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Sich über seine Sexualität definieren?

Jede Managerin, ja selbst die Chefassistenten oder die Fleischerei-Fachverkäuferin würde sich verbitten, über ihre Sexualität definiert zu werden. Und doch behaupten Sexologen (Zitat)

Ein vitales Sexleben heißt ja auch: Ich bin jung, ich bin frisch, ich werde begehrt. Und wenn Sex fehlt, dreht das die emotionale Gemengelage um - ich werde abgewiesen, ich werde nicht geliebt, ich bin kein bisschen begehrenswert.
Die Grundfrage, ob sich Frauen über ihre Sexualität definieren sollten, wird dabei nicht gestellt - sie wird aber im Bereich des Feminismus aufgeworfen. Und daraus ergibt sich die Frage: „Ist es wirklich so verwerflich, sich über die eigene Sexualität zu definieren?“

Was gilt nun für Singles? Wir nehmen die Männer jetzt mal mit ins Boot und fragen:

Wenn es unmöglich ist, sich über Monate hindurch sexuell zu verwirklichen, wie fühlen wir uns dann? Ist es wirklich so, dass Singles sich „abgewiesen, ausgebootet und abgeschoben“ fühlen?

Klar - jede und jeder Single kann sich einen Teil der Lust selbst erzeugen und sogleich befriedigen. Aber das reicht auf Dauer nun wirklich nicht, um die eigene Attraktivität unter Beweis zu stellen.

(Zitat: Paula Lambert)

Unsere Singles, die Sorgen darum - und Soziologie

Verblassen die Singles in der Pandemie?
Der Titel war interessant: „Wir müssen uns um die Singles keine Sorgen machen“, hieß es da, und ich wurde so neugierig, dass ich tatsächlich die „Berliner Zeitung“ im Internet ausschlug.

Ich hätte gewarnt sein sollen. Wo Eva Illouz zitiert wird, ist das selbstgefällige Soziologengeschwätz nicht fern. Und schon fällt mir das „alleinstehende Leben“ auf die Füße. Und das geht gleich so weiter:

Wie die postmoderne Kultivierung der freien Wahl und die Mechanismen der Flexibilität neue Formen der Unverbindlichkeit erschaffen.

Nicht meine Art, Deutsch zu sprechen, denke ich im ersten Ansatz. Und im zweiten fällt mir auf, was in solchen Sätzen alles verschleiert werden kann. Zum Beispiel, dass es in dieser Welt echte Menschen gibt, nicht nur Floskeln.

Der Staat und bindungswillige Singles in der Pandemie

Aber deshalb las ich den Artikel ohnehin nicht. Ich wollte wissen, ob sich der Staat (oder die Gesellschaft, die Frau Kanzlerin, derr Herr Spahn oder „wir“) sich Sorgen machen muss oder müssen. Der holländische Staat soll sich Sorgen darüber gemacht haben, erfahre ich.

Ich bin einverstanden mit diesem Thema - ich fordere seit Jahrzehnten, Singles ernster zu nehmen. Und nicht nur das. Jedes Gemeinwesen sollte sich Sorgen um Menschen machen, die einen Partner wünschen, aber (zumindest derzeit) keinen treffen können.

Care-Netzwerke? Klingt wie vor 30 Jahren ...

Doch irgendwie ist das gar nicht das Thema der Autorin. Ich lese:

Verbindlichkeit ist demnach kein Versprechen, das sich zwei Personen gegenseitig geben, sondern das Versprechen der alleinstehenden Person an sich selbst, das notwendige Care-Netzwerk zu kultivieren. Sologamismus eben.

Gut, ich weiß notfalls was „care“ ist, und ich ahne zumindest, was die Autorin damit meint. Als ich noch wesentlich jünger war, sprach man einmal von „Wunsch- und Zweckfamilien“. Jetzt also wieder?

Wie war das nun also mit der Sorge um Singles?

Ich hätte es mir denken können: Es geht gar nicht um Singles an sich, nicht um die Bedingungen, die sie gerad jetzt bei der Partnersuche vorfinden. Es geht mal wieder um das Leben in „größeren Netzwerken“, von denen wie „CIS-Hetero-Personen“ natürlich keine Ahnung haben.

Und jetzt muss ich wohl selber (erneut) darüber nachdenken, ob Singles systemrelevant sind, wenn sie die Ungeheuerlichkeit begehen, sich nach einem einzelnen CIS-Partner zu sehnen.

