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Sex während der Selbst-Isolation?

Nein, „richtiger Sex“ ist wohl nicht möglich, wenn du gerade keinen Ehemann, Verlobten oder festen Freund hast.

Aber was ist schon „richtiger Sex“? Nichts ist so aufragend wie die Fantasie. Und erst kürzlich hab‘ ich gelesen, dass Masturbation ohne Fantasie so unwahrscheinlich ist wie Curry ohne Kurkuma.

Philosophinnen und Moralistinnen werden nun sagen: Ja, aber nur wenn du von außen Impulse erhältst, und dann ist noch die Frage, ob du empfänglich für diese Impulse bist, und ... laber, laber, laber. Die „Impulse“ heißen Erotikgeschichten oder Pornos und wo ein Wille ist, ist euch ein Vibrator. Da ist doch ziemlich wurscht, ob der Impuls von innen oder außen kommt oder erst bei der „intimen Berührung“.

Niemand weiß, was du mit wem treibst

Das Schöne daran: Du kannst dir vorstellen, dass du Sex mit Männern, Frauen oder Paaren hast, ja sogar mit ganzen „Herrenrunden“. Das ist mal das Erste. Und das Zweite ist, dass du etwas mit ihnen machen kannst (und sie mit dir), was du dich im wahren Leben nie trauen würde. Alles, was dich geil macht, ist erlaubt.

Und du musst keine Rücksicht darauf nehmen, wie die Leute, mit denen du rummachst, nachher über dich denken - sie wissen ja nicht mal, dass du es mit ihnen treibst.

Ja sicher, dir könnten die Batterien ausgehen. Woran man mal wieder sieht: Es ist klüger, Batterien zu horten als Nudeln.

Die Liebe zum Finger im Mund

Nein, sie will dich nicht verspeisen ...
Huch, auf welches Glatteis begebe ich mich denn da? Wer die „Zeigefingerkuppe in den Mund steckt“ oder etwas blumiger: „wer an seinem Zeigefinger lutscht“ soll angeblich entweder nachdenken, verlegen sein oder sich schamvoll geben. Äh - ja, Leute, habt ihr nie eine Frau intensiv flirten sehen? Da hat sie doch die Zeigefingerkuppe zwischen ihre Lippen genommen und euch dabei angesehen, oder etwa nicht?

Na klar, ich habe auch gelesen, dass Nägelkauen wüst gefährlich ist. Ich kaue aber keine Nägel, keine Krallen und keine Hufe.

Hilf, sie will mich fressen - ach so ...

Die Sache erotisch anzugehen bringt nix. Oder doch? Da fragt ein Jüngling, warum seine Freundin ihm vor dem Sex immer den Finger in den Mund steckt, und ein ganz Schlauer will wissen: ey, du, das ist die erste Stufe der Vorarephilie - das Wort musste ich echt erst einmal nachgucken. Guckt mal nach bei Tobia 6, wenn ihr bibelfest seid. Oder besser: guckt gar nicht nach, denn diese Antwort ist einfach Bullshit.

Finger im Mund - etwa doch erotisch?

Oder doch erotisch? Ei, ei, da könnte man ja mal wirklich Unanständiges denken: ein Finger, eine Körperöffnung ... nun, alle Fantasien wieder auf Anfang?

Soso - eine Dame verriet mir mal, dass sie ihren Lover bittet, die Zunge so weit wie möglich auszustrecken, um sie dann mit dem Zeigefinger oder einer Kombination aus Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger zu streicheln. Klar geht es da um Disziplinierung, aber ihr wisst ja wahrscheinlich, dass Männer ganz gerne nach Unterwerfung lechzen. Sie erzählte mir auch, dass sie eine Zungenzange besitzt.

Das ganze Thema sollen ja die Japaner perfekt beherrschen - mit allem Pipapo. Aber da käme ich dann ja völlig aufs Glatteis. Jedenfalls sollen sie die Chop Sticks ja nicht nur zum Essen nutzen ...

