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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Warum suchst du nicht mit Leidenschaft?

Das Leben mit Leidenschaft anzugehen, ist wunderbar. Ich hörte jüngst, das Allerbeste, was wir im Leben tun können, ist einen Beruf zu ergreifen, für den wir brennen.

Ich will dies als Beispiel nutzen. Wenn du für einen Beruf „brennst“, dann erfüllt er dich. Du gehst bis an die Grenzen – deiner Fähigkeiten, deiner Möglichkeiten, deiner Kompetenzen. Du wirst Phasen der Euphorie erleben und die Gefahr des Scheiterns. Vielleicht wird dies deiner Karriere schaden und vielleicht auch nicht. Aber du wirst jeden Tag aufstehen und gerne deinen Job machen.

Der Unterschied zwischen dir und den anderen ist einfach: Du liebst deinen Beruf, du willst ihn so verwirklichen, wie du ihn siehst. Du tust, was du für richtig hältst. Für die Leidenschaft riskierst du manchen Schmerz.

Und deine Partnersuche?

Vielleicht denkst du wie so viel andere: „Ich will leidenschaftliche Liebe, Nähe und Lust – auf Dauer, aber ohne Hürden.“

Nicht ohne Schmerzbereitschaft

Nein, das wird voraussichtlich nicht klappen. Du warst nicht bereit für die Leidenschaft, weil du das Risiko gescheut hast, Erfahrungen vermieden hast und damit den Schmerz. Und das alles hat dir genau gar nichts genützt.

Nicht ohne Verwirrung

Vielleicht wolltest du auch nicht verwirrt werden – von all dem, in dem der andere „so anders“ ist. Nicht verwirrt werden wollen heißt auch, sich Erfahrungen zu verschließen. Überleg bitte mal, wie groß das Risiko für dich ist, neue Erfahrungen zu machen.

Nicht ohne Risiko

Schließlich hast du vielleicht einen „absolut sicheren Neuanfang“ ohne jedes Risiko gesucht. Hat jemand vergessen, dir zu sagen, dass es so etwas nicht gibt? Die Beziehungssuche ist deswegen so aufregend, weil sie so unsicher ist – nicht, weil dabei Garantiescheine ausgestellt werden.

Schau dich an - wie ist es mit deiner Risikobereitschaft?

Schau dich an – wenn du zwischen 18 und 48 bist, hast du mit etwas Glück noch „jede Menge Zukunft“. Das wirst du doch wohl das Risiko eingehen können, deiner Leidenschaft zu folgen, oder etwa nicht?

Warum Liebe ein Risiko ist – und wie dir das nützt

Was überwiegt? Die Gefahr oder der Gewinn?
Liebe zu bekommen, ist sicher nicht einfach. Aber das liegt nicht an der Liebe, sondern an Menschen, die um sie bitten, sie einzuhandeln versuchen oder gar einfordern. Und selbstverständlich ebenso an jenen, die sie schenken, eintauschen oder nur zögernd herausgeben.

Bevor ich fortfahre – es ist nicht die Liebe, die du aus Romantik-Schinken kennst. Liebe ist eine Art Wundertüte, in der alles sein kann. Schmerz paart sich mit Lust, äußere Hingabe ringt mir inneren Widerständen, und die Natur rauft sich mit dem Verstand.

Mit einem Satz: Liebe ist ein Risiko. Weißt du, was ein Risiko bedeutet? Es heißt, den Einsatz zu wagen, ohne dass du am Ende weißt, ob du einen großen Gewinn oder einen schmerzlichen Verlust einfährst. Kaum jemand tut dies, wenn die Chancen auf Gewinn nicht größer wären als die Möglichkeiten des Verlusts.

Ein ehrlicher Mensch wir dir niemals versprechen, dass du „immer gewinnst“. Aber wenn du nie ein Risiko eingehst, wirst du auch nie erfahren, was für dich möglich ist. Und wenn du nicht erfährst, was dir möglich ist, dann wirst du auch nicht feststellen, bei wem und mit welchen Eigenschaften du wirklich „punkten“ kannst.

Was heißt das alles letztlich?

Der Liebe niemals zu begegnen oder sie zu verpassen, ist am wahrscheinlichsten, wenn du niemals ein Risiko eingehst. Und dazu musst du wissen, wie gut dein „inneres Selbst“ notfalls mit Verlusten umgehen kann.

Vielleicht kannst du ein „emotionales Konto“ anlegen. Wenn dir ein Zugang zur Liebe gelingt, verbuchst du es unter „Haben“, wenn es schief geht, unter „Soll“. Sorge dafür, dass du keine „roten Zahlen“ schreibst. Das ist im Grunde das ganze Geheimnis.

Ohne Risiko Partner(innen) finden?

