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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Zwei plus eins ergibt drei - oder? Alles was du über Dreier wissen kannst

Prolog

Dieser Artikel über Dreier oder „Triolen“ erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch beruht er auf einer wissenschaftlich nachprüfbaren Basis. Aber immerhin enthält er nahezu alle Informationen, die man aus öffentlichen verfügbaren Quellen bekommen kann.

Wenn Männer träumen, sieht der Dreier oft so aus ...

Was ist eigentlich ein Dreier?

Geschichten über Dreier, die im Internet veröffentlicht werden, segeln oft unter falscher Flagge. Die Autoren schwören, dass sie wahr sind, die Art der Plots entlarvt sie jedoch als „Fakes“. Im Grunde wird immer wieder die gleiche Geschichte mit einigen Varianten erzählt.

Ordnen wir die Sache erst einmal, bevor wir in Details gehen und versuchen, die Wahrheit herauszufinden. Nach wissenschaftlicher Definition sind Dreier dies:

Sexuelle Treffen mit drei Personen, bei der Aktivitäten zwischen mindestens zwei Personen gleichzeitig ausgeübt werden.

Viele Begriffe - ein Ziel: Sex zu dritt

Im engeren Sinne spricht man vom MGTs. (Mixed Gender Threesomes), dann sind es Aktivitäten in gemischtgeschlechtlichen Gruppen. Man unterscheidet zunächst zwischen MFF und FMMund sagt dabei aus, wie das Verhältnis zwischen Frauen und Männer ist: Ein Mann - zwei Frauen oder zwei Männer - eine Frau.

Wichtig ist vor allem, ob die Begegnungen zwischen ausschließlich „heterosexuellen“ Personen stattfinden oder zwischen solchen, die latent oder bewusst an gleichgeschlechtlichen Kontakten interessiert sind.

Ganz zuletzt - und vor allem aus psychologischer und emotionaler Sicht - ist noch wichtig, welche Rolle der/die Dritte spielen soll.

Warum die Theorie? Weil es große Unterschiede in den Erwartungen und Wünschen gibt. Und weil oftmals zu Anfang nicht klar ist, was bei Dreiern geschehen muss, kann, darf oder soll.

Grundlagen - Neugierde, Abenteuerlust und Einstellung zum Sex

Bei Dreiern geht es darum, neue, ungewöhnliche sexuelle Erfahrungen zu erwerben, zu genießen oder zu vertiefen. Dabei können allerdings auch Gefühle wachgerufen werden, die nicht eingeplant werden können: Eifersucht, latente Bisexualität, Scham, Ekel und noch viel mehr. Die beste Einstellung ist deshalb, Berührungen als Berührungen aufzufassen und Sex als Sex - und sonst gar nichts. Paare müssen sich vorher einige sein, was geschehen soll und wie die dritte Person dabei gesehen wird. Der oder die Dritte muss sich klar sein, dass sie möglicherweise nicht viel mehr als eine Art „Spielkamerad(in)“ beim Sex ist.

Gerade der letztgenannte Punkt ist umstritten. Denn offenbar wünscht sich der/die Dritte oft, eine dauerhafte Beziehung zu einem Paar aufzubauen oder weiterzuentwickeln.

Die zwei, die es wagen

Zwei eines Sinnes - doch was ist mit dem Einhorn?
Die meisten Triolen werden von zwei Personen angeleiert, die einander gut kennen. Normalerweise mussten sie einige Hürden überwinden, bevor sie den Entschluss für die „Liebe zu dritt“ fassten. Und wenn es so weit ist, dann wollen sie das meiste für sich selbst aus der Begegnung herausholen. Der/die Dritte ist eine Randnotiz in ihrem Sexualleben.

Das Einhorn, das dazu stößt

Der oder die Dritte, auch „Einhorn“ genannt, hat immer die schlechtere Ausgangsbasis, weil mit dieser Person wesentlich kürzer gesprochen wird und die Entscheidungen deshalb viel schneller getroffen werden. Dies wird in so gut wie allen Ratgebern verschwiegen.

Schwierig: zwei Männer oder zwei Frauen plus Einhorn

Sie gelten als unberechenbar: Zwei Männer, die eine Frau suchen. Bei diesen Begegnungen geht es in der Regel um die Erfüllung von Männerfantasien - zulasten der beteiligten Frau. Zwei Frauen, die einen Mann suchen, spielen oft mit der Neugierde und der Naivität des Mannes.

