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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Warum unterwirft sich der Mann einer Frau?

Wenn Männer fantasieren ...
Bevor ich zum Thema komme: Sich freiwillig zu fügen, nachdem man sich eine feste Position erarbeitet hat, ist eine gute Eigenschaft der Primaten. Sie dient vor allem den Menschen, die auf diese Weise enorme gemeinsame Leistungen verbringen konnten. Sich zu fügen, einzufügen oder unterzuordnen ist als nichts absolut Negatives.

Sich erotisch fügen – wer tut es?

Sexuelle, erotische oder sinnliche Unterwerfung bestehen aus Realitäten und Spielsituationen. Viele Menschen glauben, Frauen seinen von Natur aus unterwürfiger als Männer. Und doch versuchen Frauen eben auch, gelegentlich andere Frauen erotisch zu beherrschen, und manche spielen mit dem Gedanken, einmal einen Mann zu dominieren. (Als Tagtraum: Dominiert werden wollen etwa 65 Prozent, dominieren etwa 47 Prozent).

Andererseits gelten Männer als erotisch als aggressiv und dominant. Sieht man aber genauer hin, so sind sie durchaus geneigt, passive sinnliche Berührungen zuzulassen und sogar zu genießen. (Wieder als Tagtraum: Dominiert werden wollen etwa 53 Prozent, dominieren etwa 60 Prozent).

Unterwerfen sich junge Männer willenlos den Frauen?

Männer unterwerfen sich früh. Sicher – es ist ein wenig abhängig von der jeweilig vorherrschenden Kultur und vom Geburtsjahrgang. Also wird jeder Mann, der dies liest, wissen, wo er ich einordnen kann, und ober überhaupt in dieses Schema passt.

Die ersten Frauen, denen sich ein Mann unterwirft, sind die Mutter, die Tanten und die Großmütter. Manchmal auch älteren Schwestern oder weiblichen Bewohnern von Mehrfamilienhäusern. Dann folgen die „Tanten“ im Kindergarten, die Lehrerinnen und gelegentlich sogar Mitschülerinnen.

Soweit richtig? Wenn es für dich nicht zutrifft, lies bitte trotzdem weiter, wenn du ein Mann bist.

Lieber sich selbst schädigen statt Frauen zu schaden?

Die meisten Jungen haben gelernt, dass man „Mädchen nicht schädigt“, also weder emotional noch körperlich verletzt. Und viele haben dies verinnerlicht. Und es bedeutet für viele Jungen: Wehre dich niemals körperlich oder emotional gegen verbale oder körperliche Übergriffe, gleich, ob sie von einzelnen „Mädchen“ ausgehen oder von Gruppen.

Manche Jungen interpretieren dies als „Ertrage alles, was sie dir antun und wehre dich niemals gegen sie.“

Allerdings war der wohlmeinende Hinweis von Eltern, Verwandten und Erziehern anders gemeint – doch gerade dies übersieht mancher Jüngling, wenn er seinen ersten, teils naiven sinnlichen Begegnungen mit jungen Frauen hat.

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Von Masken, Augen, Voyeuren und betont verhüllender Kleidung

Im Harem - eines der seltenen Bilder einer vollständig verschleierten Frau
Masken-Fetische gab es schon immer, aber seit wir alle Masken tragen, mussten wir lernen, dass man uns mit Maske „anders“ erkennt als ohne. Mein Handy erkannte mich gar nicht, die Vietnamesin im China-Takeaway erst nachdem ich lächelte. Doch etwas ahnte ich nicht: Offenbar entstand as dem massenhaften Tragen der Masken auch einer neue Fetisch. Es soll sich um eine Art Verschleierungs-Fetisch sein. Dazu gehört blickabweisende Formalkleidung und eine Maske, die ein bisschen schicker ist als eine „Mund-Nasen-Bedeckung“.

Warum trugen wir eigentlich früher Masken?

Wenn wir uns im Vorfeld fragen, warum wir überhaupt Masken trage, fallen uns zumeist zwei Gründe ein. Der eine ist der Reiz, nicht als „wir selbst“ erkannt zu werden. Unter dieser Maske können wir also tun, was wir wollen, ohne erkannt zu werden - jedenfalls bis zur Demaskierung.

