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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Was fasziniert dich an seinen Erektionen?

Bei Licht besehen ...
In erotischen Romanen finden wir gelegentlich Beispiele, wie der heiße und bocksteife Gegenstand der Begierde schon aus der Hosenfalle herausquillt, sobald der Reißverschluss geöffnet wird. Und wir fragen uns: War es nun die sinnliche Frau, die zufällig an seiner Seite saß, die dies bewirkte? Oder war es eine Mischung aus schmutzigen Gedanken und einschlägigen Pillen, die dafür sorgte? Jedenfalls schreiben die Autorinnen recht häufig, dass ihre Heldin vom Anblick fasziniert gewesen sei.

Das lassen wir mal so stehen. Manchmal sollen die Augen ja größer sein als der Magen.

Ein nackter Mann auf der Pritsche - noch ganz entspannt

Was aber, wenn der Mann auf einer Pritsche liegt, ganz nackt und mit einem natürlichen, noch unberührten Penis? Wenn er zuvor weder stimuliert wurde, noch sich selbst berühren könnte und ihn keine Pille dabei unterstützte? Dann liegt es allein in deiner Macht, dass sich sein Penis hebt und anschwillt. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wie viel Macht du allein dadurch bekommst, dass du ihn im Wechsel reizen und frustrieren kannst?

Vermisst du manchmal, deinen Lover wirklich unter Kontrolle zu haben? Fürchtest du, dass er zu viel Macht gewinnt, wenn du ihn tun lässt, was er will? Überleg mal, was passiert, wenn du ihm das sinnliche Vergnügen ganz nach deinem Willen gönnen kannst?

Seine Befriedigung - nicht "an dir" sondern "durch dich"?

Wenn ein Mann dich wirklich begehrt, wird er lernen müssen, dass er sich nicht „an dir befriedigen“ kann, wie er will. Er darf ruhig ein wenig leiden, bevor du ihm gönnst, unter einem Aufschrei die obligate weiße Fontäne auszustoßen. Allein dieser Moment kann ausgesprochen faszinierend sein. Wer nie das Vergnügen hatte, so eine Szene bei Licht und vollem Bewusstsein zu erleben, hat etwas versäumt. Nicht jeder Mann ist gleich. Aber wenn ein Mann „an die Schwelle“ kommt und „noch nicht darf“ oder eben „endlich darf“, dann bekommst du ein optisches Schauspiel zu sehen, dass du nie vergessen wirst.

Was kann für dich schöner sein, als seine Ejakulation, wenn du ganz sicher sein kannst, dass sie ausschließlich von dir ausging? Und wenn du sehen kannst, wie das Ergebnis am Ende hervortritt?

Was meinst du?

Dieser Artikel beruht auf einer Inspiration durch eine Bloggerin und einigen zusätzlichen Ideen von Isidora. Inspirierst du uns auch einmal, über dein Thema zu schreiben?

Herrinnen

Zerrbild der Herrin - und doch eine geheime Vorstellung vieler Männer
Die Herrin ist zwar kein neues Wort, es wurde aber in den letzten Jahrzehnten stark erotisiert, ebenso wie ihr Äquivalent aus dem Lateinischen, die „Domina“ („Dominatrix). Ursprünglich findet man den Begriff nahezu ausschließlich in der ursprünglichen Bedeutung, der „Herrin des Hauses“, also einer Frau, die „das Haus führte“. Manchmal war die Herrin auch eher die „Gebieterin des Herzens“. Außerhalb dieser allgemeinen Bedeutung galt das Wort als Synonym für die „Herrscherin“ oder „Gebieterin“, die eine große Einheit, eventuell gar einen Staat repräsentierte.

Indessen reichte es völlig, Domestiken zu beschäftigen, um als Herrin zu gelten Zitat aus dem Buch „Kochschule und Ratgeber für Familie & Haus“:

I
st das Mädchen intelligent und gutwillig, die Herrin ernst und mild, tüchtig, gebildet, so ist dasselbe bald einigermaßen in die Hausgeschäfte eingeführt und wird in 2-3 Jahren eine tüchtige Kraft, die einer Frau auch in größerem Haushalt treu zur Seite steht und sie auf kürzere Zeit in der Leitung des Hauswesens ersetzen kann.

