Skip to content
Werbung Email:

Scham –wie sie unsere Vorfahren sahen – und wir?

Ein Versuch, Scham und Erotik zu kombinieren - ca. 1930
Ich wünsche mir oftmals, dass wir uns weder dessen schämen würden, was wir getan haben noch dessen, was wir aus Scham nicht getan haben.

Und ich sage: Schamlose Übergriffe bleiben schamlos, gleich, ob es sich um sexuelle Übergriffe oder Übergriffe auf die Persönlichkeit handelt. Doch sonst? Müssen wir uns schämen? Ist es klug, sich für andere zu schämen, die wir nicht einmal kennen? Sollten wir uns dafür schämen, beispielsweise mit 27 noch Jungfrau zu sein oder dafür, mit 27 bereits 40 Sexpartner gehabt zu haben? (Rechnet nach, es ist nur ein einziger Partner pro Quartal, also was soll’s?)

Nachdem ich dies zu bedenken gegeben habe, gehe ich zurück in die Zeit: Da war der Herr Walther von der Vogelweide, seines Zeichens Troubadour (aka Minnesänger). Der Liebling konservativer Deutschlehrer galt als Hüter der Moral und sogar der „Hohe Minne“:

Scham ist eine nützliche Tugend,
Sie ziert das Alter und die Jugend,
die Scham ist der Ehre Zucht,
die Scham ist der Keuschheit Frucht,
die Scham ist der Zucht die Rute,
Die Scham ist der Tugend Hüter.

Wir erkennen: Scham wird als Tugend angesehen, als eine Art Gradlinigkeit, die zumindest dem „Edlen“ zu Ehren gereicht. Der Bauernstand jener Zeit hatte sicher andere Probleme, als sich mit der Tugendhaftigkeit auseinanderzusetzen.

Echte und falsche Scham nebst Schande

Schon in der ältesten Literatur wird darauf hingewiesen, dass „Scham“ nicht gleich „Schande“ ist, aber dennoch ähnlich verwendet wird. Insofern wird bald zwischen „echter“ und „falscher“ Scham unterschieden. Arm zu sein ist beispielsweise keine Schande, man muss sich der Armut nicht schämen. Die Literatur kennt zudem das „Erbleichen“ vor Scham wie auch das „Erröten“, jedoch überwiegt das Zweite. Man kann vielleicht sagen: Man erbleicht vor Scham, wenn man sich dessen bewusst ist, eine gravierende Fehlhandlung begangen zu haben. Man errötet, wenn man glaubt, dass es keine Fehlhandlung war, vom anderen (oder den anderen) aber so gesehen wird.

Scham für den Bildungsbürger um 1890

Nach den Erkenntnissen des bürgerlichen Bildungsstandards war die Schamhaftigkeit:

… dasjenige Unlustgefühl, welches durch das Bewußtsein, eine wirklich oder doch vermeintlich (falsche S.) unanständige Äußerung in Worten, Gebärden oder Handlungen begangen zu haben, hervorgerufen wird.

Doch was wissen wir wirklich über die Scham?

Von 1958 bis 1975 wusste keiner der „Gelehrten“ so recht etwas mit dem Wort „schämen“ (oder „Scham“) anzufangen, wenn ich meinem Psychologie-Lexikon von damals Glauben schenke. Auch das neu bearbeitete Soziologie-Lexikon aus jener Zeit kennt den Begriff nicht.

Die Übergriffe der Psychologie auf alle menschlichen Regungen

Seit die Psychologie in neuer Zeit auf alle Lebensbereich übergegriffen hat und sie uns alle in den Würgegriff ihrer Definitionen hat, ist „Scham“ zu einem festen Bestandteil von Behauptungen und Mutmaßungen über Ursache und Wirkung geworden. Auch ausführliche Abhandlungen können aber nicht klären, wie die genauen Prozesse ablaufen, die uns „beschämen“.

Wir erkennen aber, dass es offenbar drei unterschiedliche Arten gibt, damit umzugehen: Schamhaftigkeit, Schamlosigkeit und Schamverdrängung. Mit den Soziologen sind sich die Psychologen ferner einig, dass es sich beim „Schämen“ um den Ausdruck eines Konflikts zwischen Individuum und Gesellschaft handelt. Die Meinungen hingegen, wie Scham zu bewerten ist, sind höchst unterschiedlich.

