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  Eigenwerbung

Gramses Gedanken zu Weihnachten

Weihnachten ist ja so ein Dings für Kinder. Und „richtige“ Singles haben ja nun mal keine Kinder. Wenn „normale Zeiten“ sind, herrscht am 24. Dezember noch bis zum Mittag emsiges Treiben, doch dann fahren die Busse merklich seltener und schließlich ist die Stadt wie ausgestorben.

Klar, da kannst du „sinnend durch die Gassen“ (1) gehen und das lachhafte Geflacker auf den Balkonen und hinter den Fenstern ansehen. Aber so richtig zufrieden wirst du damit auch nicht. Und vielleicht denkst du an jenen Seemann, der im „König von Schweden“ die „Stille Heilige Nacht“ mit zweifelhaften Damen feierte. Eine behauptete sogar nach „MeToo“-Vorbild, jener, also der Seemann, sei ein Trunkenbold (was zweifellos zutraf) und „er habe sie an die Beine geneckt.“ Na ja, in einer Hafenkneipe war so etwas ja nicht gerade ungewöhnlich, und nachdem sich der Seemann generös zeigte, trat das Weihnachtswunder ein: „Und das Mädchen steckte ihm Christbaumkonfekt still in die Taschen und lächelte hold.“ (2)

Der ziemlich unheilige Abend des Single-Mannes

Aber, Mann – schon in normalen Zeiten bist du verlassen, wenn du zu Weihnachten eine liebe- und lustvolle Begleiterin suchst – muss nicht mal für eine Bettaffäre sein. Die Wirte schließen eben gerne an diesem Tag, den man den „Heiligen Abend“ nennt, und die besseren Single-Damen bleiben ohnehin mit Tränen zu Haus. Bis auf die, die zu ihren „lieben Muttis“ fuhren – aber die kannst du definitiv vergessen.

Zusammengepferchte Tränentüten

Manche Singles rotteten sich sogar zusammen, mithilfe von Zeitungsanzeigen, kurz vor Weihnachten. Ich war mal dabei und habe gedacht: Es ist schöner, an Weihnachten allein zu sein und gepflegt einen (flüssigen, was dachtet ihr?) Südafrikaner zu verkosten als mit den gefrusteten Tränentüten eingepfercht zu sein.

Damals: Einladung zu Rheinwein und sinnlichem Genuss?

In den alten Zeiten, als es noch Fräuleins gab, sprachen manche ganz mutig von sich aus an einsame Herren an. Zum Beispiel, ob sie nicht mit Ihnen ein Gläschen Rheinwein zum Fest trinken wollten, in allen Ehren, versteht sich. Wobei dann klar war: Es blieb weder bei einem Glas noch bei „allen“ Ehren – der Zweck war ein anderer.

Aber – so etwas war selten. Wer alleine war, hatte selber schuld daran. Hätte ja rechtzeitig jemanden an Land ziehen können- die damalige Auflassung war hart, besonders „alten Jungfern“ gegenüber.

Du gehst sinnend durch die Gassen? Ausgangssperre!

Als heute? Wenn du zu spät einsam durch die Gassen ziehst und in entsprechenden Gebieten wohnst, springt vielleicht eine Politesse aus dem Gebüsch und fragt nach deinem „plausiblen Grund, jetzt noch unterwegs zu sein.“ Versuch bloß nicht, dich auf Diskussionen einzulassen oder deinen abgehalfterten Charme spielen zu lassen – das geht gar nicht. Die jungen Damen haben heute eine solide Ausbildung in konsequenter Gesprächsführung.

Denke dran, schaff Vorrat an ...

Worauf ich eigentlich hinauswollte? Na, also, wenn du schon keinen Vorrat an potenziellen weiblichen Gästen oder gar Cousinen soundsovielten Grades, was machst du dann? Solltest du auch sonst nicht noch in irgendein Kontaktverbots-Erlaubnis-Ausnahmen-Schema hineinpassen, dann guck wenigstens nach anderen Notwendigkeiten. Zum Beispiel, dass du genügend Äpfelchen, Lebkuchen, Gemüse, Reis, Kaffee und Vitamin-D sowie das existenziell wichtige Toilettenpapier hast.(3) Ein paar Flaschen erstklassige Südafrikaner schaden auch nicht, und falls der Herr Pfarrer fragt: „Ja, hast du denn sonst keinen Trost, mein Sohn?“, dann verweise ihnen darauf, dass du auch noch ein paar Flaschen Crémant im Keller hast.

