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Männerträume

Wie sich ein westlicher Mann den Orient vorstellte - hier mit einem "Dreier"


Der Orientalismus brachte gegen Ende des 19. Jahrhunderts allerlei Fantasien zum Blühen. In Erzählungen, Romanen und opulenten Malereien wurde ein lustvoll-sündiges Bild von den Freuden orientalischer Lüste aufgebaut.

Dies hier wirkt wie eine Karikatur, spiegelt aber die Idee, die dahinter stand.

Autor unbekannt, gefunden bei "Kinky Delight"

Was ziehst du aus vor dem Sex?

Erst mal etwas anlassen ...
Was ziehst du aus vor dem Sex? Alles? Das ist für viele Männer ziemlich langweilig. Und deshalb fragen wir hier: "Was ziehst du aus vor dem Sex? Wir hätten natürlich auch fragen können: "Was ziehst du an vor dem Sex?"

Komisch – niemand scheint darüber zu schreiben, was du ausziehst beim Sex. Wahrscheinlich denken alle: „Sex ist, wenn man nackt ist und ineinander steckt.“ Aber stimmt das wirklich?

Ein Mann hat mir mal erzählt, es gäbe nichts Schlimmeres, als diese schrecklich fahlen, großen weißen Hautflächen zu sehen, wenn die Frau nackt ist und wartet, dass nun etwas passiert. Das, so sagte er, sie schrecklich für ihn, und die Lust, selbst wenn sie zuvor noch glühte, würde dann … pffft –wie die Luft aus einem Ballon herauspfeifen.

Ach ja – da sind ja alle diese Internet-Geshichten. Die Frau muss völlig nackt sein. Und wenn sie nackt ist, ist sie auch schutzlos. Nicht mal ein paar Schamhärchen verdecken noch das Ziel seiner Begierden. Nackt, schutzlos, bereitwillig.

Muss das so sein? Auch die meisten Frauen glauben ja, dass sie nackt sein müssten, weil sie dann „mehr fühlen würden“?

Ich sag das mal so: Klar fühlst du mehr, wenn du richtig viel Haut spürst, und Muskeln und Sehnen und das Blut, das durch seien Adern pulsiert. Aber dazu muss er erst mal richtig wild auf dich sein. Und das geht viel besser, wenn du erst mal den Rock oder das Kleid hochschiebst, hübsche Strapse trägst und damit seine schmutzige Fantasie anregst. Und: Du kannst die Strümpfe ruhig anlassen, und die Strapse auch, wenn du sonst nichts im Schritt trägst. Und vielleicht regt ihn der hübsche Anblick ja auch an, dich wirklich nach allen Regeln der Kunst zu liebkosen, bevor er überhaupt die Hose runterlässt.

Es müssen nicht immer Strapse sein. Manche Männer wollen nur Kontraste an dir sehen, aber wichtig dabei ist, dass der Mann glaubt, an die gäbe es noch eine Menge zu entdecken. Das schaffst du mit Jeans, T-Shirt und Unterwäsche aus der Grabbelkiste nicht.

Die extreme Erotik und das viktorianische England

Die Szene könnte aus einem britischen Roman stammen - der Zeichner ist aber Belgier
Kaum eine andere Form der erotischen Literatur kommt in ihrer Verruchtheit und – auch aus heutiger Sicht – brutalen Direktheit an das heran, was im viktorianischen England gelesen wurde. Verantwortlich war in erster Linie die aufkommende öffentliche Diskussion aller Belange, auch solcher sexueller Natur.

Die offizielle Geschichtsschreibung weiß – wie so oft – nichts davon, weil sie blind an der Oberfläche fischt. Erstaunlicherweise erschien erst im 21. Jahrhundert ein Buch, das an dieser Oberfläche von Glanz und Gloria kratzte. „The Origins of Sex“ ist zu verdanken, dass wir das Viktorianische England heute aus einer völlig anderen Perspektive sehen können.