Schamgefühle - richtig oder falsch?

Grundsätzlich gibt es in Volk und Wissenschaft zwei widersprüchliche Grundsätze: Die einen meinen, Scham sei so etwas wie der „Kitt des sozialen Lebens“ oder jedenfalls deren „Schnellkleber“ für kleine Verfehlungen. Insgesamt bewerten sie die Schamgefühle also positiv.

Die anderen glauben, dass Schamgefühle uns daran hindern, unser Leben zu genießen. Die Kettenreaktion Scham – Schande – Fremdverachtung - Selbstverachtung gilt für sie als der Gipfel des Menschenhasses.

Schandpfahl - Zurschaustellung am Schandpfahl
Die neuen Pranger für Frauen und Männer

Tatsache ist, dass wir in der modernen Gesellschaftsordnung neue Pranger kennen: öffentliches Mobbing, schlampenverdacht gegen Frauen oder öffentliche Vorführungen von Puffgängern. Man kann sagen, der mittelalterliche Pranger habe sich vom öffentlichen Bespucken zum medialen Vernichten von Existenzen gewandelt. Manche Feministinnen (und leider auch einige Regierungen) glauben gar, es sei ganz legal, Männer anzuschwärzen oder abzuurteilen, die zu Huren (Escorts, Prostituierte) gehen. Das alles geschieht unter dem Deckmantel der „Gerechtigkeit.“ In Wahrheit ist dies so gerecht, wie Menschen im Mittelalter an den Schandpfahl zu stellen.

Vorschlag zur Güte

Und weil das so ist: Schämt euch nicht eurer Gedanken und nicht eurer Fantasien. Beschämt andere nicht, weil sie Gedanken und Fantasien haben, die in euren Ohren ein „Igitt“ hervorrufen. Schämt euch lieber, weil ihr jemanden gemobbt, diffamiert oder entwürdigt habt.

Bilder: Oben - Nach einem Erotik-Fotoband aus den 1930er Jahren. Das Bild wurde technisch geglättet und nachkoloriert.
Unten: Pranger auf dem Hof eines Schlosses. Text Meyers Lexikon: Retrobibiothek. Text Vogelweide: Übersetzung ins Hochdeutsche vom Autor.

Ist sie eine Hure? Und woran erkennst du das?

Ein Gesicht sagt gar nichts aus ...
Blödsinnige Frage – werden die meisten von euch sagen. Eine Hure ist eine Frau, die im Hamburger Stadtteil St. Pauli (oder sonst wo) im kurzen Rock und mit deutlich präsenten Brüsten am Straßenrand steht. Oder eine, die im Bordell „arbeitet“, irgendwo im Koberfenster sitzt oder …

Oder?

Na gut, oder. Oder eine Frau, die „Haus- und Hotelbesuche“ macht, ihre Tarife im Internet veröffentlicht und … oder?

Eine Hure ist immer, wen Männer dafür halten

Grundsätzlich ist immer die Frau eine Hure, die Männer dafür halten. Sie gehen dabei von dem Typ Hure aus, mit der sie es „gemacht“ haben, oder die sie mal am Straßenrand gesehen haben. Mit diesem Bild der Frau gehen sie dann durchs ganze Leben. Plakativ gesagt: Sie ist stark geschminkt, auffällig blondiert, trägt ihre Brüste schamlos spazieren, und zeigt mehr von ihren Oberschenkeln, als es eigentlich üblich ist. Und natürlich „wackelt sie mit der Tasche, womit denn sonst?

Der männliche Blick versagt bei Damen, die Haltung zeigen

Wer ist die Frau, die dort unauffällig an der Bar sitzt, dezent geschminkt ist, wenig Schmuck und einen Blazer trägt? Woher weißt du, ob sie eine Sekretärin ist, die sich einen Kaffee gönnt, oder eine Escortfrau, die auf ihren Kunden wartet?

