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Was erregt euch mehr - weibliche oder männliche Dominanz?

Moderne Domina-Darstellung
In einer bekannten Studie wird behauptet, dass Frauen „Sex an sich“ erregend finden, gleich, ob es sich dabei um Kaninchen, Frauen oder Männer handelt, die ihn vollziehen.

Was ist erregender? Weibliche oder männliche Dominanz?

Nun fragte sich Forscher, was wohl erregender sei: Romane über männlich Dominanz oder über weibliche Dominanz - oder möglicherweise auch Romane, in denen Dominanz keine Rolle spielte, obgleich sie ansonsten sehr erotisch waren. Zur Kontrolle diente ein „unerotischer“ Roman.

Dabei stellte sich heraus, dass sowohl Frauen wie auch Männer eine ähnliche Neigung zur Dominanz entwickelten, nachdem sie den Text über eine sexuell dominante Frau gelesen hatten.

Hingegen fand sich kein Beweis für die Annahme, dass Texte über männliche Dominanz erregender sein würden. Was die sexuelle Erregung betraf, waren alle drei Erotik-Geschichten in gleicher Weise erotisch stimulierend, und man fand keine Unterschiede in der sexuellen Erregung von Frauen und Männern durch diese Art von Literatur.

Dominanz "als solche" erregt beide Geschlechter

Was heißt das klartextlich?

1. Von erotischen Texten werden Frauen und Männer in ähnlicher Weise sexuell erregt. Das mag nicht für alle Texte gelten, aber mindestens für die Mainstream-Erotik.

2. Geschichten von dominanten Männern haben keine grundsätzlich andere Wirkung als solche von dominanten Frauen - beide fördern aber die Lust an Dominanz und Unterwerfung.

Geschriebene Dominanz und Unterwerfung erzeugen Lust

Dabei ergibt sich für Forscher natürlich die Frage, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind, für den Rest der Menschheit steht aber fest, dass Geschichten, die abenteuerliche Lüste schildern, einen großen Unterhaltungswert haben. Im Grunde sind Werke über Dominanz und Unterwerfung ja erotische Abenteuerromane, bei denen wir gerne sehen, wenn die Figuren darin bis an ihre Grenzen gehen. Und wenn die Leserin oder der Leser dabei auf lustvolle Gedanken kommt, kann dies kaum ein Schaden sein - es sei, denn, sie oder er habe ein gestörtes Verhältnis zur Realität.

Wissenschaftliche Quelle: Tandfonlin.

Die Zukunft der bittersüßen Lüste

Sinnliche Furcht erregen, sinnliche Furcht genießen?
Die Zukunft der bittersüßen Lüste oder; was kommt eigentlich nach den „Shades of Grey“?

Eine kurze Antwort zuerst: Die Schilderungen schmerzvoller Lüste werden weiblich dominiert werden, und die aktiven Figuren werden Frauen sein. Möglicherweise werden die Handlungen (soweit erträglich und soweit die Zensur es erlaubt) heftiger werden, aber dafür zugleich auch sinnlicher. Die Gezüchtigten werden deutlich älter sein und nicht so naiv wie zuvor, und mehr und mehr wird die sexuelle Lust zum dominanten Faktor der streng-erotischen Schläge werden.

Das Ende von "Mann schlägt Frau"- auch erotisch

Die äußeren Gründe liegen auf der Hand: „Mann schlägt Frau“ gilt als sozial inkorrekt. Doch wenn die Frau selber sinnlich dominiert, leuchten die Augen nach wie vor. Das Erlebnis, dominiert zu werden, wird mehr und mehr „unisexuell“, das heißt, solange die Frau als dominante Person auftritt, darf die geschlagene Person sowohl weiblich wie auch männlich sein. Und wenn „alles nur ein Spiel ist“, dann kann auch der Zensor lächeln.

Keine überflüssigen Psycho-Erklärungen mehr

Vermutlich wird in Zukunft nicht mehr nötig sein, pubertäre Erlebnisse der Männer als Auslöser (und Entschuldigung) für ihre Submission oder Dominanz herbeizureden – das war ein typischer Rückfall in das 20. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert ist es nicht mehr nötig, sexuelle Rollenspiele als „Perversionen“ zu bezeichnen – und deshalb muss man auch nicht mehr nach den Ursachen forschen. Die „bittersüßen Lüste“ werden auch nicht mehr an überkommene Rollenklischees andocken. Das heißt: Der dominante Part kann heute von ihm, morgen von ihr gespielt werden. Ebenso ist das Ziel nicht mehr einfach die „perverse Lust am Leid“, die es noch vor 20 Jahren zu sein schien. Vielmehr treten Lüste in den Vordergrund, sie es die willkürliche oder unwillkürliche Ejakulation, der heimliche oder offene Orgasmus während der lustvollen Strafe oder die Masturbation danach.

