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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Etwas Neues in der Liebeszeitung: EINFACH

Überall kannst du zu komplizierte oder zu einfache „Ratschläge“ bekommen, wie du dein Leben ändern kannst, einen Partner findest und so was in der Art.

Und was sollst du mit dem Rat vom Dating-Experten, Dating-Coach, Paarberater, Erfolgstrainer und wie sie alle heißen? Wenn der Rat auch einfach ist und stimmt, dann versuch es. Wenn nicht, gibt es die Liebeszeitung - seit mehr als zehn Jahren.

Wir haben eine neue „Sparte“ in der Liebeszeitung: EINFACH. Manchmal beantworten wir eine Frage auf einfache Art, dann wieder ein paar Fragen, die zusammenhängen.

Der erste Beitrag erscheint hier in Kürze:

Was erregt den Mann - und wie kannst du ihn erregen?

Übrigens du kannst selber Fragen vorschlagen, die dich interessieren.

Einfach einreichen per Schnellkontakt:

Sich über seine Sexualität definieren?

Jede Managerin, ja selbst die Chefassistenten oder die Fleischerei-Fachverkäuferin würde sich verbitten, über ihre Sexualität definiert zu werden. Und doch behaupten Sexologen (Zitat)

Ein vitales Sexleben heißt ja auch: Ich bin jung, ich bin frisch, ich werde begehrt. Und wenn Sex fehlt, dreht das die emotionale Gemengelage um - ich werde abgewiesen, ich werde nicht geliebt, ich bin kein bisschen begehrenswert.
Die Grundfrage, ob sich Frauen über ihre Sexualität definieren sollten, wird dabei nicht gestellt - sie wird aber im Bereich des Feminismus aufgeworfen. Und daraus ergibt sich die Frage: „Ist es wirklich so verwerflich, sich über die eigene Sexualität zu definieren?“

Was gilt nun für Singles? Wir nehmen die Männer jetzt mal mit ins Boot und fragen:

Wenn es unmöglich ist, sich über Monate hindurch sexuell zu verwirklichen, wie fühlen wir uns dann? Ist es wirklich so, dass Singles sich „abgewiesen, ausgebootet und abgeschoben“ fühlen?

Klar - jede und jeder Single kann sich einen Teil der Lust selbst erzeugen und sogleich befriedigen. Aber das reicht auf Dauer nun wirklich nicht, um die eigene Attraktivität unter Beweis zu stellen.

(Zitat: Paula Lambert)

Eine kleine Abhandlung zur Verführung

Erotische Provokation und Verführung - garant für die Liebe?
Die Liebe kommt nicht ohne Verführung aus, und die Verführung besteht in der Herausforderung, jetzt etwas zu tun, was man eigentlich nicht tun müsste. Doch es ist der Trieb, der uns sagt: „Ich könnte jetzt und hier etwas gewinnen, das mein Leben lustvoll bereichert.“

Wagen, gewinnen, schämen

Also tut man es. Also wagt man etwas. Frauen wie Männer lassen sich erobern. Schon manche Frau gab sich hernach überrascht oder gar beschämt, dass sie ihre Prinzipien so schnell an der Garderobe abgab, weil die Umstände so schrecklich erregend waren. Männer behaupten dergleichen selten, auch wenn mehr und mehr Männer tatsächlich verführt werden.

Verführungen von Frau zu Frau - beinahe beiläufig

Manche Frau kennt einen Fall (oder hat ihn selbst erlebt), in dem eine Frau nahezu mühelos eine andere Frau verführte, nur aus der Gelegenheit heraus. Von „erobern“ konnte da gar keine Rede sein – sie glitt einfach so hinein, ließ es einfach zu. Vielleicht schüttelte sie sich am nächsten Morgen ein bisschen, begriff nicht ganz, was dies alles „mit ihr gemacht“ hatte. Aber das Gefühl des Genusses blieb in ihr haften.

Verführungen ausweiten und genießen

Wenngleich keine Verführung wie die andere ist, so ist die zweite oder dritte und jede weitere doch ähnlich. Man tut dies, dann jenes, schließlich prüft man sachte, ob man etwas Drittes wagen kann. Hier etwas mehr lustvolle Verlockung, dort ein bisschen Frivolität, und dann wieder ein Katz-und-Maus Spiel, um die Sache spannender zu gestalten. Passive Verführungen, aktive Verführungen – wer will sich schon in die kleine Schatulle der Geheimnisse hineinsehen lassen? Mancher bietet Genüsse an, um Genüsse zu bekommen, und mancher sackt sei einfach ein, wenn sie angeboten werden.