Kulturelle Unterschiede trüben das Bild

Es ist immer so – wer einem bestimmten Bild entspricht, wird auch so angesehen. Denkt dabei mal an den „Ententest“ (1). Die meisten Menschen (und vor allem Männer) schließen vom Äußeren aufs Innere. Und interessant ist dabei, sie sie sich täuschen können. In Budapest beispielsweise versuchen die meisten jungen Frauen, extrem sexy zu wirken, was schon mal einen Schüler veranlasste zu sagen: „Bei euch laufen die Mädchen so im Warenhaus herum wie bei uns die Huren auf St. Pauli“. Nein, das tun sie nicht – sie kleiden sich lediglich provokativer als die jungen Damen aus distinguierten Hamburger Familien. Und sie tun die auch, wenn sie mit dem Kinderwagen unterwegs sind.

"Ist sie eine Hure? Und woran erkennst du das?" vollständig lesen

Verhökerte Intimität

Sich mit einem Menschen fest zu verbinden, bedeutet stets, einen Teil seiner Intimität zu opfern. Man kann auch sagen, dass jeder selbst entscheidet, wie viel von dem, was „seins“ war, nun „unsers“ wird. Oder, etwas akademischer, wie viel vom ursprünglichen „Ich“ in das „Wir“ des Paares übergeht. Welcher Teil das sein wird, ist schwer vorauszusagen, denn jeder entscheidet für sich, wie viel er beibehalten will, und welchen Teil er in die Beziehung einbringt. Sicher ist nur: Wenn beide Partner ihre Intimität vollends bewahren, dann kommen sie nicht zusammen. Weder geistig, noch emotional, noch sozial, noch finanziell– ja, nicht einmal körperlich.

Körperlich lässt sich die Intimität am schnellsten aufgeben

Körperlich ist es für Erwachsene am einfachsten, die eigene Intimität aufzugeben und einje gemeinsame Intimität zu erreichen. . Sexuelle Begierde kann in Sekunden entfacht werden, sexuelle Kontakte können innerhalb weniger Minuten entstehen. Am Schwierigsten ist hingegen, die Gefühle in den Bereich der gemeinsamen Intimität zu bugsieren. Erstens, weil man es vielleicht gar nicht will – und zweitens, weil es unendlich schwierig ist, Gefühle wirklich vollständig zu teilen.

Nicht jede Intimität will "geteilt" werden

Im Grunde ist es paradox, die Intimität überhaupt „teilen“ zu wollen, denn das Wort bedeutet ja, einen Teil von uns selbst als „inneres“ zu wahren. Erst, wenn es ein „Wir“ gibt, kann auch eine Intimität im „Wir“ entstehen. Wem das zu kompliziert ist:

Ich habe meine Intimität
Du hast deine Intimität.
Wir haben unsere Intimität.


Irrmeinungen über Intimität

Nun lese ich dies über Beziehungen und sexuelle Intimität:

Wer … eine längerfristige Beziehung anstrebt und etwas Spannung aufbauen möchte, kann mit der Intimität ein bisschen warten. Sich rar zu machen, ist nämlich sehr attraktiv und ermöglicht es, erst eine gute emotionale Bindung zueinander aufzubauen.


Und genau an diesem Punkt frage ich: „wie lange, liebe Mitmenschen, dauert es eigentlich, eine ‚gute emotionale Bindung‘ aufzubauen?“ (Ich frage vorsichtshalber nicht einmal, was eine „gute emotionale Bindung“ ist). Ich unterstelle einfach mal, dass beide sich darin einig sind, gemeinsam leben zu wollen und dies als glückliche Fügung ansehen. Und um es gleich zu sagen: Mit dem Wort „emotional“ (gefühlsmäßig) wird heute so viel herumgeferkelt, dass es völlig abgewertet wird.

Der zweite Haken: Ob mit aktivem Sex oder ohne – die ersten Monate und Jahre einer Liebesbeziehung sind nicht ausschließlich von dem „selbstbestimmten“ Wunsch nach Bindung geprägt. Eine wesentlich größere Bedeutung hat die Verliebtheit, die ihrerseits darauf beruht, unsere „freien“ Entscheidungen durch körpereigenen Drogen einzuschränken.

Wie war das mit der sexuellen Intimität?

Im Zitat wird die Lustbefriedigung verknappt. Wie das gesehen soll, ist unklar, aber „rar machen“ heißt ja wohl, sich dem anderen zu verweigern. Wenn dies dann noch „attraktiv“ sein soll, dann bedeutet dies, dass Sex manipulativ eingesetzt wird, also mehr oder weniger verhökert.

