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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Du bist eine Prinzessin – du verdienst den Königsohn

Hallo Deerns,

„Lasse dich auf nichts anderes ein als das Beste“ – den Spruch hast du schon mal gehört, oder? Und ich habe ihn gerade wieder mal gelesen. (1) Irgendwie hatte ich angenommen, dass ihr Deerns ja auch Bäckereiwarenverkäuferinnen sein könntet oder so. Gäbe es euch nicht, würde mir niemand mehr die Brötchen rüberreichen. Und das würde mich sehr stören, weil ich Brötchen gerne Rundstückchen für Rundstückchen kauf statt „Zehn Stück in der Bäckertüte als Sonderangebot“.

Nun aber habe ich gelernt, was ihr wirklich seid: Prinzessinnen, also die Töchter von Königen und ihren gegenwärtigen oder vorhergehenden Gemahlinnen. Und wenn du einen Kerl suchst, dann geht nur ein Prinz.

Warum das so ist, hab ich gerade gelesen (1):

Du bist toll und einzigartig und so solltest du auch behandelt werden. Meiner Meinung nach können Ansprüche niemals zu hoch sein, denn damit mache ich doch nur deutlich, dass ich meinen Wert kenne.

Dazu muss ich fairerweise sagen: Damals habt ihr „tollen und einzigartigen“ Deerns nach Gold gegraben. Nicht die Art von Gold, nach der man in der Sierra Nevada buddelte, sondern auf den Konten vom Geldadel. Das gilt inzwischen als „unethisch“ und deshalb grabt ihr jetzt „Emotionen“ ab. Wie das geht, ist mir so wenig klar wie euch, aber das Motto heißt: „Gebt mir das Beste und davon am meisten, denn ich verdiene es.“

Soweit zum Größenwahn - oder deinen selbstverständlichen Ansprüchen, wie du es vielleicht nennen würdest. Und wenn du denkst, du kennst deinen Wert: Dann zeig ihn mal. Am besten machst du dir ein Plakat, auf dem steht: „Schaut mal, ihr Kerle, was für schöne Werte ich habe!“ Darauf bin ich schon jetzt gespannt.

Ein Vergleich: In fünf Jahren zur Chefin geht - aber nur für wenige

Na ja. Wenn du heute irgendeine anerkannte Lehre machst, kannst du mit ungefähr 25 Jahre Prokura bekommen. Die Sache ist nur so, dass dies bestenfalls einer von 10.000 Azubinen gelingt, wenn es überhaupt so viele sind. Und daraus kannst du dann diene eigenen Chancen berechnen. Und mal ehrlich, wenn du so etwas kannst, dann hebst du dich schon ziemlich aus den Träumerinnen heraus.

Wie war das noch mit dem Spitzenrat an die Deerns? (1)

Deine Ansprüche werden niemals! zu hoch sein.

Nein, das „!“ habe nicht ich hinzugefügt, sondern just die Autorin, von der auch die anderen Zitate stammen.

Nun will ich euch nur noch erzählen, dass dies mindestens der sechste Artikel ist, der sich auf einen gewissen Greg Matos bezieht, der diesen merkwürdigerweise in „Psychology Today“ veröffentlichen durfte. Auf den Artikel haben sich schon viele Deerns gestützt. Doch der Artikel wendet sich an Jungs … und den haben wir hier schon mal mit Kakao getauft.

Und so verlasse ich euch Deerns heute mit dem Gedanken, dass ihr vielleicht doch noch mal bei euch selbst Inventur machen solltet, bevor ihr Ratschläge austeilt. Dann wird das auch was mit den Kerlen. Kleiner Tipp von Gramse:

Wenn ihr die Kerle wollt, reicht das nicht ganz. Die müssen auch euch wollen. So wahr ich Gramse heiße – und auch in Wirklichkeit.

Der olle Gramse

(1) Diese Zitate basieren auf einem Artikel in Desired.
Und: Der Ausdruck "Deern" wird in manchen Gegenden Notdeutschlands für Frauen jeden Alters verwendet. Wer etwas dagegen hat, kann gerne etwas anderes dafür einsetzen.

Gramse und die Männertesterinnen

Hallo, this is good old Gramse from Germany.

Also, da gibt es eine junge Frau in den USA, die schnell berühmt werden will. Und deshalb hat sie einen TikTok-Account.

Den haben viele, aber sie spielt uns die arrogante, schutz- und versorgungsbedürftige Frau vor, die mit Dating-Vorschlägen um sich wirft.

Zitat (1):

Wer Gabby datet, muss mehrere Tests bestehen, damit sie einem weiteren Treffen zusagt. In einem TikTok-Video erklärt die junge Frau, worauf sie bei ihren Dating-Partnern achtet. Diese müssen imstande sein, für sie zu sorgen und sie zu beschützen.