Bi-Wünsche und Homophobie

Selbstverständlich sollten Bi-Wünsche vorher erkannt sein, aber Menschen mit fließender Sexualität zeigen sie dennoch oft erst, wenn es „zur Sache geht.“ Auch das Gegenteil tritt auf: Homophobe Gefühle, wenn sich zwei Männer zu intensiv berühren, ohne bisexuell zu sein.

S/M-Wünsche und Rollenspiele bei Dreiern

Das gängige Klischee vom "Cuckold"
Bekannt geworden sind Cuckold“-Szenarien, die aus Swinger- und S/M-Kreisen stammen. Doch auch andere Rollenspiele (Wechsel der Geschlechterrolle, Feminisierung, CFNM (1) und andere) kommen vor. Wichtig ist vor allem, dass der/die „Dritte“ genau weiß, was „gespielt wird“.

Erfahrungsberichte, Wunschdenken oder Fakes?

Diejenigen, die wirklich „Dreier“ hatten und darüber sprechen, neigen meist zu Beschönigungen. Hingegen schweigen diejenigen, die sich beim Dreier nicht wohlgefühlt haben - meist aus Scham. Die Mehrheit der veröffentlichten „Storys“ entspringen allerdings der Fantasie.

Die Wissenschaft auf den Rängen - sprachlos und auch vorlaut

Es gibt keine wissenschaftlich exakten Erkenntnisse über Dreier, wohl aber Behauptungen von Wissenschaftlern. Die betont „sexpositiv“ eingestellten Sexologen glauben, dass es dem Paar guttut (und vergessen die jeweils Dritten). Die eher psychologisch ausgerichtete Fraktion warnt vor Verwerfungen in der Beziehung des Paares, das zum Dreier aufruft. Auch bei ihnen spielen „Dritte“ keine Rolle.

Tipps? Oft leichte Kost

Frauenzeitschriften und Magazine für junge Menschen beschäftigen sich gerne mit Dreiern und geben dazu auch Tipps. Allerdings gehen die so gut wie nie von Paaren aus, die bisher „ganz gewöhnlichen Sex“ hatten, ohne viel darüber zu reden. Kritisch betrachtet heißt das: Das Paar als „Wir“ muss sich ebenso wie jede Person als „Ich“ darüber klar werden, wie flexibel Körper und Emotionen sind und was sich daraus ergibt. Wer sagt „Küsse gehen gar nicht“, der sollte sich wahrhaftig überlegen, ob dann „überhaupt etwas“ möglich ist. Sollte es ausschließlich um die Reihenfolge beim „PiV“ (2) gehen, so bleibt nicht viel übrig für die erwünschten sinnlichen Erfahrungen. Ohne Lippen- und Körperküsse, Berührungen aller Art oder (falls erwünscht) Oralverkehr sind Dreier eher eine Art „Sexsport“.

Apropos Sport: Manche Stellungen, die bei Dreier empfohlen werden, erfordern ziemlich flexible Körper.

Eine Abgrenzung zur Dreiecksbeziehung

Wenn Hans mit Grete schläft, aber auch mit Peter, und Grete ebenfalls mit Peter schläft und sie dabei nie zu dritt sind, haben wir eine Dreiecksbeziehung. Das Gleiche gilt natürlich auch, wenn Hans mit Grete schläft, aber eben auch mit Karin, wobei Karin und Grete ebenfalls dann und wann das Bett teilen. Manchmal werden auch „Winkelbeziehungen“ als Dreiecksbeziehungen bezeichnet.

Epilog

Wünsche? Abneigungen? Scham? Hoffnungen? Die Entscheidung, sich an einem „Dreier“ in irgendeiner Form zu beteiligen, kann zu Veränderungen führen. Und ob du wirklich Veränderungen in seinem bis dato „perfekten“ Räderwerk deiner Lüste willst? Das kann kein anderer Mensch für dich entscheiden. Du selbst bist gefragt, und nur du trägst die Verantwortung für dein Wohlbefinden. Wer eigentlich sonst?

Basis des Artikels: Internet-Recherche in Ratgebern, wirklichen und geschönten Erfahrungsberichten, wissenschaftlichen Stellungnahmen und mehr.
(1) CFNM - Begegnungen, bei denen die Frau oder alle beteiligten Frauen Kleidung tragen, der Mann aber nackt ist.
(2) PiV - Geschlechtsverkehr mit "Penis in der Vagina".