Im Grunde ist ein solches Verhalten empörend. Wie kann jemand eine „gute“ und „ehrliche“ Beziehung aufbauen und zugleich Sex verknappen, weil es offenbar chic ist?

Natürlich hätte ich für euch eine Antwort: Lest niemals Beratungsbücher, Beratungsspalten oder Beratungsforen, sondern vertraut auf das, was ihr wirklich selber wollt.

Und ich hätte einen Tipp: Sex zu verhökern ist eigentlich das Fachgebiet der Huren. Lasst es bleiben, wenn ihr halbwegs glaubwürdig bleiben wollt.

Die guten Artikel und ihre schlechten Bewertungen

Freier und Hure, 1808, Britisches Museum (Teilansicht)
Am schlechtesten wurden Beiträge der Liebeszeitung immer dann bewertet, wenn sie versuchten, Irrtümer zu beseitigen.

Zum Beispiel, welche Dienste in britischen Flagellationsbordellen verrichtet wurden. Offensichtlich sind manche Zeitgenossen der Meinung, dort wurde fein säuberlich getrennt zwischen der Arbeit am „Embulon“ und an der Bearbeitung des Gesäßes mit Ruten. Denn steht außer Zweifel, dass die britischen Frauen, die in Flagellationsbordellen arbeiteten, im engeren wie im weiteren Sinne Prostituierte waren. Vom 16. Jahrhundert bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war eine derartige Frau eine Stiefelhure. Die Domina oder „Dominatrix“ wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv für Frauen genutzt, die überwiegend oder ausschließlich für Schläge, Qualen und Erniedrigungen aufgesucht wurden. Die sogenannte Lifestyle-Domina gilt hingegen als reine Verschleierung der Rotlichtbranche, um dem Prostitutions-Vorwurf zu umgehen. (-80 Punkte)

Entsprechend schlecht wurde auch ein Artikel über Theresa Berkley bewertet, in dem bezweifelt wird, dass es sich bei der primitiven Holzkonstruktion, die heute als das „Berkley Horse“ bezeichnet wird, wirklich um die „berühmte Erfindung“ der Bordellbesitzerin handelt. (-70 Punkte).

Was am Artikel über die Neo-Moralapostel auszusetzen war, ist mir hingegen unbegreiflich. (-75 Punkte). Und ob es auch die Mortalapostel waren, die sich heimlich darüber echauffierten, dass erfahrene Frauen die besten Lehrmeisterinnen für junge Männer sind? (-74 Punkte).

Der am unterschiedlichsten bewertete Artikel war jener über Männer, die vor allem nach Intimität in der Lust suchten. Er bekam 163 Stimmen – gemischt aus Zustimmung und Ablehnung.

Die Codes der (Un-) Käuflichkeit - KfI, OfI und FI

Verlockung: Ohne FI
Der Code der käuflichen Liebe, die nicht deutlich als „käuflich“ gekennzeichnet werden soll, besteht seit über 50 Jahren und er heißt „FI“. In der Langform: Die Inserentin hat „finanzielle Interessen“ oder weniger verblümt: Sie erwartet einen Lohn für ihre sexuellen Dienstleistungen. Doch auch, wenn die Käuflichkeit ausdrücklich durch „OFI“ oder „KFI“ verneint wird, ist Vorsicht angesagt: Eine seriöse, nach einer Affäre dürstende Frau wird kaum jemals ein „kfI“ in ihrer Anzeige oder ihrem Profil hinterlassen.

KFI - ein Mensch "ohne finanzielle Interessen" bietet sich sexuell an

Zu den meistgesuchten Begriffen im Erotik-Code gehört die Bezeichnung „KfI“. Sie bedeutet, dass die Dame oder der Herr vorgibt, für die angebotenen erotischen Dienstleistungen kein Geld zu fordern – oder, falls es sich um eine Anfrage handelt, nicht beabsichtigt, dafür zu zahlen.

Einst gehörte diese Floskel zu den Anzeigencodes in „halbseriösen“ Zeitungen, insbesondere in den kostenlosen Anzeigenzeitungen, die bisweilen groß in Mode waren.