Die Augen sprechen auch dann, wenn die Mimik weitgehend verhindert wird
Der zweite Reiz liegt darin, dass unsere Emotionen weniger sichtbar sind, weil sie oder unter der Maske schwächer wirken oder sogar ganz unterdrückt werden, weil die Mimik fehlt und damit ein Teil der Körpersprache.

In beiden Situationen gilt: Solange die Augen sichtbar bleiben, können die Emotionen nicht völlig unterdrückt werden. Das heißt, in beiden Fällen „sprechen die Augen“ weiterhin.

Was ist einheitlich ein "Maskenfetisch"?

Maskenfetisch - hier mit Gasmaske
Reden wir nun von Maskenfetischisten. Zunächst einmal: Was ist denn eigentlich ein(e) Maskenfetischist(in)?

Dafür gibt es zwei Erklärungen: Die eine ist, dass ein Maskenfetischist eine erhöhte sexuelle Erregung verspürt, wenn jemand anders eine Maske aufsetzt oder auch entfernt. Normalerweise können dies alle Arten von Masken sein, also sowohl Karnevalsmasken, Vollmasken, Gasmasken oder irgend eine andere Bedeckung des Gesichts - also beispielsweise auch ein Schleier. Wir können unterstellen, dass die etwas mit Voyeurismus im weitesten Sinne zu tun hat, möglicherweise auch mit sexueller Dominanz.

Die andere Erklärung scheint der ersten zu widersprechen: Demnach läge auch dann ein Maskenfetisch vor, wenn sich jemand gerne selbst eine dieser Masken anlegt oder spielerisch „gezwungen“ wird, dies zu tun. Ist dies der Fall, so erregt ihn sexuell, mehr oder weniger hilflos in der Maske zu sein, zumal, wenn er sie aus eigener Kraft nicht mehr entfernen kann. Wir finden dieses Verhalten hauptsächlich unter Menschen, die eine unterwürfige Rolle spielen.

Die Maske der Pandemie - eine Art Verschleierung der Mimik

Maskenfetisch während der Pandemie
In der Pandemie haben wir allerlei Masken gesehen - zunächst ebenso schicke wie behelfsmäßige Masken, aber auch schon erotisch motivierte mit aufgemalten Kussmündern. Die Erotik-Shops zeigten schon bald schwarze Masken, die den Harems- oder Verschleierungseffekt unterstützten: Die dunklen Augen der Trägerin sprechen zu uns, die Mimik wird ansonsten nahezu unterdrückt.

Vereinzelt konnte man auch beobachten, wie das Interesse an Klinikerotik zunahm. Schöne Frauen in grünen OP-Masken auf der Straße zu sehen, versetzte manche männliche Masochisten in Entzücken. Aber der Kreis der Männer, die von Klinikerotik und Prostata-Untersuchungen durch „Krankenschwestern“ fasziniert sind, ist begrenzt.

Fantasien rund um Masken und sinnliche Verschleierungen

Wie kommt es nun, dass die Pandemie den Maskenfetisch beflügelt hat? Vermutlich ist es der spielerische Voyeurismus. Wer eine Gesichtsmaske unterhalb der Augen trägt, hat eine ähnliche Wirkung wie jemand, der einen Schleier trägt. Kombiniert mit fester Kleidung, die den Körperformen nicht folgt, ist der Schleier eine Art Fetisch. Und der Voyeur, der gewohnt ist, Frauen mit den Augen abzutasten, entdeckt unter dem Schleier den Mund, und unter der festen Kleidung die Dessous oder die Körperformen.
Eigentlich eine biblische Darstellung - Verschleierung und Nacktheit
Solche Fantasien waren zu Zeiten unserer Urgroßväter in Massen verbreitet. Es war der Orient, der die Fantasie anregte, und mit ihm die Verschleierung und Entschleierung orientalischer Frauen. Einige Maler der damaligen Zeit, sogenannte „Orientalisten“, schufen Bilder von opulenten Harems, in denen Frauen aller Hautfarben ihre sinnlichen Reize darboten, meist unverschleiert, teils aber auch in Verschleierungen.