Die Woche: wenn die Lust zu uns sprechen soll

Wirkliche Neuigkeiten sind dieser Tage rar. Manche Autoren/Autorinnen fokussieren sich auf die anstehende Wahl, andere nagen immer noch an Covid-Themen herum - und viele sind erstaunt, dass sie im Spiegel nichts anders als sich selbst sehen.

Sinnliche Geschichten in der Liebeszeitung?

Zeit für mich, ein wenig über unsere Zeitung nachzudenken. Seit Monaten erwäge ich, wieder einige wirklich „sinnliche“ Themen zu veröffentlichen. Dabei bin ich in demselben Konflikt wie eh und je. Die Geschichten sollten sich so lesen, dass die Damen leicht erröten, aber nicht so, dass sie wütend auf den Bildschirm einschlagen. Wo die Konflikte bei „erotischen“ Geschichten liegen, ist vielfach beschreiben worden.

Wahre Gefühle oder sinnliche Sensationen?

In einem ersten Artikel geht es um „Gefühlswelten und Wahrheit“. Ganz kurz: Darum, was wirkliche Personen bei gewöhnlichen und ungewöhnlichen sexuellen Aktivitäten verspüren. Im zweiten beschäftigen wir uns damit, wie sinnliche erregende Geschichten geschrieben werden können, wenn die Autoren „nichts dergleichen“ wirklich erlebt haben. Wie auch immer – es ist ein Seiltanz.

Die Fassaden bröckeln: erotische Fantasien

Das Thema „erotische Fantasien“ korrespondiert eng mit dem Thema des „sinnlichen Schreibens“. Denn erotische Fantasien werden von uns in Skripten erlebt, die unsere Wachträume durchziehen. Und sie befremden die Träumer(innen) ebenso wie sie die sexuelle Erregung genießen, die von ihnen ausgehen. Überraschend ist immer wieder, dass hinter den Fassaden und Klischees sehr differenzierte Gefühle lauern.

Armselige Sprache - zu wenig Worte für die Lust und ein Bild

Wir haben wieder einmal ein Foto veröffentlicht – es geht um den „Verlust der Unschuld“ in längst vergangenen Zeiten. Dieser Artikel führte dann wieder zum „erotischen Schreiben und Denken“: Unsere Ausdrücke für die Variationen der Leidenschaft sind wahrhaft armselig.

Zwei Seelen in der Brust - kennst du das?

Ob Realität oder Fantasie – oft spüren wir, dass wir zwei gegensätzliche Dinge von der Liebe oder der Lust erwarten. Keine Panik nötig – das hat natürliche Ursachen – aber von uns wird eben erwartet, dass wir uns entscheiden. Dabei wählen wir nicht zwischen Himmel und Hölle, sondern nur, uns unserer Natur bewusst zu werden oder nicht. Das wäre eigentlich eine sehr einfache Entscheidung, wenn es nicht so viele „Aber“ gäbe.

Sexuelle Orientierung und sexuelle Lüste

Was hätte ich noch an anderen Themen zu bieten? Viele Menschen beginnen, ihre sexuellen Vorlieben zu liberalisieren. Und manche denken, dass habe etwas mit der grundlegenden sexuellen Orientierung zu tun. Nein, das ist nicht so. Rein sexuelle Begierden, Befriedigungen und sinnliche Lüste können auf vielfältige Weise betrachtet werden.

Langzeitpartner gesucht?

Ein erneuter Ausflug in die Partnersuche gefällig? Bei langfristigen Beziehungen entscheidet, sich auf „des Lebens Wogen“ einzustellen. Und nicht darauf, was du dir jetzt erträumst. Also kann sich eine vielseitige, flexible und tolerante Persönlichkeit auf Dauer besser eignen als der „ideale Partner“ für die nächsten drei Jahre.

Zumutungen, Wonnen, Dominanz?

Habe ich euch zu viel zugemutet diese Woche? Andere Themen wären die dominanten Frauen dieser Welt gewesen. Wie real sind sie? Was entspringt der männlichen Fantasie? Wo beginnt das Schauspiel, das „Grand Guignol“ der Lust? Immerhin fand schon die Circe Vergnügen daran, „aus Männer Schweinchen zu machen.“

Falls ihr nicht so krause Gedanken habt: Das Wochenende naht, und Lust und Wonne winken. Und manchmal ist wirklich besser, mal einen Sperling einzuladen als darauf zu warten, dass ein Fasan durch die Tür spaziert.

