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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Sex und das übrige Leben

Um Himmels willen, was tun sie dort nur?
Was tut sie? Wie tun sie es? Warum tun sie es? Menschen in jedem Lebensalter fragen sich, warum die Nachbarn etwas ganz anderes machen als sie selbst, vor allem beim Sex. Eigentlich geht es sie ja nichts an, warum die nicht mehr ganz junge Frau im Haus quer über die Straße so oft junge Männer empfängt. Aber ist das nicht merkwürdig? Und die etwas maskulin wirkende Reiterin? Man sieht sie nie mit Männern, trotz ihrer schlanken, attraktiven Erscheinung. Und das Unternehmerehepaar, das dort an der Ecke wohnt, soll sogar Einzelpersonen zum Sex einladen - man denke!

Neugierde und moralische Verwerfungen

Was ich dazu sage?

Nun, ich erinnerte mich gerade an ein kürzlich gelesenes Zitat (1):

Als ich jung war, hat mich die Tatsache, dass die Leute darüber Schaum vor dem Mund hatten, überrascht und traurig gemacht, und das ist immer noch so. Andererseits, wenn das eigene Leben langweilig ist, wird es zweifellos etwas Aufregung geben, wenn man in dem Leben anderer Leute stöbert.

Deine Neugierde in Ehren, sie mag ja menschlich sein. Aber was ist mit deinem Urteil? Hast du es bereits gefasst, wenn du davon hörst? Hast du nicht längst jemanden moralisch verurteilt, bevor du ihn überhaupt gesprochen hast? Hast du versucht, ihn (oder sie) zu verstehen? Weißt du, was die Menschen motiviert, das Leben zu führen, das sie sich ausgesucht haben?

Das sexuelle Leben der anderen - was wollt ihr damit?

Ich fürchte, keiner von euch kann und will das Leben eines anderen Menschen führen. Nein, so weit wollt ihr nicht gehen, nicht wahr? Was wollt ihr dann? Euch das Maul zerreden? Oder ein bisschen mitnaschen an der Frucht, die ihr euch selbst verbietet? Nein? Dann würdet ihr euch ja - und nun muss noch ein Wort her, „schämen“ vielleicht? Oder gar „ekeln“?

Und also sage ich nur einen Satz dazu: Es geht euch nichts an. Was euch wirklich etwas angeht, ist das eigene Leben, das eigene Erleben und der eigene Körper. Kümmert euch darum, bitte.

(1) Rita Mae Brown.
Bild: Paris, frühes 20. Jahrhundert, Zeitschriften-Illustration.
Hinweis: In diesem Artikel sind selbstverständlich keine realen, mir bekannte Personen gemeint.

Die Woche: die Moral, das Licht, zweite Dates und lustvolle Hiebe …

Wer mich kennt weiß, wie sehr ich gegen die pseudo-wissenschaftliche Etikettierungswut bin. Das gilt im Übrigen auch für Wissenschaftler, die alles etikettieren müssen und damit nichts als Schaden anrichten. Mittlerweile haben wir mehr angebliche „sexuelle Identitäten“ als wir Persönlichkeitsmerkmale aufzählen können – und wozu? Ist jemand wirklich froh, wenn er weiß, welches Etikett er auf der Stirn zu tragen hat? Das hat nichts damit zu tun, was er selbst „ist“ und wie er sich dabei fühlt. Das Thema greife ich auf, weil mal wieder Schindluder mit dem Begriff „Bisexuell“ getrieben wird.

Sozial herauf und hinunter mit Sex und Ehe

Irgendwann sollten wir uns mal von der moralischen Bewertung verabschieden, wie man sich durch geeignete Sexualpartner („heraufschlafen) oder Ehepartner(innen) („heraufheiraten“) sozial verbessern kann. Wer es tut, der verantwortet dies selbst – wer denn sonst? Wir wissen, dass es geht, und wir wissen, dass es nicht immer gut geht. Das ist wirklich alles. Eine Autorin schrieb dieser Tage offenbar aus Selbstüberschätzung, warum „Downdating“ für niemanden infrage kommen sollte. Dazu gab es etwas zu sagen.

