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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Partnersuche: Schau auf die Möglichkeiten - nicht auf die Vorstellungen

Eines der Hauptprobleme bei der Partnersuche ist ohne Zweifel, auf eine Mischung von gegenwärtigen Bedürfnissen, Vorstellungen, Hoffnungen und Wünschen zu setzen.

So verständlich dies auch sein mag: Eine wirklich intensive Beziehung ist auf viele Jahre, möglicherweise Jahrzehnte oder auch ein ganzes Leben angelegt.

Das heißt: Die sogenannten „Prioritäten“ können sich ändern. Fall du also deine „Kriterienkataloge“ am Anderen abarbeitest, bekommst du vielleicht denjenigen, den du im Moment am dringendsten benötigst. Aber nicht denjenigen, mit dem du die besten Zukunftsaussichten hast.

Was kannst du stattdessen tun?

Du könntest nach einer Person suchen, die ein gutes Fundament für eine stabile Beziehung verspricht und zusätzlich Lust hat, sich mit dir zu verändern und neue, gemeinsame Ziele zu entdecken. Oder mit anderen Worten: Suche nach Potenzialen statt nach Eigenschaften.

Und die Liebe? Am Besten, du lässt sie zu, wenn du dir sicher bist. Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sie beim ersten Date unter dem Tisch hervorschaut.

Warum ich weiter leidenschaftlich über die Liebe schreibe

Propagandaschriften für junge Menschen, 1960er Jahre
Wenn wir hier über Liebe schreiben, lesen oder diskutieren, sollten wir immer im Auge haben: „Liebe“ ist ein sehr ungenaues Gefühl. Und wir rücken sie uns im Alltag stets so zurecht, wie wir es gerade brauchen.

Insofern ist es recht müßig, über „wahre“, „ewige“ oder „spontane“ Liebe zu schreiben. „Liebe“ ist zu einem enormen Teil das, was wir dafür halten. Nur die Soziologen und religiösen Eiferer versuchen, uns ihre Definitionen ins Hirn einzubrennen. Viele Autoren versuchen zudem, die Realitäten der Liebe vom Kitsch zu trennen, um dann den Kitsch mit Wunschträumen anzureichern, und uns den süßen Sirup auf die Lippen zu schmieren. Ja, da werden die Augen durchaus feucht – und dennoch ist es nichts als eine Manipulation.

Von den unverschämten Übergriffen der Soziologen auf die Liebe habe ich schon oft geschrieben. Sie benutzen zwei Abstraktionen aus dem Säugetierbereich: die Zugehörigkeit zu einer Herde oder einem Rudel und die Liebe der Mutter zu den Nachkommen. Das haben wir Menschen sinnvollerweise übernommen, und die Liebe, die sei dabei empfangen haben, können sie glücklicherweise auch oft weitergeben. Doch die Horde oder das Rudel sind für Menschen heute nicht mehr ganz so bedeutend. Sie finden durchaus auch andere Wege durchs Leben.

Anders die Moralisten: Sie setzen Liebe voraus, bevor Lust entstehen kann, und sie sagen, dies sei ein sehr langwieriger Prozess. Woher sie diese Meinung haben, ist ziemlich eindeutig. Sie entstammt dem Frauenbild des 19. Jahrhunderts, verbreitet durch einen Mann: Den forensischen Psychiater Krafft-Ebing. Er beharrt darauf, dass die sexuelle Lust „des Weibes eine sehr Geringe“ sei. Gestützt wird seine Meinung in neuester Zeit durch einen Teil der Evolutionspsychologie. Sie versucht, und einzureden, dass Frauen so sein müssten, weil sie das Risiko der Schwangerschaft tragen würden. Doch da liegt ein Irrtum vor: Lust und Begierde fördern den Sex, Liebe verhindert ihn eher. Damit es auch noch der/die Einfältigste glaubt: Wenn Treue eine Folge von Liebe ist, dann verhindert sie sexuelle Eskapaden der Partner.

Wenn wir als Menschheit wüssten, was Liebe „ist“, dann müssten wir nicht ständig danach fragen. Und weil Liebe so ein unordentliches Gefühl ist, gibt s viele Wege, sie zu empfinden und zu beschreiben. Ein unordentliches Gefühl? Zweifellos. Ein Schmelztiegel von drogengesteuertem Verhalten und sinnlichen Empfindungen? Sehr wahrscheinlich. Und für manchen ist Verliebtheit ein Ausnahmezustand, in dem er/sie glaubt, Liebe zu empfinden.

Das alles heißt: Wir müssen weiter über die Liebe schreiben und die Liebenden davor schützen, von den Piraten der Wissenschaft, der Religion oder der Moralinarmee gekapert zu werden.

Schriften im Bild: (links) Jochen Fischer (protestantischer Autor, kirchennah), "Nicht Sex, sondern Liebe", Hamburg 1966, (rechts) Dr. Urich Beer (Psychologe, kirchennah), "Liebe contra Sex", Tübingen 1967.

Unser Juni-Motto: Bist du bereit?