Beziehungen sind eigentlich nicht nötig, um Lüste zu schildern

Es wäre möglich, dass in Zukunft gar keine Beziehungen mehr geschildert werden, in denen Lust und Strafe eine eigenartige und manchmal befremdliche Melange bilden. An ihre Stelle könnten Vereinbarungen treten, die kurz zuvor getroffen werden und die von den Beteiligten als Skript für ihre Handlungen benutzt würden.

Nun gut – vielleicht ist dies eine Utopie. Aber eines ist sicher: Das alte Rollenbild des strengen Prinzipals, der nach Gutsherrenart mit Frauen umgeht, um sich an ihrem Schmerz zu laben, ist gestorben. Jedenfalls für die Literatur. Und hoffentlich auch, soweit es die Realität betrifft.

Sexuelle Abweichungen – komplett in Frauenhand?

Führung oder Unterwerfung?
Vor einigen Jahren gab es eine Internet-Bewegung, die sich „FLR“ nannte. Sie war – und ist – eine Art Mikrokosmos, der selbst von Feministinnen nicht ernst genommen wird. Aber allein die Tatsache, dass es diese Bewegung überhaupt gab, zeigt uns, wie stark Frauen sich in die „Beherrschung des Mannes durch Sex“ eingebracht haben.

Das Leben verbessern durch "frauenbeherrschte Beziehungen"?

Behauptet wird, dass eine frauengeführte Beziehung das Liebesleben deutlich verbessert, wenn die Frau beginnt, ihren Mann sexuell zu beherrschen. Zudem könnten die Paare einander besser verstehen, weil die Frau den Gesprächsverlauf bestimmt. Ebenso könnten sie ihre Unabhängigkeit in nie gekannter Weise ausleben. Durch die dabei ausgeübte Kontrolle würden auch Zweifel an der Treue ausgeräumt.

Dabei wird – mehr oder minder verblümt – die weibliche Überlegenheit gepriesen, insbesondere, alle Emotionen, vor allem aber die Sexualität, unter ihre Herrschaft zu bringen (1):

Zu dieser Art von Beziehung gehört eine dominante Frau - eine ausgewiesene Entscheidungsträgerin. Wenn ein Mann ihr genügend vertraut, kann er eine liebevolle Beziehung erleben, in der er für nichts verantwortlich sein muss. Die meisten Frauen werden nicht einmal ahnen, wie viele Männer begeistert davon sind, unterwürfig zu sein. In einer weiblich geführten Beziehung gibt es keinen Machtkampf. Und es gibt keine ständigen Auseinandersetzungen darüber, welche von beiden Personen bedeutender ist.

Von dieser Art der Beziehung ist es nicht weit bis zu der Überlegung, wie die traditionell maskuline SM-Szene besetzt werden kann. Waren in den 1960/1970er Jahren noch alberne Themen wie die „Keuschhaltung der Frau“ typisch, so wurde in den 1980er/1990er Jahren die „Keuschhaltung des Mannes“ propagiert, für die völlig neue Produkte entwickelt und vermarktet wurden. Zudem hörte man von „Hot Wifes“, also Frauen, die ihren Männern „Hörner aufsetzten“ – dieser Zweig der Swinger/SM-Szene wurde bekannt als „Cuckolding“. Den kommerziellen Teil der extrem-erotischen Beherrschung hatten Frauen schon vorher besetzt, weil es tatsächlich Männer gibt, die gerne dominiert werden – freilich nicht im sozialen Umfeld, sondern in den Händen von darauf spezialisierten Huren, die sich selber gerne „Domina“ nennen. Auch außerhalb des Kommerzes und des Keuschheitsthemas wurden Frauen immer häufiger zu Initiatoren von Rollenspielen, sowohl in Dominanz wie auch in Unterwerfung. Beweisbar ist dies anhand bestimmter Produkte, die ausschließlich von Frauen benutzt werden, um zu dominieren.