Lustvolle Schläge – das kontroverse Thema nüchtern betrachtet

Kontrovers werden stets erotische Züchtigungen beurteilt – unter Erwachsene und im gegenseitigen Einverständnis, versteht sich. In den heiklen Tagen dunkler Nächte, rutenschwingender Gesellen oder gar dem Treiben in den Raunächten fanden wir: Da müssen wir mal drüber reden. Demnächst werden wir noch einmal „Femdom“ beleuchten und damit die Frage nach der „Lust an der Abgabe der Macht“ stellen.

Sinn und Unsinn über zweite Dates - und fünf "Knackpunkte"

Vor einigen Tagen habe ich auf dem Autorenportal „Medium“ einen völlig unsinnigen Artikel über „zweite Dates“ gelesen. Da gab es nicht einmal mehr etwas „richtigzustellen“. Doch dieser Artikel war der Auslöser, einmal ernsthaft über „zweite“ und weitere Dates nachzudenken. Ja, sie können schrecklich sein – aber wenn sie schrecklich sind, dann hat sich mindestens einer von beiden beim ersten Date „verstellt“.

Lichterkönigin statt Christkind-Rummel?

Mancher von euch wir sich gewundert haben, was ich über die Lucia geschrieben habe - die Lichterkönigin. Für mich ist es sehr vernünftig – und zudem sehr moralisch – vor Weihnachten eine Lichterkönigin zu krönen, statt junge Frauen als „Christkinder“ zu vermarkten.

Moral als Pseudo-Argument

Was nun die Moral betrifft – da gibt es dieser Tage ohnehin Diskussionsbedarf. Ich bin ernsthaft gefragt worden, ob ich die 2G-Regeln für moralisch halte oder ob Ungeimpfte „diffamiert“ würden. Was denn noch? Ich will gerne Stellung nehmen – in Anlehnung an die „Bautzener Deklaration“:

Ich will und kann nicht hinnehmen, dass die Protestler, die derzeit durch unsere Städte „spazieren“, die Krise durch Egoismus befeuern.

Lasst euch die Freude nicht nehmen

Viele Menschen sind derzeit emotional ausgelaugt. Wir sollten all die Menschen loben, die täglich trotz aller Erschwernisse ihrer Berufstätigkeit nachgehen – mit Impfungen. Dazu zählen nicht nur Ärzte und Pfleger, sondern jeder einzelne, der den Zug „Gesellschaft“ als Lokomotive zieht, statt uns alle im Bremserhäuschen zu behindern.

Die meisten von uns wollen Friede, Freude, Lust und Begegnungen. Und nur das wünsche ich allen, die mich lesen. Und damit: Auf in den vierten Advent - und auf keinen Fall den Rüssel hängen lassen.

Moral und Advent

Gelegentlich werde ich gefragt, was ich für „moralisch“ halte. Ich wandle dies gerne in die Frage um, was ich für vertretbar halte - ganz einfach, weil ich skeptisch bin, wenn Menschen die Moral vor sich hertragen wie eine Fackel.

Diese Frage stellt sich ein Redakteur im Übrigen jeden Tag – nicht nur bei diesem kleinen, feinen und zurückhaltenden Magazin.

Die meisten Zeitschriften (auch Frauenzeitschriften) gehen heute schon wesentlich weiter, zumal, was „heftige“ Ausdrücke und detaillierte Szenen betrifft. Indessen möchte ich, dass hier auch Menschen lesen können, die etwas zwar persönlich ablehnen, aber dennoch wissen wollen, was es ist.

Und die Moral? Jetzt kommt sie von überall. Ich lass gerne die Engel zu, die mich dieser Tage virtuell umschwärmen und leider auch viel zu oft singen. Ich akzeptiere, dass ich hie und da Krippendarstellungen sehe, und ich freue mich über „die Drei“, mögen sie nun Magier, Sterndeuter, Weise oder Könige gewesen. Sie waren schon immer meine Lieblingsgestalten, weil sie uneigennützig schenkten.

Das neue Licht ist völlig unabhängig von Krippe, Ochs und Esel, Hirten und Engeln. Es ist entweder in uns oder es existiert gar nicht.