Je undurchdringlicher die Kleidung, umso mehr bemüht sich der Voyeur

Von Kopf bis Fuß verhüllt: Junge Damen beim Ausgang 1904
Mit der Realität hatte dies alles wenig zu tun, aber die „schwelgerische, fremdländische Erotik“, war in jener Zeit mächtig „en vogue“. Zudem gab es an den heimischen Frauen in der Öffentlichkeit nur selten ein Fetzchen Haut zu sehen. Die jungen Frauen verhüllten sich von der Halskrause bis zu den Zehenspitzen in engen körpernahen Kleidern, die aber die natürliche Erscheinung eher zerstörten als unterstützten.

Erstaunlich dabei ist, dass der männliche Voyeur zu jeder Zeit versucht hat, die formale, feste Kleidung in seiner Fantasie zu durchdringen. Die „strenge Erzieherin“, die es auch zu Zeiten der Ur-Urgroßväter schon gab, posierte keinesfalls in Dessous, sondern in streng konservativer Kleidung oder Fantasieuniformen.

Mit den Augen ausziehen

Echte Voyeure sind unter Frauen unbeliebt, obgleich viele Frauen behaupten, alle Männer seien „mehr oder weniger Voyeure“. Die schlimmsten unter den Männern werden bezichtigt, „Frauen mit den Augen auszuziehen“. Und obgleich Männer nicht wirklich unter die Maske, durch das Kleid oder gar unter die Uniform schauen können, fühlen sich viele Frauen unwohl, wenn der männliche Blick durch ihre Kleidung wandert.

Der gewöhnliche männliche Pseudo-Voyeuer schämt sich nicht

Zum Erstaunen der meisten Frauen schämen sich die „ganz gewöhnlichen Voyeure“ kaum. Eine schöne Frau in der Bewegung zu sehen, scheint einen Impuls in ihnen auszulösen, der auf „Paarung“ ausgerichtet ist - und das reicht auch, um manchen frivolen Gedanken hervorzurufen. Solange er ihnen nicht aus dem Mund fällt, können alle beruhigt sein.

Ignorieren statt ärgern - Passanten vorbeiziehen lassen

Und heute? Offenbar tun sie es heute noch, wenn ein nach ihrer Meinung „schöner“ Körper stark verhüllt an ihnen vorbeirauscht. Ob sie die Frau als Person darin sehen? Vermutlich nicht. Ist das beschämend? Nur, wenn man es so sehen will. Denn was wir, ob Frau oder Mann, in Passanten sehen, wissen diejenigen nicht, die an uns vorbeiziehen. Und oftmals denke ich: glücklicherweise nicht.

Titelbild: Jan-Baptist Huysmans, flämischer Maler, Orientalist, Auszug aus "Im Harem".
Bild "Maskenfetisch" - anonym, aus unserem Archiv.
Bild: "Maske verdeckt die Augen nicht", anonym, aus unserem Archiv.
Bild "Augen über Maske": Werbung für erotische Masken während der Corona-Pandemie.
Bild biblisch: Émile Jean-Horace Vernet (1789-1863), Orientmaler, Ausschnitt.
Bild unten: Modebeilage von 1904.
Hinweis: Dieser Artikel wurde mehrfach überarbeitet und am 14.07.2021 neu veröffentlicht

Aufbruch zu frivolen Taten?

Ein gewagtes Vorhaben ...
Wenn ich mir die erotischen Blogs ansehe, dann sieht man im Moment so eine Art Aufbruch.

Nein, ich rede nicht von den „üblichen Verdächtigen“, die öffentlich nach ihrer Identität suchen - 365 Tage im Jahr. Auch sie sind gerade wieder aufgewacht und verbreiten ihre „Suche nach dem Sinn“ nun etwas heftiger als sonst.

Neue und revidierte To-do-Listen

Die Aktivistinnen hingegen stellen To-do-Listen auf, beleben Dating- und Spanking-Fantasien und dann und wann lese ich von der Hoffnung, eines Tages ein „Spielzimmer“ zu haben. Gemeint ist natürlich eines für all die Lüste, die man einander besser nur unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeit gönnt, gleich, ob sie sanft oder hart zelebriert werden.

Die Lust auf eine Immobilie mit Extra-Zimmer

Ob ein schallschluckender Raum, ein Gewölbekeller, ein ausbaufähiger Dachboden - viele Räume haben das Potenzial, dort frivole Spielereien zu beginnen. Was dort zelebriert wird, ist abhängig von den „Spielerinnen und Spielern“, teils Paare, teils Single-Männer, aber mittlerweile auch auffällig viele Single-Frauen.