Zufällige Besucherinnen? Vorsicht ...
Sollte allerdings wirklich eine Frau im durchsichtigen Nachtgewand bei dir klingeln und Einlass begehren, weil sie von„ draus vom Walde“ herkommt, dann sei vorsichtig. Denn es ist nicht das Christkind und auch sonst niemand, mit dem man Umgang pflegen sollte. Entweder das Wesen entspringt deinem kranken Hirn, oder es ist eine Betrügerin.

(1) Eichendorff "Weihnachten"
(2) Ringelnatz "Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu"

Keine Nüsse im November

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser ...
Der November hat inzwischen viele Namen … für manche Fetischisten ging der Locktober still in den Lockvember über. Die meisten anderen erlebten den Lockvember als Eingriff in ihre Hoppelfreiheit.

Die Soldaten der trockenen Nuss

Normalerweise geht es bei den Fetischisten und ihren FLR-Beziehungen um den Verschluss männlicher Genitalien zum Zweck der Keuschhaltung. Das Thema wurde auch hier schon gelegentlich behandelt. Aber diesmal handelt es sich um andere Männer: um die Soldaten der inneren Kriegsführung, die sich in den Kopf gesetzt haben, den ganzen November nicht zu - masturbieren.

Oh … es ist peinlich, nicht wahr? Viele der edlen Vertreter des männlichen Geschlechts schämen sich ja dafür, dass sie überhaupt je auf die Idee kamen, zu masturbieren. Klar - wer masturbiert ist ein Wichser, und ein Wichser ist jemand, der kein Geld hat, in den Puff zu gehen oder eine Frau da draußen zu überreden, das Gleiche kostenlos und mit Kuschelnachschlag zu tun.

No Nuts November

Doch nun ist Schluss mit der frivolen Lust. Denn wir schreiben November, und zwar „No Nuts November“. Das hat wieder nichts mit Eichhörnchen zu tun, sondern höchstens mit den Nüssen, die in Ruhe gelassen werden sollen. „To bust a nut“ heißt im Slang „Abspritzen“ – möglicherweise abgeleitet von „die Nuss, die platzt“, womit die Prostata gemeint sein könnte.

Steif darf er werden - aber sonst geht nix

Wer das noch mal nachlesen will, der kann es tun, denn es geht nicht nur um Masturbation, sondern schlicht darum, „keinen Sex mit niemandem zu haben“. Du darfst zwar „einen Steifen“ bekommen (weil sich das nicht verhindern lässt), aber dabei darf in 30 Tagen nur einmal eine „stille“ Ejakulation auftreten. Wenn du das den ganzen November durchhältst – bekommst du nichts.

Nichts ist eigentlich noch zu viel für die Kerle, die sich auf „so etwas“ einlassen.

Keine Nüsse ... aber waren da nicht noch Datteln?

Der November ist ja schon bald wieder vorbei – aber ich habe erst heute davon erfahren. War hier nicht das Motto für November „Vorräte einsammeln und genießen?“ Irgendwie passt das nicht zu „No nuts“. Wie war das noch? No Nuts, no Bananas, no milk today?

Also, ich für meinen Teil würde lieber noch nach Rosinen, Datteln, Feigen, Melonen und dergleichen fahnden – so war ich Gramse heiße.

Hinweise und Quellen

Für Zweifler an Gramse: Das alles gibt es wirklich, auch, wenn du es nicht glaubst. Nur Gramse gibt es nicht wirklich.
Quellen: (1) Metro
(2) Urban Dictionary
(3) Wikipedia.
(4) New Statesman.

(5) Beinahe vergessen - Mittelalter und NNN.

Wie man Partnersuchende „veräppelt“

Schade, dass man ihr Handy nicht sieht
Die Presse hat mal wieder was tolles „aufgedeckt“: Falls dein Smartphone auf dem Profilfoto von Apple stammt, hast du mehr Chancen. Sagt der Hersteller – auf seiner Webseite. Die Daten dazu soll „CompareMyMobile“ ermittelt haben.

Unsere Studie ergab, dass jüngere Singles unter 35 Jahren eher von Ihrem Telefon als von Ihrem Auto beeinflusst werden. Apple-Produkte bieten Partnersuchenden einen klaren Vorteil gegenüber den anderen möglicherweise aufgrund der höheren Kosten oder dem „coolen“ Faktor, der mit der Marke verbunden ist.


Und das nicht nur zur Sommerzeit, sondern auch im Winter, wenn es schneit. Und ich sag euch mal was, ihr Spinner „unter 35“: Wenn ihr euren Partner nach der Marke des Smartphones auswählt, dann habt ihr ein Rad ab. Das liegt schon daran, dass sich kein Mensch, der alle Tassen im Schrank hat, mit einem Smartphone fotografieren lässt. Oder waren da etwa Badzimmer-Selfies im Spiegel gemeint?

Beste Grüße – so wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - jetzt noch frecher.

