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Du hast Probleme, jemanden kennenzulernen?

Du hast also Probleme, jemanden kennenzulernen, der dich mag und den du magst? Im Klartext heißt das fast immer (erschrick nicht), dass du Probleme mit dir hast.

Warum Rat nicht immer hilfreich ist

Wenn du anderen davon berichtest, was ja angeblich hilfreich sein soll, bist du in Wahrheit angeschmiert. Nicht mit dem anderen Geschlecht zurechtzukommen, gilt einerseits als Makel, andererseits als gesellschaftliches Übel.

Hält dein Gegenüber es für einen Makel, so wird er einen Kübel mit Unrat über dich auskippen – Kritik oder Bezichtigungen werden auf dich einprasseln. Das Fazit: Du bist die Wurzel allen Übels. Aber das bist du nicht – es ist nur nötig, über dich nachzudenken.

Glaubt dein gegenüber, deine Probleme basierten auf einem gesellschaftlichen Übel, so tritt das Gegenteil ein: Du bist für gar nichts verantwortlich. Die anderen sind schuld. So zu beraten, grenzt an Betrug, denn es ist wesentlich einfacher, sich selbst zu ändern als die Welt zu verändern.

Sitz du einem Klugscheißer (es gibt auch Klagscheißerinnen) gegenüber, so bombardiert er dich mit Lösungen, ohne dein Problem zu begreifen. Das kannst du vergessen.

Beginne bei dir, bevor du dir Rat holst

Also: Du hast Probleme mit dir, aber du weißt nicht welche. Es kann sein, dass du nicht sehr viel Fähigkeiten entwickelt hast, die anderen gefallen könnten. Dann wäre es gut, eine Liste zu erstellen, welche Fähigkeiten du an dir erkannt hast. Das ist nicht einfach, aber irgendwie musst du mal anfangen.

Ebenso ist es möglich, dass du dein Problem auf eine Art lösen willst, die für dich nicht funktioniert. Das ist zum Beispiel so, wenn dir „immer wieder das Gleiche“ passiert. Dann könnte dir helfen, neue Leute kennenzulernen, die ganz andere Ansichten, Fähigkeiten oder Möglichkeiten haben. Man nennt so etwas eine „Lösung zweiter Ordnung“.

Was ich dir noch sagen kann? Denk nicht so viel „vor und zurück“. Sieh dir an, was im Moment passiert, was du jetzt denkst und fühlst. Beobachte dich mit deinen eigenen Handlungen und Gedanken.

Es wäre schön, wenn dir das, was ich hier schreibe, helfen würde. Ich schreibe es ohne wirtschaftliche Interessen.

Cuffing - einkuscheln für den Winter?

Diese Art von "Cuffing" war nicht gemeint
Die WIENER will entdeckt haben, dass jetzt „Cuffing“-Saison ist. Gebildet, wie Wiener-Redakteurinnen so sind, hätten sie auch bei Rilke nachlesen können:

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.


Was die Psychologie so sagt

Man kann auch, wie COSMO, eine Psychologin fragen. (Ist euch schon aufgefallen, dass Redakteurinnen immer einen Psychologen aus der Tasche ziehen, wenn sie eigentlich gar nichts wissen?)

In der Cuffing-Saison wollen die Menschen eine ernsthafte Beziehung eingehen", sagt die … Psychologin Dara Bushman, und … das kalte Wetter und der Mangel an Außenaktivitäten sowie fehlender Sonnenschein führen dazu, dass Singles einsam und verzweifelt werden.


Eingeflüstert wurde dies allen offenbar von Kontakten zu Instagram, dem Portal für alle, die glauben, sie müssten den überflüssigen Fotos noch weitere, weitaus überflüssigere, hinzufügen. 157.084 Beiträge sollen dort existieren, und es werden angeblich immer mehr.

Zeit zum Einkuscheln
Gefühlte Einsamkeit ab Herbst

Und .. es ist wirklich so. Die Furcht davor, einsam zu überwintern bringt viele Beinahe-Pärchen dazu, nun doch noch Paare zu werden und sich miteinander zu verketten. Und tatsächlich werden dabei auch noch ein paar „Schnäppchen“ mitgenommen. Denn die Spätzin im Bett ist besser als der Milan auf dem Turm – oder wie das heißt.

Ist es OK, gemeinsam zu überwintern?

Wenn ihr mich jetzt fragt, ob so etwas Sinn hat: Solange ihr niemanden aus purer Langeweile schwängert oder euch schwängern lasst, ist das absolut OK. Der Frühling mag andere Pläne mit euch beiden haben (oder ihr mit dem Frühling), aber es gibt auch noch nächstes Jahr und übernächstes Jahr. Und immerhin reden wir von sechs Monaten (Oktober bis März), über den Daumen also 180 Tage mit gleich viel Nächten. Was bei nicht nachlassender Begierde immerhin ungefähr 120 Tage der Wollust erlaubt.

