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Abgewrackter, verlogener Autor sucht furchlose Auftraggeber

Aus dem letzten Loch pfeifen ...
Ein abgewrackter Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, wie eine Ex-Rundfunkredakteurin meint, sucht neue Aufgaben. Der Mann ist völlig ahnungslos und kein Mensch kennt ihn. Wie Sie darüber hinaus bei der Ex-Radio-Frau nachlesen können, kommt er im Duo mit seinem absolut untragbaren Alter Ego, dessen Beiträge „auf den Index gehören“. Und ... nicht weitersagen: er schreibt auch für Sie.

Obgleich er, wie die Dame vom Sender meint, aus dem letzten Loch pfeift, weil er auch kleine Aufträge annimmt, ist er dennoch nicht für „Einen Appel und ein Ei“ zu haben. Tatsächlich nimmt er weder Hundefutter noch Brotrinden an, sondern verlangt stattdessen gutes Geld für sein höchst überflüssiges, sinnloses und frevelhaftes Tun.

Falls Sie also furchtlos sind und jede Menge Kohle zum Fenster rausschmeißen können, dann treten Sie bitte auf eigene Gefahr und bei vollem Risiko mit diesem schrecklichen Menschen in Verbindung. Er bietet Ihnen eine scharfe Zunge mit kühlem Kopf an. Darüber hinaus kann er in fast jeder anderen Tonlage schreiben. Man sagt von ihm, er könne sogar positiv über Produkte schreiben, die andere nicht einmal mit der Kohlenzange anfassen würden.

Wann? Ab Januar 2016, Wie? Freiberuflich. Standort: Internet.

Nachtrag: Es fanden sich schon furchtlose Auftraggeber. Ausgebucht bis Ende Februar 2016. Anfragen sind willkommen, falls Sie langfristig planen.

Kontakt: .

Haste mal nen Euro?

Falls Sie reich werden wollen mit der Schriftstellerei oder dem Online-Jouralismus, empfehle ich ihnen, mal einschlägige Angebote zu lesen (in besseres Deutsch gebracht, sonst im Original):

„Die Bezahlung variiert zwischen ein und fünf Euro pro Beitrag. Kommt auf die Qualität, die Länge und den Unterhaltungsfaktor an.“

Nehmen wir einmal an, diese Blogbeiträge hätten die übliche Länge von ca. 300 Wörtern, dann wäre die minimale Bezahlung pro Wort 0,003 Cent, die maximale Bezahlung 0,016 Cent.

Ich persönlich nehme für neue Auftraggeber und beliebige Blogbeiträge inzwischen 0,06 Cent pro Wort, für Stammkunden 0,04 Cent pro Wort – und auch davon kann man nicht leben, wenn man auf das Geld angewiesen ist.

Gebhard Roese: Ich preise mich nicht an, ich bin

Sich zum Leser durchkuscheln? Nein, eher nicht
Da gibt es eine Story im Internet über mich, die ich geflissentlich ignoriere – denn ein Satz stimmt sinngemäß an der Story: Wer sich im Internet bekannt macht, der setzt sich auch der Kritik aus. Jedenfalls dann, wenn er eine klare und eindeutige Meinung vertritt. Manche Presseorgane und deren Redakteure mögen mit ihren Lesern "kuscheln" - ich vermeide es, so gut es geht.

Was sage ich zu Vorwürfen gegen meine Person? Zunächst einmal: Ich bin Gebhard Roese und erlaube mir, auch angesehene Personen zu kritisieren. Man nennt dies das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Dann: Ich bin in erster Linie freier Schriftsteller und schreibe hauptsächlich Content. Wer in dieser Branche tätig ist, weiß, dass hier weder Milch noch Honig fließen: Die Konkurrenz ist groß – und sie arbeitet teilweise mit Dumping-Preisen unter zwei Cent pro Wort. Das ist nicht vergleichbar mit dem angenehmen, angesehenen Leben, das es möglicherweise in den goldenen Zeiten von Presse und Rundfunk gab. Wer glaubt, etwas über mich zu wissen, den muss ich belehren: Content, für den man mich beauftragt, trägt selten meinen Namen. Meine Texte für Kataloge und Ratgeber schon gar nicht. Ich schreibe also viel mehr, als unter meinem bürgerlichen Namen veröffentlicht wird.