Ach Gabby, alte Socke: Das haben schon ein paar Dutzend Frauen vor dir versucht. Sie haben alle drei Eigenschaften:

1. Sie möchten behandelt werden wie die Prinzessinnen.
2. Sie sind im Umgang lästig wie religiöse Sektiererinnen.
3. Sie machen sich einen Spaß daraus, dich abblitzen zu lassen.


Also, ich sag das mal so: Die gibt es in Deutschland auch, und du erkennst sie eigentlich gleich. Sie platzen vor künstlichem Selbstbewusstsein wie ein aufgeblasenes Kondom, und sie haben dieses „Erwartungsgesicht“. Du sollst sie unterhalten und dabei möglichst amüsieren. Du sollst sie höflich und zurückhaltend behandeln, so etwa, wie man dies vielleicht bei einer richtigen Dame täte, und natürlich sollst du für das löhnen, was sie am Abend isst und trinkt.

Die schlimmste Sorte flöht mit dir noch ihren Fragenkatalog durch, den du bitte wahrheitsgemäß beantworten musst.

Kannst du dir in etwas vorstellen, was passiert, wenn du seine Beziehung mit ihr eingehen würdest? Ja? Dann lass die Finger von ihr.

Mit viel Mut und verschwendeter Zeit kannst du diese Frauen entlarven

Wenn du mutig bist, kannst du sie auf ihre Art und Weise ansprechen. Dann wird sie dir zeigen, dass sie auf gar keinen Fall eine Dame ist und ihre Krallen ausfahren. Typischer Satz: „Wie kannst du so etwas über mich behaupten, du kennst mich doch gar nicht.“ Dann spielt sie – je nach Szenario - die Beleidigte oder sie beginnt dich zu beschimpfen. Wenn du Dramen genießt - dann versuch es. Aber mal ehrlich, Männer: Ihr verplempert nur Zeit damit.

Das Problem vieler armer Jungs da draußen kenne ich. Ihr haltet diese nervtötenden Frauen zu lange aus. Manche von euch, weil ihr glaubt, da „komm noch was“ und manche, wie ihr den „Gentleman“ spielen möchtet.

Werdet sie los - so schnell wie möglich

Und was rät euch good old Gramse?

Versucht, solche eine Frau nach ein paar Minuten loszuwerden. Möglichst höflich – aber wenn’s nicht anders geht, eben auch auf die harte Tour. Und die härteste aller harten Touren ist, ihr die Wahrheit möglichst ruhig ins Gesicht zu sagen und - zu gehen.

Ob ich es selbst erlebt habe? Na klar, als ich jünger war. Und ich hatte das gleiche Problem: Ich habe mir den Blödsinn zu lange angehört, weil ich höflich bleiben wollte. So wahr ich Gramse heiße.

Zitat aus Nau.ch

Was man sich so erzählt über Po und Brust …

Der scheue Blick ins Badezimmer von Madame ...
Als es noch kein „Neusprech“ gab, welches wir heute „Soziale Korrektheit“ nennen, war eine der Hauptfragen, ob Männer auf „Gesäße“ oder „Busen“ standen. Wahrscheinlich ist euch der Satz geläufiger, wenn ihr das Gesäß mit dem A-Wort und den Busen mit dem T-Wort austauscht.

Wenn ich so überlege, dann waren die Gesäße nie wirklich in Augenhöhe, es sei denn, ich hätte mal im Außenbereich eines Cafés gesessen, und ein solches Gesäß wäre wippend an mir vorübergegangen. Ja, ich weiß, ich habe das Gesäß nun verdinglicht. Es schwebt ja nicht eigenständig am Cafébesucher vorbei, nicht wahr?

Das Internet ist voll von dümmlichen Kommentaren zu einer Studie, die sich um Brüste und Gesäße dreht – bei „stinknormalen“ Männer, versteht sich. Demnach sind Männer mit ausgeprägter Po-Liebe „sehr ehrgeizig“ – und darüber hinaus noch sehr ordentlich. Diejenigen, die eher auf Tit… Pardon, auf Brüste ausgerichtet sind, seien hingegen eher chaotisch … und je doofer sie wären, umso größere Brüste würden sie anglotzen - oder anfassen? Ich weiß es nicht.

Leider kann ich euch auch nicht sagen, welche Persönlichkeitseigenschaften Bauchnabelliebhaber, Zehenliebhaber oder Achselhaarliebhaber haben.

Aber nachdem ich dies alles gründlich überlegt und mehrfach durch die innere Zensur gejagt habe, kam ich zu dem Schluss, heut auf keinen Fall einen Artikel über „Po oder Busen“ zu schreiben. Ihr könntet ja daraus schließen, wie meschugge oder hochnäsig ich bin. So wahr ich Gramse heiße.
Bild: Nach einer Vorlage aus dem 19. Jahrhundert, restauriert udn koloriert.

