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Die Woche: Lustiges, Unsinniges - und der Penis

In dieser Woche gab es viel Unsinn zu lesen, vor allem über Singles und Partnersuche. Die Damen und Herren Redakteure versuchten, die letzten Krümel aus dem leeren Nachrichtentopf über die Liebe 2020 herauszurutschen. Neben den „Senioren“ (mal ab 50, mal ab 60) waren es vor allem die Online-Dating-Branche, die mit einer „Studie“ auf sich aufmerksam machen wollte. Da kommen die Guten ins Töpfchen (nämlich zum betulichen Online-Dating mit Chats und Trallala) und die Schlechten ins Kröpfchen, weil sie einander unvorsichtigerweise tatsächlich physisch begegnen. Oder habe ich das wieder mal falsch verstanden?

Singles und Paare in der Pandemie

Lustig wurde es in einem Artikel, den ich die Woche über gar nicht erwähnt hatte – wie ist es bitte, JETZT auf Partnersuche zu sein, oder noch simpler „Wie flirtet man in Mund-Nasen-Schutz-Zeiten?“

Interessant war auch das schnörkellos-selbstbewusste Interview mit einer schweizerischen Paartherapeutin.

Das „rein Sexuelle“ haben wir auf den Penis reduziert. Über ihn wird viel gesprochen, und hätte er Ohren – er würde protestieren.

Unser etwas vergessenes Thema „Singles“ wurde mit einem mehr als eigenartigen Zungenschlag unters Volk gebracht. Nachdem der Titel extrem irreführend war, erwies sich, dass die CIS-Leute alle nicht wissen, was Singles brauchen. Ich vermute, dass du, lieber Leser, CIS bist. Also weißt du’s auch nicht, oder?

Wahre Liebe, unwahre Liebe – ich kanns nicht mehr hören, ehrlich. Und ich fand wirklich noch einen Menschen in einem Forum, der sich aufblies: Wir würden „verlernen“ wie echtes Dating geht, wenn wir Online-Dating betrieben würden. War eine Einzelmeinung, aber sie wohnt immer noch in vielen Köpfen.

Sektierer und Sperma-Männerbünde

Das dumme Geschwätz dieser Woche kam nicht nur von Corona-Leugnern und anderen Sektierern, sondern auch von einer merkwürdigen Männergesellschaft, die beschlossen hat, ihre Prostata nicht zu bemühen, solange wir den November schreiben. Erst hatten wir darüber nur eine Satire gebracht, doch später wurde uns die wahre Natur dieser merkwürdigen Gestalten bewusst: Eigentlich sind sie erklärte Frauenfeinde. Es handelt sich offensichtlich um Männer, die sich über ihr Sperma definieren. Sprich nicht gerade für sie.

Der „Tagesspiegel“, sonst von uns gerne zitiert, brachte reißerisch einen Artikel über eine neue Dating-App für Teenies. Über solche Apps wäre wirklich zu reden – und zwar sehr kritisch. Aber nicht auf diese Weise.

Leider auch Pandemie ...

Wir selbst (seufz) hatten es nicht besser als alle anderen: Null Themen, die wirklich diskussions- oder mitteilungswürdig waren. Darüber schrieben wir dann auch … musste mal sein.

Ich verstehe sehr gut, warum sich Menschen in der Pandemie zurückziehen. Aber das gilt für persönliche Begegnungen. Warum sie sich auch sonst so zaghaft äußern, will mir hingegen nicht in den Kopf.

In jedem Fall - bleibt gesund und behaltet euren Verstand. Den braucht ihr in jedem Fall weiterhin.

Pandemie und Dating: Vorsicht, Sorglosigkeit und Klartext

Virtuell ist alles ein bisschen ... ungewöhnlich
Pandemie und Dating: Vorsicht, Sorglosigkeit und Klartext für Singles. In einem Satz: Nur echte Dates sind tatsächlich Dates, der Rest hat damit wenig zu tun.

