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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Warum selten jemand bereit für eine Beziehung ist

Ach, eine Beziehung wolltest du?
Schau dir die Paare heute an: Sie suchen nach Gemeinsamkeiten. Genau genommen nach irgendwelchen Gemeinsamkeiten. Dazu brauchen sie Etiketten wie „sportlich“, „humorvoll“ und was sonst noch an etwas dümmlichen Etiketten auf dieser Welt verwendet wird.

Eine Bloggerin schrieb kürzlich, es sei üblich geworden, sich mit Etiketten und Eigenschaften zu bepflastern. Ob sie stimmig oder authentisch sind, sei völlig schnuppe. Hauptsächlich gut verkleistert. Bestes Etikett auf der Stirn.

Etikettenschwindel beim Dating - ein Zeichen der Zeit

Nehmen wir einmal an, das würde stimmen. Dann säßen zwei Welten an einem Tisch. Selbst, wenn sei das gleiche Etikett auf der Stirn tragen würden, wüssten sie nicht, was sich dahinter abspielt. Klar könnte man das festzustellen. Aber dann müsste die Verkleidung erst mal runter. Und dafür sind die Aussichten denkbar schlecht.

Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für eine Beziehung

Das Zweite, was sehr auffällig in dieser Zeit ist: Alle warten auf den richtigen Moment. Nützt es etwas, wenn ich schreibe: Es gibt keinen „richtigen Moment“?

Tatsächlich ist sehr unwahrscheinlich, dass der mögliche Partner, den du heute triffst, der „einzig richtige“ ist. Genauso wenig wie sich ein erstes Date dazu eignet, „alles abzuchecken“.

Hände weg von Partnern die "jetzt bereit sind"

Falls du schon mal jemanden getroffen hast, der dir beim ersten Date erzählt, dass er (oder sie) „jetzt bereit“ ist, dann verzichte auf ein zweites Date. Besser noch, du vergisst ihn (oder sie) ganz. Bereit sein heißt in der Partnersuche nicht, den einsamen Entschluss zu fassen, dass jetzt der Zeitpunkt ist. Bereit sein heißt, jemanden so gerne zu mögen, dass du mit ihm in Gegenwart und Zukunft zusammenleben möchtest.

Beziehungen wollen erlernt sein

Besonders den jungen Leuten (also wohl solchen, die unter 25 sind): Beziehungen muss man erproben wie alles andere auch. Wenn du noch jung bist, aber auch wenn du schon etwas älter sein sollest und noch wenig Beziehungserfahrungen hast: Probiere es aus. Mach es einfach. Lerne aus Erfolgen und Misserfolgen. Wie willst du sonst herausfinden, in welchen Beziehungen du dich wohlfühlst?

Falls du dein Leben beim ersten Date „voll organisieren“ willst: Vergiss es. Es ist Augenwischerei. Die Bloggerkollegin schrieb sinngemäß:

Der einzige Weg, um genau zu wissen, was du mit jemandem oder von jemandem willst, ist der, es mit ihm zu tun.
Das Wollen schleicht also oft hinterher. Wer es vorausnimmt, der will meistens eine Menge, weiß aber nicht, was davon wirklich geht. Das gilt übrigens auch für Partnersuchende in „mittleren Jahren“. Ihnen muss man manchmal sagen: „Schau, die Welt ist nicht mehr so wie einst im Monat Mai.“

Entspannt euch

All den Menschen, die – über eine Online-Partneragentur suchen, kann ich nur raten: Entspannt euch mal ein bisschen. Werdet ruhig ein bisschen unordentlich und weniger „prinzipientreu“. Das, was da draußen stattfindet, heißt „Leben“. Es hat keinen anderen Namen – und es schert sich einen Dreck darum, mit welchen Wünschen ihr vor seiner Tür steht.

Nein, ich sage nicht: „Mach es falsch, dann machst du es richtig.“ Ich sage eher: „Frag dich doch einmal, warum du glaubst, irgendetwas im Beziehungsdschungel richtig zu sehen.“

Und wenn du die Antwort gefunden hast ... brauchst du keinen weitere Rat.

Keine Kompromisse beim Kennenlernen?

