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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Das richtige Leben ist nicht beliebig veränderbar

Zwischen deiner Selbst-Definition, einigen Hundert Vorschlägen zur Verbesserung deiner Karriere und zur Erfüllung deines Glücks liegt das richtige Leben.

Für mich ist es nicht sehr erstaunlich, dass dieses „richtige Leben“ nicht dem folgt, was deiner Selbstdefinition entspricht. Und falls du es schon einmal mit Modifikationen versucht hast, wirst du merken: Die meisten funktionieren nicht.

Einige doch. Sie werden benutzt, um kurzfristige, meist kurzlebige Ziele zu erreichen. Ziele, die sich im Grunde nicht lohnen. Man könnte sagen: Es ist ein Spiel, eine Wette mit sich selbst. Mit „dem Leben“ hat es langfristig nichts zu tun.

Falsche Fragen an das Leben

Ein Großteil der Menschen, die gerne in meinen ehemaligen Beruf einstiegen würden, fragen ausschließlich danach, was sie damit verdienen können. Zum Beispiel, welche Programmiersprache sie lernen sollten, um das meiste Geld zu scheffeln. Von der IT und ihre Bedeutung wollen sie gar nichts wissen, und von einer „Liebe zum Beruf“ konnte gar nicht die Rede sein.

Das Leben folgt – für Programmierer offenbar erstaunlicherweise – anderen „Algorithmen“ als die Programme, die sie erstellen. Es gibt viel zu viele Faktoren, die Einfluss auf die Lebensgestaltung haben. Liebe ist nur ein Faktor – wenngleich ein wichtiger. Und anders als in der IT lassen sich die Verzweigungen des Lebens nicht vorprogrammieren.

Wir Menschen vergessen oftmals, dass wir Produkte der Evolution sind – und es, soweit wir es übersehen können – auch bleiben werden. „Lebensentwürfe“ mögen noch dazugehören, solange sie nicht zu fest an das Bestehende gebunden sind. Aber das beliebige „Herumwerkeln“ an der Person, dem Lebensstil und der Karriere ist – mit Verlaub – ein ziemlicher Unsinn.

Lerne, mit Veränderungen zu leben

Wenn du heute jung bist – sagen wir zwischen 18 und 28, dann ist es am wichtigsten, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Das gilt nicht nur in diesen Zeiten, die von Krisen überschattet werden. Es gilt immer und überall.

Das Unterbewusstsein und die Liebe

Lustvolle Liebe - der Ausnahmezustand für das Gehirn
Über den großen Umbruch, den die Beobachtungen und Erkenntnisse des Arztes Sigmund Freud für das Menschenbild bedeutete, ist viel geschrieben worden. Zunächst stand die Wissenschaft vor einem Schock: Nach Kopernikus und Darwin galten seine Erkenntnisse als „dritte Entzauberung“ des Menschseins und damit als Enttäuschung. Denn Freud hatte beschrieben, dass unser Dasein weder vom einer „Fügung“ (einem Schicksal) noch ausschließlich vom Verstand gesteuert wurde. Sein Fazit, stark vereinfacht: In uns wirken Kräfte, die wir nicht vollständig kontrollieren können, aus denen heraus wir aber dennoch handeln. Wie bekannt, entwarf Freud daraus ein kompliziertes Modell von drei ICH-Zuständen.

Daraus abgeleitet wurde das „Eisbergmodell“, das noch heute in allerlei Köpfen herumspukt. Die Schöpfer des Modells behaupten, (je nach Schule und eigenem Dafürhalten), dass nur zwischen fünf und 25 Prozent des menschlichen Denkens „bewusst“ erfolgt, der Rest aber unbewusst. Egal welche Zahlen ihr gehört und gesehen habt - in Wahrheit haben sie nicht die geringste Aussagekraft. (1)

Das Gehirn: ein biologischer Automat

In Wahrheit gibt es keinerlei Beweis dafür, dass unser Gehirn zwischen „bewusst“ und „unbewusst“ trennt. Das, was wir das „Unbewusste“ nennen, ist der Normalzustand, der zur Lebenserhaltung dient. Im Alltag merken wir deshalb nichts von diesen Kräften, weil sie während der Evolution weitgehend automatisiert wurden und schon allein deshalb mit äußerst wenig Energie lebendig gehalten werden können. Die Natur hat die Absicht, dass wir von allen diesen automatischen Prozessen nichts bemerken - der biologische Automat wirkt im Hintergrund. Bei gewissen Gefühlen macht die Natur allerdings ganz bewusst Ausnahmen: Bei Gefahr, bei völlig ungewohnten Situationen und vor allem in der Sexualität.

Der verschwenderische Umgang mit den Möglichkeiten,wenn Sex ins Spiel kommt

Jeder Gymnasiast weiß, wie verschwenderisch die Natur bei der Fortpflanzung ist, und sowohl an Menschen wie auch an Tieren können wir erkennen, wie anstrengend das Balzen ist. Was wir dabei erleben, ist ein „Ausnahmezustand“. Er soll uns „aus der Ruhe bringen“, um genau das zu tun, was die Natur mit dem Sex beabsichtigt: Nachkommen zu erzeugen.