Vorsichtig zu sein bei Begegnungen mit Fremden, mit denen es früher oder später mit Sicherheit zu körperlichen Kontakten kommt, war noch nie schlecht. Sorglosigkeit besteht demnach darin, mit beliebigen Partnern ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben.

Partnersuche HIER UND JETZT oder DORT und DANN?

Soweit gelesen? Na schön. Was aber ist von Menschen zu halten, die dennoch HIER und JETZT einen Partner suchen? Sind sie sorgfältiger in der Auswahl ihrer Partner? Führen sie ein Kontakt-Tagebuch? Nutzen sie die Corona-App beim Treffen? Treffen sie sich nur mit Menschen, die garantiert Covid-19 frei sind? Ihr wollt Antworten?

Vorsichtige Näherungen?

Dieser Tag werden Umfragen veröffentlicht. Man hörte von „Gleichklang“ und „Parship“ – beides Online-Dating-Unternehmen, die ihre Namen gerne in positivem Zusammenhang in der Presse lesen.

Uns wird erklärt, die Singles seien nun „vorsichtiger“ und „heilten die Anstandsregeln ein“ (Parship). Das mit der Vorsicht ist selbstverständlich, doch ich bezweifle, ob Paare, die sich für ein Leben miteinander interessieren, die „Abstandsregeln“ einhalten können.

Nur „echte Dates“ sind „echte“ Dates

Wir lesen auch, dass viele Singles auf „echte Dates“ verzichten. (49 Prozent Parship, 61 Prozent Gleichklang). Welchen Sinn „unechte Dates“ haben, mag jeder sich selbst vor Augen führen. Nehmen wir an, dass es weiter Anstandsregeln oder Kontaktbeschränkungen geben sollte, ja, vielleicht sogar Kontaktverbote, so spielt dies vor allem den Online-Dating-Unternehmen in die Hände. Denn je weniger Singles einen „echten“ Partner finden, umso länger bleiben sie „bei der Stange“ und umso mehr neigen sie dazu, ihre Abos zu verlängern.

Verloren im DORT und DANN?

Die Partnersuchenden sind diejenigen, mit einiger Wahrscheinlichkeit bei dieser Konstellation verlieren: Falls wirklich noch mehrere Lockdowns nötig sein sollten und sich die Situation nicht von Sommer 2021 entspannt, verlieren sie über ein Jahr. Da klingt dieser Satz schon wieder etwas eigenartig (Gleichklang,1):

Mehrheitlich werde nach Möglichkeiten der Verlagerung des Dating-Verhaltens auf Kommunikationskanäle ohne körperliche Begegnung gesucht.

Das heißt im Klartext: „Echte“ Begegnungen werden auf lange Sicht nicht für möglich gehalten, stattdessen lässt man sich seitens der Singles auf endlose, meist höchst fragwürdige Dialoge online ein. Ob dies „verantwortungsbewusst“ ist oder eine relativ sinnlose Ersatzhandlung, die den Partnersuchenden nicht „wirklich“ dient?

Das möge jeder selbst entscheiden.

Zahlen: Aus Pressemitteilungen von PARSHIP und GLEICHKLANG.
(1) Zitat aus PRESSNETWORK (Gleichklang).

Menschen, wahre Liebe und Online-Dating

Unwahre Liebe?
Ich wurde heute gefragt, ob ich schon einmal einen Menschen kennengelernt hätte, der per Online-Dating seine „wahre Liebe“ gefunden hätte. Die entsprechende Frage wurde schon von vielen Menschen vor mir beantwortet worden. Die meisten kannten jemanden, und teils waren sie es selbst, die „online“ die „Wahre Liebe“ gefunden hatten.

Was mich immer ein bisschen befremdet, ist allerdings die Inflation des Wortes „wahr“. Meinen die Fragesteller eine langfristige, vertrauensvolle, glückliche oder sinnliche Beziehung? Was soll daran denn „unwahr“ sein?