Egal wie, egal was, egal warum … das winterliche Einkuscheln hat schon mancher Frau und manchem Mann mehr lustvolle Nächte gebracht als zehn Jahre Sommerurlaube. Und überhaupt schafft das gemeinsame Sitzen auf dem Sofa auch Gelegenheiten, vorsichtig über die Zukunft zu sprechen.

Also … pickt die reifen Früchte auf, bevor sie zu Fallobst werden.

Foto: Oben Quelle unbekannt. Unten: "liebesverlag.de", © 2019

Triff einen introvertierten Mann – trotz mancher Zweifel

Wo mag er mit seinen Gedanken wirklich sein?
Zuerst die schlechte Nachricht: Es gibt einige Frauen, die einen introvertierten Mann trafen, aber sich nicht darüber klar waren, wie sie mit ihm umgehen konnten. Zu meinem Leidwesen schreiben sie ab und an Artikel, die dann beispielsweise so enden:

Du wirst nie wirklich wissen, (warum er dich verlässt). Wenn du einen solchen Mann triffst, verliebe dich nicht. Du wirst von einem intelligenten, introvertierten Mann niedergemacht, am Boden zerstört und psychisch vernichtet.


Die gute Nachricht: Das muss nicht sein. Jeder Mann, ob introvertiert, extravertiert oder „irgendetwas in der Mitte“, hat Gefühlsregungen. Doch Männer haben auch Gründe, nicht alle Gefühle offenzulegen, insbesondere, weil sie immer wieder glauben, Kokurrenten zu sein und deshalb ihre Schwächen zu verbergen. Die hat jeder Mann, glaub mir.

Frauen sehen ganz allgemein im Mann, was sie sehen wollen. Auch die Autorin des Zitats handelte so. Sie sah seine brillante Intelligenz, lobte seine Liebe und seinen Sex – und wusste eigentlich gar nichts von ihm. Das kann jeder Frau passieren, aber es ist recht typisch für Frauen, die mit der Psyche introvertierter Männer nichts anfangen können.

Ein introvertierter Mann ist nicht gewohnt, sich zu rechtfertigen. Wenn die Beziehung in ihm abkühlt, will er nicht darüber sprechen. Er hofft darauf, dass die Frau es selbst bemerkt - schließlich gelten Frauen als „feinfühliger“ für Beziehungsprobleme. Und er fürchtet die Begründung für eine Trennung – oftmals schon allein deshalb, weil er selbst keinen objektiven Grund nennen könnte.

Seine Welt - und deine Welt als Zuflucht

Die einzige Möglichkeit, ihn zu verstehen, besteht darin, ihn in seiner Welt leben zu lassen und ihm deine Welt als Zuflucht anzubieten. Er braucht einen Anker im „Hier und Jetzt“. Und er wird dort solange ankern, wie er sich sicher ist, dass er dorthin ohne Furcht und Zweifel zurückkehren kann.

Die meisten ausgesprochen klugen, introvertierten Männer denken überwiegend logisch. Sie haben oftmals Berufe, in denen sie Probleme lösen, und sie haben die Fähigkeit, auch potenzielle Probleme anzugehen.

Auf der anderen Seite sehen sie aber Problemlosigkeit als Basis der Beziehung, in der sie leben. Die meisten Frauen sind davon abgenervt, wenn sie ein „Problem besprechen“ wollen und der Introvertierte Lösungsansätze bietet. Er kann gar nicht anders. „Über ein Problem zu sprechen“ ohne ein Ziel vor Augen zu haben ist für ihn vertane Zeit. Mehr dazu schrieb ich auf "sehpferd".

Anders kommunizieren - und Metakommunikation einsetzen

Wenn du mit einem Introvertierten sprechen willst, musst du Metakommunikation beherrschen. Du musst ihm sagen, warum du etwas mit ihm besprechen willst, und dass du jetzt keine Lösungen erwartest, sondern einfach mal darüber reden willst. Dann geht er in den „Zuhör-Modus“, denkt sich etwas zu dem, was du sagst, und antwortet erst, wenn er alles verstanden hat. Ein Introvertierter geht nicht davon aus, dass seine eigenen Gefühle verstanden werden, aber er bemüht sich ebenso, Gefühle anderer zu verstehen, sobald sie in Worte umgesetzt werden. Er ist also nicht „gefühlsarm“, sondern weigert sich nur, „unscharfe Gefühle“ zu akzeptieren.

So kannst du ihn erfahren und genießen

Das heißt: Du kannst wissen, was er denkt und fühlt und warum er dich will – und nur dich. Und wenn ihm etwas Freude macht – sei es Lust, Essen oder ein geistiges Vergnügen – dann versuche, es mit ihm zu teilen, genieße es selbst und sorge für seinen Genuss. Und wenn das alles so ist, dann läuft er dir auch nicht weg. Und „psychisch vernichtet“ wirst du nur, wenn du zuvor zu viel Illusionen hattest.