Wie viel Verstand benötigen wir dazu? Im Grunde gar keinen.

Der menschliche Konflikt - wenn sich Natur und Kultur nicht einig sind

Allerdings haben wir als Menschen eine Vorstellung davon, dass wir eine Zukunft haben, die weit über den Zeugungsakt hinaus reicht. Deshalb machen wir uns Gedanken darüber, mit welchem Partner oder welcher Partnerin wir langfristig ein Leben teilen können. Unsere Gesellschaft folgt groben Regeln, die wir einhalten müssen, um von ihr akzeptiert zu werden, und geschriebene Gesetze wie auch soziale Vorstellungen sind Teil der Kultur, in der wir leben.

Wenn der Verstand anklopft, dann sagt er: „Willst du wirklich die Konsequenzen tragen, dich diesem Menschen ein Leben lang zu widmen?“ Stellen wir uns die Frage ganz konkret vor einer Begegnung, sind wir zu kritisch. Stellen wir sie, nachdem uns die körpereigenen Drogen bereits fest im Griff haben, dann sind wir möglicherweise zu leichtfertig. Die Natur liefert für diesen Konflikt keine Lösung – sie ist unendlich einseitig.

Und weil dies alles wirklich so ist, muss unser Gehirn in der Lage sein, eine Brücke zu bauen zwischen dem Unbewussten, den Anforderungen des Tages und den Plänen für die Zukunft. Genau das ist die Konstruktion, die während der bislang letzten Phase der Evolution entstanden ist.

Die Liebe bringt uns an die Grenzen

Ob man dabei überhaupt von „Bewusstsein“ oder „Unterbewusstsein“ sprechen kann, ist eine Frage der Weltanschauung, aber nicht der Wissenschaft.

Die Liebe ist eines der Themen, bei der wir an die Grenzen der Erfahrung stoßen. Denn sie ist ein Zustand, indem unser Gehirn die Routine der Automation und der niedrigen Energie zeitweilig aufgibt – aber nicht, um den Verstand zu aktivieren. Der wird erst wieder zugeschaltet, wenn der Rausch körpereigener Drogen nachlässt, und vielfach sehen wir dann unseren Liebesrausch in einem anderen Licht.

(1) Die Frage ist bereits, "wie viel Prozent von was?" Von der Zeit? Von der Energie? Vom Datendurchfluss?
Hinweis: ich verzichte hier bewusst auf die Angabe der zahllosen Quellen, die ich durchgepflügt habe. Es sind zu viele, denn mein ursprüngliches Thema, aus dem heraus dieser Artikel entstand, war ein Essay über Gefühle.

Was ist eigentlich Liebe wirklich?

Tags stahlt die Liebe, und in der Nacht wird sie beleuchtet
Seit vielen Jahrhunderten fragen sich Menschen, was eigentlich „die Liebe“ ist. Und sie bekommen so viele Antworten, dass ihnen die Ohren klingen. Wahre Liebe oder Ware Liebe? Echte Liebe oder ächte Liebe? Wer Definitionen sucht, der vergisst: Liebe ist nichts, was wir im Lexikon wiederfinden. Und nein - es gibt keine eindeutige Definition, weil wir nur unsere Liebe wirklich erleben können. Diejenige, die wir geben und diejenige, die wir empfangen.

Wir lesen bei Meyers (um 1890, 1):

Im engeren Sinn versteht man unter Liebe nur das Verhältnis lebender Wesen zu einander, und nur unter ihnen kann sie zu derjenigen Steigerung und Vollkommenheit gelangen, welche durch die Gegenseitigkeit der Liebe bedingt wird.

Warum fragen wir so oft, was Liebe ist?

Weil wir uns nicht sicher sind. Denn Liebe ist wahrhaftige ein heftiges Gefühl, dass sich der Beschreibung entzieht. Was letztlich heißt: Nur ich selbst kann meine Liebe zu mir und zu anderen definieren. Falls ich das jemals schaffen sollte, kann ich nach Gemeinsamkeiten bei anderen suchen. Das heißt, ich kann danach forschen, ob sie das Gleiche oder wenigstens etwas ähnliches unter Liebe verstehen. Gefühlt, nicht philosophisch.

Die Suche nach der Wahrheit über die Liebe

Die meisten Menschen gehen den umgekehrten Weg: Sie suchen zuerst eine Definition und vergleichen diese dann mit ihren Gefühlen. Sie hören Vorträge, lesen Bücher, unterwerfen sich Weltanschauungen und Religionen. Am Ende sind sie so klug wie zuvor, denn sie fragen sich nur, ob sie all diese Ansprüche erfüllen, von denen sie gehört haben.

Ich verfolgte dieser Tage gerade eine Diskussion unter konservativen Katholiken. (2) Es ging um die Ehe, die in dieser Religionsgemeinschaft ein Sakrament ist. Tatsächlich ging es am Ende nicht mehr um die Person, die liebt oder geliebt wird, sondern nur noch um Abstraktionen. Die „Gleichwertigkeit von Mann und Frau vor Gott“, „die glücklich erlebte Unterschiedlichkeit und gleichzeitigen Ergänzungsbedürftigkeit“ ... alles mag für sich stehen bleiben, aber es sagt wirklich gar nichts über die Liebe aus.