Zudem ist fraglich, ob „online“ wirklich etwas aussagt. Ich habe das zwar schon ein Dutzend Mal gesagt, aber das endgültige Kennenlernen findet nie „online“ statt - nur der Kontakt wird „online“ geknüpft.

Manchmal trifft man Menschen, die nicht glauben, dass es tragfähige Beziehungen gibt, die über das Internet zustande kommen. Dazu las ich dann doch etwas äußerst Merkwürdiges:

Online-Dating mag zwar für die kurzfristige Bestätigung gut sein, aber wer darauf zurückgreift, hat das Kennenlernen im echten Leben leider verlernt. Und das ist sehr schade.

Wer immer noch dieser Meinung sein sollte oder mit ihr liebäugelt: Das „kennenlernen im echten Leben“ besteht zunächst darin, einen Markt zu finden, auf dem solche Partner verfügbar sind. Im Gegensatz zu früheren Zeiten fehlen aber die öffentlichen Balzplätze, an denen man überwiegend Singles findet. Und mit den Jahren wird es immer schwerer, die ledigen, bindungswilligen und nur moderat neurotischen Menschen zu erkennen und sie sozusagen „an Land zu ziehen“.

Die Suche nach dauerhaften Partnerschaften folgt eher nachvollziehbaren ökonomischen Regeln als schicksalhaften Fügungen. Und das „Kennenlernen im richtigen Leben“ ist ohnehin kaum mehr als eine Floskel, denn auch jene, die einander zuerst „online“ begegnet sind, stehen „im richtigen Leben“. Wo denn sonst?

Unterwäsche oder Qualm

Wo bleibt der Rauch?
Qualm deutet auf Feuer hin, Unterwäsche auf Anmache. Der Tagesspiegel „schreibt“ über die App „Yubo“, die angeblich „Jugendschützer alarmiert“.

Ich finde viel alarmierender, dass „Investoren“ 40 Mio Euro „nachschieben“, um dieser App für „Jugendliche auf Partnersuche“ auf die Sprünge zu helfen.

Eine App für Jugendliche auf Partnersuche? Mir sträuben ich die Haare. Doch halt ... angeblich ist Yobo „eigentlich“ keine Dating-App, sondern (1):

Yubo macht es dir leicht, neue Freunde auf der ganzen Welt zu finden. Wir glauben, dass wir eine riesige Chance haben, Online-Freundschaften neu zu erfinden, indem wir eine vertrauenswürdige und sichere Plattform für alle anbieten.

Aha - Online-Freundschaften werden „neu erfunden“. Demnächst wird jemand auftauchen, der behauptet, das Rad „neu erfunden“ zu haben. Und ich überlege gerade, wie viele Menschen auf dieser Erde man mit 40 Mio. Euro retten könnte.

(1) tTxt von der Webseite des Betreibers, Stand heute.

Die Woche - Zeigeist, Lust, Ethik und Masturbation

Anpassen, dem Zeitgeist folgen oder gegen den Unverstand rebellieren? Mal klar und klipp: Der Zeitgeist kann mir mal ... und zwar kreuzweise. Was die Blogger(innen) derzeit verzapfen, ist meist dürftig, kommerziell und weitgehend aus den Fingern genuckelt. Ich höre oft, das läge an dem bösen C-Wort, das alle nervt. Einige der Damen behaupten, dem Nervenzusammenbruch nahe zu sein, auch solche, die dies nicht NICHT schon seit Jahren behaupten. Das also ist die Grundsituation, wenn du heute dein Fernrohr auspackst, um Themen zu finden.

Na gut, wir haben wirklich versucht, etwas über diesen Halloween-Blödsinn zu schreiben. Ist Zeitgeist, OK. Und wir hätten wirklich gerne eine erotische Gruselgeschichte mit feuchten Kellern und heißen Pobacken geschrieben. Aber wie das so ist: Da fiel uns eben mal wieder nichts wirklich druckbares ein. So wie allen andere auch.