Wie viel Wahrheit steckt in erotischen Geschichten?

Teilhaben an den Lüsten anderer
Ich habe gewisse Zweifel, dass jemand erotische Geschichten lesen würde, die unzweifelhaft wahr sind. Und ich weiß, dass kaum eine professionelle Autorin oder ein professioneller Autor über ein so reichhaltiges, differenzierte und stets positives Sexualleben verfügt, dass alle Geschichten wahr sein können.

Ob etwas „wahr“ ist oder „glaubwürdig“ ist ein großer Unterschied. Die meisten Menschen versuchen, glaubwürdige erotische Schilderungen in ihre Werke einzubringen. Erstaunlicherweise ist die aber nicht nötig – denn die wildesten Werke der Weltliteratur wie auch der moderne erotische Bestseller „Shades of Gray“ sind weder glaubwürdig noch nachvollziehbar.

Was machen sie dann mit uns? Sie sprechen Instinkte, Begierden und Wünsche in uns an, die wir üblicherweise unterdrücken. Aber wie andere damit umgehen, das würden wir als Leser(innen) eben doch gerne wissen, weil wir heimlich davon träumen. Und genau aus diesem Grund trennen auch Autorinnen und Autoren einen Teil ihre eigenen geheimen Wünsche ab, um ihre Figuren als Stellvertreter vorzuschicken.

Wir schreiben nicht über uns, auch wenn dies viele glauben

Ich habe gelesen, dass wir uns, bevor wir Erotik schreiben, in uns gehen sollten, was sich so liest:

Wir dürfen niemals außer Acht lassen, dass der sexuelle Tenor der Zeit, des Ortes und der Familie, in der wir aufgewachsen sind, unauslöschlich mit unserer Psyche verbunden sind.

Das mag richtig sein, aber es ist kein gutes Konzept. Erotisches Schreiben bedingt zwar, dass wir unser „Selbst“ ein wenig kennengelernt haben. Aber wir schreiben nicht über unser „Selbst“, sondern über einen dünnen Faden, der möglicherweise auch dazu gehört, der aber erst einmal isoliert werden muss, um zu voller Blüte zu kommen.

Das eigene Erleben - meist ungeeignet für Erotik-Geschichten

Mithin schreiben Autorinnen und Autoren ihre erotischen Geschichten nicht nach dem Muster des eigenen, vergangenen Erlebens. Eine Figur muss in die Zeit passen, in die sie gestellt wurde, an den Ort, an dem sie agiert. Und dazu wird sie mit Eigenschaften, Fähigkeiten und Gefühlen ausgestattet, über die sie im Rahmen ihrer sexuellen Wünsche verfügen muss. Und - die Figur darf sie sogar weiterentwickeln, und das überrascht bisweilen sogar ihre Schöpferin.

Dies bringt mich dazu, einer gerade populären Behauptung entgegenzutreten, dies ich ungefähr so liest (Zitat einer Bloggerin):

Wenn du als Cis-Frau schreibst, aber eigentlich ein heterosexueller Cis-Mann bist, dann projizierst du deine eigenen Fantasien über Frauen in deine Figur. In Wirklichkeit sind Frauen (aber) keine eindimensionalen Charaktere, die genau zu deinen Fantasien passen, (sondern) vielseitige Menschen mit (eigenen) Gedanken, Überzeugungen und Wünschen, die oft überraschend sind.

Frauen sind in der Tat vielseitige Menschen – und erstaunlicherweise sind Männer ebenso vielseitig und überraschend. Der Effekt erotischer Geschichten besteht ja gerade darin, dass die Handlung nicht „voraussehbar“ verläuft, sondern Überraschungsmomente enthält. Und schon deshalb versuchen Autorinnen wie auch Autoren, genau diese Momente herauszuarbeiten – bei Frauen und Männern, sogenannten „Heterosexuellen“ und allen anderen Ausrichtungen.

