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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex
Warnung! Teile dieser Texte könnten mithilfe menschlicher Intelligenz erzeugt worden sein.

Was ist jetzt eigentlich los mit den Lüsten aus „Shades of Grey“?

Schön schaurig in sinnlichen Träumen
Die “50 Shades of Grey” waren vor wenigen Jahren noch sehr populär – vor allem bei Frauen in mittleren Jahren, was zunächst verwundert. Doch später war klar: Die Menschen in der Mitte des Lebens hofften längst, ihre frivolen Träume irgendwo wiederzufinden.

Doch zurück zur Frage: Stehen die Lüste in den Shades und vielleicht noch andere „unanständige“ Träume immer noch so hoch im Kurs?

Allgemein kann man dreierlei sagen:

1. Sie stehen nicht mehr im öffentlichen Interesse.
2. Schläge sind weniger wichtig wie emotionale Unterwerfung.
3. Einige Praktiken wurden von Paaren in ganz normale Sexsituationen integriert.


Was eine Sextherapeutin meint:

Inzwischen kämen schon Paare zu ihr, die mit sich haderten, weil sie eben einfach nur auf normalen Sex stehen. Kink sei ja schließlich en vogue. Oder etwa nicht? Ob das wirklich der Fall ist, was als kinky gilt, welche Spielarten es gibt, was der Unterschied zum Fetisch ist und letztlich die Frage aller Fragen, woher diese besonderen Vorlieben kommen.

Die „Frage aller Fragen“ kann ich euch nicht beantworten – das mag schade sein oder auch nicht. Doch ob man sich nun auf Freud, Skinner, Rogers oder die Gehirnforschung beruft – ganz klar wird das „Feeling“ eben doch nicht. Die befragte Fachfrau antwortet in einem Podcast des RND mit viel Humor.

Überhaupt Humor – davon sollten sich unsere Fachfrauen und Fachmänner mal ein bisschen aneignen.

Mehr beim RND (Podcast)
Bild: © 2024 by Liebesverlag.de

Der wundersame Begriff „Fetisch“ und was wir darüber wissen

Gerahmter Wandschmuck eines Fetischisten
Von Wissenschaftlern erwarten wir, dass sie klüger sind als wir selbst. Und wenn sie dieser Erwartung entsprechen wollen, dann geben sie Antworten. Ob sie zutreffen oder nicht, überlassen sie oft dem Zufall – jedenfalls in der Öffentlichkeit, die wir als "Internet" kennen.

Der unscharfe Begriff "Fetisch" führt zu Verwirrungen

Machen wir uns erst einmal klar: Die wenigsten „Fetische“ sind wirklich welche. Im Grund genommen ist der Fetisch ein Gegenstand, der anstelle einer Gottheit (1) verehrt wird. Nach und nach wurde der Begriff ins Sexuelle übertragen: Man verehrte die Dame, indem man von ihr ein Taschentuch forderte oder stahl. Es mögen später auch Schuhe, Strumpfhosen, Slips, BHs oder andere Kleidungsstücke gewesen sein. In jedem Fall war ein „Fetisch“ lange Zeit ein Ersatz für die Person, die ein Mann verehrte. Später wurde auch der lebendige Frauenkörper einbezogen. Und zwar dann, wenn sich die Verehrung des Mannes auf ein einziges Körpermerkmal oder ein Körperteil bezog: Fuß statt Schuh, Schritt statt Slip, Brust statt BH.

Heute gilt alles als „Fetisch“, was der Psychiater „paraphile Störungen“ nennt. Sucht man im Internet Gründe, dann findet man beispielsweise (2):

Eine Studie … legt nahe, dass eine komplexe Mischung aus biologischen und kulturellen Einflüssen sowie alldem, was die Gesellschaft als „erotisch“ ansieht, als Grundlage für die Entwicklung von Fetischen angesehen werden kann.

Na schön – biologische Grundlagen, kulturelle oder soziale Einflüsse und ein paar Begriffe für Dinge, die eine Gesellschaftsordnung als „erotisch“ ansieht? Kann diese Erklärung nicht für alles gelten, was menschliche Gefühle ausmacht?

