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  Eigenwerbung

Zurück zu den realen Möglichkeiten des Kennenlernens

Nun also ist der Frauentag vorbei, an dem wir erfahren haben, was alles anders werden muss.

Nur wird so schnell nichts anders. Immer noch haben Frauen und Männer Vorurteile gegeneinander, und noch immer steht das Prinzip „für mich nur das Beste“ jeder Lösung entgegen. Kurz: So kommen Frauen und Männer nie zusammen, und bevor ihr fragt: alle anderen auch nicht. Jedenfalls nicht dauerhaft.

Das Gift der Selbstoptimierung

Ich sehe mit Entsetzen, wie viele Menschen mit „Selbstoptimierung“ beschäftigt sind. Diese Leute machen einen entscheidenden Fehler, der vielen später leidtut. Denn wohin sie sich auch „optimieren“ – das alles ersetzt keine gewachsene Persönlichkeit. Normalerweise sind kleine Korrekturen in der Kommunikation, dem Verhalten oder der Erscheinung immer möglich, und dies alles ist hier auch nicht gemeint.

Vielmehr rede ich von groß angekündigten Optimierungsplänen mit vielen Schritten und Stufen, die schon in kurzer Zeit zu Erfolgen führen sollen.

Mit den Plänen anderer, die sich zum Lebenserfolg führen wollen, erreichst du nichts für deine Zufriedenheit, und für keinen dieser Pläne bekommst du einen Garantieschein.

Mach deine eigenen Pläne - sie nützen dir

Also bleibt dir nichts anderes übrig, als einen eigenen Plan zu machen. Kleine, nachvollziehbare Schritte. Ziele, die du wirklich erreichen kannst. Menschen suchen, die zu dir passen könnten statt „den Einen“ („die Eine“) zu finden. Bereit sein, Liebe zu empfangen und Liebe zu geben. Abwägen, aber nicht ablehnen. Das sollte fürs Erste reichen.

Edel-Moralisten, Wissenschaft und spontane sexuelle Begegnungen

Nein, so wird es nicht werden ...
Das Gerede der Edel-Moralisten über das Ende spontaner sexueller Begegnungen ist in den USA ein viel diskutiertes Thema. Immer wieder werden Argumente aus den muffigen Kisten der Geschichte hervorgeholt, vom „Alten Testament“ über die „Viktorianische Zeit“ bis hin zur Adenauer-Ära. Doch heute leben wir in einer völlig anderen Zeit. Unser Leben ist vor allem geprägt von der Freiheit der Person - und zwar für Frauen und Männer. Es grenzt an Volksverdummung, wenn man so tun will, als sei die erworbene Freiheit des Individuums umkehrbar. Wenn sich Menschen in Freiheit und Gleichheit treffen, dann haben sie ein Recht darauf, miteinander auszuhandeln, was zwischen ihnen möglich ist. Alles andere ist - mit Verlaub - ein dummes Geschwätz. Und das gilt nicht nur für die USA, sondern auch für Deutschland.

Der Tanz auf dem dünnen Eis der Moral

Diejenigen, die derzeit auf dem dünnen Eis der Moral heiße Tänze aufführen, sind überwiegend Männer - und sie denken oft nicht darüber nach, in welcher Weise die Sexualität der Frauen bis ins 19. Jahrhundert unterdrückt wurden. Das geschah nicht ausschließlich durch „die Gesellschaft“, jenes graue Monster also, das bis heute für fast alles verantwortlich gemacht wird. Nein - es waren Wissenschaftler, die Frauen Abwerteten, unter ihnen neben Priestern auch Ärzte und Psychotherapeuten. Habt ihr es schon vergessen?

Die Zeit zurückdrehen zur Keuschheit?

Keusch bleiben?
Wer die alte Sexualmoral einfordert, stellt die Freiheit infrage. Dabei ist nicht nur die Freizügigkeit gemeint, sondern auch die Wahlfreiheit. Man kann diskutieren, was „oft“ oder „viel“ oder meinetwegen „abwegig“ ist - aber man kann nicht darüber diskutieren, was Menschen fühlen und (so weit es legal ist) sie miteinander im Bett treiben. Eine Begegnung sinnlicher Art kann eben immer im Bett enden, auch wenn sie nicht zu diesem Zweck geplant war. Oder mit anderen Worten: Ob wir die „Kurzzeitbeziehung“ nun befürworten oder nicht - es wird sie immer geben.

Ändert sich auf Dauer etwas? Nein - warum sollte sich etwas ändern?

Ich bin froh, dies jetzt zu hören:

Wenn sich zwei Personen treffen, muss das jeweilige Gegenüber sich jetzt viel sicherer sein, dass er oder sie (gesundheitlich) auf der sicheren Seite ist.

Wobei die Frage ist, was eigentlich passiert, wenn beide wirklich heiß aufeinander sind.

Und wird es auf Dauer eine erhebliche Veränderung im sexuellen Verhalten geben? Der Wissenschaftler sagt, er bezweifle ernstlich, dass wir mehr als eine Pause (in der Art der Begegnungen) erleben.

Wörtlich:

Sobald es einen Impfstoff gibt, werden (die Menschen) zu einem früheren Verhalten zurückkehren, sodass ich nur vorübergehende Abstinenz, Unterdrückung oder Angst vor der Sexualität sehe.

Auf Dauer sieht kein ernst zu nehmender Wissenschaftler einen dauerhaften Kulturwandel durch COVID-19. Man hat gute Belege dafür: Kein Ereignis der Weltgeschichte hat Menschen wirklich daran gehindert, dem Fortpflanzungstrieb zu folgen. Manche haben dabei größere Risiken in Kauf genommen als andere, und ganz sicher haben einige das Risiko falsch eingeschätzt. Aber das war und ist eine Frage der Vernunft, nicht der Sexualmoral.

Es wird Zeit, dass wir das erworbene Gut des freiheitlichen Geistes täglich neu verteidigen - sonst wird unsere Freiheit im Namen einer fragwürdigen Moral verfeuert.

(Zitate: Bostonmagazine. Diese Zitate stammen von Ritch Savin-Williams, Professor für Entwicklungspsychologie.
Bilder: Oben: Anonymer Autor, unten: Spottpostkarte aus Frankreich, historisch.