Bauerntochter und Bauernsohn ... anno 1900
Wer an Artikeln über Kompromisse beim „Dating“, also bei der Partnersuche interessiert ist, landet – ob er will oder nicht – früher oder später bei Webseiten von Singlebörsen. Und sind es nicht die Singlebörsen selbst, so sind es Presseerzeugnisse, die sehr gerne das Nützliche mit dem Einträglichen verbinden. Dabei wird ein journalistisch durchaus akzeptabler Artikel von vornherein mit der Werbung für eine Singlebörse verknüpft. Nur sehr wenige Artikel wirken unvoreingenommen.

Entsprechen gibt es drei Ausrichtungen, die alle ihre Leser finden:

1. Pro Kompromiss

Meist von älteren, erfahrenen Redakteurinnen und Redakteuren, die ihre Ohren an die Graswurzeln halten. Tenor: „Kompromisse sind unersetzlich.“ Obgleich nun noch die Frage bleibt, was denn ein Kompromiss ist und was nicht mehr, ist diese Einstellung am erfolgreichsten, solange DU weißt, womit du leben kannst und womit nicht.

2. Kontra Kompromiss

Die Autorinnen und Autoren, die diese Meinung vertreten, sind entweder Idealisten oder aber Ideologen – möglicherweise vertreten sie auch psychologisch gefärbte wirtschaftliche Interessen. Sollte man sie überhaupt ernst nehmen? Nur, wenn sie präzis argumentieren und ihre Argumente auch untermauern können.

3. Abwägend bei Kompromissen

Richtig ist: Kompromisse liegen stets auf einer breiten Skala. Oder überspitzt: Ob der Müllwerker die Psychologieprofessorin aushält, ist unsicher. Doch ob einer von beiden Jazz liebt und der anderen Klassik, ist möglicherweise völlig unerheblich. Die eigentlichen „Knackpunkte“ liegen in ganz anderen Bereichen: „Klebt“ der andere an Vorstellungen, Gewohnheiten oder Orten, so ist und bleibt man eingeschränkt.

Nüchterne Betrachtung

Wer die Sache sehr nüchtern sieht, der könnte sich noch eine andere Vorstellung zu eigen machen: Zwei Menschen passen nie „in allem“ zusammen. Jemand hat mal gesagt: Wenn ein Bauernsohn, der nie etwas anders als die Landwirtschaft und die Botschaften des Pfarrers kannte, eine Bauerntochter heiratet, die genau auf dieser „Augenhöhe“ liegt, dann nehmen beide an, dass sie zueinander passen. Sie wissen es ja nicht anders und nehmen deshalb an, dass sie in allem „gleich“ sind.

Nun wir klar, warum es einerseits „unendlich viele“, andererseits aber wieder „recht wenige“ Menschen gibt, die zu uns passen. Und die Antwort ist: Weil es auf unsere Toleranzen ankommt, auf das, was wir für „passend“ halten. Und erst dann kommen wir zur Frage: „Ja, welche Kompromisse müsste ich denn eingehen, wenn …“

Kompromisse sind in Beziehungen nötig

Fall ihr schon einmal etwas über Kompromisse gehört habt, was so schrecklich negativ klingt – vergesst es. Es ist eine verbreitete deutsche Unsitte, den Kompromiss für „faul“ zu halten. In Wahrheit ist ein Kompromiss ein Ausgleich von Interessen – und wenn er nicht zu Anfang auftritt, dann wir er unter Garantie während der Laufzeit einer Beziehung nötig. Und allein aus diesem Grund ist „Kompromissfähigkeit“ eine ausgezeichnete Voraussetzung für – das Leben.

Bild: Titelseite von "Mann und Weib", ca. 1900

Die Woche: Kommst du irgendwie durch die Pandemie?

Eine Frage, die im Grunde jeden, der sich je mit Sexualität beschäftigt hat: „Warum machen wir dies oder jenes überhaupt?“

Sie bewegt auch immer wieder die Redaktion der Liebeszeitung. Hinauszugehen und nach Sex zu suchen ist gefährlich – aber wir tun es dennoch. Jedenfalls als Single. Neben Sex suchen Menschen auch noch die reine Lust, die reine Liebe, die reine Sinnlichkeit … und vieles mehr. Wir können dies teils verstehen, teils nicht. Und so leicht es auch noch sein mag, einen „Empfänger“ der Lust zu verstehen, so schwer ist es oft, die Motive der „Sender“ zu begreifen.

Die sinnlichen Sadistinnen und andere Begierden

Die Reaktionen der Haut eines anderen zu genießen – das gilt als „sadistisch“. Und mögen sich auch sogenannte „Masochisten“ daran erfreuen, so bleiben die Motive der „Geber“ unklar. Wir schreiben sogar darüber.