Wenn du hier etwas liest, was besonders moralisch für dich klingt – dann frag dich, warum. Das Gleiche gilt, wenn du etwas besonders unmoralisch findest.

Ich schenke das ganze Jahr uneigennützig Worte. Ich hoffe, dass sie dann und wann Erfolge nach sich ziehen.

Edel-Moralisten, Wissenschaft und spontane sexuelle Begegnungen

Nein, so wird es nicht werden ...
Das Gerede der Edel-Moralisten über das Ende spontaner sexueller Begegnungen ist in den USA ein viel diskutiertes Thema. Immer wieder werden Argumente aus den muffigen Kisten der Geschichte hervorgeholt, vom „Alten Testament“ über die „Viktorianische Zeit“ bis hin zur Adenauer-Ära. Doch heute leben wir in einer völlig anderen Zeit. Unser Leben ist vor allem geprägt von der Freiheit der Person - und zwar für Frauen und Männer. Es grenzt an Volksverdummung, wenn man so tun will, als sei die erworbene Freiheit des Individuums umkehrbar. Wenn sich Menschen in Freiheit und Gleichheit treffen, dann haben sie ein Recht darauf, miteinander auszuhandeln, was zwischen ihnen möglich ist. Alles andere ist - mit Verlaub - ein dummes Geschwätz. Und das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für Deutschland.

Der Tanz auf dem dünnen Eis der Moral

Diejenigen, die derzeit auf dem dünnen Eis der Moral heiße Tänze aufführen, sind überwiegend Männer - und sie denken oft nicht darüber nach, in welcher Weise die Sexualität der Frauen bis ins 19. Jahrhundert unterdrückt wurden. Das geschah nicht ausschließlich durch „die Gesellschaft“, jenes graue Monster also, das bis heute für fast alles verantwortlich gemacht wird. Nein - es waren Wissenschaftler, die Frauen Abwerteten, unter ihnen neben Priestern auch Ärzte und Psychotherapeuten. Habt ihr es schon vergessen?

Die Zeit zurückdrehen zur Keuschheit?

Keusch bleiben?
Wer die alte Sexualmoral einfordert, stellt die Freiheit infrage. Dabei ist nicht nur die Freizügigkeit gemeint, sondern auch die Wahlfreiheit. Man kann diskutieren, was „oft“ oder „viel“ oder meinetwegen „abwegig“ ist - aber man kann nicht darüber diskutieren, was Menschen fühlen und (so weit es legal ist) sie miteinander im Bett treiben. Eine Begegnung sinnlicher Art kann eben immer im Bett enden, auch wenn sie nicht zu diesem Zweck geplant war. Oder mit anderen Worten: Ob wir die „Kurzzeitbeziehung“ nun befürworten oder nicht - es wird sie immer geben.

Ändert sich auf Dauer etwas? Nein - warum sollte sich etwas ändern?

Ich bin froh, dies jetzt zu hören:

Wenn sich zwei Personen treffen, muss das jeweilige Gegenüber sich jetzt viel sicherer sein, dass er oder sie (gesundheitlich) auf der sicheren Seite ist.

Wobei die Frage ist, was eigentlich passiert, wenn beide wirklich heiß aufeinander sind.

Und wird es auf Dauer eine erhebliche Veränderung im sexuellen Verhalten geben? Der Wissenschaftler sagt, er bezweifle ernstlich, dass wir mehr als eine Pause (in der Art der Begegnungen) erleben.

Wörtlich:

Sobald es einen Impfstoff gibt, werden (die Menschen) zu einem früheren Verhalten zurückkehren, sodass ich nur vorübergehende Abstinenz, Unterdrückung oder Angst vor der Sexualität sehe.

Auf Dauer sieht kein ernst zu nehmender Wissenschaftler einen dauerhaften Kulturwandel durch COVID-19. Man hat gute Belege dafür: Kein Ereignis der Weltgeschichte hat Menschen wirklich daran gehindert, dem Fortpflanzungstrieb zu folgen. Manche haben dabei größere Risiken in Kauf genommen als andere, und ganz sicher haben einige das Risiko falsch eingeschätzt. Aber das war und ist eine Frage der Vernunft, nicht der Sexualmoral.