Die Frage, die die Welt bewegt: Warum trägst du einen BH?

Werbung für einen BH - "freie Atmung und naturschöne Form des Frauenbusens"
Ich lerne jetzt, was Kernfragen sind. Wegen Corona, Covid 19 oder - ach Scheiße ist ja egal, wie wir das Virus nennen ... jedenfalls ergibt sich daraus die Kernfrage: Wozu trägt eine Frau eigentlich einen BH?

Radfahren ohne Korsett

Kennen wir. Der BH ist ja eine relativ neue Erfindung - vorher hatte man das Korsett, und der BH? Ja, das war eine Innovation. Vor allem, als Frauen begannen, Rad zu fahren. Das ging natürlich auch im Korsett - aber es war nicht wirklich bequem. Und ja, damals war der BH eine sensationelle Erfindung.

Die BHs ins Feuer geworfen

In den 1970ern haben manche Frauen ihre BHs verfeuert, was, falls es wahr sein sollte, ganz schön gestunken haben mag. Diejenigen, die damals Körbchen von AA bis maximal B trugen, waren auch ganz zufrieden damit. Im hübschen, langen Sommerkleid war das sogar sehr chic. Für die Extremistinnen waren die BHs Teufelswerk - „als Symbol der Unterdrückung und Fremdbestimmung“. Fremdbestimmung deshalb, weil die Männer erwarteten, dass sie einen trug, weil man ihr ja sonst keinen aufnesteln konnte. Oder so ähnlich.

Im Homeoffice - ohne BH oder gleich ohne alles?

Na ja - und nun? Nun ist Corona und da kommt nun wieder auf: Ey, keine Frau würde jemals einen BH tragen, wenn sie nicht müsste. Und - im Homeoffice trägt Frau deshalb schon gar keinen BH, sondern Hausmantel. Oder vielleicht gar nichts? Und gerade bei dieser Hitze? Da sitzt Frau einfach einem Handtuch - sieht ja keiner.

Wenn ihr so weit gelesen habt, wird euch interessieren, was uns ein Sexualwissenschaftler zu sagen hat:

Die ganze Debatte entsteht ja im Kontext einer sexistischen Gesellschaft. Das Oben-Ohne bei Frauen wird diskutiert - das Oben-Ohne bei Männern hingegen nicht.


Hätte ich so jetzt nicht gedacht. Vielleicht, weil mir #nobra, #nopants oder #freethenipple an den Gesäßfalten vorbeigerauscht ist.

Die Nippel und die Erniedrigung der Opfer

Und ich lerne noch mehr: Wenn wir (also die Männer) nicht ständig auf die Nippel gucken würden, dann hätten längst alle Frauen ihre BHs auf den Müll geworfen. Und nur, weil wir sie ständig (ja, ständig) beobachten, ob ihre Nippel sich durch T-Shirt drücken, fühlen sie sich als Schlampen, wenn sie keinen BH tragen. Und das ist „echt voll peinlich“, und vom „Victim Blaming“ wissen wir: Sie werden auch noch dafür verachtet, beschimpft und erniedrigt. Also, wer das nicht versteht: Die Frau ist das Opfer, wenn die Kerle große Augen kriegen, weil ihre Nippel plötzlich so frech hervorstechen. Der letzte Satz ist natürlich total sexistisch, denn Brustwarzen haben nun mal die Eigenschaft, bestimmte Signale auszusenden - verdammt Natur - die ist bestimmt auch total sexistisch. Und ja, bevor ihr aufschreit - es ist nicht immer die sexuelle Erregung, wenn Nippel steif werden. Aber: Es ist auch nicht immer die sexuelle Erregung, wenn ein Penis steif wird.

Inzwischen setzen sich Sexualwissenschaftler (ernsthaft, versteht sich) mit der Frage auseinander:

Warum wird dann in der Öffentlichkeit, auf der Arbeit, ein BH getragen?

Ja, und mit dieser Frage lasse ich euch heute allein. Vielleicht macht noch mal jemand seine Doktorarbeit über dies weltbewegende Thema. Für möglich halte ich das schon, so wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - noch frecher, noch direkter und ohne Respekt.
Bild: Liebesverlag-Archiv.
Zitate: RND. Ziemlich verlässliche Informationen zum Thema: Womenshealth.

August der Keusche

Klassische "Onanierbandage" eines Dresdner Herstellers, etwa 1910.
Kaum hatten wir unseren Artikel über die „FLD“ recherchiert und veröffentlicht, da wurden wir von dem ungeheuren Angebot an „Male Chastity Devices“ überschwemmt. Unser alter Freund Gramse hat sich informiert und am Ende beschlossen, auf keinen Fall dem Gebiss der Kali zu verfallen. Leser(innen) mit einem schwachen Nervenkostüm sollten diesen Artikel meiden.