Etwas Chili in die Liebe einführen

Oh, all diese Verführungen verlieren nach und nach an Spannung. Nicht nur Ehepartner, auch Singles mit einem aktiven Sexualleben, sinnieren über ein wenig Chili nach. Etwas sinnliche Schärfe soll hinzugefügt werden, etwas, das unser Blut wieder in Wallungen bringt.

Zwei Wege tun sich auf: Heftigere Verführungen, mit Strapsen und Spitzen, intimere Berührungen mit Fingern, Mund Lippen und Zungen, das ganze Programm, das man eigentlich schon immer verwendete, nur nicht so freizügig oder nicht so intensiv, nicht so hautnah und nicht so frivol.

Der andere Weg? Etwas Anderes. Etwas „Sündiges“. Etwas, das normale Singles oder normale Paare nicht tun. Die bestehenden Paare denken an „Außenbeziehungen“, die kaum jemand dem anderen wirklich gönnt. „Was hat er/sie, was ich nicht habe?“, ist die bange oder aggressive Frage, die dann aufkommt. Und die Konsequenzen sind oft fatal. Einen Dritten einbinden, vielleicht gar ein Paar? Es ist kompliziert und erfordert ein Umdenken. Jedes „gewöhnliche Paar“ ist davon überfordert. Doch wie war es nun mit Wechselbädern der Gefühle? Beispielsweise damit, sich nach einem strengen Rollenspiel umso hemmungsloser zu lieben, weil der Körper ohnehin aufgeheizt ist? Der Partner mag erschauern, und dann einwilligen oder auch nicht. Der Single mag träumen oder sich für seine Wünsche beschimpfen lassen.

Und wenn es gar nicht geht? Das Leitbild der Liebesehe beruht auf einerseits auf Treue, andererseits auf bedingungslose Zuwendung. Doch wir können uns fast sicher sein, dass oftmals ein Spiegelbild im selben Bett schläft: Eines, das heftigeren Träumen nachgeht als das, was tatsächlich passiert. Eines, das den anderen ängstigen würde, wenn die wilden Fantasien aus ihm oder ihr herausbrechen würden.

Die Beziehung - Treue, fremde Schärfe oder was denn nun?

Ich las dieser Tage, dass sich „sexuelle Beziehungen“ in zwei Gruppen separieren lassen: Die „Sexualität der Verführung“ und die „Sexualität der Zugehörigkeit“. Behauptet wird, dass jene Sexualität, auf der das Etikett „Treue“ klebt, nach „Harmonie, Vertrautheit und Einswerdung“ (1) strebe. Sei das Etikett hingegen „Verführung“, so seien Spannung und Herausforderung gefragt – etwas, das möglicherweise dazu führe, den Schritt in den Garten der Nachbarn zu wagen. Oder wird man gar die Nachbarn einladen?

Und der Single?

Der Single wird überlegen. Wie lange wird es ihm Freude bereiten, zu schlafen, mit wem er will, Abenteuer zu erleben, wenn es ihn juckt, oder, Rollenspiele aufzuführen, wenn er jemanden findet, der sie mit ihm ausführt? Und wann und wie wird sie/er dennoch die Lust an dem Einen oder der Einen finden, mit der sie/er alt werden möchte?

Und die Lust? Wird sie ewig erblühen?

Nein, wird sie nicht. Wahrscheinlich nicht, jedenfalls. Aber ist das wirklich so schlimm?

(1) "Einswerdung" wurde in diesem Artikel verwendet.

Etikettierung - der Sündenfall von Psychologie und Soziologie

Der Weg zum Etikett geht über das Substantiv, und falls es ein Wort ist, dass aus griechischen, lateinischen und englischen Wörter zusammengeschustert wurde, denkt das Volk: Oh, das muss etwas Richtiges und Wichtiges sein.

Kaum jemand überlegt sich, dass es sich um ein Hohlwort handeln könnte. Das ist ein Wort, das an sich keine wissenschaftlichen Inhalte hat, aber von Wissenschaftlern gerne gebraucht wird. Sodann wird es von Journalisten und Bildungsbürgern vom Himmel gefischt, um sich selbst mit diesem Wort zu schmücken.

Ich will es euch an einem Beispiel erläutern, und zwar zunächst mal so, dass es jeder versteht:

Eine Frau (1) könnte sagen:

- Mich ziehen auch Frauen sinnlich an, aber sexuell bevorzuge ich Männer.
- Ich fühle mich in jeder Hinsicht nur zu Männern hingezogen.
- Für mich ist der sexuelle Kontakt mit Frauen bisweilen erregend, doch wenn ich mich rundum glücklich fühlen will, muss es ein Mann sein.
- Ich habe früher viel mit meiner Sexualität experimentiert, und ich schäme mich nicht. Inzwischen will ich aber einen Mann und eine Familie.