Es wird Zeit, dass wir das erworbene Gut des freiheitlichen Geistes täglich neu verteidigen - sonst wird unsere Freiheit im Namen einer fragwürdigen Moral verfeuert.

(Zitate: Bostonmagazine. Diese Zitate stammen von Ritch Savin-Williams, Professor für Entwicklungspsychologie.
Bilder: Oben: Anonymer Autor, unten: Spottpostkarte aus Frankreich, historisch.

Ist es gut, dem akdemischen Edel-Frauenbild zu folgen?

Wenn ich mir das offiziell erwünschte Frauenbild ansehe, was an bestimmen Fakultäten unserer Universitäten entsteht, dann befällt mich Eiseskälte. Demnach müssten alle Frauen nahezu geschlechtslos sein, wegen des Sexismus, der sonst entstehen könnte.

Der Sexismus, so dröhnen täglich die Kanonen der Gender-Eiferer, geht zwar von Männern aus, aber das ist ja gerade das Dilemma. Männer denken immer noch, was sie wollen – wie schrecklich, und alle Macht des gleichgeschalteten Denkens, mag es von Gewerkschaftlerinnen, Sozialistinnen oder Kommunistinnen ausgeht, konnten daran nichts ändern. Dabei werden Frauen in Wahrheit abgewertet, denn wo es nur noch um Ausbildung, Abschlüsse, ein wenig Berufserfahrung und vielleicht noch um ein wenig Können geht, ist auch für Frauen die individuelle Freiheit in Gefahr. Man könnte den Eindruck bekommen, akademisch gebildete Frauen seien kaum mehr sind als die Humanressourcen der Wissenschaft – und manchmal auch der Wirtschaft.

Realitätsferne bei den Pseudo-Eliten

Das ist wenig, nicht wahr? Aber so stellen sich dass die Elfenbeintürmlerinnen dort in der realitätsfernen Forschung eben vor. Frauen sollen nicht nach Schönheit, Ausstrahlung oder Attraktivität beurteilt werden, sondern nach Studienabschlüssen und vielleicht auch ein bisschen nach Erfahrung und Können. Übrigens: Wehe, Sie sind Frau und haben keinen akademischen Abschluss, wenn die Stelle „eigentlich“ von einer Akademikerin besetzt werden sollte – auch wenn’s gar nicht nötig wäre. Dann blöken die Neidschafe.

Liebe Frauen aus den Pseudo-Eliten: Wenn wir von Einigkeit und Recht und Freiheit reden, oder auch von Freiheit, Gleichheit und Solidarität, dann sollen wir – endlich – einmal akzeptieren, dass sich jeder Mensch so entwickeln darf, wie er es sich vorstellt. Er muss keinem Frauen- oder Männerbild entsprechen, und keine erfolgreiche Karriere in der Wirtschaft muss zwangsläufig auf einem Studienabschluss basieren.

Die Verfassung und die Menschenrechte garantieren das Streben nach Erfolg

Wir alle sind frei und gleich geboren, und wir dürfen nach Glück und Erfolg streben, gleich, wie wir dieses Ziel erreichen. Und wenn wir es erreichen, dann wollen wir keine Neidhammel und Neidschafe, die neben uns blöken.

Was noch nicht ganz angenommen ist bei den Pseudo- und Neo-Eliten: Jeder hat das Recht, sich Lücken zu suchen, nicht konform mit der Masse zu gehen. Und jeder kann das „übliche“ System umgehen, überspringen einfach ignorieren oder umreißen, wenn er es schafft. Und ja sicher: Manchmal gibt es eine unverdiente Gunst, und manchmal erschläft oder erschleicht Frau oder Mann sich eine Gunst. Was möglich ist, wird eben auch gemacht. Am Ende steht der Erfolg. Basta. Es sind nicht die Schlechtesten, die auf diese Weise Karrieren gemacht haben, obgleich sie schlecht gemacht werden.

Es bleibt eben dabei: Neidhammel und Neidschafe finden immer einen Grund, anderen etwas zu neiden.

Sie dürfen gerne anderer Meinung sein - dann sagen Sie es doch einfach.