Im Prinzip bereit ... oder noch zögerlich?
Nicht immer gelingt es unserer Redaktion, das Monatsmotto einzuhalten. Im Mai sollte es noch „Kämpfen wie gemeinsam für die Liebe“ sein. Also - wenn ich das so rekapituliere - ein aktiver Kampf für die Liebe ist schwer durchzuhalten, wenn die Kombattanten fehlen.

Virtuelles Räuspern gefällig?

Wie bekannt, schreibt die Liebeszeitung niemandem „nach dem Munde“. Wir haben keine Vorbilder, legen keine Schleimspuren für Heuchler und halten uns nicht an proklamierte „Trends“.

Unser Juni-Motto: "Bist du bereit?"

Das neue Motto: „Bist du bereit?“ ist längst überfällig. Bei allem, was ich über die Partnersuche höre, sehe oder lese schwingt die Furcht mit, „etwas Falsches“ zu tun. Doch wer sucht, der muss vor allem bereit sein. Für das Bekannte. Für Neues. Für Ungewöhnliches.

Die Idee, Partner suchen zu können, ohne wenigstens ein minimales Wagnis einzugehen, ist völlig weltfremd. Wir wissen, dass die meisten Suchenden „mehr desselben“ für einen brauchbaren Weg halten. Aber stets die ausgefahrenen Wege zu gehen, denselben Mustern zu folgen und ähnliche Menschen zu treffen - das nervt auf Dauer nur.

Mach dich innerlich frei

Bist du bereit? Dann mach dich frei von Muttis Rat, Tante Clothildes Warnungen, deinem Horoskop und der Ratgeber-Literatur. Suche, liebe und lebe einfach. Wen du willst, wie du es willst, und wo du es willst. Und vor allem: Sei bereit. Dein neuer Partner kann aus China kommen, gerade zugezogen sein oder jeden Tag in derselben S-Bahn fahren wie du.

Der Lohn

Man kann viel über die Möglichkeiten, Risiken, Chancen oder Abgründe von Dates reden. Aber eines ist sicher: Wenn du nicht bereit bist, bekommst du nicht einmal die leere Wurstpelle - geschweige denn die ganze Wurst.

Der Mai - 31 Kampftage für die Liebe

Und nun nichts wie hinaus in die Natur ...
Da haben wir nun also den Ersten Mai schon hinter uns, der ein bisschen kühl daherkam. Als ich gestern über den hiesigen Marktplatz schlich, wurde mir bewusst, dass der „Kampftag der Arbeit“ immer noch existiert. Gewerkschaften, SPD, Die Linke, alle bauten gerade ihre Stände auf.

Jeder Tag ein Kampftag für die Liebe

Was mich daran erinnert hat, dass ich jeden Tag Kampftag habe. Ich versuche, die Freiheit zu erhalten, dass sich Liebende selbst als das definieren dürfen, was sie wollen. Und ich versuche, den Piraten aus der Wissenschaft, aber auch den marodierenden Randgruppen, diese Macht wieder zu entreißen.

Nein, ich bin nicht „neben der Kappe“, im Gegenteil.

Blöde Anmache mit dem "Angendern"

Das Gerangel darum, welche Begriffe benutzt werden sollen und welche nicht, ist unwürdig und menschenfeindlich. Ich will weder eine „binäre“ noch eine „nicht binäre“ Person sein. Und ich klemme mir weder ein „I“ noch ein Sternchen ins Hirn, nur weil mich jemand frech „angendern“ will.

Liebe - die Vereinnahmung des Wortes stoppen!

Und überhaupt Begriffe - ich habe eine große Bibliothek, in der viele Bücher über die Liebe stehen. Aber nur eines, in denen jemand lauthals und elitär behauptet, er hätte Beweise für das Ende der Liebe.

Schön, wenn es einen „Kampftag der Liebe“ gäbe. Wirklich schön - und sehr, sehr nützlich. Wie wäre es also mit dem Motto:

Kämpfen wir gemeinsam für die Liebe?

Ich denke, das wäre ein hübsches Motto für den Monat Mai.

Aufnahme mit meinem IQ00 Smartphone

Einladung an freie, uneigennützige Blogger(innen)

Na, denn mal los ...
Falls es euch nicht aufgefallen ist: Ich habe jede Form von fremder Werbung (mit Ausnahme von Büchern) aus dieser Publikation entfernt - falls doch noch Reste davon übrig sind - ignoriert sie. Wann immer ich sie bei Korrekturen erwische, merze ich sie aus.

Zugleich lade ich euch ein, mich mit euren Blogs zu verlinken, für euch zu schreiben oder mit euch über die „aktuelle Situation“ des Kennenlernens zu diskutieren. Selbstverständlich berichte ich weiterhin über interessante Firmen-Neugründungen, innovative Erotik-Artikel, interessante Bücher und alles, was sonst noch im Internet oder der Realität geschieht. Wir müssen nicht alles aufgeben, was schön ist - nur die kreischende Werbung lasse ich nicht mehr herein.

Ich meine: Es ist an der Zeit, dass die verbliebenen, uneigennützigen Blogger(innen) etwas zusammenrücken. Und auch diejenigen, die nicht „ganz so“ uneigennützig sind, können gerne ihre Ideen präsentieren - falls ich sie auch interessant finde.

Sagt mir, was ihr wollt - ich sage euch, ob es geht.