Wäre es – in solchen Fällen – nicht besser, zu sagen: „Nein, in Wahrheit wissen wir gar nichts?

Jeder definiert "Fetisch", wie er will

Inzwischen haben sich drei höchst unterschiedliche Definitionen für „Fetische“ breitgemacht:

1. Die erste ist die traditionelle Sichtweise: Der Fetisch dient als Stellvertreter für die sexuelle Verehrung oder Begierde.
2. Die zweite ist die „Szenensichtweise“, die heute auch Alltag ist: Ein Fetisch ist eine sonderbare, aber höchst lustvolle sexuelle Variante unter Erwachsenen.
3. Die (angeblich) professionelle Sichtweise: Ein Fetisch ist eine Paraphilie, also eine psychische Störung, die von der gesellschaftlichen Norm abweichende sexuelle Verhaltensweisen zum Inhalt hat.

Die Wahrheit ist viel zu kompliziert - und teils völlig unklar

Wem das nicht aufschlussreich genug erscheint, muss tiefer graben und erfährt dann, dass alle von irgendwelchen „Normen“ abweichenden Verhaltensweisen „krank“ sind. Das können sie in der Tat sein, aber oft wird nicht klar ersichtlich, wann die Betroffenen sich an einen Arzt oder wenigstens einen Berater wenden sollten.

Wie diese Verhaltensweisen entstehen und warum sie so beliebt sind, wurde nie herausgefunden. Allerdings wird die Pubertät als Ursprung verdächtigt, was eine ebenso kühne Theorie ist. Bekanntlich ist die Pubertät eine Art „Umbauphase der Gefühle“. Ende des 19. Jahrhunderts nahm man an, dass masturbierende Jünglinge ein solches verhalte begünstigen würden.

Was ist nun wirklich los mit Fetischen?

Dieser Satz bringt ein wenig Licht ins Dunkel (3):

Eine klinische Diagnose für Paraphilie (4) zu treffen, ist oft schwierig. Sexuelle Devianzen werden von verschiedenen Kulturen und Bevölkerungsgruppen unterschiedlich bewertet. Somit ist es grundsätzlich schwer, eine klare Linie zwischen "Normalität" und Störung der Sexualpräferenz (5) zu ziehen.

Das Fazit

Es gibt besonders schwerwiegende Störungen der menschlichen Psyche und des menschlichen Verhaltens (6) – daran zweifelt niemand. Wie können der Psychiatrie und der Psychologie dankbar sein, dass sie Menschen hilft, die auf Irrwegen unterwegs sind. Das gilt insbesondere, wenn sie sich selbst und/oder anderen schaden.

Auf der anderen Seite ist es unangemessen, „Fetische“ und erhebliche Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen in „einen Topf“ zu werfen. Zumal, wenn es sich in Wahrheit nicht um „Fetische“ handelt.

(1) Meyers (ca. 1890)
(2) Psycho Central (englisch)
(3) DocCheck
(4) Paraphilie: angebliche Abweichung von der sexuellen Norm. Teils als Störung, teils als Eigenschaft bewertet.
(5) Sexualpräferenz – Bevorzugung bestimmter sexuelle Praktiken. Zunächst wertfrei formuliert, dann aber auch negativ bewertet – je nach Abweichung.
(6) WHO-Definition
Bild: Aus einem Aquarell ca. 1950 - signiert "Viktor"

Wenn sich die Lippen öffnen und du eine Zunge berührst …

Der Zungenkuss - der feuchte Kuss führt oft zum Sex
Kaum ein Mensch – weder Frau noch Mann – kann sich der Faszination der Näherung eines begehrenswerten anderen entziehen. Oder anders ausgedrückt: Du lässt deinen Lover oder deine Geliebte an dich heran. Erst mal „ohne anfassen“ – sie oder er darf dir aber näherkommen als andere. Dann durchaus mit Berührungen – an Stellen, an denen wir nackt sind – beispielsweise an den Händen, und schließlich an Körperteilen, die wir vorher entblößen müssen.

Für die Empfindungen reicht der Zungenkuss allemal - egal, ob Frau oder Mann
Bei alldem hast du dich noch nicht geöffnet, du bist weder in den/die andere eingedrungen noch hast du jemandem den „Eintritt“ gewährt.