Zunächst ist die Herrin also die Hausherrin, die Prinzipalin, die „Managerin“ häuslicher Angelegenheiten und sicherlich auch die Hüterin häuslicher Disziplin.

Von der Herrin des Hauses zur Herrscherin über die Emotionen

Vermutlich ist sie auf diese Weise zu ihrer Rolle als „Herrscherin“ über junge Männer und bewusst unterwürfige ältere Gentlemen geworden. Die Erziehung junger Männer durch Frauen bekam einen erotischen Anklang. Ob Erzieherinnen, Lehrerinnen oder Gouvernanten: Der erste Kontakt eines jungen Mannes mit einer voll entwickelten Frau, die keine Blutsverwandte war, geschah meist über eine dieser Personen. Soweit auch Tanten und Cousinen in dieses Bereich fallen, handelte es sich zumeist um „Nenntanten“ oder „weitläufige“ Cousinen. Hier geht es ohnehin nur um die „Unterwerfung“ unter den Herrschaftsanspruch, nicht in erster Linie um die sinnlichen Gunstbezeugungen.

"Sei nett zu den Frauen" als Ursache für die Unterwerfung der Männer?

Tatsächlich scheint es so zu sein, als ob die Lust, sich zu unterwerfen, der gesellschaftlichen Forderung entgegenkommt, „nett zu Frauen zu sein“. Der Weg von der „Nettigkeit“ zur „Abhängigkeit“ ist kurz – je nachdem, wie die „Herrin“ den Weg in die Abhängigkeit ebnet. Über solche Abhängigkeiten in der Jugend, aber auch im Alter gibt es wenige Schilderungen. Meist wird „seriös“ nur darüber berichtet, wenn es dabei zu emotionalen Katastrophen oder sexuellen Handlungen kommt – das ist aber eher die Ausnahme. Üblicher ist, die Abhängigkeit junger Männer oder älterer Galane solange auszunutzen, bis sich ihre Zuneigung erschöpft.

Das falsche Bild - die plakative Domina

Das Bild, das manche von uns von der Herrin oder überhaupt der Frau haben, die über Menschen mental herrschen will, ist selten korrekt. Es ist nicht die Managerin, die ihre Macht durch Manipulation stärkt. Und es sich auch nicht die Dame, die sich für den Beruf der „Domina“ entschieden hat. Es ist vielmehr eine Frau, die erprobt, wie viel Macht und Einfluss sie über einen Mann gewinnen kann, der sich in ihrer Umgebung befindet, ohne dass es auffällt. Es reicht, wenn der Mann „gelehrig und gutwillig“ ist und die Frau „ernst und mild“ daran arbeitet, daraus Vorteile für sich zu gewinnen.

Jeder behält sein Geheimnis für sich

Wie das genau funktioniert? Es gibt Frauen wie auch Männer, die es verraten könnten – aber ich bezweifle sehr, dass sie sich öffnen würden. Ein bisschen peinlich ist es am Ende doch.

Bild: Nach einer japanischen Publikation.
Zitatenquelle: RetroLib

Sugar Baby - eine Süße zum Verzuckern

Die1920er Jahre - das Magazin hinterfragt, ob die Revuetänzerinnen alle dumm sind
Sugar Baby - eine Süße zum Verzuckern - behandelt das "Sugar Baby" der 1920-er Jahre und versucht, Parallelen mit dem heute verwendeten Begriff darzustellen.

Zucker - oder wie man die Geliebte verzuckert

Wie hängen das „Sugarbaby“ der Zucker, die „Süße“ und das Verzuckern eigentlich zusammen? Um das zu verstehen, muss man weit in die Vergangenheit blicken, und auch etwas in angelsächsische Länder.

Tatsächlich gilt der Zucker einerseits als Synonym für Geld, andererseits aber auch für sexuelle Genüsse. Folgt man dem geschriebenen Wort, so war als erstes der „Sugar Daddy“ da - der Galan oder Kavalier, den man in Deutschland auch „Spendierhose“ nannte.

