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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Toxische Beziehungen

Toxisch ist ein neues Modewort in Beziehungen. Es wird gerne von Frauen verwendet - oder sagen wir mal - es wird von Journalistinnen gepflegt wie eine exotische Pflanze udn dann an Frauen weitergereicht. Klingt schrecklich gebildet, nicht? Die wabbelnde Masse plappert es dann nach. Das ist wichtig, denn nur wer eine verpfuschte Beziehung als „toxisch“ einstuft, ist noch dabei im Chor der ewig Gelackmeierten. „Hat eben nicht funktioniert“, klingt nicht halb so gut.

Das typische an toxischen Beziehungen: Diejenige (und sicher dann und wann auch derjenige), der das Wort im Mund führt, ist nie verantwortlich. Überhaupt muss man den Wehklagenden das Wort erst mal in den Mund legen, sonst wissen sie vielleicht gar nicht, dass sie einfach zu naiv sind. Oder nicht alle Tassen im Schrank haben.

Klar - das kann alles Mal passieren. Du (und du dahinten auch) bist nicht immer für alles verantwortlich. Und du kannst küssen oder vögeln, wen du willst. Und klar kannst du dich, die Welt oder die Kerle alles „vergiftet“ bezeichnen. Liegt alles an dir.

Wie sonst auch alles, was du tust. Und das alles nicht nur, weil ich gerade mal Gramse heiße. Sondern auch im richtigen Leben.

Männer und Schweine

Frivole Circe, lüsterne Schweine
Nun, was seht ihr? In der Mitte eine nackte selbstbewusste Frau - und um sie herum ein paar grunzende Schweine, die ihr offensichtlich verfallen sind.

In dieser Karikatur ist die Geschichte der Gefährten des Odysseus zu sehen, die bekanntlich durch eine List der sinnlichen Zauberin Circe, auch Kirke oder Zirze genannt, zu Schweinen wurden. Es war etwas mehr als eine List, nämlich eine jener magischen Verführungen, durch die Männer ihren Verstand verlieren und sich einer Frau unterwerfen - jedenfalls für die Männer des frühen 20. Jahrhunderts.

Zitat (1):

Und sie setzte die Männer auf prächtige Sessel und Throne, mengte geriebenen Käse mit Mehl und gelblichem Honig unter pramnischen Wein, und mischte betörende Säfte in das Gericht, damit sie der Heimat gänzlich vergäßen. Als sie dieses empfangen und ausgeleeret, da rührte Kirke sie mit der Rute, und sperrte sie dann in die Köfen. Denn sie hatten von Schweinen die Köpfe, Stimmen und Leiber, auch die Borsten; allein ihr Verstand blieb völlig, wie vormals.

Wer Humor hat, kennt sicher den Text, den Hanne Wieder gesungen hat. Vergessen wird oft, von wem er stammt, nämlich von Friedrich Hollaender:


"Ich mach' sie aufmerksam", sprach da die Circe
"Sie glauben fälschlich, in der Circe liegt die Würze
Wenn sie Homer gelesen hätten, seh'n Sie Kleinchen
Dann wüssten Sie, ich mach' aus allen Männern Schweinchen
Na, nu sind'se scho'mal da, nu komm'se rein
Und wie das Schicksal spielt, ich habe grad' kein Schwein!"

Wie wird ein Mann zum Schweinchen?

Ich hoffe, dass ihr alle keiner Frau verfallt, die euch zum Schweinchen macht ... es ist nicht besonders hilfreich, wenn man als Mann weiter bestehen will.

Manche Frau sagt ja: „Alle Männer sind Schweine“, auch ohne Zaubertrank und Rute. Aber mit diesen beiden Zutaten geht es deutlich schneller. Zumindest bei den Gefährten des Herrn Odysseus. Und heute sicherlich dann und wann auch noch ...

Vergaß ich etwas? Oh ja, es gibt wirklich ein paar Männer, die nichts lieber sein wollen als Schweinchen. Aber das schlägt ein anderes Kapitel in den „schrägen“ Beziehungen auf. Und so wahr ich Gramse heiße: die finde ich dann wirklich ziemlich verschweint.

Bild: Joseph Kuhn-Régnier war ein Zeichner und Karikaturist, der häufig für das Magazin „Paris Plaisirs“ gearbeitet hat.
(1) Projekt Gutenberg
(2) Text von Lyrics.at.