Manche Damen verwenden vornehmere Floskeln

Die Damen, die vornehm verschleiern wollten, dass sie für ihre erotische Großzügigkeit belohnt werden wollten, verwendeten ganz andere Floskeln. Sie suchten einen „echten Gentleman“ oder einen „solventen Herrn“. Diese Art von Verschleierung wird heute noch gelegentlich verwendet, etwa, wenn „Peitschenfrauen“ (sogenannte Dominas) einen „Tribut“ erwarten. Eine Frau, die sich an „nicht ganz so solvente“ Männer wandte, sprach oftmals davon, ein „Taschengeld“ zu erwarten. Auch dieser Begriff wird heute noch verwendet.

Wenn eine Frau zeigen wollte, dass sie durchaus erotische Ambitionen hatte, sich die Erfüllung aber „auf Gegenseitigkeit“ vorstellte, dann wurde oftmals die Formel „keine FI“ oder KFI oder OFI verwendet. Das sollte dem Anzeigenleser signalisieren: „Was ich mit dir vorhabe, liest sich vielleicht so, als ob ich Geld nehmen würde, aber es ist nicht so.“ Damit wollte man sich vor allem von den getarnten Huren absetzen, die in den gleichen Anzeigenspalten zuhause waren.

Auf manchen Erotik-Portalen erwarten mehr 90 Prozent der Frauen Geld

Obgleich die Codes KfI, OfI und FI heute zumeist unnötig sind, werden sie dennoch weiter benutzt. Auf typischen Erotik-Portalen erwarten mehr als 90 Prozent der Frauen offenkundig finanzielle Zuwendungen, während sich etwas fünf bis zehn Prozent ganz bewusst als „ohne finanzielle Interessen“ anbieten.

So gut wie alle Frauen, die auf einschlägigen offenen Kontaktseiten inserieren, sind professionelle Escorts. Dennoch wird in einigen Anzeigen verschleiert, dass es es „nur“ um Geld geht. Gerade der naive, sehnlich suchende Mann soll im Glauben gehalten werden, dass Geld – wenn es denn schon verlangt wird – eher ein kleines Geschenk ist, während die Liebe davon unabhängig mit natürlicher Leidenschaft ausgelebt wird (man nennt diese Form auch GFE). So beharrt eine Dame iin ihrem Profil darauf, dass sie selbst an Sex interessiert sei, denn bei ihr handle es sich um „eine zärtliche und leidenschaftliche Dame von Welt, die jede Stunde mit dir genießen will“.

Wer hat keine finanziellen Interessen?

Offenbar haben aber auch Anzeigen Erfolg, in denen zwar offenkundig mit der Schlafzimmertür geklappert wird, doch völlig ohne Geld und mit viel Romantik. Da wäre eine Studentin, frisch, jung und abenteuerlustig, die dem geneigten Herrn den Traum einer sinnlichen Sommernacht erfüllen will – Anruf genügt.

Und den Männern, die wirklich glauben, dass es die professionell vorgespielte „Liebe“ kostenlos gibt? Ihnen kann man nur einen Satz aus Josephine Bakers Song „Don’t Touch My Tomatoes“ entgegenrufen:

Mister, take advice from me
The more you look is the less you'll see
But if you just must have your way
Double the price you'll have to pay


Das kann ungefähr so übersetzt werden:

Lieber Mann,, du musst dies verstehen:
Je mehr du guckst, umso weniger gibt’s zu sehen.
Aber wenn's nach deinem Kopf gehen soll.
Zahlst du eben den doppelten Zoll.


Heute gibt es Ausnahmen - aber sie sind nicht öffentlich zugänglich

Heute ist die Welt ein wenig anders als vor etwa 40 Jahren, als man davon ausgehen musste, dass sich in Foren, auf Anzeigenseiten oder ähnlichen Publikationen nahezu ausschließlich notgeile Männer mit käuflichen Frauen trafen. Inzwischen gibt es sie, die Frauen, die dezent (aber eben nicht aggressiv) nach Männer für eine Nacht suchen. Dies ist bei einigen Formen von "Casual Dating" der Fall.

Aber der Satz der Josephine Baker gilt immer noch: Wer seinen eigenen Dickschädel durchsetzen will, zahlt am Ende mehr, als ihm lieb sein kann.