Zitate: "Berliner Zeitung"

Haben wir eine Krise? Mach sie nicht zu DEINER Krise

Denken und Fühlen ist ohne Maske möglich ...
Da draußen mag eine Krise stattfinden. Journalisten sitzen jeden Tag am PC, um das Spektakulärste über DIE Krise zu schreiben, was gerade möglich ist.

Ich sage dir zuerst dies: Es ist EINE Krise - nicht DEINE Krise. Also hör auf, dich dem Leben zu verweigern. Mögen auch Politiker, Virologen und andere vor „etwas“ warnen und zu „etwas“ raten: Sie warnen dich auf keinen Fall davor, zu leben.

Deine Welt

Erschaffe deine Welt neu - aus dir selbst heraus. Was liebst du? Musik, Kuscheltiere, Kleider, Bücher oder gar deinen eigenen Körper? Finde heraus, wer du bist - ohne Hilfe anderer. Eigentlich weißt du es ja - aber was davon gehört „wirklich dir“? Und was haben andere dir gesagt, was du sein solltest oder sein müsstest?

Liebe dich selbst

Werde unabhängig von der Liebe anderer. Du kannst dich geistig, emotional und körperlich selbst lieben. Es ist nicht selbstsüchtig, sondern eine bewährte Methode, Krisen zu überstehen.

Hüte dich vor schlimmen Gedanken

Schlimme Gedanken schaukeln sich oft auf. Versuche, sie zu beherrschen. Lies nicht die Horrormeldungen, die manche Presseerzeugnisse täglich verbreiten. Schalte deinen „Heimatsender“ ab und höre alternative Radio-Stationen. Verweigere die dauernde Beschäftigung mit Krisen, die auch durch ständige „Brennpunkte“ im Programm der ARD ausgelöst werden können.

Definiere Zukunft neu

Bist du unsicher über die Zukunft? Überleg mal, was die Zukunft ist. Sie ist in Wirklichkeit nur eine verschobene Gegenwart. Also ist das Einzige, was du wirklich benötigst, dir bewusst zu sein, dass die Zukunft in jeder nächsten Sekunde, jeder nächsten Minute beginnt - und du kannst sie deshalb sofort beeinflussen. Das Gegenteil von Unsicherheit im Leben von Menschen ist keinesfalls Sicherheit. Es ist das Gefühl, in der Gegenwart existent zu sein.

Deine Kraft liegt in dir

Wenn du dich machtlos fühlst, werden deine Gedanken abhängig von der Macht anderer. Das kann dich wütend, hilflos und verletzlich machen. Und das Schlimmste: Es mündet oft in die Hoffnung, dass dich jemand aus all deinem Elende rettet. Ich sag dir nur drei Sätze: (1) Die Menschen, die uneigennützig helfen, sind ausgesprochen rar. (2) Frage dich, warum sie ausgerechnet DICH retten sollten. (3) Wenn sie dich JETZT retten, was wirst du dann morgen tun, um gerettet zu werden? Ich rate dir: Vertraue auf deine Kraft, und versuch, sie jeden Tag auszubauen. Das ist sinnvoller, als auf fremde Hilfe zu hoffen.

Reaktiviere alte Werte und Fähigkeiten in dir

Wir Menschen wünschen uns zumeist, dass unsere Existenz eine Auswirkung hat. Im Idealfall dienen Geist, Körper und Gefühle dazu, unserem Leben einen Sinn zu verleihen. Welche dieser Talente oder Fähigkeiten hast du? Welchen Werten folgst du, welche kannst du vermitteln? Überlege einmal, welche positiven Dinge du selbst beeinflussen kannst.

Nutze alle Freiheiten, die du hast

Selbst in der Krise haben wir zumeist mehr Freiheiten, als wir nutzen. Überleg dir, wie du deine „inneren Fesseln“ loswerden kannst. Es können geistige, emotionale oder soziale Fesseln sein, auch kulturelle und religiöse. Wer sich „im Inneren frei“ fühlt, hat in der Regel die bessere Ausgangsposition, auch äußere Freiheiten zu nutzen.

Der Appell

Ich hoffe, dass ich allen Singles helfen konnte, die gerade etwas unsicher über sich, ihr Leben und die Zukunft sind.

Und ein Tipp: Beginne JETZT mit den Veränderungen - wann sonst?