Das deutliche Zeichen - beim Flirt

Eine sehr offensive Flirtmethode ...
Aber vielleicht hast du dich doch schon innerlich geöffnet. Und du willst jemandem den Weg ebnen. Du weißt, wie es geht, oder? Du steckst einfach deinen Zeigefinger in den leicht geöffneten Mund, saugst ein wenig daran, mal verträumt, mal provokativ. Jeder und jede braucht eine andere Anregung, um zu verstehe, dass du nicht abgeneigt bist. Jede Verführerin kann das – man braucht kein Studium dazu, oder? Nur ein paar Viertelstunden vor dem Spiegel reichen, um es einzuüben.

Soweit der Flirt. Die traditionelle Methode, Hingabe zu beweisen, liegt im Zungenkuss- unabhängig vom Geschlecht und vom Wer-mit-wem.

Hier ist ein Auszug aus einer Geschichte („We are Night Travellers“ Boston 1981 von Ethan Caine):

„Als ich sie küsse, sind ihre Lippen trocken, sie kratzen an meinen und sind do unvertraut wie der Meeresboden. Aber dann geben ihre Lippen plötzlich nach, teilen sich. Ich bin plötzlich in ihrem Mund, und dort … ist es nass - Himmel! Es erscheint mir wie ein Wunder – ihre Zunge kommt hervor. Und dann kenne ich mich nicht mehr, weiß nicht mehr, wer ich bin…

Nicht nur der Zungenkuss löst sinnliche Gedanken aus

Es ist nicht immer der Kuss. Wenn dein Finger von den Lippen ebenso begierig aufgenommen wird, dann zeigt sich die Hingabe darin, wie er/sie ihn lutscht. Das ist eigentlich kein Sex, aber wer würde dabei nicht an Sex denken? Noch interessanter kann es für die dominante Person sein, die unterwürfig dargebotene Zunge zu streicheln – und damit würden wir an die Grenzen der lustvollen Fetische kommen. Doch auch abseits davon lieben es viele Menschen, an Brustwarzen (männlichen wie weiblichen) zu saugen oder gar Zehen intensiv zu belecken.

Herausforderung, Ablehnung und Ethik

„Bewahre!“, werden die Moralisten sagen, „allein der Gedanke bringt mich zum Erbrechen“. Die Mehrheit aber wird dabei „gemischte Gefühle“ bekommen. Eine Herausforderung Ein Beweis für die Hingabe? Oder die Lust am Abenteuer? Oder einfach das Erschauern, wenn uns dies eigenartigen „gemischten Gefühle“ befallen? Etwas zu belecken, soll ja infantil sein – meint Freud. Aber es macht eben auch Freude, erzeugt Lust, bietet heftige sinnliche Erlebnisse. Und es ist wirklich sehr, sehr intim.

Hinweise und mehr Infos:
Zitat: Nach nach der deutschen Übersetzung von "Erotik schreiben", Berlin 2002/2013.
Wenn es "nur" ums Küssen geht: GEO
und
DIE ZEIT - darüber, wie wir eigentlich auf die Idee kamen, Zungenküsse zu tauschen.

Bilder: Alle Bilder sind künstlerisch bearbeitete Bilder anonymer Autoren oder Autorinnen aus dem Liebesverlag-Archiv.

Ubomis Zettelkasten - wann ist ein Fischer ein Fischer?

„Du kannst keinen Mann einen Fischer nennen, der nur einmal geangelt hat.“ (1) Das kommt in einem recht alten Schlagertext vor. Erstaunlich, wie viele Menschen ihre Partner(innen) bezichtigen, fetischistisch, pervers, untreu oder sonst etwas zu sein, wenn sie etwas ein Mal getan haben.

Bei dieser Gelegenheit fiel mir ein, dass ich einige Frauen kannte, die immer wieder Köder auswarfen, aber nie gefischt haben. Niemand nannte sie Fischerinnen, weil sie Köder auswarfen, nach denen die hungrigen Fische schnappten. Irgendwie hatten sie Freude daran, dass die Männer auf ihren virtuellen Treppenstufen warteten und nach Liebe lechzten.