Der Eichenschreibtisch in der Bibliothek und mehr über Möbel

Sport und Angst
Die Rollenspieler(innen), die gerne als Zöglinge behandelt werden wollen, träumen nach wie vor davon, ihre Strafe über einen „breiten, historischen Eichenschreibtisch“ zu empfangen, wie ich dieser Tage lesen konnte. Jener nimmt zwar viel Platz weg, kann aber als „Erbstück“ deklariert werden und durchaus in einem Raum stehen, den man „die Bibliothek“ nennt. Ihr seht, mit einer großen Immobilie kann man recht viel anstellen. Dann und wann wünschen sich solche Spieler(innen) auch Schulbänke, die bei manchen Trödlern noch zu haben sind. Sie allerdings fallen sehr auf, und das gilt auch für lederne Böcke aller Art, die aus dem Bereich des Schulsports stammen.

Wie es scheint, spielen Betten noch eine große Rolle im Bereich der privaten Lustszene. Stabile Messingbetten oder alte Klinikbetten werden bevorzugt, weil sie die Möglichkeit bieten, einen eher konservativen Spieler auf einfache Art lustvoll zu fesseln. Denn alles, was durch einen Möbelschreiner hergestellt wird, ist entsetzlich teuer und zudem noch etwas „peinlich“ für die Wohnungsbesitzer. Dabei gibt es solche Betten sowohl in „rustikal“, wie auch im Jugendstil, was ich durchaus überraschend fand. Aber Kunstliebhaber sollen ja auch oft SM-Liebhaber sein - und schließlich spielt auch das Auge mit.

Also, ob nach Gutsherrenart (wie sagt man das auf weiblich?) oder in der geometrischen Struktur des schottischen Jugendstils, ob wienerisch oder ganz verkitscht - jeder nach seinem (oder ihrem) Geschmack.

Die harte Realität - nur wenig wird verwirklicht

Verwirklicht, wird meist nur ein kleiner Teil der Vorsätze - da fehlen häufig die Partner für die frivolen Experimente. Die Suche nach dem erotischen Selbst ist ohnehin auf Unendlichkeit angelegt und führt am besten zu gar keinem Ziel - denn würde sie jemals irgendwo „ankommen“, hätte diese Person ja nichts mehr zu schreiben. Bleibt die Ausstattung der Räume, die auch dann einen Reiz hat, wenn das Budget klein ist und die Immobilie eher einengt. Da gibt es zahllose Objekte und Darstellungen, die sich nur dem Kenner oder der Kennerin erschließen, den zufälligen Besucher aber kalt lassen.

Und was hat das mit "Dating" zu tun?

Gut - der Sommer ist kein gutes Thema für Immobilien oder das Berufsfeld eines Innenarchitekten. Es liegt wohl auch nicht am Sommer, sondern an der Aussicht auf Freiheit und Begegnungen, der jetzt die Fantasien anheizt.

Beim sogenannten „Dating“ allerdings werdet ihr Wünsche und Begierden finden, die aus Fantasien wie auch aus To-do-Listen stammen. Und der einzige Rat, der da wirklich zutrifft, heißt: Sei dir sicher, wozu du bereit bist. Das ist wirklich alles.

Bild: Ausschnitt aus "Die Vergnügungsreise", Philippe Jacques Linder (1862).

Herrinnen

Zerrbild der Herrin - und doch eine geheime Vorstellung vieler Männer
Die Herrin ist zwar kein neues Wort, es wurde aber in den letzten Jahrzehnten stark erotisiert, ebenso wie ihr Äquivalent aus dem Lateinischen, die „Domina“ („Dominatrix). Ursprünglich findet man den Begriff nahezu ausschließlich in der ursprünglichen Bedeutung, der „Herrin des Hauses“, also einer Frau, die „das Haus führte“. Manchmal war die Herrin auch eher die „Gebieterin des Herzens“. Außerhalb dieser allgemeinen Bedeutung galt das Wort als Synonym für die „Herrscherin“ oder „Gebieterin“, die eine große Einheit, eventuell gar einen Staat repräsentierte.