Das Tüpfelhyänen-Phänomen

Unter Hyänen
Ich lese gerade, dass rangniedrige Tüpfelhyänen-Männchen bei der Suche nach Partnerinnen unter Druck stehen.

Eigentlich ist ja egal, wie die Forscher das herausgefunden haben – schließlich sind wir ja keine Tüpfelhyänen. Aber je mehr ich darüber las, umso weniger bestätigte sich die These. Letztlich hat nämlich das rangniedrige Männchen bei den nämlichen Hyänen-Damen doch eine Chance. Ei potz – wäre das nicht auch etwas für dich?

Rollen wir die Sache mal auf: Wenn du in die Welt hinausgehst, solltest du dir einen Ort suchen, an dem genügend junge Frauen vorhanden sind. Sie müssen nicht sogleich paarungswillig sein. Aber je besser sie dich kennen, umso mehr ändert sich ihre Lust, es mal mit dir zu probieren. Jedenfalls bei Tüpfelhyänen. Falls du ein Mensch sein solltest, könnte es schneller gehen. Menschenfrauen sind nicht so wählerisch wie Tüpfelhyänen-Weibchen. Wird jedenfalls behauptet.

Wenn du hingegen daheimbleibst, musst du aufpassen, dass du die Damen abfängst, die gerade frei sind. Es gibt ja immer ein paar davon, die irgendwie zugezogen sind oder die gerade keinen Partner haben. Also scharf hingucken, und dann heranschleichen, wenn ein Platz frei wird. Du bist in diesem Umfeld ja schon bekannt, und da ist es immerhin möglich, dass sie dich nimmt. Falls du ein Mensch sein solltest, männlich und heterosexuell, kannst du es natürlich auch so machen.

Du kannst all dies versuchen - so wahr ich Gramse heiße. Vorausgesetzt, du kannst dich in eine Tüpfelhyäne mental hineinversetzen. Lies alles nach - hier zum Beispiel.

Alles, was hier steht, stimmt irgendwie - und es ist dennoch eine Satire. Von Gramse, der noch immer existiert..

Weltfrauentag: die Biologie, die Zivilisation und Sex-Roboter

Nachdenken über die Evolution ...
Es ist schon interessant, was Frauen zum „Weltfrauentag“ sagen.

So meint die Biologin Meike Stoverock, dass ...

Männer in Zukunft automatisch in eine demütigere Position gebracht (würden).

Jedenfalls ein bisschen, denn sie fährt fort:

Damit meine ich nicht, dass sie gedemütigt oder Bittsteller werden sollen. (Aber ihr ...) Selbstverständnis, dem es teilweise wirklich an jeder Demut fehlt, könnte einen kleinen Dämpfer schon vertragen.

Hintergrund dieser Idee ist, dass Frauen vor der „Neolithischen Revolution“ angeblich die Jägerinnen waren, weil in der Natur „die Weibchen den Partner wählen und bestimmen, welche Männchen sich paaren können.“ Nun ist freilich die Frage, ob dies auch für die wilden Horden galt, die einst durch die Savanne gezogen sind. Was aber, wenn diese Horden eher einer Gruppe von Gorillas glichen? Ich kann nicht annehmen, dass die Biologin damals dabei war. Ich auch nicht.

Na schön ... verstanden. Ich bin ja lernfähig. Also Frau muss dominieren, muss die Männchen wählen und sie bei Dates aussondern, um nur die besten Spermien aufzunehmen.

Die "Female Coice" ist längst Realität

Irgendwie kommt mir das bekannt vor, allerdings im 21. Jahrhundert. Und mit dem Unterschied, dass die Männer ihre Spermien dann eben in andere Damen einfließen lassen, die nicht nach dem „Besten Beschäler“ suchen.

Oh ... räusper ... den Kerlen, die nicht von den Majestäten erwählt werden, um den Begattungsprozess an ihnen auszuführen, bliebt laut unserer Biologin eine Alternative. Nein, nicht Kerle zu Kerlen - um Himmels willen. Die Lösung heißt Sexpuppen, und da zitiere ich doch noch mal die Biologin:

Es gibt ja heute schon Sexpuppen, die lebendigen Frauen sehr ähnlich sehen. Mit künstlicher Intelligenz und Druck- und Sprachsensoren wird in Zukunft Erstaunliches möglich sein, um einsamen Männern zumindest die Illusion einer Partnerschaft zu geben.