Anmerkung: Artikel der verlinkten Art werden oftmals von Frauen geschrieben. Dann sind die Männer immer die "Bösen". Sind Frauen eigentlich nie introvertiert? Und wurde niemals jemand von einer Frau verlassen, die Physikerin oder Mathematikerin war?
Bild: Buchillustration, um 1935, möglicherweise von Charles Laborde, Autor, Journalist, Maler und Grafiker, Teilansicht

Die Dating-Saboteurin

Beim Date auf dem Folterstuhl? Nein, Danke ...
Wahrscheinlich bist du ihr schon einmal begegnet – der Dating-Saboteurin. Sie trifft dich, um dich niederzumachen. Manchmal weiß sie es und tritt als vampiristische Psychotherapeutin auf: Erst mal das Selbstbewusstsein aufsaugen wie Blut, dann den geschundenen Mann liegen lassen.

Oftmals weiß sie es aber auch nicht. Dann sabotiert sie jede neue Liebesbeziehung, und dies nicht einmal sofort, sondern wenn sie bemerkt, dass diese doch wieder zu Zuneigung fühlt.

Zitat: (1)

Jeder meiner Versuche machte die Sache nur noch schlimmer. Wann immer eine Beziehung aufblühte, sprühte ich schwarze Farbe über die Blütenblätter und trat sie anschließend zu Tode.

Es gibt sie, die Dating-Saboteurinnen

In der Praxis sieht das meist so aus: Du erzählst deine Geschichte, und sie kritisiert dich für dies oder jenes. In der Jugend erfährst du, dass du nichts aus dir gemacht hast, oder dass du einer Frau nicht genügend bieten kannst. In mittleren Jahren wird bohrend nachgefragt, warum du noch nicht Vater warst oder dies nicht werden willst. Und in höheren Jahren fragt man dich, warum du so wenig Eigentum angesammelt hast oder so oft geschieden wurdest.

Goldgräberinnen haben Geldscheine in den Augen

Klar – es könnte sein, dass du ihr nicht gut genug bist. Oder dass du dich nicht als sklavischer Wunscherfüller ihrer Bedürfnisse eignest. Und es kann auch sein, dass du an eine der modernen Goldgräberinnen gerätst, die solange von Ast zu Ast hüpfen, bis sie einen Dummen zum Heiraten gefunden haben.

Serviere deine Dating-Saboteurin so schnell wie möglich ab

Wenn es aber eine Dating-Saboteurin ist, dann kürze um Himmels willen dein Date ab. Sag ihr, dass sie sicherlich in allem Recht hat und du demnächst in dich gehen wirst und dich ändern.

Darauf wartet sie sowieso nicht. Sie verachtet dich, wie du bist und wie du sein wirst, weil sie sich selbst verachtet.

(1) Der Artikel vom Dezember 2017 ist deutlich aufschlussreicher als das Zitat.

Was wirklich passiert bei der Online-Partnersuche

Gefangen im Netz der Daten - oder bestimmt vom freien Willen?
Bei kaum einem Prozess im Internet geben die Nutzer so viele intime Daten preis wie bei einer Online-Partnervermittlung. Die Vermittler behaupten, über ausgeklügelte Programme zu verfügen, die daraus sehr genaue „Matches“ (Passungen) bei Paaren herbeiführen können.

Licht ins Dunkel der "Partnerübereinstimmungstests" bringen

Über diese „Persönlichkeitstests“ gibt es zahlreiche haarsträubend unzuverlässige Meinungen, und ich will versuchen, etwas Licht in das Dunkle zu bringen.

Harte Daten sind nötig

Die Daten bestehen immer aus zwei Teilen: sinnreichen Suchkriterien, die zum Beispiel das Alter oder die Region, gelegentlich auch Bildung und Einkommen abfragen. Je primitiver die zusätzlichen „Kriterien“ sind, umso mehr wird nach bevorzugten Speisen, Hobbys, Lese- und Musikvorlieben gefragt. All diese Daten haben den Vorteil, dass man sie leicht abmixen kann. Das heißt, die Regionen, Bildungsstände und Altersgruppen können fein säuberlich zusammengebracht werden. Ähnlich verhält es sich bei den „Geschmäckern“.

Weiche Daten sind fragwürdig

Der zweite Teil besteht aus den „weichen Daten“, zu deren Auswertung nach Meinung des primitiv gestrickten Internet-Users unheimlich viel „Wissenschaft“ eingeht. Tatsächlich arbeiten an den Fragebögen Psychologen mit, deswegen können die Fragestellungen als „psychologisch“ bezeichnet werden. Die angeblichen „Passungen“ hingegen folgen keiner exakten Wissenschaft, sondern beruhen auf unscharfen Annahmen.

Der freie Wille und der unsichtbare Dating-Guru

Die Frage, die sich nun für den Partnersuchenden stellt, heißt: Unterwerfe ich mich dem geheimnisvollen Diktat der Algorithmen oder folge ich meinem freien Willen?


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