Indessen reichte es völlig, Domestiken zu beschäftigen, um als Herrin zu gelten Zitat aus dem Buch „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“:

I
st das Mädchen intelligent und gutwillig, die Herrin ernst und mild, tüchtig, gebildet, so ist dasselbe bald einigermaßen in die Hausgeschäfte eingeführt und wird in 2-3 Jahren eine tüchtige Kraft, die einer Frau auch in größerem Haushalt treu zur Seite steht und sie auf kürzere Zeit in der Leitung des Hauswesens ersetzen kann.

Zunächst ist die Herrin also die Hausherrin, die Prinzipalin, die „Managerin“ häuslicher Angelegenheiten und sicherlich auch die Hüterin häuslicher Disziplin.

Von der Herrin des Hauses zur Herrscherin über die Emotionen

Vermutlich ist sie auf diese Weise zu ihrer Rolle als „Herrscherin“ über junge Männer und bewusst unterwürfige ältere Gentlemen geworden. Die Erziehung junger Männer durch Frauen bekam einen erotischen Anklang. Ob Erzieherinnen, Lehrerinnen oder Gouvernanten: Der erste Kontakt eines jungen Mannes mit einer voll entwickelten Frau, die keine Blutsverwandte war, geschah meist über eine dieser Personen. Soweit auch Tanten und Cousinen in dieses Bereich fallen, handelte es sich zumeist um „Nenntanten“ oder „weitläufige“ Cousinen. Hier geht es ohnehin nur um die „Unterwerfung“ unter den Herrschaftsanspruch, nicht in erster Linie um die sinnlichen Gunstbezeugungen.

"Sei nett zu den Frauen" als Ursache für die Unterwerfung der Männer?

Tatsächlich scheint es so zu sein, als ob die Lust, sich zu unterwerfen, der gesellschaftlichen Forderung entgegenkommt, „nett zu Frauen zu sein“. Der Weg von der „Nettigkeit“ zur „Abhängigkeit“ ist kurz – je nachdem, wie die „Herrin“ den Weg in die Abhängigkeit ebnet. Über solche Abhängigkeiten in der Jugend, aber auch im Alter gibt es wenige Schilderungen. Meist wird „seriös“ nur darüber berichtet, wenn es dabei zu emotionalen Katastrophen oder sexuellen Handlungen kommt – das ist aber eher die Ausnahme. Üblicher ist, die Abhängigkeit junger Männer oder älterer Galane solange auszunutzen, bis sich ihre Zuneigung erschöpft.

Das falsche Bild - die plakative Domina

Das Bild, das manche von uns von der Herrin oder überhaupt der Frau haben, die über Menschen mental herrschen will, ist selten korrekt. Es ist nicht die Managerin, die ihre Macht durch Manipulation stärkt. Und es sich auch nicht die Dame, die sich für den Beruf der „Domina“ entschieden hat. Es ist vielmehr eine Frau, die erprobt, wie viel Macht und Einfluss sie über einen Mann gewinnen kann, der sich in ihrer Umgebung befindet, ohne dass es auffällt. Es reicht, wenn der Mann „gelehrig und gutwillig“ ist und die Frau „ernst und mild“ daran arbeitet, daraus Vorteile für sich zu gewinnen.

Jeder behält sein Geheimnis für sich

Wie das genau funktioniert? Es gibt Frauen wie auch Männer, die es verraten könnten – aber ich bezweifle sehr, dass sie sich öffnen würden. Ein bisschen peinlich ist es am Ende doch.

Bild: Nach einer japanischen Publikation.
Zitatenquelle: RetroLib

Warum ducken sich Rollenspieler(innen) vor der Entdeckung?

Beliebte Szenerie bis in die 1940er Jahre: der Jüngling und die ältere "Tante"
Die Nachfrage nach sinnlichen Rollenspielen steigt - doch das öffentliche Interesse duckt sich nun tief unter den Esstisch. Warum?

Der Hauptgrund liegt in einer Annahme: Die Frau verliert bei Rollenspielen – und zwar unabhängig von der Rolle, die sie einnimmt.

Das kann ich euch ein bisschen auffieseln:

- Im öffentlichen Bewusstsein sind Frauen zumeist die geknechteten, entwürdigten oder körperlich leidenden Teilnehmer.
- Selbst, wenn die Frau die aktive Rolle spielt, tut sie dies auf Betreiben von Männern, denn die Macht hat im Grund der passive Teilnehmer.
- Besonders „krass“ wird das Geschehen empfunden, wenn es sich um Macht- Disziplinierung- und Erziehungsspiele handelt.