Die Neubewertung des "Vulgären"

Da man damals begann, sich für alles zu interessieren, was zwischen Frauen und Männer geschehen konnte, gleich, wie realistisch es im Alltag war, standen mild-erotische Werke neben solchen mit heftigen Erziehungs- und Flagellationsritualen. Es mag seltsam erscheinen, dass dabei alle Regeln missachtet wurden, die angeblich für die Gesellschaft galten, also beispielsweise Inzest und Homosexualität, Unterwerfung und Körperstrafen, Menschenhandel und physische Gewalt. Doch genau betrachtet waren es ja gerade diese Themen, die besonders heftig diskutiert werden konnten und die nicht nur die Lenden, sondern auch die Köpfe erhitzten. Dazu ein Zitat aus dem oben erwähnten Buch:

«Statt „gewöhnliche oder „vulgäre“ Ansichten als „geringwertig“ und „abwegig“ zu entwerten, kann nun mehr und mehr in Mode, sie abzuwägen .. und ihnen Gestalt zu verleihen …»


Nicht alles war britischen Ursprungs - aber wer Erotik schreib, blieb oft unklar

Nicht alle erotischen Werke, die damals erschienen, waren wirklich britischen Ursprungs, doch kann man sagen, dass insbesondere solche Werke, die „erzieherische“ Komponenten wie beispielsweise die „körperliche Züchtigung“ enthielten, in der Regel im viktorianischen England entstanden.

Die Herkunft der Werke ist – auch heute noch – weitgehend unklar. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Menschen, die wirklich wortgewandt waren und die Schrift beherrschten, in der Regel unter Akademikern und professionellen Autoren zu suchen waren. Daher wer es üblich, die Manuskripte „Anonym“ oder jedenfalls unter faschen Namen zu veröffentlichen. Da auch die Drucker und Verleger oft anonym bleiben wollten, wurden Fantasieadressen als Herausgeber angegeben. Anders als in manchen französischen Werken wurde auf Illustrationen weitgehend verzichtet, sodass der Text für sich wirken konnte, und der Druck billiger wurde –was nicht zuletzt zum schnellen Profit beitrug.

Die Themen machten vor nichts halt

Einer der Standardthemen neben der Gouvernante, die mal Knaben, mal Mädchen auf seltsame Arten in die „Welt der Erwachsenen“ einführen sollte, war der Umgang mit „Personal“. Zeitzeugen wollen wissen, wie üblich es war, sie mit Ruten, Reitgerten oder Rohrstöcken zu traktieren, und es wird zumindest berichtet, dass etliche Damen und Herren ein erotisches Vergnügen dabei empfanden, das Personal zu züchtigen. Daneben war es nicht unüblich, auch sexuelle Dienstleistungen von ihnen zu verlangen. In der erotischen Literatur kommen Dienstmägde daher ebenso als Opfer der Wollust ihrer Herrinnen und Herren vor wie auch als Vollzugsgehilfen in der „Erziehung“ von jungen Frauen und Männer oder der niedrigen Bediensteten.

Befremdliche Situationen aus einer anderen Welt

Die Situationen, die dort geschildert werden, sind und heute fremd, teils sogar ausgesprochen befremdlich. Die Erziehung mittels „Zuckerbrot und Peitsche“, die Möglichkeiten, mit Personal nahezu beliebig umzugehen und die Internatserfahrungen, die von homosexuellen Handlungen durchsetzt waren, erscheinen uns eigenartig. Hinzu kommen noch die privaten und schulischen Strafrituale ebenso wie die bezahlten Auspeitschungen im Bordell – und überhaupt verwundert uns, wer und was in diesen Bordellen sonst noch verfügbar war. Mischt man all dies zusammen, kommen die Fantastereien heraus, die damals geschrieben wurden.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass unsere heutige erotische Literatur dagegen eher zaghaft und zurückhaltend mit dem Thema extremer Lust umgeht, um nicht ins Kreuzfeuer der Kritik zu geraten. Bei der bösen Konkurrenz, den Internetautorinnen, fehlt hingegen die Wortgewalt, um wirklich extrem erregende Situationen glaubhaft schildern zu können.

Hinweis: Als Urheber der Zeichnung gilt ein Künstler, der unter dem Namen "Jim Blake" bekannt wurde.

Besuche das Land der Fantasie, aber ziehe nicht dorthin

Vorsicht bei der Umsetzung von Fantasien - die Realität ist oft hart und hässlich
Viele Menschen suchen nach dem besonderen in der Lust, dem absoluten Kick. Sie wollen entweder, dass sich die Lust bis an die Grenzen des Möglichen oder erträglichen steigern lässt. Oder sie wollen, dass sie ihren Körper anderen erotischen Herausforderungen aussetzen, die sie in neue Sphären der Gefühlswelt tragen.