Willkommen in der Halbwelt der 1920-er Jahre

Wir beitreten nun die Welt oder Halbwelt der 1920er-Jahre mit Theatern, Revuen und anderen Lustbarkeiten. Sie brachte Frauen auf die Bühne, die sehr begehrenswert wirkten und die teils fanatische Anhänger hatten. Dabei kam es verständlicherweise auch zu Begegnungen, woran zumeist eine besonders begehrte, aber dennoch schlecht bezahlte Frau (Revue-Girl) und ein „betuchter“ Mann beteiligt waren. Auch weniger betuchte Männer spendierten ihren Favoritinnen im Theater manche Geschenke, von Blumengebinden über Düfte bis hin zu Einladungen zum Essen. Dieser Text warnt allerdings, dass Verehrer meist keine großen finanziellen Mittel haben (Jerome Kern, Show Boat):

Stage-door Johnnies aren't raging over you
With gems and roses.
When you let a feller hold your hand,
Which means an extra beer or sandwich.

Andererseits waren die Männer mit den wirklich großen Spendierhosen rar, denn die Schauspielerin warnt junge Mädchen (1):

Wild old men who give you jewels and sables only live in Aesop's Fables.

All dies deutet darauf hin, dass es gar nicht so einfach war, das „Sugar Baby“ eines Mannes zu werden. (Gelegentlich auch einer Frau, wie man in Zeitschilderungen immer wieder lesen kann).

Zucker in die Schüssel und "Honig geben"

Das Wort „Zucker“ existierte schon damals in der Mehrfachbedeutung von Geld, Vergnügen („jemandem etwas verzuckern“) oder gar verdeckten sexuellen Wünschen. Die gefeierte Blues-Sängerin Bessie Smith sang, dass ihr Liebhaber ihr doch bitte „etwas Zucker in ihre Schüssel“ geben sollte. In ähnlicher Wiese wurde auch das Wort „Honig“ für sexuelle Aktivitäten verwendet.

Zu Anfang war noch nicht ganz klar, wie man mit dem Begriff umgehen sollte, bis die Presse das Wort "Sugar Baby" benutze.

Stark mit Zucker überzogen

Das Wort „Zucker“ galt damals allgemein als Synonym für Geld. Im Ursprung sagte man „stark gezuckerte Geliebte“, wenn man eine Frau meinte, die „ganz mit Zuckerguss überzogen wurde“, was bedeutete: Sie hatte besonders reiche Liebhaber. (Heavy Sugar Baby).

Man ging - auch wenn die nach heutiger Lesart nicht gefällt - davon aus, dass die Initiative von den Tänzerinnen oder Schauspielerinnen selbst ausging. Da der Kontakt zwischen „Liebhabern des Schönen“ und den Schauspielerinnen und Tänzerinnen möglich war, gab es auch Begegnungen, und aus den Begegnungen folgten Einladungen.

Sugar Babys und "Goldgräberinnen"

Gab eine Frau zu, Männer nach diesem Schema auszusuchen und sie entsprechend auszubeuten, so nannte man sie „Goldgräberin“. Welche Gegenleistungen für das „Verzuckern“ des Alltags erbracht wurden, blieb stets unklar, jedoch vermutete man, das es nicht „bei der netten Gesellschaft“ blieb, die die Damen den Herren gönnten. „Sexuelle Zuwendungen“ werden in manchen Berichten der damaligen Zeit erwähnt - aber wir werden nie erfahren, ob damit die Fantasie der Zeitungsleser angeregt werden sollte. Angenommen wird jedoch, dass sie versuchten, den „eigentlichen“ Geschlechtsverkehr zu vermeiden oder deutlich in Grenzen zu halten. Insofern könnte ihr Verhalten durchaus den „Demivierge“ (Halbjungfrauen) entsprechen, die sich ähnliche Spiele erdachten, um ihre Liebhaber „auf Abstand“ zu halten.

Kontakte offenbar auch durch Kupplerinnen

In einem Fall wird berichtet, dass es durchaus "Kupplerinnen“ gab, die Kontakte zwischen den Damen auf der Bühne und den Zucker-Papas vermittelten. Ich zitiere:

Eine Dame, die sie per Zufall kennenlernte, hatte ... ihr vielen netten, reichen Männern vorgestellt, genau das richtige Material für „Zucker-Papas“. Diese netten, reichen Männer verfielen ihr oftmals sofort. Es dauerte nicht lange, bis ... sie ... auf dem Weg zum Wohlstand war. Schnell lernte sie, wie man den „Papas“ nahebrachte, dass „dieses nette junge Mädchen“ wirklich ein neues Kleid oder ein neues Armband oder sonst etwas Neues benötigte.