Beim Artikel „Wenn sich die Gürtelschnalle öffnet“ ging es um die sexuellen Erwartungen, die dann geweckt werden könnten – nicht etwa um den Gebrauch des Gürtels als Instrument der „Disziplin“. Sorry an alle, die gedacht haben, es gingt um etwas mit „Aua“.

Die Brücke zwischen dem, was „Aua“ macht und der Pandemie besteht darin, die Vorstellung zu „retten“, sinnlich geschlagen zu werden. Viele versuchen es, aber – es ist nicht das gleiche Gefühl. Meinen jedenfalls einige Web-Autorinnen.

Mit sanften Lüsten durch die Pandemie?

Von den heftigen Lüsten zu den sanften in der Pandemie: Wie können wir uns körperlich und emotional „sinnlich“ fühlen, wenn Berührungen verpönt oder gar verboten sind? Wir erklären das, so gut es geht. Wenn du lesen magst, wie du deine Lebensziele in der Pandemie ändern kannst, dann lies bei sehpferd.

Neo-Konservative Sexualmoral in der Beratung

Berater sind zu einer wahren Plage geworden, besonders, seit die Pandemie jedem Klugscheißer ein Türchen öffnet. Neuerdings predigt man seitens der moralinsauren Fraktion Zurückhaltung und Enthaltsamkeit. Nicht, weil es hygienisch nötig wäre, sondern weil man vermeintlich konservative Werte durchsetzen will. Oder weil es dem Geschäft guttut, wenn Singles lange in Wartepositionen verharren.

Dates eingehen trotz des Risikos?

In einem Beitrag beschäftige ich mich dieser Tage sogar mit der Frage, warum Singles angeblich allen Regeln über den Haufen werfen, um doch noch zu Dates, Lust, Liebe, Sinnlichkeit oder Sex zukommen. Das Thema gilt ja als unendlich heikel, muss aber mal aus der Versenkung heraus.

So viel steht fest: Psychische Not durch Vereinsamung und alle daraus resultierenden Folgen inklusive der Suizidgedanken (Fremdlink!) interessieren am Hof zu Berlin nicht die Bohne. Ist ja nicht ansteckend, so etwas. Aus dieser Sicht ist die Frage, wann wir endlich wieder mal zum Friseur gehen dürfen, eher belanglos.

Aussehen wie ein Porno-Star?

Oh ja, wir hatten diese Woche etwas für Frauen, was euch wirklich gefallen wird: Du benötigst keine perfekten Beine und Brüste, keine Enthaarung und keine Corsage, um zu gefallen. Und wir sagen dir, was du stattdessen brauchst. Eines jedenfalls nicht: ein Pornostar-Image.

Deine Geschichte - deine Liebe

Was wird sein? Was kann noch kommen?
Egal, wie sorgfältig du dein Leben geplant hast, wie vorsichtig oder zurückhaltend du warst - etwas kann schief gehen. Du weißt nie, ob und wann eine neue Epoche in deinem Leben beginnt. Ich denke, du hast schon viele Geschichten gehört, gelesen und gesehen. Einige davon haben dich berührt, obgleich sie dich auf keinen Fall betrafen.

Doch es geht niemals wirklich um die Geschichten anderer -sie sind nur unterhaltsames Beiwerk. Es geht um dich, um dein Leben, um deine Liebe.

Wenn du ein Buch liest, dann fragst du dich sicher manchmal: Was wir aus dem Menschen, von dem die Rede ist, im nächsten Kapitel?

Und nun frage ich dich: Was wird aus dir im nächsten Kapitel deines Lebens?

Eine gute Frage, bevor du wieder „jemanden triffst“, nicht wahr?

Teil eines Lebens werden

Zu meinem gestrigen Beitrag gibt s noch einen kleinen Nachtrag:

Wenn jemand „Teil des eigenen Lebens wird“, dann bedeutet dies, dass man selbst auch „Teil des Lebens eines anderen“ wird.

Üblicherweise funktioniert diese „Teilung“ aber nicht, weil man eben nicht „Teil des Lebens des jeweils anderen“ wird, sondern in Zukunft einen großen Teil seines Lebens mit einem anderen verbringt.

Das heißt: Einer tritt eben nicht in das Leben eines anderen ein. Jedenfalls nicht mehr in der heutigen Zeit.

Falls du dich binden willst: Sobald du es tust, ändert sich dein Leben und das Leben eines andren.