Eine der häufigsten Fragen, die mir (und jedem anderen „fröhlichen Kenner“) gestellt wird, ist diese:

„Kannst du mir eine absolut sichere Methode nennen, meine Partner (meine Partnerin) zu finden?“

Die Frage beinhaltet vielfach den Satz „ich fühle mich unsicher“ und oftmals leider auch „wie kann ich mein Glück ohne Risiko finden?“

Über das Risiko

Nun ist es so: Das Leben ist immer und überall Risiken ausgesetzt. Und dabei spielt es keine Rolle, ob du suchst oder „Gefunden werden willst“. Du wirst in jedem Fall „Fremden“ begegnen, wenn in deiner Umgebung niemand vorhanden ist.

Was ich dazu sagen kann?

Wenn du gelernt hast, mit Risiken umzugehen und sie zu beherrschen, brauchst du keinen Rat. Und vor allen nicht, wenn du offen und selbstbewusst, aber mit der üblichen Zurückhaltung an Begegnungen herangehst.

Wenn du Risiken scheust, ist es schwieriger. Manche Frauen/Männer, die die begegnen, sehen das und „helfen dir über diese Hürde“. Andere nutzen deine Unsicherheit aus. Diejenigen, die zur zweiten Gruppe gehören, sind oft sehr geschickt, dich einzulullen. Sichere dich ab – zum Beispiel, indem du das erste Date ausführlich mit einer Freundin / einem Freund besprichst, der neutral und klug ist.

Wenn du „der ganze normale Typ“ Frau oder Mann bist, dann liegst du etwa in der Mitte: Mit manchen Risiken kannst du umgehen, mit andere nicht. Da hilft nur, sich vorher zu überlegen, welche Situationen du beherrscht und welche nicht. Und eine dürfte klar sein: Je mehr Alkohol, umso leichtsinniger werden Menschen. Aber auch, je mehr irrwitzige Vorstellungen sie haben, die nur schwer erfüllbar sind.

Ich hoffe, dass dir mein Beitrag etwas nützt.

Die Woche: Kommst du irgendwie durch die Pandemie?

Eine Frage, die im Grunde jeden, der sich je mit Sexualität beschäftigt hat: „Warum machen wir dies oder jenes überhaupt?“

Sie bewegt auch immer wieder die Redaktion der Liebeszeitung. Hinauszugehen und nach Sex zu suchen ist gefährlich – aber wir tun es dennoch. Jedenfalls als Single. Neben Sex suchen Menschen auch noch die reine Lust, die reine Liebe, die reine Sinnlichkeit … und vieles mehr. Wir können dies teils verstehen, teils nicht. Und so leicht es auch noch sein mag, einen „Empfänger“ der Lust zu verstehen, so schwer ist es oft, die Motive der „Sender“ zu begreifen.

Die sinnlichen Sadistinnen und andere Begierden

Die Reaktionen der Haut eines anderen zu genießen – das gilt als „sadistisch“. Und mögen sich auch sogenannte „Masochisten“ daran erfreuen, so bleiben die Motive der „Geber“ unklar. Wir schreiben sogar darüber.

Beim Artikel „Wenn sich die Gürtelschnalle öffnet“ ging es um die sexuellen Erwartungen, die dann geweckt werden könnten – nicht etwa um den Gebrauch des Gürtels als Instrument der „Disziplin“. Sorry an alle, die gedacht haben, es gingt um etwas mit „Aua“.

Die Brücke zwischen dem, was „Aua“ macht und der Pandemie besteht darin, die Vorstellung zu „retten“, sinnlich geschlagen zu werden. Viele versuchen es, aber – es ist nicht das gleiche Gefühl. Meinen jedenfalls einige Web-Autorinnen.

Mit sanften Lüsten durch die Pandemie?

Von den heftigen Lüsten zu den sanften in der Pandemie: Wie können wir uns körperlich und emotional „sinnlich“ fühlen, wenn Berührungen verpönt oder gar verboten sind? Wir erklären das, so gut es geht. Wenn du lesen magst, wie du deine Lebensziele in der Pandemie ändern kannst, dann lies bei sehpferd.

Neo-Konservative Sexualmoral in der Beratung

Berater sind zu einer wahren Plage geworden, besonders, seit die Pandemie jedem Klugscheißer ein Türchen öffnet. Neuerdings predigt man seitens der moralinsauren Fraktion Zurückhaltung und Enthaltsamkeit. Nicht, weil es hygienisch nötig wäre, sondern weil man vermeintlich konservative Werte durchsetzen will. Oder weil es dem Geschäft guttut, wenn Singles lange in Wartepositionen verharren.

Dates eingehen trotz des Risikos?

In einem Beitrag beschäftige ich mich dieser Tage sogar mit der Frage, warum Singles angeblich allen Regeln über den Haufen werfen, um doch noch zu Dates, Lust, Liebe, Sinnlichkeit oder Sex zukommen. Das Thema gilt ja als unendlich heikel, muss aber mal aus der Versenkung heraus.