Wenn Frauen Damen spielen

Ohne Zweifel eine Dame - gegen 1909
Das Paradoxon vieler heutiger Frauen besteht darin, sich auf keinen Fall wie eine Dame verhalten zu wollen – aber sie erwarten immer noch, wie eine Dame behandelt zu werden.

Das alte Spiel der Höflichkeit, des chevaleresken Handelns oder der guten Manieren wird immer noch ständig von Frauen gefordert. Die Botschaft wendet sich an die Männer und sie ist - eine Zumutung.

Doch die Damen glauben, dass es ihr gutes Recht ist, als etwas behandelt zu werden, was sie nicht sind. Ja, mehr noch, sie betrachten dies als ihr kulturell verbrieftes Recht - schließlich wollten die meisten in ihren Träumen einmal „große Damen“ sein. Manche versuchen es heute noch – meist bei der Hochzeit. Da merkt Mann (man), wie es wirklich ist: Als Dame aufgeputzt zu werden kostet einen Haufen Knete. Nicht zu vergessen, wie viel Mühe es kostet, die Fassade im Alltag aufzubauen und aufrecht zu erhalten.

Das Schauspiel ist – pardon, meine Damen – irgendwie lächerlich. Es passt einfach nicht zu dem, was ihr sonst so an den Tag legt. Und wenn euch das jemand erklärt, der zufälligerweise ein Mann ist, dann macht er „Mansplaning“.

Du siehst aus wie ein Kaninchen

Die Alternative ist, Frauen eben nicht wie Damen zu behandeln, nicht den Ritter zu spielen und nicht den „Gentleman“ herauszukehren. Das bedeutet: Tacheles über ihr Aussehen, ihr Auftreten und ihre Gesprächsthemen zu reden. Was, wenn wir einmal „Schlampe“ zu einer Schlampe sagen würden? Was, wenn wir einer, die aussieht wie ein Kaninchen, sagen würden: „Hey, du siehst aus wie ein Kaninchen?“ Oder wenn wir einer „Dame“, die ihre Brüste halb entblößt, daran erinnern würden, dass uns dies hindert, den Augenkontakt aufrecht zu erhalten? Ne, Deers - auch wenn sie hübsch angerichtet sind - wir wollen nicht dauernd draufgucken.

Verlogen und zuvorkommend - ach wie nett

Und was passiert dann? Dann werden sie plötzlich zu beleidigten Leberwürsten. Dann wollen sie Damen sein, auch wenn sie nicht einmal eine Dame spielen können. Dann beziehen sie sich auf den gesellschaftlichen Status, der einer Frau zusteht. Und sie gehen nicht mit euch ins Bett. Enttäuscht? Wahrscheinlich. „Wer f* will, muss freundlich sein“, heißt es in einem dieser Blubberlieder, und ich füge hinzu: Die Worte „zuvorkommend und verlogen“ gehören dabei zusammen wie zwei Spiegeleier auf einem richtigen Seemannslabskaus.

Nein – also, einen Blumentopf gewinne ich jetzt bei euch nicht, Deerns, Mädels, Fräuleins, Damen und Frauen. Und ihr dürft mich dafür hassen, dass ich euch den „Titel „Dame“ mal ganz offiziell aberkenne – jedenfalls in meinem Königreich. So wahr ich Gramse heiße.

Gramse bliebt Gramse - auch 2022 - direkt, unverschämt und in Klartext.
Zitat von Ariana Elise - Autorin von "Medium".

Toxische Beziehungen

Toxisch ist ein neues Modewort in Beziehungen. Es wird gerne von Frauen verwendet - oder sagen wir mal - es wird von Journalistinnen gepflegt wie eine exotische Pflanze udn dann an Frauen weitergereicht. Klingt schrecklich gebildet, nicht? Die wabbelnde Masse plappert es dann nach. Das ist wichtig, denn nur wer eine verpfuschte Beziehung als „toxisch“ einstuft, ist noch dabei im Chor der ewig Gelackmeierten. „Hat eben nicht funktioniert“, klingt nicht halb so gut.

Das typische an toxischen Beziehungen: Diejenige (und sicher dann und wann auch derjenige), der das Wort im Mund führt, ist nie verantwortlich. Überhaupt muss man den Wehklagenden das Wort erst mal in den Mund legen, sonst wissen sie vielleicht gar nicht, dass sie einfach zu naiv sind. Oder nicht alle Tassen im Schrank haben.

Klar - das kann alles Mal passieren. Du (und du dahinten auch) bist nicht immer für alles verantwortlich. Und du kannst küssen oder vögeln, wen du willst. Und klar kannst du dich, die Welt oder die Kerle alles „vergiftet“ bezeichnen. Liegt alles an dir.

Wie sonst auch alles, was du tust. Und das alles nicht nur, weil ich gerade mal Gramse heiße. Sondern auch im richtigen Leben.