Bei alledem: Ich preise mich nicht übermäßig an. Etwas Werbung ist – neben persönlichen Kontakten – nötig. Ich weiß, wovon ich schreibe, und ich schreibe selten über etwas, das ich nicht gründlich analysiert habe. Wenn ich als Redakteur tätig bin, was sicherlich bekannt ist, forsche ich oft gründlicher nach, als dies die üblichen Journalisten in unseren Tageszeitungen gewohnt sind.

Ein letztes Wort: Pseudonyme sind wichtig. Nicht nur Tucholsky benutzte sie – jeder, der unterschiedlichen Sparten zuhause ist, verwendet sie. Das ist nicht nur unser Recht, sondern dient auch dem Schutz unserer Privatsphäre.

Wer all dies beklagt und bekrittelt, der mag es tun. Ich bin Gebhard Roese, und ich schreibe für Sie. Übrigens auch für Sie, die Sie dies her gerade lesen.

Bild oben: Etwa zur Zeit der Jahrtausendwende.

Autorenforum: Die erotische Schilderung

In meinem letzten Beitrag habe ich versucht, euch zu sagen, wie du einen erotischen Prozess lange ausdehnen kannst. Es macht deine Leserinnen und Leser nicht nur neugierig, sondern sie fühlen sich auch so, als wären sie dabei.

Beim Lesen erotischer Literatur kannst du dich ja entweder als Voyeurin/Voyeur fühlen oder als Beteiligte/Beteiligter. Beides ist gut. Ganz schlecht ist hingegen, nur Schilderungen nach dem Motto „und dann … und dann“ zu hören. Um dir ein Beispiel zu geben, was du erreichen kannst, lies bitte diesen kurzen Abschnitt. Die Verführung hat noch nicht einmal im Ansatz begonnen, und du hasst schon 63 Wörter zu Papier gebracht:

«Ich spürte, wie die großen, begehrlichen Augen der fremden Frau meinen Körper abtasteten, wie sie an meinen Brüsten hängen blieben und an meinen Hüften, bis sie schließlich zu meinen Schenkeln herunterwanderten. Einem inneren Instinkt folgend, verschränkte ich die Arme und presste die Beine zusammen. Ich erschauerte, als sie zu mir herüberkam und mit rauer, sinnlicher Stimme fragte: „Nehmen Sie einen Drink mit mir?“ »

Das Ganze wirkt für sich selbst – aber eingebettet in eine längere Geschichte über eine schwüle Sommernacht in New Orleans und zwei Frauen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft lässt sich die Geschichte natürlich noch sinnlicher ausgestalten. Du siehst: Hier werden männliche und weibliche Voyeure bestens bedient, aber auch die Verführerin und die Verführte. Da die Verführung in diesem Fall gegen anfänglichen Widerstand stattfindet, lässt sich die Geschichte wundervoll entwickeln. Die Protagonistin kann schildern, wie sie immer wieder Hemmungen beschleichen, sie dann aber der animalischen, wilden und vielleicht auch berechnenden Verführerin völlig verfällt.

Eine solche Schilderung kann über viele, viele Seiten eines Buches gehen und sie kann viele Facetten haben – von sinnlich-feminin bis zu zupackend-vulgär.

Ich will nur ganz kurz erwähnen, was du beispielsweise einarbeiten könntest:

- Wie du zum ersten Mal mit einer Freundin übernachtet hast und ihre euch beinahe/tatsächlich etwas/sehr intensiv „nahe gekommen“ seid.
- Wie du die zärtliche, aber bestimmte Verführung genießt und deine Wonne schilderest, die du dabei empfindest.
- Wie du zwischen Lust auf die fremde Frau und Abscheu vor ihrer Obszönität hin- und hergetrieben wirst.
- Wie dein Mund lügt, während dein Körper wollüstig auf den Fortgang der Verführung wartet.