Hinweise: Dieser Artikel wurde hier veröffentlicht, weil wir glauben, dass erotische Literatur für euch interessant sein könnte. Das Zitat der Bloggerin würde auf eine Seite hinweisen, auf die wir nicht verlinken können und wollen. Das andere Zitat entstammt dem Standardwerk "Erotik Schreiben" von Elisabeth Benedict.

Die üblichen erotischen Fantasien - und die weniger üblichen

Sind Fantasien über Nacktheit noch populär?
Das, worüber wir fantasieren, ist das, was wir nicht haben. Das lässt sich weiter ausführen, indem wir sagen: Wir fantasieren über erotische Erlebnisse, die uns innerlich bedrängen, die wir aber im wahren Leben nicht verwirklichen können. Teils sind es Fantasien, die uns zugleich befremden und erregen, und zu einem anderen solche, die uns soweit „ins Abseits“ stellen würden, dass uns selbst wohlmeinende Freunde meiden würden.

Was wissen wir über die geheimen Lüste?

Zunächst wissen wir heute, dass die Fantasien von Frauen und Männern durchaus ähnlich sind. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Lüste der Männer breiter gefächert sind als jene der Frauen. Sodann ergibt sich, dass Frauen viel häufiger über aktive Dominanz fantasierten als angenommen, während Männer sich häufiger in der Rolle der Unterwerfung sahen, als erwartet wurde.

Eine Beobachtung der Forscher folgend, rechneten Frauen aber nicht damit, dass sie ihre Fantasien in die Tat umsetzen würden. Die Männer hingegen suchten zumindest nach Wegen, einige ihrer Wünsche zu verwirklichen.

Kuscheln und Lüste mit Vanillesoße

Welche Fantasien sind wirklich häufig wie Gänseblümchen? Beginnen wir einmal mit den Vanille-Erfahrungen: Blümchensex mit einem vorhandenen Partner oder einem Fremden. Die Befragten schwankten dabei zwar zwischen Kuschelromantik und Abenteuer, doch letztlich ergab sich eine Mehrheit für die Romantik, gefolgt vom Abenteuer mit Fremden und der Lust an gegenseitiger Masturbation. Die Antworten von Frauen und Männer lagen dabei in einem Bereich von „mehr als zwei Drittel“ bis hin zu 90 Prozent.

Mundverkehr – keine Einbahnstraße

Orale Fantasien sind orale Verlockungen
Eine der Überraschungen ergab sich bei der Abfrage von oralen Kontakten, sei es Cunnilingus und Fellatio in der Kombination oder separat. Generell fantasierten Frauen wie auch Männer darüber häufig. Beim gemeinsamen Genuss von Oralkontakten waren es über 75 Prozent, während nahezu 80 Prozent angaben, in ihren Träumen Cunnilingus zu geben. Davon, Fellatio zu geben, träumten immerhin noch fast drei Viertel der Frauen. Männer, die in ihren Fantasien Fellatio gaben und Frauen, die den Cunnilingus aktiv vollziehen wollten, landeten immerhin noch im Bereich zwischen einem Viertel und einem Drittel.

Haremsgedanken und Damenwahl

Was sich bei Oralkontakten zeigte, wiederholte sich bei den Triolen und Orgien. Die Männer führten dabei mit 84 Prozent, soweit nach „Triolen mit zwei Frauen“ gefragt wurden, und sie folgten auch dem Prinzip: „Je größer der Harem, umso mehr will ich der Pascha“ sein (75 Prozent). Doch bereits, wenn man Männer befragte, ob sie in der Fantasie an einer gemischten Gruppe mit mehr als drei Personen teilnehmen würden, sackte der Anteil auf 16 Prozent. Die Frauen dachten ganz anders. Mehr als die Hälfte fand diese Fantasie erregend – der Grund dafür könnte sein, dass es für Frauen attraktiv ist, aus einer Gruppe von Männern wählen zu können.