Nicht nur Katholiken schreiben so. Soziologen und Psychologen tun es auch. Aber all dies ist nicht wirklich authentisch, nicht das Gefühl, das uns wirklich berührt und beflügelt.

Aus all dem ergibt sich eine einzige Schlussfolgerung: Wenn wir nicht wissen, was für uns selbst Liebe ist - wie sollen wir es dann anderen vermitteln? Mit den Floskeln der Religion und der Philosophie fängt niemand etwas an.

Also ist wichtig, zu wissen, wie wir uns die Liebe vorstellen - im Geben wie auch im Annehmen.

Es kann nicht so schwer sein die zu begreifen, und ich verkürze es noch einmal:

Frag nicht danach, was Liebe ist, sondern erkläre den anderen, was Liebe für dich bedeutet.

Die Frage „was ist Liebe wirklich“ lässt sich in diesem Sinne tatsächlich beantworten.

Wenn du auch nur einen einzigen Menschen findest, für den Liebe nahezu das Gleiche bedeutet wie für dich, und du dich mit diesem Menschen zusammentust, dann hast du die wirkliche Liebe gefunden.

Das geht auch „ein paar Nummern kleiner“ und weniger blumig. Aber es ist die Antwort auf die Frage: „Was ist Liebe wirklich?“

(1) Meyers, Retrobibliothek.
(2) Tagespost.
Die beiden letzten als Zitat gekennzeichneten Blöcke wurden bereits in anderen Beiträgen vom selben Autor verwendet.

Kein Freitag wie jeder andere

Nein, nicht, weil es ein Freitag mit einer 13 ist. Sondern weil ich kostenlose Energie tanke - geistige Energie in der Natur. Sie ist nach wie vor kostenlos, und wie immer. empfehle ich sehr, davon Vorräte anzulegen.

Ich will euch heute weder eine neue „Denkkonserve“ vorsetzen noch das kommentieren, was hier in dieser Woche stand.

Aber ich will nicht versäumen, euch allen ein wundervolles Wochenende zu wünschen. Sucht nach Liebe, findet einen Partner (eine Partnerin), falls ihr nichts dergleichen habt und versucht, die Freiheit zu genießen, die nach westlicher Auffassung zu den Grundrechten gehört.

Das ist die einzige Botschaft, die ich heute für euch habe: Nutzt den Tag, um das eigene Glück zu finden. Es lohnt sich wirklich.

In eigener Sache - unsere links zu Lilli

Immer noch die wichtigste Frage: wie geht das eigentlich mit dem Sex?


Zunächst die News (29.03.2022): Das Problem ist gelöst; Du kannst wieder in der gewohnten Weise aus die Links zugreifen. Dies ist der alte Text, der hier stehen bleibt.

Meine Verlinkungen zu Lilli führen derzeit in die Irre. Wer sie aufruft, bekommt folgende Meldung:

Sorry - sieht aus als hätten wir uns verlaufen. Die gewünschte Seite existiert leider nicht oder wurde verschoben. Gib am besten im Suchfenster ein, was du suchst. Oder verwende unsere Navigation.

Zunächst einmal: Ihr habt euch nicht „verlaufen“, sondern die Webseite wurde umgestaltet, wobei offenbar nicht berücksichtigt wurde, dass Verlinkungen damit zusammenbrechen.

Da die „Navigation“ auf der Startseite völlig verwirrend ist, empfehle ich interessierten Leser(innen), diesen Link zu benutzen, solange mir keine besseren Vorschläge bekannt sind:

Gehe bitte auf Sitemap.

Beispiel Liebe und Beziehungen

Scrolle herunter, bis du auf „Liebe und Beziehungen“ stößt. Es hat kaum Sinn, die Überschrift anzuklicken, da du dann ebenfalls auf falsche Themen stößt (Verführungen). Besser ist, das Thema direkt anzuklicken, das dich interessiert.

Beispiel "Sexualität verstehen"

Weiter unten (viel weiter!) auf der Sitemap findest du dann einen Punkt „Sexualität verstehen“. Auch hier lohnt es sich kaum, die Überschrift anzuklicken - wieder eine verwirrende Verlinkung. Also hilft nur, genau auf das Thema zu klicken, das dich interessiert, also beispielsweise, ob ein Orgasmus rein klitoral oder auch vaginal ausgelöst werden kann. Dazu bietet Lilli beispielsweise ganz hervorragende Informationen, die du sonst selten lesen wirst.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass "Lilli" (Schweiz) das bei Weitem kompetenteste Portal zu sexuellen Fragen ist, das sich derzeit im Internet befindet. Und an der Navigation kann lässt sich sicher noch etwas verbessern.

Lilli wurde angefragt, welche Seiten wir jungen Leuten empfehlen sollten. Eine Antwort steht noch aus. Solange wird auf diesen Artikel in der Liebeszeitung verlinkt.


Bild: Anfang des 20. Jahrhunderts, junge Frauen ("Backfische") in ihrer Ausgeh-Garderobe.