Dies alles sind nur Nuancen eines positiven Ausgangs der Verführung. Es ist auch möglich, einen Wandel zum Schlechten oder eine moralische Komponente einzubauen.
Nun - habe ich dich heute angeregt, selber zu schreiben?

Nimm bitte dies mit:

Lerne, erotische Situationen ausführlich und gefühlsbetont zu schildern – denke daran, dass nicht nur Wollust ein Gefühl ist, sondern auch der kalte Schweiß, der dich befällt, wenn du unbekanntes Terrain betrittst.

Reichere die Situation mit Erinnerungen, Erfahrungen, freudschen Über-Ich Einspielungen (“ich erinnerte mich an den eiskalten Ton meiner Mutter, als ich …) oder einem Zwiespalt an – das schafft Nähe zum Leser und macht deine Geschichten literarisch wertvoller.


Copyrightvorbehalt: Das hier verwendete Fragment erscheint unter © 2010 by Liebeszeitung.de. Es darf nur unter der Voraussetzung in eigene Publikationen verwendet werden, dass mindestens vier Fünftel des späteren Textes ein Eigenprodukt der Autorin oder des Autors ist und dass auf die Liebeszeitung als ursprüngliche Quelle der Idee verwiesen wird. Ein Beleg dafür wird erbeten.

Hinweis der Redaktion: Wir veröffentlichen diese Artikel nun unter dem Stichwort: "Autorenforum", wiel es hier nicht um erotische Literatur an sich geht, sondern um die Möglichkeiten, sie zu produzieren.

Autorenforum: Erotisch Schreiben und Qualität

In all meinen Überlegungen für euch Autorinnen und Autoren versuche ich, euch zu sagen: Schreibt literarisch so hochwertig, wie es euch möglich ist. Ich sage das vor allem, weil ich es persönlich für wichtig halte, aber ich sage es auch, damit ihr euch nicht gleich als Pornografinnen oder Pornografen verdammt werdet.

Doch ich muss euch auf der anderen Seite auch dies sagen: Erotisch und literarisch hochwertige Qualität verkauft sich nicht gut. Der Stil der bekanntesten deutschsprachigen Autorin, Sophie Andresky, ist seltsam flach und leblos, und dennoch lieben viele Menschen ihre Bücher. Tatsächlich verkaufen sich humorvoll geschriebene, etwas seichte, aber durchaus frivole Bücher am besten. Sie erreichen auch ein Publikum, das für die erotische Literatur immer wichtiger wird: Frauen. Sehr anspruchsvolle Erotik hingegen, wie etwa der erotische Roman „Amatista“ (Alicia Steimberg) verkauft sich nicht besonders, weil er sogar für weibliche Leser nicht anregend genug ist.

Du kannst unterscheiden (und wählen):

1. Hochwertige erotische Literatur sinnlicher Art – meist in Form von Erzählungen, vielfach innovativ, spricht überwiegend Sammler und Liebhaber erotischer Werke an.
2. Spektakuläre Literatur, die ein brisantes oder immer wieder diskutiertes sexuelles Thema beinhaltet („Geschichte der O“, „Venus im Pelz“)
3. Gebrauchsliteratur mit ein wenig literarischer Qualität, aber einigen interessanten Schilderungen gewöhnlicher Sexualität inklusive weiblicher Bisexualität („Emmanuelle“)
4. Gebrauchsliteratur ohne literarische Qualität, aber mit interessanten erotischen Aspekten (Vögelfrei).
5. Spezialliteratur unterschiedlicher Qualität für besondere Klientel (Schmerzliebhaber, Bisexuelle, Homosexuelle)
6. Masturbationsliteratur, bei denen der Geschlechtsakt oder andere sexuelle Handlungen im Mittelpunkt stehen.
7. Aufsätze nach Teenagerart, die ein jugendliches Publikum anziehen, aber weder einen literarischen noch einen „aufgeilenden“ Charakter haben.