Lechzen nach Unterwerfung und roten Gesäßen

Sinnliche Dominanz ist ausgesprochen häufig in der Fantasie

Ein Anzeichen für den Wandel der Geschlechterrollen sahen viele Beobachter in den Zahlen, die man über Domination und Submission gewinnen konnte. Sowohl Frauen wie auch Männer erregte die Fantasie, Macht über ihre Partner(innen) auszuüben, und auch die Lust, diese Macht zu spüren, lag bei beiden Geschlechtern über 50 Prozent. Dabei waren durchaus unterschiedliche Empfindungen im Spiel, zum Beispiel wurden passive Fesselungsgelüste häufiger genannt als aktive. Und mit Schlägen nach Art des Herrn Grey und der Frau Anastasia konnten sich deutlich weniger Frauen und Männern anfreunden. Immerhin lagen die Zahlen auch hier noch im Bereich von einem Drittel der Befragten. Hier zeigten sich auch deutlichere Unterschiede zwischen Frauen und Männern: Davon, Frauen zu züchtigen, träumten fast 44 Prozent der Männer, aber nur etwa 24 Prozent der Frauen erregten sich in der Fantasie dadurch, Männer zu züchtigen.

Auf der anderen Seite des Zauns

Das gleiche Geschlecht - sanfte Realität, heftige Fantasie
Aus verschiedenen Studien geht inzwischen hervor, dass die Lust am eignen Geschlecht verbreiteter ist, als man zuvor annahm. Zumindest für Frauen wurde dies wissenschaftlich erhärtet, sodass es kaum verwundet, wovon Frauen träumen. Mehr als ein Drittel der Befragten Frauen grasen in ihren Fantasien auf der anderen Seite des Zauns. Männer sind zurückhaltender, aber unter den 20 Prozent, die entsprechende Gelüst zugaben, waren sicherlich auch heterosexuelle Männer.

Und alles andere?

Einige der sinnlichen Träume, zum Beispiel, Menschen nackt zu sehen, oder sich anderen nackt zu zeigen, haben wir ignoriert. Zudem fanden wir zu wenig eindeutige Daten über anale Lüste heterosexueller Frauen und Männer. Fetische oder fetischistische Aktivitäten waren für meine Begriffe nicht ausreichend spezifiziert, ebenso wie die unterschiedlichen Arten der erotischen Unterwerfung. Wir fanden, dass erotische Flexibilität offenbar in den Träumen zunimmt, während sie in der Realität weitgehend geleugnet oder aus sozialen Gründen nicht praktiziert wird.

Findet ihr euch in diesen Träumen wieder?

Um sich dessen bewusst zu werden, ist nötig, gewisse Schranken des Alltagsdenkens zu durchbrechen. Was vorstellbar ist, offenbart sich nur für diejenigen, die sich in eine Situation vertiefen könnte, nicht für diejenigen, die an der Oberfläche ihrer Gedankensuppe Buchstaben zu finden hoffen. Und in diesem Sinne: Taucht ruhig einmal ab in eure Traumwelten, so wie Millionen andere Menschen auch.

Quellen: Wir nutzen mehrere Quellen. Einige befinden sich in im Archiv der Liebeszeitung - sie gelten als besonders zuverlässig. Andere finden sich in der Fachliteratur und in psychologischen Zeitschriften, zum Beispiel in "Psychology Today" Auch populärwissenschaftliche Publikationen wie diese sind gelegentlich hilfreich.

Gedanken zur Wahrheit erotischer Schilderungen

Erotische Texte - Chance für die Toleranz oder Pornografie?
Die meisten Menschen fragen sich, warum etwas „so ist“. Leider tun sie dies, bevor sie sich jemals damit beschäftigen, wie es ist. Und sie verzichten ebenso darauf, danach zu fragen, wie es sich auswirkt, was da geschieht.

Vom Ekel zur Lust - der Weg zum sinnlichen Vergnügen

Dieser Satz lässt sich auf fast alle Absichten und Gefühle anwenden. Auch auf die Sinneslüste. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ihr einen Zungenkuss für „eklig“ gehalten habt, bevor ihr festgestellt hat, welche Wonnen ihr dabei genießen konntet. Mancher von uns spürte die Abscheu vor einem sinnlichen Oralkontakt, bevor er/sie ihn selbst erleben oder seine Wirkung auf andere beobachten konnte. Sogar so etwas Natürliches und Wundervolles wie eine Penetration, eine Ejakulation oder ein Orgasmus werden oft nur verbal abgehakt, obwohl unser Körper darüber in ekstatische Zuckungen verfällt. Der Fluss der Gefühle, der stetig durch den Körper rauscht, bleibt weitgehend unerwähnt. Es gilt nicht als „fein“, darüber zu sprechen.