Argumente gegen Rollenspiele stammen aus der Pornografie

Die Argumente für diese Thesen kommen aus der Pornografie und einigen Bereichen der Literatur. So gab es im Vereinigten Königreich um 1900 herum noch eine Art „gemischte“ Darstellung des sinnlichen Spiels mit Schlägen. Frauen nahmen die „Erziehungsmaßnahmen“ sowohl an Männer wie auch an Frauen vor. Dabei wurden sowohl männliche wie auch weibliche „Opfer“ möglichst plastisch und durchaus differenziert dargestellt.

Die Abwertung der jungen Frau in Flagellations-Magazinen

In den 1960er-Jahren änderte sich dies: Damals wurde die „ewig gleiche Story“ in jedem der einschlägigen Schriften neu erfunden. Nun wird eine, junge, schöne, naive und häufig auch abenteuerlustige Frau wird für ihr Fehlverhalten von einem Mann gezüchtigt. Dies führte zu einer „gewissen Einseitigkeit“ in der Betrachtungsweise. Man konnte in Leserbriefen nachlesen, welche „Qualitäten“ der Körper aus der Sicht der Rezipienten haben sollte und wie die Züchtigungen selbst stattfinden sollten. Die Männer sahen diese Frauen also offensichtlich als reine „Objekte“ an, die genau das tun sollten, was sie begehrten. Die Geschichten, in die solche Züchtigungen eingebracht wurden, waren ausgesprochen trivial, und die sinnliche Lust blieb fast immer auf der Strecke.

Wandel durch "Shades Of Grey"?

An dieser Stelle sei gesagt: Es geht bei Rollenspielen nicht immer um Züchtigungen. Mal geht es um wesentlich „härtere“ Themen, mal um ausgesprochen „niedliche“ Verhaltensweisen. Aber die Züchtigung ist besonders spektakulär und steht deswegen im Fokus vieler Betrachtungen – zuletzt in den „Shades of Grey“ und all den Büchern der zahllosen Kopierkatzen der Trilogie. Die Leserschaft - das wissen wir - bestand überwiegend aus Frauen.

Warum ziehen die Rollenspieler(innen) die Köpfe ein?

Der Hauptgrund für das „Abducken“ der heutigen Spielerinnen und Spieler scheint darin zu liegen, dass sie nicht zugeben wollen (oder können) im heftigen Rollenspiel Lust zu empfinden. Kurz: Sie fürchten nach wie vor gesellschaftliche Ächtung.

Während der Recherchen (die längst noch nicht abgeschlossen sind) haben wir festgestellt, dass die Ablehnung oder Zustimmung bei „Rollenspielen, die Schläge beinhalten“ auch abhängig von folgenden Faktoren abhängig ist:

- Wer schlägt, wer wird geschlagen?
- Ist es eine rein erotische Züchtigung?
- Wenn ja, worin besteht die Lust daran?
- Wurde die Züchtigung als Strafe inszeniert?
- Wenn ja, welche Bedeutung hat der Schmerz?
- Handelt es sich um eine gleichgeschlechtliche Paarung?


Ihr seht, die Fragen sind längst nicht alle beantwortet. Was wir wissen, ist in etwa, dass rund ein Viertel der Männer davon träumt, geschlagen zu werden, gegenüber einem starken Drittel der Frauen. Unklar ist aber völlig, wie viele Frauen (Männer) davon träumen, solchen Szenen zuzusehen (oder dabei zu sein, indem sie darüber lesen) und in welcher Rolle sie sich dann wohlfühlen. Gerade bei Leserinnen/Lesern wird ja angenommen, dass sie sich mit einer der beiden konträren Rollen identifizieren.

Eure Meinung ist gefragt.
Bild oben: Entflecktes Bild nach "Francis Heuber" - vermutlich ein Pseudonym. Das Original zeigt zusätzlich ein Bild an der Wand., etwa 1931. Als "Tanten" wurden früher oft Frauen angesprochen, die in keinem "echten"" Verwandtschaftsverhältnis standen, also "Nenntanten".