Ja, das war es. Passt nicht in die Zeit? Macht nichts. In diese Zeit passt gar nichts.

Sexualpsychologische Explorationsmethode - welch ein Begriff!

Mit diesem Artikel will ich zweierlei erreichen: erstens, Wissenschaft kritisch zu lesen und nicht alles zu inhalieren, was von dort kommt. Und zweites würde ich die Wissenschaftler (und in diesem Fall auch sicher die Lektoren) bitten, ihre Spezialgebiete wenigstens so weit zu erläutern, dass sie schlüssig werden. Klar, das was ich hier schreibe, wird weder den Goldmann-Verlag noch die Wissenschaftler interessieren - aber ich schreibe für EUCH.

Ich fand den Begriff "Sexualpsychologische Explorationsmethode" in einem Buch, von dem ich mir einst Erhellung erhoffte, das aber seither relativ jungfräulich im Bücherregal schlummert. „Himmel auf Erden - Hölle im Kopf“, es enthält eine Interviewserie mit dem Sexualwissenschaftler Dr. Christoph Joseph Ahlers.

Die Welt öffnet sich nur den Fachleuten - und das pflegen sie

Um es kurz zu machen: Die Welt ist nicht so, wie wir sie sehen - sie öffnet sich nur den Fachleuten, die ihre Werkzeuge „herausholen“ - welche ein Bild! Und wenn man dann tiefer in die Dinge hineinbohrt, stellt man fest: Morsch!

Na hübsch. Ich versuche, auch mal hinein zu bohren und stelle fest, dass die Methode in zwei Schritten abläuft. Gefällt mir ganz gut, wenn der Herr Wissenschaftler sagt: „W-Fragen stellen“, oder um den Satz wörtlich zu zitieren:

Wer macht wie wo was mit wem?

Das ist eine der Fragen, die man in der Problemanalyse verwendet, doch wo bekommt der Wissenschaftler die Antworten her? Aus den „orgasmulytischen Fantasien“. So weit reich weder das Internet noch eines meiner Lexika. Ich nehme also mal an, dass es sich um ein gerade erfundenes Kunstwort aus „Orgasmus“ und „Analytisch“ handelt. Demnach wird mit diesen Fragen der Gedanke analysiert, der den Orgasmus auslöst. Davon habe ich schon gehört, und ich besitze sogar eine Statistik über derartige Auslöser. Das also ist der Punkt, der „sexualpräferenzielle Fingerabdruck“. Die Jungs von der Wissenschaft können so etwas immer so ausdrücken, dass es kaum noch jemand versteht.

Die Sache mit dem sexualpräferenziellen Fingerabdruck

So, und was macht nun der Wissenschaftler mit dem Fingerabdruck? Nun, er wird weiter begutachtet. „Wie fühlst sich das für wen an?“ fragt der Wissenschaftler und noch ein paar ähnliche Dinge. Dann braucht er noch „die drei Achsen der Sexualpräferenz“. Da musste ich wieder ziemlich tief bohren, und fand im Internet Herrn Ahlers wieder (den Autor des Buches, aus dem auch das übrige Elaborat stammt), und das vereinfache ich mal (1)

Erste Achse

Sexuelle Orientierung auf das männlich und/oder weiblich Geschlecht.

Zweite Achse (stark vereinfacht)

In welchem Zustand der sexuellen Entwicklung wird der andere begehrt?

Dritte Achse (vereinfacht)

Sexuelle Grundneigung und Neigung zu bestimmten Partnern sowie bestimmten sexuellen Aktivitäten.

(Ich habe dabei ungefähr neun Fremdwörter ausgelassen, 1)

Ach, wie schön ist Wissenschaft. Sagt man es einfach, kling es banal.

Und ich frage mich wirklich immer noch, wie man den Fingerabdruck nimmt.

