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Mo-Vember im November

Movember - von der offiziellen Webseite
Aus Australien kommt eine Bewegung, die sich Mo-Vember nennt. Das klingt für uns ein bisschen „irre“, denn was hat der „Mo“, der Moustache oder Lippenbart mit dem November zu tun?

Eigentlich nichts – aber es ist eine Aufforderung, sich im November einen Lippenbart wachsen zu lassen, damit jeder Mann seinen Beitrag zur Vorbeugung von Prostata- und Hodenkrebs leistet. Und das heißt vor allem: damit er die Vorsorge auch tatsächlich nutzt.

Ich lasse mir gewiss keinen Oberlippenbart wachsen, aber ich denke, „man“ kann gar nicht genug darauf hinweisen, dass „Mann“ gesund bleibt.

Mehr Informationen und das © 2019 fürs Bild bei Movember deutsch.

Scham und Prostata

Schämen sich Männer? Einige ja, einige nein. Und während es ein paar Männer gibt, die ihren Penis stolz in erigiertem Zustand wippen lassen, wollen ihn andere nicht einmal einem Arzt zeigen.

Wissen Männer eigentlich etwas über ihre Prostata?

Und die Scham wird noch viel deutlicher, wenn wir uns mal ansehen, wie wenig Männer zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung gehen. Nun sind wir sicher alles andere als ein Patientenmagazin. Aber es wäre schon gut, wenn Männer wenigstens wüssten, wie ihre Prostata funktioniert. Ob das immer der Fall ist? Ich bezweifle es. Und ob die Schule genügend tut, um auf die männliche Anatomie hinzuweisen, wenn das „peinliche“ Thema ansteht? Auch hier sind Zweifel angebracht.

Die falsche Scham, sich anal berühren zu lassen

Und dann ist da noch die Abscheu des Mannes, sich anal berühren zu lassen, denn der Weg zur Prostata führt über die Rosette, die viele Männer als ihr Heiligtum ansehen. Ja wirklich – Männer schämen sich oft vor dem Arzt oder der Ärztin, die mit dem behandschuhten Finger die Prostata betastet.

Die Diagnose „Prostatakrebs“ ist zunächst ein Tiefschlag

Die Diagnose „Prostatakrebs“, so sagen alle Betroffenen, ist zunächst ein Tiefschlag. Und je jünger jemand ist, umso problematischer ist es für ihn, sein Leben darauf einzurichten. Allerdings geht aus Statistiken hervor, dass die meisten "Neuerkrankungen" Männer zwischen 60 und 79 Jahren betreffen. Immerhin ist „Mann“ heute mit 60 noch in bestem Mannesalter, da sagt der Urologe schon mal: „Ich halte Sie noch für einen jungen Mann.“

Vorsorge: Niemand sollte sich schämen

Kommen wir zurück zur Scham: Dem Mann, der sich untersuchen lässt, muss sich wirklich nicht „schämen“. Vor allem, weil es nichts daran zu schämen gibt, das Gesäß vor einem Arzt zu entblößen und sich mit der Fingerkuppe oder einer Sonde untersuchen zu lassen. Das Gefühl, das dabei entsteht, ist ein bisschen „merkwürdig“, aber es ist kein „Schmerz“ im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Druckgefühl. Im verlinkten Artikel wird dies ausführlich erklärt. Wer sichergehen will, kann in Absprache mit seinem Urologen einen Test auf seine PSA-Werte durchführen lassen.

Die Sexualität – vor und nach einer OP

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Was Ärzte über die Sexualität nach einer Prostataoperation sagen, ist zumeist vage – genau weiß das nur der Patient, und auch sein Empfinden ist von physischen, psychischen und sozialen Komponenten abhängig. Das heißt, es kommt darauf an, wie operiert wurde, wie der Mann sich hernach fühlt, welches Gewicht er seiner Sexualität beimisst und wie die Partnerin darauf reagiert. Der Arzt und Patient Walter Raaflaub hat dies in seinem mutigen Buch "Tote Hose“ beschrieben – ohne Scham.

Wer genau fachliche Auskünfte über die Folgen einer möglichen operativen Behandlung wünscht, muss seinen Urologen fragen. Hier geht es nur um die „Scham“ vor der Untersuchung: absolut unberechtigt.

Buch: „Tote Hose“ Gockhausen, 2007

Hinweis: Die ist kein Fachartikel, sondern ein Hinweis auf falsche Scham, die zu Problemen führen kann. Fragt bitte stets eure Ärzte, wenn ihr Fragen habt.

Wenn es ihm kommt – wie ist das eigentlich?