Gegenwart und Vergangenheit

Was hat die damalige Zeit mit der weiteren Entwicklung der Beziehungen von genannten „Sugar Daddys“ und ihren „Sugar Babys“ seit den 1920-er Jahren zu tun?

Was ähnlich ist wie in den 1920-ern

Recht viel. Schon damals schien es sehr viele überaus begehrenswerte Frauen zu geben, die an der Gesellschaft reicher Männer interessiert waren. Auf der anderen Seite gab es zwar viel Männer, die solche Frauen begehrten - aber nur wenige, die sich „eine solche Frau leisten konnten“, wie man im Jargon sagte. Das ist heute nicht anders.

Auch die Vermutung, dass es „Vermittler“ solcher Beziehungen gab und dass sie nicht als solche bezeichnet werden wollten, ist alt. Sie trifft auch heute noch zu.

Auch damals wurde bereits verschleiert, was genau die Beziehung beinhaltete. Natürlich wurden die Frauen, die sich auf eine „verzuckerte“ Beziehung einließen, heimlich bezichtigt, sich im Gegenzug „sexuell erkenntlich“ zu zeigen, doch sie waren sehr erpicht drauf, dafür zu sorgen, dass dergleichen nicht öffentlich bekannt wurde.

Was heute überwiegend anders ist als damals

Wer aus heutiger Sicht beurteilen will, wie es „damals“ war, sollte nicht vergessen, in welche Zeit ich euch hier geführt habe. Es galten andere Regeln, andere ethische Vorstellungen und andere Beurteilungen von Frauen, die sich auf der Bühne zur Schau stellten. Gerade war der Charleston populär geworden, und allein im „Charlestonkleid“ zu tanzen, galt schon als entsetzlich frivol. Und die ersten Frauen, damals „Flapper“ genant, setzten sich öffentlich über alle Regeln des bürgerlichen Anstands hinweg.

(1) Stage-Door Johnnies: Verehrer.
(2) Sinngemäß: Die Männer, die dir echten Schmuck und Zobelpelze schenken, gibt es nur in Äsops Fabeln.

Quellen und Zitatquellen:

Wortgeschichte: Sugar Daddy (englisch)
Slang Marktplatz (englisch)
Blog (sehr ausführlich, englisch)
Texte aus "Show Boat (Musical)
Bild: Cover (weitgehend entfleckt) des Magazins "Sex" von 1927

Warum ducken sich Rollenspieler(innen) vor der Entdeckung?

Beliebte Szenerie bis in die 1940er Jahre: der Jüngling und die ältere "Tante"
Die Nachfrage nach sinnlichen Rollenspielen steigt - doch das öffentliche Interesse duckt sich nun tief unter den Esstisch. Warum?

Der Hauptgrund liegt in einer Annahme: Die Frau verliert bei Rollenspielen – und zwar unabhängig von der Rolle, die sie einnimmt.

Das kann ich euch ein bisschen auffieseln:

- Im öffentlichen Bewusstsein sind Frauen zumeist die geknechteten, entwürdigten oder körperlich leidenden Teilnehmer.
- Selbst, wenn die Frau die aktive Rolle spielt, tut sie dies auf Betreiben von Männern, denn die Macht hat im Grund der passive Teilnehmer.
- Besonders „krass“ wird das Geschehen empfunden, wenn es sich um Macht- Disziplinierung- und Erziehungsspiele handelt.

Argumente gegen Rollenspiele stammen aus der Pornografie

Die Argumente für diese Thesen kommen aus der Pornografie und einigen Bereichen der Literatur. So gab es im Vereinigten Königreich um 1900 herum noch eine Art „gemischte“ Darstellung des sinnlichen Spiels mit Schlägen. Frauen nahmen die „Erziehungsmaßnahmen“ sowohl an Männer wie auch an Frauen vor. Dabei wurden sowohl männliche wie auch weibliche „Opfer“ möglichst plastisch und durchaus differenziert dargestellt.

