht aus dem eigenen Leben, ist erst mal Frust angesagt.

Ach, bevor ich es vergesse: Es gibt suchtartige Abhängigkeiten von Personen - aber sie sind selten.

Zitate: DIE ZEIT.

Dämonin

Dämonin mit gezieltem Vampirbiss?
Dämonische Frauen? Gibt es sie noch? Und was stellen sie eigentlich mit ihren Gespielinnen und Gespielen an? In den dunklen Schlund der Abhängigkeit ziehen?

Was meint ihr? Was tut eine dämonische Verführerin heute?

Das Bild ist ein Extrakt des Titelbilds eines Hefts der 1930er Jahre

Das Patriarchat

Heute las sich einen sehr langen Artikel darüber, was das Patriarchat alles angerichtet hat. Im Westen und heute, also im „Hier und Jetzt“.

Na schön – nur, liebe Frauen: Lasst euch mal etwas neues Einfallen für eure Argumentation. Und denkt mal darüber nach, wie oft ihr einen Seitenblick darauf werft, wie ein Mann zu sein hat: Ganz Mann, zupackend und selbstbewusst, selbstverständlich ganz Gentleman, total ritterlich und jederzeit bereit, euch vor aller Unbill zu schützen.

Wie ich es sehe? Ihr nehmt die Vorteile aus drei Jahrhunderten, mischt sie euch schön auf – und haut uns Männern, wann immer ihr Lust verspürt, dann das Negative aus der Vergangenheit um die Ohren. Und eines weiß ich sicher: Keine von euch will leben wie vor 50 oder 100 Jahren. Nur müsste man dazu natürlich (hallo, klingelt’s?) wissen, wie Frauen vor 100 Jahren gelebt haben, nicht wahr?

Unser Machogehabe? Haben wir eigentlich gar nicht mehr – haben einige Frauen aber ganz gerne. Unsere patriarchalische Herrschsucht? Ja, wo gibt es denn die Möglichkeit dazu? Und sonst? Ihr überschätzt die Möglichkeiten, die Männern „als solche“ offenstehen.

Wir Männer sind – manchmal dankenswerterweise, manchmal leider – von eurer Gunst abhängig. Und zwar umso mehr, seit ihr uns eigentlich kaum noch benötigt, um reich und berühmt zu werden.

Also: bitte mal Gehirn einschalten, bevor ihr vom „Patriarchat“ redet.

Wie gefährlich ist eigentlich die Liebe?

Gefahr durch die Liebe im Altertum: die Sirenen
Im Rahmen meiner schriftstellerischen Tätigkeit beschäftige ich mich gelegentlich mit der Frage: Wie gefährlich sind eigentlich Abweichungen von der „stinknormalen Liebe“? Drauf gibt es tatsächlich Antworten, die ich größtenteils im Rahmen der ehrenamtlichen Selbsthilfe-Beratung erlernt habe.

Und da ist es auch wirklich einfach: Wenn Sie abhängig von einem Stoff oder einem Verhalten werden, erkennen Sie dies daran, dass diese Sucht immer mehr ihre Gedanken bewegt, und dass Sie darüber andere, teils lebenswichtige Tätigkeiten oder Emotionen vernachlässigen.

Liebe und sexuelle Abweichungen - was ist Lust, was Sucht?

Diese Sätze kann man auch auf die sogenannte Paraphilie anwenden, muss aber dabei berücksichtigen, dass es leider vereinzelt „Partner“ gibt, die erotische Abweichungen und sexuelle Besonderheiten zum eigenen Vorteil ausnutzen. Das heißt: Jemand anders versucht, den an sich schon süchtig lüsternen Menschen aus niederen Motiven noch weiter in die Abhängigkeit hineinstoßen.

Das Kennzeichen einer Lust (im Gegensatz zur Sucht) ist, nach Belieben darin eintauchen und wieder auftauchen zu können. Bei den weitaus meisten Menschen funktioniert die Barriere zwischen Lust und Sucht problemlos, während ein kleiner Teil gefährdet ist.

Und wie passt das alles auf die Liebe?

Das Verliebtsein ist ein Ausnahmezustand. Wir tun Dinge, die wir zuvor nicht für möglich gehalten haben, und dies nicht nur emotional oder sexuell, sondern durchaus in jeder Hinsicht. In den Augen mancher Menschen ist sicherlich meschugge, wer jeden zweiten Freitag in ein Flugzeug nach Budapest steigt, um am Sonntagabend zurückzufliegen. In den Augen anderer ist sicherlich eine Frau meschugge, die plötzlich schicke Dessous trägt, was sie noch kurz zuvor ablehnte.

Aber all dies ist keine Sucht und keine Abhängigkeit, und es ist absolut ungefährlich. Indessen hat die „Liebe“ aber durchaus das Potenzial, „verrückt zu machen“. Ich denke, fast jeder hat diesen Zustand schon einmal erlebt. Klar sind Verliebte ver-rückt, und das müssen sie auch sein, denn sie sollen sich ja wandeln. Und doch gilt, dass sie selten „Meschugge“ werden, das heißt, dass sie wissen, wer sie sind und was sie vom Leben wollen. Sie stellen sich also nicht völlig neu auf, weil es der andere so will, sondern weil sie Vergnügen daran haben, diese Herausforderungen einzugehen.

Die Natur hat einen kleinen Fehler gemacht

Die Natur hat bei der Liebe allerdings einen kleinen Fehler eingebaut: Die Drogen, die der Körper berechtigterweise bei Verliebten produziert, nützen den meisten Menschen, aber einigen schaden sie auch. Aus völlig ungeklärten Gründen verändern sich manche Personen dauerhaft, das heißt, sie werden unfähig, in eine gewisse Normalität zurückzufallen.

Die gute Nachricht: Vielen gelingt es auch, sich wieder „zu fangen“ – ohne Hilfe von außen, mit Hilfe von Gruppen oder von Therapeuten. Das gelingt aber nur, wenn sie niemand in ihrer Sucht gefangen hält und mit ihren Emotionen spielt.

Liebe kann ein Risiko sein - aber sie ist auch eine Chance

Ist die Liebe also gefährlich? Nein, normalerweise nicht. Wir spüren unsere Natur, wenn wir uns verlieben, und dies verwirrt besonders Menschen, die gar nicht mehr wissen, dass sie naturhafte Wesen sind. Und: Die Veränderungen, die das Verliebtsein mit sich bringt, dürfen wir durchaus als Chancen sehen und nicht als Risiken.

Bild: "The Five Sirens" - Evelyn de Morgan