Das typische Ende des Ergusses
Männer .., ach ja, sie denken ja an nichts anderes als an ihren Penis. Gleich, ob sie liegen, sitzen oder stehen. Und dann? Manchmal werden sie geil, vor allem, wenn ein weiblicher Körper ihre animalischen Instinkte freisetzt. Und wenn sie irgendetwas bei irgendjemandem gefunden haben, wo sie ihren Penis reinstecken können, dann … ja, was dann?

Dann passiert etwas Geniales. Denn der Mann braucht (normalerweise) nur wenig zusätzliche Stimulanz – etwas Enge, ein bisschen Reibung … und dann?

Dann kommt der Moment, indem sich die Sache zwar noch rückabwickeln ließe, aber wer will das schon? Also legt das Gehirn den Schalter um: Die Blase sperren, um dem in der Prostata angesammelten Gemenge den Weg freizugeben – dann mit gewaltiger Wucht und hoher Geschwindigkeit alles ins Freie schießen. Das Ziel wird selten getroffen – allzu oft landet die Glibbermasse in Lümmeltütchen, Mündern, Händen, Därmen oder auf nackter Haut. Etwa zum gleichen Zeitpunkt überfällt den Mann ein schnelles, aber intensives Erschauern, Orgasmus genannt. Das war sein Ziel - kaum etwas anderes. Schnell wird der Ursprungszustand wieder hergestellt, aber bis er „wieder kann“ dauert es trotzdem eine Weile.

Na schön … also gilt es, den richtigen Umgang damit zu erlernen. Bei Männern – logisch, da ist noch Luft drin. Und bei Frauen? Die Natur nutzen, nicht ignorieren. Dem Mann zeigen, was alles möglich ist – das wird ihn (wahrscheinlich) erfreuen.

Frauen, Männer und anal – was ist wirklich dran?

Der weibliche Po - Männerwunsch oder eher Fantasie?
„Analverkehr“ ist ein weites Feld – und einfach ist es nur, wenn man sagt: „Ja, da geht halt hinten etwas rein, was da nicht reingehört.“

Binsenweisheit: Männer wollen Frauen - auch "anal"

Leider ist das nicht so einfach. Nehmen wir an, die meisten Männer seien heterosexuell, ausgesprochen potent und standhaft. Und sie würden auf den hübschen Gleiteffekt in die Vagina weniger wert legen als auf ein Wort, das immer wieder fällt: „Herrlich eng“ sei es, wenn der Mann die Frau anal penetriert.

Frauen sind selten begeistert von "anal passiv"

Dann wäre ja alles perfekt, oder? Nein, ist es nicht. Zwar sagen manche Frauen, sie würden den Eindring-Effekt oder die Penetration selbst „gern haben“ – Zweifel sind aber angebracht. Darüber zu forschen ist ohnehin heikel – die Wahrheit wird oft vom „Mäntelchen der Liebe“ zugedeckt. Die einzige Aussage, die wirklich authentisch ist, mag diese sein: „Wir versuchen eben alles, was geht, und anal ist sehr aufregend.“ Wobei deutlich wird: Berührungen zwischen Frau und Mann sind nicht immer sexueller Natur, nur weil sie körperlicher Natur sind. Oft steht das Experiment im Vordergrund.

Frau oder Mann? Ist das Eindringen für Männer die Hauptsache?

Da wären also die Männer, die angeblich „fordern“, Analverkehr auszuüben. Das geht natürlich mit Geduld und Gleitgel sowie Kondom technisch ohne Weiteres. Und gut, es mag die Enge sein, die sie motiviert. Fragt sich natürlich, welchen Unterschied sie empfinden, wenn sie dazu einen speziellen Masturbator benutzen würden oder sich mit einem Mann vergnügen würden. Besser, man fragt gar nicht erst, nicht wahr? Man spürt als Autor/Autorin schon die bösen Blicke, die bei jeder Assoziation mit „schwul“ oder „beliebig“ hervortreten. Doch wenn sich jemand die Frage stellt, wird er auch Antworten bekommen, die nicht gerade schmeichelhaft sind.
Komplizierte Anatomie - Darmwand, Prostata (violett) Blase

Umgedreht - der Mann: passiv anal?

Nicht genug damit – bisher redeten wir ja von „Mann ist aktiv anal, Frau (oder ein anderer Mann) passiv.“ Drehen wir die Sache nun mal buchstäblich um: „Frau (oder anderer Mann) ist aktiv anal, Mann ist passiv.

Schon röten sich die Wangen, denn damit haben wir einen heiklen Punkt erreicht – anatomisch, kulturell und erotisch.