Erotische Literatur zwischen Pornografie und gefühlten Fakten

Wie im Alltag, so ist es auch in der Literatur. Nur selten wird beschrieben, wie der Atem, die Berührung mit den Fingerspitzen, den Brustwarzen oder der Zunge auf die Haut wirkt. Ebenso wenig wird deutlich, was saugende Lippen, sanft zubeißende Zähne und scharfe Fingernägel bewirken, obgleich die Nervenenden dabei zu tanzen beginnen. Wir lesen viel zu wenig davon, wie sich Furcht mit Lust vermischt und dabei diese wundersame Erregung erzeugen, die unsere Psyche in einen Zwiespalt drängt. Und dabei sind wir noch nicht einmal bei dem Punkt angekommen an dem wir uns einfach der Lust hinzugeben, ohne noch irgendetwas zu denken.

Die Sorgen der Autorinnen und Autoren

In den meisten Fällen ist es die Furcht der Schreibenden, die sie davon abhält, die sinnlichen Vorgänge plastisch zu schildern. Wenn wir minutiös beschreiben würden, wie der Penis des Liebhabers beschaffen ist und wie die Geliebte sein Eindringen empfindet, würden wir verdächtigt, Pornografie zu schreiben. Tun wir es hingegen nicht, dann werden wir gerügt, weil wie „nichts als sexuelle Handlungen“ aneinanderreihen: Fellatio, Penetration, Ejakulation. Wir könnten uns im Grunde sparen, solche Dinge überhaupt zu erwähnen. Weiß nicht jede Frau, wie ein Penis in sie eindringt? Und ist nicht von vornherein klar, dass die Sache nur ein paar Minuten dauert? Was gäbe es da wohl zu beschreiben? Nun, ich denke, dass viel von euch recht dankbar wären, wenn die Autoren erotischer Schriften sich die Mühe machen würden, diesen „wenigen Minuten“ wenigstens drei oder vier Seiten zu widmen.

Die Grenzgebiet der Lust - nein, wir leben nicht dort

Eine andere Erfahrung, die jeder Autor einmal macht, ist sich auf Grenzgebiete zu begeben, von denen er nichts viel weiß. Einerseits fürchtet er, die Gefühle jener zu missachten, die in diesen Gebieten zu Hause sind. Andererseits bleibt kaum jemandem die gegenteilige Erfahrung erspart. Denn weil wir etwas über das Grenzland schreiben, wird angenommen, dass wir darin leben.

Typische Themen dieser Art sind harsche Flagellationen, heftige Schmerzerlebnisse, sexuelle Unterwerfungen und homoerotische Szenen. Es gibt durchaus Menschen, die bezweifeln, dass heterosexuelle Frauen glaubwürdige Geschichten über schwule Männer schreiben können und umgekehrt. Und nicht nur das: Behauptet wird, Männer könnten überhaupt nicht glaubwürdig beschreiben, was irgendeine Frau empfindet, gleich, ob hetero- oder homosexuell.

Wir lernen, uns in unsere Figuren hineinzuversetzen

Es ist eine völlig absurde Welt, in der all dies behauptet wird. Schreibende Menschen versuchen, sich in Körper, Geist und Psyche ihrer Figuren hineinzuversetzen. Es sind nicht einfach „ihre Geschöpfe“, die wie Marionetten an ihren Fingern kleben. Vielmehr führen die Figuren ein Eigenleben, das sich von Satz zu Satz immer deutlicher zeigt.

Ich will dies noch etwas verdeutlichen: Ein Mann muss weder ein Kleid noch Strapse getragen haben, um zu beschreiben, wie eine Person feminisiert wird. Es reicht völlig, wenn er sich in die Situation hineinversetzt. Entsprechendes gilt für männliche wie weibliche Autoren, die niemals Fellatio ausgeübt hat – auch dabei reicht es wirklich, sich vorzustellen, wie es sich anfühlen und schmecken würde.

Befremdet euch das, was ich hier schildere?

Bei alldem, was ich hier schreibe, spüre ich, wie Einige von euch reagieren könnten. Befremdet und schockiert lest ihr, wie das Unsägliche in Worte gefasst werden könnte. Ihr fürchtet, dass sich Fantasien entfesseln könnten und wie widerwärtig es für euch wäre, wenn ihr es lesen müsstet.

Oh – ihr müsst es nicht lesen. Nur solltet ihr wirklich wissen, wie etwas Sexuelles vor sich geht, bevor ihr es ablehnt oder gar verurteilt.