Hinweis: Dies ist ein Teil meiner Lebenserfahrung und den Erfahrungen vieler anderer, die mit Krisen umgegangen sind. Ein Teil der Informationen, die ich hier gebe, wurden kürzlich von TED veröffentlicht. Dank geht auch an Christine Carter, die dazu einen Vortrag hielt.

Bild © 2020 by Liebesverlag.de


Wie wahrscheinlich ist es, eine Frau „abzubekommen“?

Die Nachfrage ist groß - das Angebot gering
Falls du jetzt eine konkrete Zahl erwartest, muss ich dich enttäuschen. Aber ich habe einige Meinungen und Fakten zusammengetragen, die dir zeigen sollen, wie es aus ökonomischer Sicht „funktioniert“. Ökonomisch heißt, dass wir nicht so her darauf achten, was sich auf geistiger, emotionaler, sozialer oder sexueller Ebene abspielt, sondern darauf, wie viele Frauen zur Verfügung stehen.

Der Blick auf die Säugetiere

Dazu müssen wir einen kurzen Blick auf die Säugetiere werfen: Die Männchen haben nahezu immer Lust, aber sie kommen nicht alle an die weiblichen Exemplare heran. Es herrscht also eine große Nachfrage, während das Angebot nicht sonderlich groß ist. Bei vielen Säugetieren gibt es eine gewisse Zeit, in der das Angebot enorm ist. Trotzdem beschränken die weiblichen Exemplare ihre Gunst auf einige wenige Männchen, die sie zudem noch recht sorgfältig auswählen.

Der Mensch sucht anders

Tatsächlich ist das Angebot also normalerweise geringer als die Nachfrage. Allerdings gibt es einen Unterschied zum Menschen: Normalerweise streben Menschen danach, exklusive Beziehungen einzugehen, aus denen sie dann wieder Vorteile gewinnen. Deshalb ist das Ziel der Frauen auch nicht, möglichst von einem Alphamännchen begattet zu werden, sondern eine dauerhafte Beziehung mit einem Mann einzugehen. Und da es ohnehin nicht genügend Alpha-Männchen gibt, um jede Frau damit zu versorgen, werden Kompromisse fällig. Um im Bild zu bleiben: Alle Buchstaben von Alpha bis kurz vor Omega werden versucht, um eine halbwegs erfreuliche, dauerhafte Beziehung zu bekommen.

Wahrscheinlich ist also, dass die Männer, die als „Beziehungsfähig“ angesehen werden, nach dem Grad ihrer sozialen Stellung, Beziehungsfähigkeit oder einer anderen Kompetenz ausgewählt werden.

Die Konsequenz: wer länger sucht, hat weniger Chancen

Das hat zwei Folgen: Erstens wird das Angebot an „guten“ Männer immer dünner. Und zweitens bleiben die Frauen, die sich schwer entscheiden können, wählerisch. Letztendlich enttäuscht dies suchende Frauen, und viele ziehen sich nach einigen Enttäuschungen vom Markt zurück.

Männer im Stress im Kampf um Beziehungen

Aus der Sicht der Männer sieht das dann so aus: Diejenigen, die nicht „weggehen“, also am Markt verbleiben, müssen sich erheblich anstrengen, um eine der Frauen zu begeistern, die jetzt noch „am Markt“ ist. Das bedeutet letztlich: Die Männer, die weniger attraktiv sind, treffen auf Frauen, die enttäuscht vom Angebot sind. Daraus folgt eine negative Spirale: Letztendlich drängen Männer an einen Markt, der zwar vorhanden, aber „lustlos“ ist. Und je mehr dabei „schief geht“ umso lustloser und enttäuschter werden sie selbst.

Du magst Märkte nicht? Guck auf die Geschichte!

Wer eher an geschichtlichen und sozialen Entwicklungen interessiert ist als an Marktgegebenheiten, kann die Sache auch anders sehen.

Dann wäre zu berücksichtigen, dass „Alte Jungfern“ (1) und „Hagestolze“ (1) in der Vergangenheit beargwöhnt und gelegentlich verachtet wurden. Bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galt eine Frau nur durch ihren Ehemann etwas. Zudem erlaubte ihre wirtschaftliche Situation so gut wie niemals, einen eigenen Haushalt zu führen. Der Drang zu heiraten und „versorgt“ zu sein, war damals ungeheuer groß, zumal, wenn man bedenkt, wie stark das Ansehen wachsen konnte, wenn die Frau einen Akademiker heiratete.