Es ist nicht leicht, erotisch zu schreiben, ich schwöre es dir. Erotik verlangt den langsamen Aufbau des wilden, verwegenen Gefühls, wirklich nach dem Körper des anderen zu gieren. Das aber dauert den meisten Männern zu lange, die sich meistens in drei bis fünf Minuten an deiner Geschichte aufgeilen wollen. Also muss alles ziemlich schnell gehen, was wieder die Entwicklung lebendiger Gefühle hemmt. Schreibst du für Frauen, dann darf die Zeit von der ersten Berührung zur finalen Erregung länger dauern, und du kannst diel mehr über die Gedanken deiner Heldinnen und Helden schreiben.

Ein gutes Beispiel für die erotische Wirkung einer Geschichte ist der Übergang zwischen vollständiger Bekleidung zur Nacktheit, gleich, ob man sich selbst auszieht oder ausgezogen wird. In einem Klassiker, „die Kallypigen“ wird dieser Prozess erotisch in die Länge gezogen: Die junge Bedienstete Margaret wird zunächst aufgefordert, „die Röcke zu heben“, und erst vier Seiten später kommt sie der Aufforderung nach, sich „ganz nackt“ zu präsentieren. Du meinst, die Frauen trugen damals noch mehr Unterkleider? Nun, es kommt nicht darauf an, sondernd darauf, wie ausführlich du die Situation schilderst, in der du dich ausziehen musst.

Eine moderne Form könnte so aussehen:

„Ich hatte mich besonders schön gemacht, um im Hause von Frau K. zu glänzen, schließlich sollte ich ja einigen Unternehmerinnen vorgestellt werden, bei denen ich einen guten Eindruck hinterlassen wollte. Ein weißes fliederfarbenes Sommerkleid, passende Unterwäsche und High Heels hielt ich für die richtige Ausstaffierung für den Termin, denn schließlich hieß es, alle seinen in der Mode- und Schönheitsbranche.

Ich bemerkte, dass man mich nur kurz, aber durchdringend ansah, als ich auf dem Stuhl Platz nahm, vor dem im Halbkreis fünf elegante gekleidete Damen saßen. Ich dachte, ich würde jetzt wegen meiner Fähigkeiten angesprochen, aber Madame K, sagt zu meiner Überraschung: „Stehen Sie bitte auf und heben Sie ihren Rock bis zur Hüfte.“ Ich stand auf und wandet mich an die Damen: „Das ist ein Scherz von Ihnen nicht wahr? Ein kleiner Test?“ Nachdem die Damen eine Weile geschwiegen hatten und mich einfach still stehen ließen, kam Madame K. auf mich zu und sagte leise und freundlich, aber bestimmt: „Wenn ich Ihnen sage, sie sollen den Rock bis zur Hüfte hochheben, dann ist das kein Scherz – oder soll ich Ihnen etwa den Rock selber anheben, um Ihre Schenkel zu sehen?“


Verlassen wir hier die Geschichte, nicht wahr? Du wirst unschwer erkannt haben, wie lange man diese Szene ausdehnen kann, bis die Bewerberin bei ihrem Vorstellungsgespräch ganz nackt dasteht, und ab dann geht die eigentliche erotische Geschichte ja erst los.

Dies aber kannst du dir merken: An der Nacktheit ist nicht das Nacktsein wichtig, sondern das meist schamvolle Ausziehen, das Überwindung kostet. Wem die Scham des Ausziehens selbst nicht reicht, kann noch Peinlichkeiten einführen: von der völlig unpassenden Unterwäsche über Höschen, die nicht ganz sauber sind, die Spuren einer wilden Liebesnacht, die nicht beseitigt werden konnten, und deutliche Male von vorausgegangenen sinnlichen Strafen.

Copyrightvorbehalt: Das hier verwendete Fragment erscheint unter © 2010 by Liebeszeitung.de. Es darf nur unter der Voraussetzung in eigene Publikationen verwendet werden, dass mindestens vier Fünftel des späteren Textes ein Eigenprodukt der Autorin oder des Autors ist und dass auf die Liebeszeitung als ursprüngliche Quelle der Idee verwiesen wird. Ein Beleg dafür wird erbeten.