Wie der Mann "keuschgehalten" wird

Wie ihr vielleicht wisst, gehen alle Ideen zur männlichen Keuschheit darauf zurück, dass der Penis keine Chance hat, aus einer Umhüllung zu entweichen, die ihm zum Zweck der Keuschhaltung übergestülpt wurden. Ursprünglich sollten Jünglinge am Masturbieren gehindert werden - doch nach und nach wurde es in BDSM-Kreisen populär. Zumeist handelte es sich um Peniskäfige, die durch die Art ihrer Befestigung und ihrer Wirkungsweise sowohl das Masturbieren wie auch das Fremdgehen verhindern sollten.

Die exquisiten Lustverhinderer haben Zähne

Mittlerweile ist (wieder überwiegend in BDSM-Kreisen) ein Hang zum exklusiven und betont schmerzhaften Luxus-Masturbationsverhinderer eingezogen. Die Idee beruht darauf, dass der Penis nicht eingesperrt, sondern dessen Träger sofort durch heftige Schmerzen bestraft wird, sobald er eine Erektion bekommt. Sie laufen unter Namen wie „Zähne der Kali“ und werden in „mild“, „normal“ und und „extrem“ eingeteilt - je nach Art und Beschaffenheit der verwendeten „Zähne“. Wir hörten sogar von Konstruktionen, die eine Folterfantasie des 19. Jahrhunderts wieder aufgriffen: „Die eiserne Jungfrau“ für den Penis.

Die Monate der Verweigerung

Schon entsetzt? Das ist dein gutes Recht. Neben echt „gestandenen Männern“, die diese Prozedur in Kauf nehmen, sind es vor allem sogenannte „Sissys“, die darüber reden.

Wir fanden etwas Lustiges daran. Eine Bloggerin nennt die Monatsnamen, die sich für den Beginn männlicher Keuschheit eignen (1):

Lockgust.
Chestember
Locktober.
Nocumber.
Denycember.


Na schön, da könnte man noch ein paar hinzufügen, vielleicht gar alle zwölf Monatsnamen? Den esrten könnte man ja "Neinuar" nennen ... aber weiter reichte meien Fantasie nicht.

Keusch werden als Ziel ... nicht ganz, aber ...

„Warum sollte es ein Mann tun?“, werdet ihr euch fragen.

Und da haben wir schon die Antwort:

Dies ist die beste Zeit, um mit der mentalen Konditionierung zu beginnen, die dein Leben verändern wird. Du wirst lernen, die Kontrolle über deine schmutzigen Triebe zu bekommen . Sobald du aufhörst, mit dem überflüssigen Ding zu spielen, dass zwischen deinen Beinen baumelt, wird sich dein Leben verändern.


Oh schreck - überflüssig. Na schön, ich bin ja keine Sissy. und unterm kurzen Rock und in feinen Seidenpants ist es wirklich besser, wenn du keine Erektion hast. Unterm Schottenrock übrigens auch. Ich weiß aber nicht, wie männliche Schotten ihre Erektionen verhindern, wenn sie einen Schottenrock tragen.

Der Verschluß - Schlüssel zu einem unbeschwerten Leben?

Aber auch ich werde belehrt :

Der Schlüssel zu deinem neuen Leben besteht darin, endlich zu begreifen, dass diene Ejakulationen nicht wichtig sind. Tatsächlich wirst du bald merken, wie gut es dir tut, keine Zeit und Energie mehr auf deine egoistische Selbstbefriedigung zu verwenden. Sobald du gelernt hast, dich darauf zu konzentrieren, wie die Frauen zum Orgasmus bringst, wirst du auch lernen, wie du selbst etwas fühlen kannst, was sonst nur Frauen fühlen.

Ich ahne, was die Dame damit meint - und beschließe, weder August der Keusche zu werden noch zur sanften udn devote Augustine zu mutieren. „Eigentlich würdest du dich ganz gut eignen, einen kurzen Rock zu tragen“, hatte Hannelore mal gesagt - aber damals war ich noch schlank und schön. Und jetzt? Frag mich nicht - so wahr ich Gramse heiße.

(1) Wegen der optischen Inhalte ist es und unmöglich, auf die Quelle zu verlinken.
Bild: Aus dem Katalog von Carl Wendschuch, Dresden, Fabrikant chirurgischer Instrumente, Bandagen und anderen Medizinprodukten, etwa 1910


Übersetzt etwa:

Schließgust.
Keuschtember
Schließtober.
Niekommtember.
Weigerzember.


Gramse bleibt Gramse - immer spitzfinidg und selbsvertständlich völlig "daneben".