Frauen interessieren sich plötzlich stark für Triolen

Sind Cuckold-Dreier eine besonders krasse Form von sexuellen Sonderwünschen, so haben Frauen inzwischen auch die Domäne gewöhnlicher Triolen und bisexuell orientierten Dreiern entdeckt. Der Ante von Frauen, die sich im Namen eines Paares oder als „Dritte“ für eine Triole anboten, wuchs innerhalb von 40 Jahren sprunghaft von einem Prozent auf gut 20 Prozent, gemessen an einschlägigen Anzeigen.

Seitensprünge vorn Frauen werden "ganz normal"

Innerhalb des gleichen Zeitraums holten Frauen die Männer bei der Frequenz der zugegebenen Seitensprünge ein, und es entwickelte sich parallel dazu eine Art „Naturrecht auf Seitensprung“ ohne unmittelbaren Anlass. Dabei wurde auch gelegentlich als selbstverständlich genommen, bisexuelle außereheliche Beziehungen zu entwickeln und zu genießen.

Keine Feministinnen - sondern merkwürdige Abweichler

Sinnigerweise legen FLR-Autorinnen und andere Hetero-Frauen, die „Männer führen“ wollen, den größten Wert daraus, nicht emanzipiert zu sein. Sie behaupten hingegen, dass ihr Sinnlichkeit, ihre Weiblichkeit und ihre sexuelle Lust mit der Ausübung ihrer Dominanz wächst.

Manche dieser Tendenzen können mit Zahlen untermauert werden, andere nicht. Und wesentlich stärker als die FLR-Bewegung ist die „innere Bewegung“ derjenigen Frauen, denen es gar nicht darum geht, über Männer zu bestimmen, sondern die ihr Leben (und eben auch ihr Sexualleben) nach eigenen Vorstellungen gestalten wollen.

(1) Ich behalte mir das Recht vor, Zitat von ideologisch motivierten Gruppen nicht zu verlinken.

Wie der Mann heute sexuell dasteht

Rollenwechsel - Realität oder Fiktion?
Wie steht der Mann heute da? Wir glauben nicht, dass uns uns Soziologen oder Psychologen die richtigen Antworten geben können. Und wir wollen es eigentlich auch nur für die Liebe, die Lust und die Sexualität ergründen.

Kürzlich brachte es ein Mann auf den Punkt:

Was gestern noch als männlich galt, ist heute verpönt - und auch wieder nicht.

Das kling ziemlich plakativ, gilt aber auch für Frauen:

Was gestern noch als feminin galt, wird heute von Frauen heute verachtet – und auch wieder nicht.


Wir erwarten Eigenschaften und deren Gegenteil

Was letztlich heiß: Wir befinden uns nicht mehr in einer Zeit, in der wir vom jeweils anderen Geschlecht „etwas Bestimmtes“ erwarten, sondern wir erwarten zugleich auch eine andere, eher gegenteilige Eigenschaft.

Das stört die Partnersuche über alle Maßen, aber auf diesem Gebiet erreichen wir gegenwärtig gar nichts: Die Frau, die den hodenstarken, furchtlosen und über alle Maßen dominanten Mann sucht, der zugleich sinnlich, liebevoll und zärtlich ist, hat auf dem Beziehungsmarkt keinerlei Chancen. Und der Mann, der eine schmollmündige, feminine, sexuell „tabulose“ oder gar über alle Maßen devote Frau sucht, die zugleich lebensklug, selbstbewusst und gebildet ist, kann ebenfalls einpacken. Noch haben dies weder alle Frauen noch alle Männer begriffen – aber das, – so prognostiziere ich mal, werden fast alle noch bereuen.

Wer die Tabuzonen ausleuchtet, entdeckt die Knackpunkte

Wenn wir wirklich wissen wollen, was mit dem heutigen Mann (und der heutigen Frau) andres ist, dann müssen wir uns in die Tabuzonen begeben: dem Verhältnis zur eigenen Sexualität und dem Anspruch, sie auch durchzusetzen.