Die Abwertung der jungen Frau in Flagellations-Magazinen

In den 1960er-Jahren änderte sich dies: Damals wurde die „ewig gleiche Story“ in jedem der einschlägigen Schriften neu erfunden. Nun wird eine, junge, schöne, naive und häufig auch abenteuerlustige Frau wird für ihr Fehlverhalten von einem Mann gezüchtigt. Dies führte zu einer „gewissen Einseitigkeit“ in der Betrachtungsweise. Man konnte in Leserbriefen nachlesen, welche „Qualitäten“ der Körper aus der Sicht der Rezipienten haben sollte und wie die Züchtigungen selbst stattfinden sollten. Die Männer sahen diese Frauen also offensichtlich als reine „Objekte“ an, die genau das tun sollten, was sie begehrten. Die Geschichten, in die solche Züchtigungen eingebracht wurden, waren ausgesprochen trivial, und die sinnliche Lust blieb fast immer auf der Strecke.

Wandel durch "Shades Of Grey"?

An dieser Stelle sei gesagt: Es geht bei Rollenspielen nicht immer um Züchtigungen. Mal geht es um wesentlich „härtere“ Themen, mal um ausgesprochen „niedliche“ Verhaltensweisen. Aber die Züchtigung ist besonders spektakulär und steht deswegen im Fokus vieler Betrachtungen – zuletzt in den „Shades of Grey“ und all den Büchern der zahllosen Kopierkatzen der Trilogie. Die Leserschaft - das wissen wir - bestand überwiegend aus Frauen.

Warum ziehen die Rollenspieler(innen) die Köpfe ein?

Der Hauptgrund für das „Abducken“ der heutigen Spielerinnen und Spieler scheint darin zu liegen, dass sie nicht zugeben wollen (oder können) im heftigen Rollenspiel Lust zu empfinden. Kurz: Sie fürchten nach wie vor gesellschaftliche Ächtung.

Während der Recherchen (die längst noch nicht abgeschlossen sind) haben wir festgestellt, dass die Ablehnung oder Zustimmung bei „Rollenspielen, die Schläge beinhalten“ auch abhängig von folgenden Faktoren abhängig ist:

- Wer schlägt, wer wird geschlagen?
- Ist es eine rein erotische Züchtigung?
- Wenn ja, worin besteht die Lust daran?
- Wurde die Züchtigung als Strafe inszeniert?
- Wenn ja, welche Bedeutung hat der Schmerz?
- Handelt es sich um eine gleichgeschlechtliche Paarung?


Ihr seht, die Fragen sind längst nicht alle beantwortet. Was wir wissen, ist in etwa, dass rund ein Viertel der Männer davon träumt, geschlagen zu werden, gegenüber einem starken Drittel der Frauen. Unklar ist aber völlig, wie viele Frauen (Männer) davon träumen, solchen Szenen zuzusehen (oder dabei zu sein, indem sie darüber lesen) und in welcher Rolle sie sich dann wohlfühlen. Gerade bei Leserinnen/Lesern wird ja angenommen, dass sie sich mit einer der beiden konträren Rollen identifizieren.

Eure Meinung ist gefragt.
Bild oben: Entflecktes Bild nach "Francis Heuber" - vermutlich ein Pseudonym. Das Original zeigt zusätzlich ein Bild an der Wand., etwa 1931. Als "Tanten" wurden früher oft Frauen angesprochen, die in keinem "echten"" Verwandtschaftsverhältnis standen, also "Nenntanten".

Das Normale und das Ungewöhnliche

Alles sieht so anders aus ... und was hat das mit dem Artikel zu tun? Raten ist erlaubt
Ich beginne mit einem Zitat,:

I will not be pushed, filed, stamped, indexed, briefed, debriefed or numbered. My life is my own.

Patrick McGoohan als "The Prisoner" (Nummer 6)

Kein Theater zu spielen ist normal. Sich nicht zu verkleiden ist normal. Eine Vagina zu haben, um einen Penis aufzunehmen, ist normal. Einen Penis zu haben, um ihn in einer Vagina zu versenken, auch.