Nein, ich habe weder etwas über Fischerinnen in seichten Gewässern geschrieben noch über Fischermänner, die ein- oder zweimal Erfolg beim Auswerfen von Angeln hatten. Eher schon über männliche „Dynamitfischer“ in den trüben Teichen der Singlebörsen.

1 (I wouldn't call a man a fisherman, if he only finished one time).

Gibt es noch Neues in der Erotik?

Auch hübsche Zehen können die Lust anregen
Gibt es noch etwas Unbekanntes zu erforschen? Kürzlich las ich, dass es im „Meer der Erotik“ noch weitgehend unentdeckte Inseln gäbe.

Also habe ich ein „Forschungsschiff“ ausgeschickt – bestückt mit hart gesottenen Matrosinnen und Matrosen, um mir diese Inseln einmal anzusehen.

1. Die Inseln am anderen Ufer

Homosexualität ist eigentlich kein Thema mehr – aber homoerotisches Verhalten schon. Denn während die als „homosexuell“ benannten Personen sich in ihrem eigenen Universum eingeigelt haben, ist Homoerotik durchaus ein lustvolles Thema. Und es geht wirklich alle an, weil viele Menschen (Frauen wie Männer) davon heimlich träumen.

2. BDSM – ohne B, D, S und M

Die Schöpfer des Begriffs BDSM waren eine kleine, verschworene Gemeinschaft, bevor das öffentliche Interesse an „Sadomaso“ begann. Tatsächlich haben inzwischen viele Paare Teile davon übernommen, ohne dass „BDSM“ zu ihrem Lebensstil wurde. Die Inseln, die es heute noch zu entdecken gibt, bestehen eher aus Rollenspielen als aus 24-Stunden-SM-Beziehungen. Und das Träumen? Der Anteil von Frauen und Männern, die von Machtspielen träumen, liegt teilweise bei 60 Prozent. Es könnte sich also lohnen, darüber nachzudenken.

3. Körperfetische - süße Zehen, sinnliche Finger und mehr

Fetische sind nicht gleich Körperteil-Zärtlichkeiten. Weitgehend bekannt ist die Lust, Füße, Zehen, Hände und Finger zu küssen oder daran zu lutschen. Vor allem die Füße haben gerade wieder Konjunktur. Leidenschaftliche Zungen an sauberen Füßen sind ausgesprochen beliebt. Wie es mit Körperhaaren und weiblichen Brüsten ist, wäre noch zu prüfen. Solche „Fetische“ gelten oft bereits als „altbacken“.

4. Lustbetonte Mode als weibliches Lockmittel

Einige Zeit lang war es verpönt, den weiblichen Körper so zu verpacken, dass er als „Köder“ für lustvolle Männer eingesetzt werden konnte. „Ich mach mich doch nicht zur Hure“, hörte man oft. Doch das Spiel mit dem Begriff „gefällt dir, was du siehst?“, zieht sich durch die gesamte Welt unseres alltägliche Rollenverhaltens. Neuerdings soll Fetischmode wieder sehr populär sein. In ihr wollen Frauen möglicherweise eher als „Domina“ auftreten als in der Rolle der bereitwilligen Geliebten.

5. Herren und Damen, die sich „lieben lassen“ wollen.

Es ist nicht BDSM, wie viele Meinen. Vielmehr ist es erotische Passivität nach dem Motto: „Mach mit mir, was du willst.“ Bei Männern ist die Sache klar: Sie wollen aus der aktiven Rolle fallen, um sich passiv verwöhnen zu lassen. Durchaus auch ohne die SM-Rituale, die „Dominas“ zugeschrieben werden. Und Frauen? Manche erfolgreiche Frau will dann und wann in die „alte Rolle“ zurück und sich einfach sinnlich verwöhnen lassen.

Noch mehr Themen?

Nun, es gibt bestimmt noch mehr Themen – von unerwarteter Nacktheit bis zur Begegnung mit geheimnisvollen Fremden, von Einhörnern bis zu Sexsüchtigen. Und hinzukommen noch erotische Begegnungen von mehr als zwei Personen – auch sie stehen auf der Skala ganz oben.

Was meint ihr? Um welche Themen sollte sich die Liebeszeitung mehr kümmern – und welche sollte sie meiden?

Na? Seid mutig, bitte!