Zur Reformation ethische Lust vom Pfarrer

Zum Reformationstag haben wir dann die Geschichte eines Pfarrers gefunden, der ethische Lust predigt - mit Shakespeare. Und um das Maß voll zu machen, haben wir am letzten Tag des Oktobers noch die Geschäftemacher bloßgestellt, die uns ständig damit vollabern, „50 Plus“ sei ein gültiges Etikett für Menschen.

Auf zum November! Kein Trübsinn für Niemanden! Und das alles trotz Lockdown, Todesfällen, Kanzlerinnenworten und den Appellen, denen wir von früh bis spät ausgeliefert sind.

Ethisch Zehen lutschen

Für die Mild-Perversen haben wir schnell mal nachgesehen, was Fräulein Dingsda so meint über die vielen Kinks, die sie schon ausprobiert hat - ethisch, versteht sich, also ohne Gefühlsregungen. Ach, das war es schon? Leck mir die Zehen, Baby!

Das Etiketten, Edelmenschen, ethisch korrekte Masturbation

Etiketten, Edelmenschen. Bravheit ... da war doch noch was zu sagen? Oh, immer mehr einsame Singles masturbieren. Und wir fanden wirklich eine Frau, die uns erklären wollte, wie man so etwas „ethisch korrekt“ macht. Nein, sie trägt keine Schutzhandschuhe dabei, so weit wir wissen. Sie trägt sie im Kopf.

Die ethisch inkorrekte Züchtigung

Eine unserer Lieblingsbloggerinnen hat einen Beitrag verfasst, wie sie .. nun ja, wie sie demnächst in pikanter Weise „vorgeführt“ werden sollte, was Ubi sofort veranlasst hat, in den Archiven zu kramen: Ach, Chef, Sekretärin, Rohrstock - welch ein Trio. und ein Dauerbrenner.

Die Liebe - ethisch, aber höchst eigenartig

Nach so viel Herz und Hoden wärmendem „Schmuddelkram“ musste dann der Chef ran, mal wieder richtig für Anstand sorgen - und die schillernde Welt der Liebe hervorbringen. Ist am nächsten Tag noch mal in sich gegangen, hat zwei oder drei Sätze geändert und sich entschuldigt - für eigentlich gar nichts.

Sein anderer Artikel vom Tage war dann auch nicht mehr so von Edelmut beseelt. Ist es gut, mit dem nagelneuen Datingpartner gleich in die Daunen zu gehen?

Eigentlich wollten wir den „anderen“ Artikel über die Liebe in einem kleinen, feinen Magazin unterbringen - aber dann haben wir uns doch für die „Liebeszeitung“ entschieden. Es geht darum, die Geschichte deiner Liebe(n) zu schreiben - für dich. Und ganz konkret darum: Wie würde das nächste Kapitel aussehen?

Das Thema „Gender“ passt auf die Liebe wie der Fisch auf den Frosch - gar nicht. Und doch muss es manchmal her, zum Beispiel, wenn Ideologen und Weltverbesserer auftauchen, die Minderheiten zu Idolen erheben wollen. Das wäre noch nicht mal schlimm - niemand muss sich die quietschenden Schuhe anziehen. Schlimm ist, dass sie damit niemandem einen Gefallen tun - am wenigsten jenen, die wirklich „Transsexuell“ sind. Und nein, die Liebeszeitung ist nicht „CIS-Normativ“ oder gar „Transphob“. Aber wir mögen nun mal keine Sektierer, die uns erklären wollen, was für uns alle „besser“ ist.

Marginalien

Neue Grafiken, neue Methoden der Bildgestaltung - wir haben keine Meisterfotografen, die uns ständig mit edlem Bildmaterial neuen Datums versorgen. Deshalb müssen wir sehen, wie wir mit Grafik zurechtkommen.