Normalität ist nicht immer "normal"

Warum ist es normal? Weil viele Menschen nie Theater gespielt haben (außer in der Schule, erinnert ihr euch noch?). Weil ihr euch bestenfalls zum Fasching verkleidet, und das auch nur in bestimmten Hochburgen. Und weil es so üblich ist, dass ein Penis in die Vagina wandert - so werden schließlich Kinder gezeugt. Aber ist "normal", was üblich ist?

Manche Menschen spielen Theater im richtigen Leben. Manche verkleiden sich in etwas, was sie nicht sind: Ehrenmänner oder große Damen, zum Beispiel, gelegentlich durchaus glaubwürdig. Und der Sex? Ist es wirklich so interessant, wenn man „PiV“ inszeniert und keine Kinder dabei zeugen will?

Illusionen verwirren - aber für viele ist das Verwirren nur Unterhaltung

Klar - das ist jedem selbst überlassen. Die Schauspielerin in „Show Boat“ singt, sie gäbe zu, dass es ihre Freude macht, ihr Gesicht so heftig zu schminken, sodass jeder glaubt, sie wäre etwas, das sie nicht ist.

Jeder weiß, was gemeint ist: Eine Illusion zu erzeugen, ist nicht normal, aber es ist auf wundersame Art verwirrend. Wie kann man heute eine naive Bäckereifachverkäuferin spielen, und morgen eine Halbweltdame? Ich benutze absichtlich diesen Mix aus neuen und veralteten Ausdrücken, um zu zeigen, wo die Realität aufhört und das Spiel beginnt.

Wer es schafft, wird einerseits bewundert, andererseits aber auch beargwöhnt. Dies ist besonders bei sogenannten „Ladyboys“ der Fall, also bei jungen Männer, die sich wie junge Frauen herausputzen. Manche sind so attraktiv, dass die sogenannten Bio-Männer ihnen reihenweise verfallen. Nun - das mag ein Extrem sein, mehr noch als ein Mann, der die nackten Füße einer Dame küsst. Alles, was unter die Rubrik „Gegengeschlechtlich“ fällt, wirkt tolerabel, auch wenn es als „Kink“, „Perversion“ oder „Fetisch“ gilt. Enthält die Handlung jedoch den Hauch von Gleichgeschlechtlichkeit, so sträuben sich die kleinen Nackenhaare.

Jeder weiß selber, was für hin "normal" ist

Wo endet das „Normale“, wo beginnt das Ungewöhnliche? Und ich weiß, dass viele nun sagen: „Na, da doch noch nicht ...“, währen andere sagen: „Schon bei dem Gedanken daran....“

Mit mentaler öffentlicher Gewalt gedankliche Normen durchsetzen?

Die Frage ist auch gar nicht, ob „wir“ uns zu etwas bekennen oder der nicht bekennen. Insofern ist völlig sinnlos, uns in den einen oder anderen soziologisch definierten Schuhkarton einzusperren.

Heute wird versucht, oft mit verbaler Gewalt den Begriff „heteronormativ“ einzuführen. Er besagt, dass wir innerlich glauben, heterosexuell zu sein, sei normal. Und das sei eben falsch. Allerdings gibt es ein „normal“ nur für denjenigen, der die eigenen Normen nicht einmal gedanklich überwinden können. Und - es ist unsere Sache, also unser Eigen, was wir selbst für „normale“ halten.

"Wir" sind freie Menschen - nicht die Sklaven selbsternannter Experten

Ich sagte schon - die neuen Gender-Begriffe wurden von Soziologen „am Schreibtisch“ erfunden - auch „heteronormativ“ gehört dazu. Aber wir müssen uns keine dieser Worte aneignen - ja, wie müssen sie nicht einmal akzeptieren. Und das tun „wir“ auch nicht, auch wenn der Druck der „geheimen Sprachpolizei“ an den Universitäten nicht nachlässt.

Denkt selber - lasst nicht für euch denken!

Jemand, der ein Hirn hat, kann selber denken. Und er kann sich definieren, wie er will. Nicht nur „er“ - „sie“ und alle anderen natürlich auch. Dieses Land ist (noch) keine Expertokratie und keine Diktatur selbst ernannter Eliten, sondern ein liberaler Staat. Und solange wir dies bedenken, können wir uns noch wehren, abgestempelt, entwertet und etikettiert zu werden.