Das Buch - nur der Teil über Kommunikation überzeugt

Noch zwei Anmerkungen zu diesem Buch: Erstens ist auffällig, wie hoch der Sexualwissenschaftler „seine“ Wissenschaft, die Psychologie, ansetzt und wie niedrig er die Naturwissenschaften einschätzt, etwa bei den Botenstoffen (Neurotransmitter“. Zwar gibt er zu, dass wir es bei der Sexualität mit biologischen, psychischen und sozialen Aspekten zu tun haben, aber er kann uns (wie auch sonst niemand) erklären, was das Gehirn dabei eigentlich konkret tut (außer Botenstoffe freisetzen). Wenn man Sexualität als „Prozess“ versteht, dann fehlt uns allen das Verständnis dafür, was während dieses Prozesses eigentlich konkret abläuft.

Zum Zweiten: zu Ehren des Buches soll gesagt werden, dass es durchaus lesenswerte Passagen enthält, zum Beispiel im Kapitel „Sex als Kommunikation“. Und wenn man diese Passagen liest, dann verliert der Autor auch das professorale Gehabe.

Das Buch: „Himmel auf Erden und Hölle im Kopf. Was Sexualität für uns bedeutet.“ München 2015.

(1) Nach "Psychosomatische Urologie und Gynäkologie" - eine etwas verständlichere Darstellung fand ich hier.

Sollten wir das Leben jetzt ernster nehmen?

Lust unter der Maske?
Sollten wir das Leben jetzt ernster nehmen? Nein, auf keinen Fall. Es wäre unerträglich.

Kann man im Angesicht der gegenwärtigen „Krise“, die niemand von uns verantwortet, noch lächeln, vielleicht sogar lauthals lachen?

Eine der etwas optimistischen Mitblogger(innen) schrieb dieser Tage (1):

Während wir alle gemeinsam durch diese Zeit großer Unsicherheit, Angst und Unruhe navigieren, sollten wir uns Platz für Humor, Leichtigkeit und kleine Fluchten lassen.

Die kleinen Fluchten müssen dieser Tage oftmals virtuell stattfinden - nicht jede(r) lebt mit seinem Lover unter einem Dach, und wer gewohnt ist, auf der Nachbarwiese zu grasen, muss dies wohl oder übel ebenfalls virtuell tun - oder gar nicht.

Das heißt: wenn wir schon auf soziale Distanz gehen und Selbstquarantäne gehen, dann belieben die Gedanken frei, und wir lüsten, wonach wir wollen - Gedanken sind frei.

Also versuchen wir es mal mit Humor, leichten, aber umso frivoleren Fantasien, und einigen Einblicken in das, was Menschen gelegentlich taten, als Münder, Brüste, Vaginen, Penisse und Hoden noch nicht ausschließlich virtuell erreichbar waren.

Ihr dürft empört sein. Logisch. Wie können wir Humor und Lust wählen, während die Menschen da draußen alles tun, um unser Überleben zu schützen? Ganz falsch. Auch diejenigen, die jetzt die "Karre am Laufen halten" brauchen Humor.

Wir können ihnen helfen, solange wir, wenn möglich zu Hause bleiben. Ohne Humor ist das Leben wirklich nicht mehr viel wert. Und wie sagte noch eine berühmte Comicfigur (2)?

Nimm das Leben nicht zu ernst: Denn lebend kommst du da nie mehr raus.

Also: Nehmt es leicht, so lange ihr drin seid. Alles klar?


(1) Gelesen bei: Calico Rudasil.
(2) Angeblich von Bugs Bunny:( "Don't take life too seriously. You'll never get out alive!”)

(3) Bild: Comic unbekannter Herkunft..

Der Übergriff auf offener Straße: „Ich will nur Hallo sagen“

Lassen wir das Vokabular der Männer mal weg, die Frauen grundsätzlich für „Material“ halten - sie verdienen nichts als Verachtung. Und nicht, weil sie Frauenverächter sind, sondern weil sie Menschen als Material betrachten.