All diese Aussagen sind glaubwürdig und in jeder Hinsicht angemessen.

Der Etikettenschwindel mit "Heterosexualität"

Und nun stellt euch vor, dass diese Frau morgen mit dem Etikett „Heterosexuell“ belegt würde, weil sie sich von homosexuellen Frauen („Lesben“) abgrenzen soll. Jede wirklich selbstbewusste Frau würde diese als Übergriff auf ihre Persönlichkeitsrechte abweisen, denn das Definitionsrecht steht der Person zu, nicht der Wissenschaft.(2)

Hinzu kommt, dass „Heterosexuell“ zuerst bereits übergriffig von „Wissenschaftlern“ als „Gegenteil“ von Homosexualität definiert wurde. Sie haben das sozusagen „am Schreibtisch“ und aus einer Laune heraus getan. Der Beweis ist leicht zu erbringen: Es gibt keine exakte wissenschaftliche (schon gar keine naturwissenschaftliche) Definition dessen was „Heterosexualität“ sein soll. Wie kann man ein Wort, das keinerlei konkrete Inhalte hat, als Etikett für die Mehrheit verwenden, die an sich gar nicht gemeint war?

Sind diese Leute wirklich Wissenschaftler? Oder sind sie Falschmünzer, die ihre Überheblichkeit und ihr Nichtwissen hinter einer Maske der Wissenschaftlichkeit verbergen?

Wer das für einen extremen Standpunkt hält, darf sich gerne bei Nicht-Psychologen und Nicht-Soziologen informieren. Und vorläufig kann ich euch nur raten, euch nicht von aufgeblasenen Phrasen täuschen zu lassen, die von den „Elfenbeintürmen“ auf uns herabregnen.

Korrigiert eure Lexika

Was wir vor allem tun sollten: Wir sollten unsere Lexika(3) korrigieren, denn Heterosexualität ist nicht das „Gegenteil“ von Homosexualität. Wenn überhaupt, bezeichnet das Wort die Masse der Alltagsmenschen. Sie lassen sich zwar überwiegend auf Kontakte zum jeweils anderen Geschlecht ein, aber sie lassen sich nicht darauf reduzieren. Denn nur sie alleine wissen von ihren übrigen Lüsten und Gelüste, Träume und Vorstellungen, Realitäten und Wünschen.

(1) Im Beispiel habe ich bewusst eine Frau gewählt, weil derartige offene Aussagen von Frauen wahrscheinlicher sind als von Männern.
(2) Hanne Blank hat dies in einem Kapitel über den wissenschaftlichen Gehalt von "Heterosexuell" im Rahmen ihres Buches "Straight" eindeutig bewiesen.
(3) Ich selbst hab an einigen Lexika mitgearbeitet, die nun ebenfalls überarbeitet werden sollten. Es geht mich also etwas an.

Sexualität - Naturgabe und Sammelbegriff

Niemand entflieht der Natur, gleich, welche Botschaften dieser Tage gepredigt werden. Die Menschen haben und hatten geschlechtliche Begierden aller Art, und sie hatten sie „unsortiert“, wenn ich es einmal so flapsig sagen darf.

Ich las gerade (nicht zum ersten Mal), dass sich „die Sexualität“ als Sammelbegriff und mit all seinen Differenzierungen erst im 18. Jahrhundert herausbildete. Und als im 19. Jahrhundert jede Neigung unter die Lupe genommen und forensisch seziert wurde, bekamen wir die Etiketten geliefert (1), die wir uns heute anstecken sollen oder gar müssen.

Müssen wir das wirklich? Sind Männer so, Frauen hingegen so? Versinken wir alle in einem großen Topf der Lust, wenn wir die Etiketten wieder ablegen?

Der Zeitgeist schafft Etiketten - unterordnen müssen wir uns nicht

Die Sexualität als solche, so höre ich, existiere begrifflich erst seit etwa 250 Jahren. Das mag sein, aber Begriffe wie die „Heterosexualität“ sind erst gut 150 Jahre alt. Und überhaupt – warum sollten wir uns eigentlich über unsere Sexualität definieren müssen? Liegt ein Grund dafür vor? Die Theorie, die dahintersteht, ist fast genau 100 Jahre alt (2). Sie mag heute noch für einen Personalchef wichtig sein, der einen Außendienstmitarbeiter einstellen will, aber sie ist keine Theorie, die uns als Menschen qualifiziert.

(1) Zum Beispiel die Trennung der sexuellen Ausrichtungen.
(2) Von Carl Gustav Jung.