Egal, wie ihr die Chancen seht: Frauen mit Ansprüchen und Männer, die wenig beeindruckend sind, haben schlechte Karten in dieser Welt.

(1) Ich verwende hier bewusst die veralteten Begriffe für weibliche und männliche Singles
Bild: nach dem Cover eines "Groschenhefts" , 1966

Die Krise - Singles ohne Körperkontakte?

Verlockung Cam Girl?
Wer „notgeil“ ist (das gibt’s mittlerweile auch bei Frauen) kannte in der Vergangenheit Plätze, an denen dies Problem behebbar war. Oder er/sie hatte da „so eine App“, mit der man schnell jemanden „in der Umgebung“ finden konnte. Schließlich gab es für Frauen und Männer mit exklusiverem Geschmack noch die seriösen „Casual Dating-Seiten“, da ging’s zwar nicht ganz so fix, aber eben doch noch zügig, bis Frau und Mann aneinander aufeinander oder ineinander kamen.

Professionelle Sex-Arbeiter(innen): Tote Hose?

Jetzt geht – gar nichts mehr? Und was ist mit all den „Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern“, die in der allergrößten Not „zu Diensten“ waren? Ein Teil von ihnen soll angeblich virtuellen Sex verkaufen – aber das geht nur begrenzt, denn ein Cam-Girl muss öffentlich das Gesicht zeigen. Das ist mancher Frau definitiv peinlicher als ihre Vulva vorzuzeigen. Und überhaupt: Ist lustvolles Flüstern per Bildschirm überhaupt das Gleiche wie dem Lover im Hotelzimmer dieselben Worte ins Ohr zu hauchen? Die Wahrheit ist bitter - lest nach im "Standard".

Gute Ratschläge ohne Wirksamkeit?
Begierde mit Abstand
Wir haben dutzende „guter Ratschläge“ gesehen, wie Singles mit der gegenwärtigen Sex-Not umgehen und auch, wie die Dienstleistungs-Anbieter versuchen, dennoch „über die Runden“ zu kommen. Was die Singles betrifft, sind dies ausschließlich „Durchhalteparolen“, die nicht den Strom wert sind, die der Computer dabei verbraucht. Sex-Arbeiterinnen, die üblicherweise „recht klamm“ sind, versuchen sich inzwischen als Cam-Girl. Manche verkaufen auf zweifelhaften Portalen Kleidungsstücke, Sex Fotos oder „home made“ Porno-Videos – dazu benötigen sie aber eine solide Fan-Base, und die wächst auch nicht von heute auf morgen. haben da mal nachgeschaut und glauben danach kaum noch, dass dort als „Sex-Profi“ ohne „Online-Fans“ viel Geld zu machen ist.

Singles ohne Hoffnung auf Zweisamkeit?

In Krisenzeiten denken die Krisenmanager vor allem an diejenigen, die ihnen nahestehen: Familien. Man weiß: dort ist die Reservearmee des Gutmenschentums, oder die „Subsidiarität“. Die Familie stützt, fängt au und übernimmt die Aufgaben, die eigentlich der Staat erfüllen sollte. Ob gerne oder nicht – das fragt kaum jemand.

Ja, toll – die Gutmenschen freut es sichtlich, wenn sie sehen, wie unsere Gesellschaft wieder ins 19. Jahrhundert abdriftet. „Eia, Popeia, was raschelt im Stroh …“

Und die Singles? Sie sind offensichtlich nicht „als solche“ systemrelevant. Sie darben, frusten, vereinsamen … und werden zornig. Und dabei ist nicht einmal ein Ende abzusehen, außer man glaubt den dummen Sprüchen von „Video Dating“ oder „Treffen im Park auf Distanz“.

Vorläufig scheint es keine Lösungen zu geben, ja, man denkt nicht einmal darüber nach. Es scheint, als würden Single in den Überlegungen der gegenwärtigen, familienzentrierten Politik gar nicht vorkommen. Und unsere Demoskopen erzählen uns ständig, alle wären so schrecklich zufrieden damit, sich selbst wegzusperren.

Wie es weitergehen soll? Ich weiß es nicht – aber ich befürchte, dass niemand glücklich wird, wenn er keine Hoffnung auf echte Zweisamkeit hat.

Bilder: Oben Cam-Girl, aus einer Werbung für Cam-Chats.
Mitte: Nach einer historischen Zeichnung, unbekannter Künstler.