So viel steht fest: Psychische Not durch Vereinsamung und alle daraus resultierenden Folgen inklusive der Suizidgedanken (Fremdlink!) interessieren am Hof zu Berlin nicht die Bohne. Ist ja nicht ansteckend, so etwas. Aus dieser Sicht ist die Frage, wann wir endlich wieder mal zum Friseur gehen dürfen, eher belanglos.

Aussehen wie ein Porno-Star?

Oh ja, wir hatten diese Woche etwas für Frauen, was euch wirklich gefallen wird: Du benötigst keine perfekten Beine und Brüste, keine Enthaarung und keine Corsage, um zu gefallen. Und wir sagen dir, was du stattdessen brauchst. Eines jedenfalls nicht: ein Pornostar-Image.

Sexuelle Experimente und ihre Risiken

Nicht die richtige Methode, Risiken zu beurteilen
Sexuelle Experimente und ihre Risiken - oder: warum das Vermeiden keinen Nutzen bringt

Jedes sexuelle Experiment, das du eingehst, ist ein Risiko, in dem du mit zwei Schwestern zu tun bekommst: eine heißt „Chance“, die andere „Gefahr“.

Die Gefahren - der Schnupfen der Psyche und der erschlaffende Penis

Die Gefahren zuerst: Möglicherweise ist „das Technische“ dir im Weg: Die Liegefläche ist beispielsweise zu hoch oder zu niedrig. Das macht beim Blümchensex natürlich nichts aus, bei Experimenten aber schon. Dann ist es das Physische: die Erregung im Kopf und die im Penis oder der Vagina laufen nicht synchron. Sie bleibt trocken, er bleibt weich. Und schließlich ist es die Psyche, die plötzlich Schnupfen bekommt und zu niesen beginnt – dann geht nichts mehr. Die Nachdenklichen und psychologisch Geschulten unter euch werden auch an Langzeitfolgen denken, doch die werden überschätzt, jedenfalls, wenn ihr nicht miteinander verheiratet seid.

Die Chancen - mehr Lust an der Lust erzeugt noch mehr Lust

Die Chance ist die schönere der beiden Schwestern. Alles, was irgendwie technisch schief gehen könnte, kann abgefangen werden, und wenn trotzdem etwas nicht ganz „passt“, kann man improvisieren. Bei kleinen physischen Problemen kann Abhilfe geschaffen werden, und nicht bei allen sexuellen Experimenten muss der Mann „bocksteif“ sein und die Frau „klatschnass“. Wobei wir nun zur Psyche kommen müssen: Ein gelungenes sinnlich-erotisches oder sexuelles Experiment beflügelt, macht Lust auf mehr und kann auch ein ganzes Leben positiv verändern. Manchmal erleben einzelne Partner einen „Durchbruch“. Dann fragen sie sich, warum sie dies oder jenes nicht schon früher getan haben.

Solltest du es wagen, dich einfach "gehen zu lassen"?

Wenn wir genau wüssten, dass ein Risiko zum Erfolg führt, würden wir alle Risiken eingehen. Wenn wir alle fürchten müssten, dass Risiken im Chaos enden, würde sie niemand eingehen. Manche Risiken sind abschätzbar, andere nicht. Die Schwierigkeit bei sinnlichen, erotischen oder sexuellen Risiken besteht darin, dass Gefühle freigesetzt werden, die wir nicht willentlich beherrschen können, sondern die wir einfach „geschehen lassen müssen“.

Ja oder Nein zum Risiko?

Normalerweise hindern uns Furcht, Scham und die üble Nachrede missgünstiger Mitmenschen, unser Liebesleben in „Eigenregie“ zu gestalten. Unsere natürlichen Triebe und Sehnsüchte sowie unsere Neugierde auf das Ungewöhnliche oder Unbekannte treiben uns aber an, Wagnisse einzugehen.

Erotische Wagnisse kann man einschätzen. Je weniger Personen beteiligt sind und je mehr man den Beteiligten vertrauen kann, umso sicherer ist der Versuch. Der eigentliche Risikofaktor sind wir selbst. Ja, es könnte nicht so lustvoll sein wie gedacht. Und ja, wir könnten versagen. Aber wäre das wirklich so schlimm?

Das meist, wodurch Menschen zu Ruhm und Ehre gekommen sind, haben sie aufgrund von Wagnissen erreicht. Und falls sie zu sinnlicher Freude, mitreißender Lust oder erotischen Genüssen gekommen sind, haben sie erreicht, indem sie sich selbst auf Wagnisse eingelassen haben. Und etwas will ich euch noch mitgeben: Die Menschen um euch herum reden über euch, egal, was ihr tut. Mal seid ihr zur prüde, mal zu geil. Mal lachen sie über euch, weil ihr zögert, und mal sind sie schadenfroh, wenn ihr „auf die Nase fallt“.

Und jetzt? Was tut ihr?

Bild: bedauerlicherweise ist mir der Autor unbekannt.