Um dies herauszufinden, müssen wir uns klar machen, was Frauen und Männer einstmals für selbstverständlich heilten – und was sieh dabei inzwischen verändert hat. Typische Gebiete im Bereich der Sexualität sind die „Verfügbarkeit“, die Männer von Frauen noch vor 100 Jahren als „selbstverständlich“ voraussetzten. Genau genommen wurde alles, was im beim Sex geschehen dufte und was nicht, vom Mann bestimmt. Zugleich wurde immer wieder darauf geachtet, dass es keinerlei Abweichungen von den Nomen der Ehe gab. Fremdgehen existierte nicht, selbst wenn es üblich war. Erotische Rollenspiele verwies man in den Puff. Orgien, Dreier und Partnertausch gab es nur bei den „anderen“, von denen man mal gehört hatte. Und vor allem achtete man scharf, dass niemand etwas Eigenes dürfen durfte. Kam es heraus, war die Hölle los.

Der Mann konnte manches wollen - und vieles durchsetzen

Das wäre mal die Grundsituation. Befahl der „Herr und Gebieter“ jedoch, dass all das, was man niemals wollen würde dennoch geschah, dann beugte sich die Frau seinem Willen. Frei nach dem Kalkül: Wenn er es nicht mit mir macht, dann macht er es vielleicht mit einer anderen.

Darüber hinaus wachte „die Gesellschaft“ einerseits über den Wohlanstand der Mittelschicht, andererseits aber auch darüber, dass die Eliten herumhuren konnten, wie es ihnen gefiel. Der doppelte Standard durfte nur niemals herauskommen – dann kochte die Volksseele.

Die Situation heute - Männer können nicht mehr herrschen, wie sie wollen

Ein bisschen ist davon noch da. Die Reizthemen sind weiterhin „außereheliche Beziehungen“, SM-Aktivitäten oder der Blick über den Zaun in den Lustgarten des eigenen Geschlechts. Darüber wachen immer noch zahllose inzwischen selbst ernannte Moralwächter.

Und der Mann? Er muss zwangsläufig “herrschen und teilen“ – und er muss sich immer mehr damit konfrontiere lassen, dass Frauen höchst eigenartige Gelüste haben, die er erfüllen sollte, sonst … nun ja, sonst riskiert er eben, verachtet oder verlassen zu werden.

Bild: Nach einer Zeichnung von 1913 - die Frau und der Hampelmann

Immer noch keine „Shades of Grey“-Erfahrung?

Furcht vor der Lust oder Lust auf Furcht?
Immer noch keine „Shades of Grey“-Erfahrung? Hier fassen wir in zehn Punkten zusammen, was dazu gehört, dir eine erste Erfahrung zu "backen". Also: Zehn Dinge, die du brauchst um deine ersten S/M-Erfahrungen "auf schön" zu bekommen.

Dir kann geholfen werden – die Partner(innen) musst du dir allerdings noch selber suchen.

Das Rezept – man nehme:

1. Dich und noch jemanden. Beide müssen einverstanden sein, dass sexuell und nicht-sexuell experimentiert werden darf.
2. Ein Gespräch als Vorbereitung. Jeder Mensch hat irgendwo und irgendwie Grenzen, wer behauptet, „offen für alles“ zu sein, sollte vorher sein Oberstübchen durchpusten lassen.
3. Minimale Kenntnisse in Anatomie – auch über den Gesundheitszustand des Partners.
4. Ein paar Gegenstände. Zum Draufliegen, sitzen oder um daran befestigt zu werden. Zur „Hardware“ gehört die „Software“ in Form von „Befestigungsmitteln“.
5. Etwas, das „elegant aua macht“ – braucht man nicht unbedingt, hat aber seinen Reiz.
6. Eine hübsche Portion Schauspielkunst, vor allem beim dominierenden Teil.
7. Die Fähigkeit, sich ganz in eine Rolle zu fügen und sie „wie real“ zu durchleben (gilt besonders für Unterwürfige).
8. Die Lust, den anderen „anzutreiben“, bis er seine Grenze erreicht (für die dominante Person).
9. Vorsicht und Respekt vom Anfang bis zum Ende. Kein echter Hass, keine echten Erniedrigungen.
10. Wenn es perfektioniert werden soll: passende Kostüme und eine Situationsgerechte „Bühnenausstattung“.

In der Praxis muss der Bäcker, der dieses Backrezept ausprobiert, etwas Erfahrung mitbringen, sonst gelingt der Kuchen nicht. Und das wäre Schade um die vielen Vorbereitungen. Und falls du dabei einknickst: Ach, dann lies dies ... es sagt dir, dass du nicht allein bist, wenn deine Wünsche schöner sind als die Realitäten.