Anatomisch, weil nun die Prostata ins Spiel kommt. Kulturell, weil nun garantiert „schwul sein“ in den Raum gestellt wird, und erotisch, weil dabei eine völlig andere Sinnlichkeit entsteht, die nur auf diese Weise zu erzielen ist.

Welche Gefühle hat ein Mann bei "anal passiv"?

Wie bei jeder „sexuellen“ Betätigung können die Gefühle höchst unterschiedlich sein: Abenteuer, Schmerz, Verwunderung, Sinnlichkeit und höchste Lust liegen eng beieinander.

Und nun mal ganz ohne Romantik, Liebe und was sonst noch dazugehört: Die Reizung kann durch einen Finger, ein per Hand bewegtes Instrument, ein durch durch das Becken bewegtes Instrument oder durch einen Penis ausgeführt werden. Im Grunde ist eine Frau „optional“, wird aber von Männern deutlich bevorzugt, weil sie das erotische Flair schafft, das oftmals gewünscht wird. Um nicht als „schwul“ zu gelten (da sind Männer eigen) werden Frauen mit einem Kunstpenis (Strap-on-Sex) deutlich bevorzugt.

Wie fühlt sich das nun für den Mann an? Berichte darüber lassen nichts aus – von schmerzhaften, stichähnlichen Gefühlen, über den Eindruck, die Blase müsse entleert werden bis hin äußerst intensiven, oft auch extremen Lustgefühlen.

Wir zitieren hier mal eine der glaubwürdigen Schilderungen:

Anfangs ist das spezielle Feeling bei der Stimulation der Prostata mit dem Gefühl einer vollen Blase, die entleert werden möchte, zu vergleichen. Dies ist jedoch normal und keineswegs ungewöhnlich. Erregende Gefühle stellen sich hingegen meist etwa ein bis zwei Minuten nach Beginn der Prostatastimulation ein.


Mit anderen Worten: das Angenehme spürt der Mann erst nach einiger Zeit, und je mehr er sich an Hand, Spezial-Dildo oder P-Punkt-Vibrator gewöhnt hat, bekommt er die ganze Lust zu spüren. Dabei werden allerdings auch bereits Gefühle beim Einführen erzeugt, die äußert lustvoll sein können, je nachdem, wie eingeführt wird.

Frauen, die ihren Mann auf diese Art verwöhnen wollen, sollten bedenken, dass „Strap-on-Dildos“ schwerer zu kontrollieren sind als handgeführte Dildos oder Vibratoren. „Pegging“ oder „Strap-on-Sex“ ist daher eher etwas für Frauen und Männer, die Erfahrungen mit dieser Technik haben.

Ist anal wirklich so toll?

Irgendwie anregend - aber ist anal eigentlich empfehlenswert?
Ist anal wirklich so toll? Keinesfalls, wie wir gerade hörten. Nur 10 bis 15 Prozent der ganz gewöhnlichen Paare tun es. Und selbst wenn sie’s tun, dann passiert es nicht so häufig. Vaginal ist einfach toller – und es erfordert weniger Vorbereitungen. Doch es gibt eine wohlbekannte Ausnahme, über die allerdings mehr geschwiegen als geredet wird: Passiver Analverkehr beim Mann kann sensationell sein.

Und wenn es doch sein muss?

Anale Lust ist nicht an den Penis gebunden – das glauben allerdings die meisten Leute, die darüber reden. Und sobald der Penis ist Spiel kommt, glauben die Leute kompetent zu sein, die „übliche Ratschläge“ geben, wie ein Penis problemarm den Weg „hinein“ findet. Doch oftmals reicht auch ein behandschuhter Finger oder ein Dildo, um das passive Vergnügen auszulösen. Vor allem ist wichtig: viel, viel Schmierstoff (Gleitmittel). Der Unterschied zwischen Frau und Mann beim passiven Analverkehr: Der Mann empfindet doppelt – einmal beim Eintritt des Fingers oder P-Punkt-Dildos, dann aber auch an der Prostata. Und da geht’s der Gans dann eben nicht wie dem Ganter – denn die eigentliche Sensation erlebt nur der Mann. Ob er die dabei entstehenden Gefühle als erschreckend, schmerzlich, interessant oder lustvoll empfindet, ist offen. Tatsache ist: Die Lust daran hat Potenzial, weil die Prostata extrem berührungsempfindlich ist. Und auf sie wird (über den Darm) beim Mann Druck ausgeübt.

Mehr bei GOOP im Interview mit Paul Joannides.