Was viele von den Neugierigen nicht wissen: es gibt eine Grenze zwischen frivolen Rollenspielen (S/M, Unterwerfung, BDSM, Fetische) und der Realität. Eine Realität ist dadurch gekennzeichnet, dass der Spielbereich nicht mehr als eindeutig abgrenzbar wahrgenommen wird, sondern das Rollenspiel in die Realität übergeht oder in ihr verschwindet. Ist dies der Fall, so droht Gefahr für Körper, Geist, Psyche und vor allem der Freiheit.

Dabei geht es nicht um Menschen, die als „psychisch krank“ abgetan werden können – sondern um solche, die sagen: „ja, klar ist das nicht alles OK, aber was geht es mich an? Hauptsache es funktioniert!

Was dabei funktioniert, ist psychische Manipulation, die heute sogar in Seminaren gelehrt wird – sehr zum Leidwesen jener Verhaltens- und Erfolgstrainer, die diese Formen der Gehirnwäsche ablehnen. Menschen, die andere unterdrücken wollen, suchen sich oftmals schwache, aber neugierige Personen aus. Was dann folgt, ähnelt der sozialistischen Salamitaktik: das Opfer gibt zunächst freiwillig „ein bisschen Freiheit“ auf, um schließlich immer größere Bereich der eigenen Freiheit aufzugeben, und am Ende ein völliger Abhängigkeit zu leben. Der Weg zurück ist – vor allem durch die parallele Gehirnwäsche, nahezu unmöglich.

Oh ja – man/frau kann darüber fantasieren, was wäre, wenn … und das Rollenspiel in Sicherheit und Geborgenheit ist ja der gültige Versuch, ein „was-wäre-wenn“ Spiel zu vollziehen.

Insofern ist auch das, was uns die „Shades of Grey“ vorgaukeln, ein Märchen, eine Mischung aus Cinderella und „Alice hinten den Spiegeln“. Alice ist ein recht gutes Beispiel: Es gibt einen Weg zurück aus der Welt des Spiels, bei dem Figuren gesetzt werden wie auf dem Schachbrett. Die Spiegelwelt ist eine Scheinwelt, in der man sich nicht verirren darf.

Das eigentlich Entscheidende: in der Welt der Realität gib es immer und jederzeit einen Weg hinaus – und die Türen müssen immer offen stehen. Dies gilt im eigentlichen Sinn wie auch im übertragenen Sinn. Man kann körperlich, räumlich, finanziell, emotional und sozial gefangen sein und nicht immer sind die Fesseln sofort erkennbar. Nur, wer ständig Türen öffnen und schließen kann, wie er will, ist wirklich frei.

Lesen Sie dazu auch "notjustbitchy"

Bild: Unbekannter Künstler, Ausschnitt

Wie pervers ist eigentlich ... Pegging?

Pegging ist – oh, oh … das geht’s an die Grenzen. An seine und an deine. Wenn du „anal“ sowieso als pervers ansiehst, und Analverkehr beim Mann als eklig, dann ist es für dich „pervers“. Ansonsten kann es für den Mann alles sein – ein Vergnügen, eine Erniedrigung oder eine Strafe. Wenn du es einem Mann machst, hast du so gut wie nix davon, musst dich aber ziemlich anstrengen, damit es klappt.

Das Schöne für dich: Du hast Macht über den Mann. Und der Mann bekommt dabei Gefühle, die ziemlich ungewöhnlich sind und ihn sehr aufregen können. Manchmal musst du ihn psychisch „auffangen“, wenn ihr es tut.

Wenn du nicht weißt, was Pegging ist - sieh einfach im Lexikon nach. Theoretisch ist es Analverkehr beim Mann, der durch eine Frau mit Dildo-Geschirr vollzogen wird. In dieser Serie vertreten unsere Autoren ihre persönliche Meinung, aber nicht ihre persönliche Praxiserfahrung. Das Wort „pervers“ wird hier im Sinne des bürgerlichen Gebrauchs im 19. Jahrhundert verwendet. Die Verbreitung als Fantasie ist unbekannt, weil darüber keine statischen Fakten vorliegen, Allerdings hat der Vertrieb von Vorrichtungen in den letzten Jahren erheblich zugenommen.