Doch gerade fiel mir ein neuer Artikel auf, der eigentlich eine alte Masche beschreibt. Sie heißt „Daygaming“, und seit auch Frauenzeitschriften so etwas aufgreifen, fragen sie schon mal: „Wurdest du schon mal „daygamed“? (1)

Die geht ungefähr so:

Am Tage, Großstadt. Eine recht gut aussehende Frau stiegt gerade aus der Straßenbahn aus.
Angreifer (Mann): „Hey, du, ich will nur Hallo sagen.“
Opfer (Frau): „Ja“?
An dieser Stelle verlassen wir das Szenario schon.

Wir groß ist die Chance, dass uns jemand wirklich nur „Guten Tag“ sagen will? Die meisten der Figuren, die einen auf der Straße anquatschen, wollen etwas verkaufen, was anderwärts schwer zu verkaufen ist.

Also gehst du weiter, ohne den Angreifer zu beachten. Jedes weitere Wort erzeugt einen Dialog, und darauf wartet der Angreifer nur - egal, ob er einer dieser Anquatsch-Lümmel ist oder „nur“ ein „Werber“. Hat er dich mal am Wickel, dann fühlst du dich gezwungen, dich mit ihm zu unterhalten. Aus irgendwelchen Gründen, die ich nie begreifen werde, gilt es als unhöflich, solche Angreifer einfach eiskalt stehen zu lassen.

Fall der Angreifer ein Mann auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer ist, versucht er dies mehrfach am Tag - du bist also nichts als ein Zufallsopfer, keine gezielte Wahl.

Praktiziert wurde es schon seit Jahren - aber da war es noch kein Politikum, sondern es wurde unter „auffällige Männer mit seltsamen Ideen“ abgelegt.

Doch jetzt haben viele Frauen die Nase voll - und das mit recht. Der „Standard“ (UK) schrieb dazu in einem Beitrag von Kate Wills (2019) (2):

Lehrgänge für Verführer sind das Tor zu einer stärkeren Konzentration von Frauenverachtung in der sogenannten „Männersphäre“. Sie umfasst Männerrechtsaktivisten (MRAs), sogenannte Incels, also Männer die im unfreiwilligen „Zölibat“ leben und die sogenannten MGTOWs , eine anti-feministische Männergesellschaft. Sie alle teilen die gleiche grundlegende sexuelle Ideologie wie viele Pick-up-Künstler: Männlichkeit ist „in der Krise“, Frauen sind dazu da, dominiert zu werden, und jedes andere Ergebnis ist eine Perversion der natürlichen Ordnung.


Nun mag man sagen, dass manche Frauen die männlichen Prinzipienreiter provozieren - aber die meisten der weiblichen Aktivisten zählen ebenfalls nicht zu den Frauen, die differenziert denken können. In jedem Fall sind Radikal-Feministinnen und Männerhasserinnen eine Minderheit, die wegen der radikalen Meinungen mehr Presseaufmerksamkeit bekommt, als sie verdient hätten.

Die Idee, Frauen zu beherrschen ist sicher älter als das Zeitalter der PUAs. Und die spielerische Beherrschung im Rollenspiel von Frauen und Männern ist ein belebtes Thema in jeder Diskussionsrunde über Sexualität. Wenn wir zurückschauen, finden wir unglaublich viel Material - und eben auch Beweise dafür, dass es solche Fantasien in großem Ausmaß gibt. Nur sind dies Fantasien, die Männer und Frauen statistisch durchaus teilen.

Das Schlimme an den Trickverführern ist, dass sie versuchen, in kurzer Zeit psychische Macht über Frauen zu bekommen, die sie in Wahrheit verachten. Und noch verachtungswürdiger ist, dass sie auch noch stolz darauf sind.

(1) Via Medium, wenn du Mitglied bist,

(2) Zitat und ausführlich (englisch) im "Standard (UK)"