Püppchen, dreh dich ... Zukunft für Männer?
Schöne neue Welt, und warum müssen Männer nun in lebensnahe Sexpuppen masturbieren, die mit künstlicher „Intelligenz“ und „Drucksensoren“ ausgestattet sind?

Weil wir eine „gerechte Welt“ brauchen. Und die ist nur gewährleistet, wenn Frauen an den Schalthebeln der Macht sitzen.

Ja, ja, die Frau hat ein Buch geschrieben, und das adelt den Menschen an sich. Schließlich schreiben Gorillas keine Bücher.

Und ich? Ich denke gerade mal über die Zeit nach, in der die Neolithische Revolution stattfand. Und darüber, wie sich die Männchen der Zukunft mit ihren erstaunlich echten Roboter-Weibchen vergnügen werden. Und ja, auch ein klein wenig darüber nach, wie wir akademische Überheblichkeit nachweisen könnten. So wahr ich Gramse heiße.

Gramse bleibt Gramse - kritisch und immer mit dem Finger auf den wunden Punkten .

Alle Zitate aus "Der Standard"

Der Macho-Gentleman

Ein Trench macht noch keinen Gentleman, aber ...
Heute sind die Frauen ja emanzipiert. Vor allem die Frauen, die gerade ein Studium der Betriebswirtschaft oder so etwas abgeschlossen haben. Also, so ungefähr das, was man früher mal eine „Lehre“ nannte, nur ohne Praxis.

Die Sache ist nur so: Richtig wohlfühlen tun sie sich darin nicht. In der Rolle der Emanzipierten, die machen kann, was sie will. Also sucht sie sich einen Kerl, der „große Hände“ hat, mit denen er sie „richtig an sich heranziehen“ kann. Oder so etwas in der Art. Der Kerl darf ruhig vom Land sein oder Maschinenführer, Lagerist oder so etwas. Dann das spielt für die Grundbedürfnisse keine Rolle.

Nun ist da aber ein Haken. Wenn der Kerl sie ernsthaft anbaggern will, muss er ihr noch den Stuhl zurechtrücken, die Tür öffnen, in den Mantel helfen und vor allem für die gemeinsame Mahlzeit löhnen.

Sonst kommt er nicht ins Bett. Das zeigt sich beim Zahlen. Da ändert sich plötzlich was. Die Aufgeschlossenheit, die leuchtenden Augen, die begehrlichen Blicke – alles fällt plötzlich zusammen, wenn der Kerl nicht zahlt.

Die „Lady“ streckt sich dann damenhaft und erzählt, dass der „Funke leider nicht übergesprungen“ ist und sie sich „leider keine Beziehung vorstellen könne.“

Also: Wenn der Macho nicht zahlt, ist er kein Gentleman. Ein Gentleman-Macho rückt Stühle, öffnet Türen und bezahlt. Dann darf er auch Hotelzimmertüren öffnen, die Bluse und den BH. Und den Gentleman vorläufig ablegen.

Ach so – das klingt sexistisch. Und sexistisch darf man nicht. Also streicht man den letzten Absatz.

Ich frage mich nur: Habt ihr jemals von einer eine Lady-Schlampe gehört? Also vor einer Frau, die ladylike angezogen ist, gepflegte Konversation macht, wohlanständig auf dem Restaurantstuhl sitzt, weiß, wie man die Gabel hält und vorgibt, eine Beziehung zu wollen? Und die schließlich sagt: „Komm mal zur Sache – ich bin geil, du bist geil. Da wird es doch Zeit, dass wir uns ein Hotelzimmer nehmen oder?“

Gibt es nicht? Gibt es. Allerdings genau so selten wie einen Gentleman-Macho oder einen Macho-Gentleman. Und die wenigen, die es gibt, sind so schnell weg wie warme Semmeln. So wahr ich Gramse heiße.

Eine Diskussion darüber findet ihr auf: Med1. Dort allerdings ist es keine Satire. Oder doch?

Bild: Unbekannter Künstler, Illustration, Teilansicht, ca. 1939, Datum eher unsicher