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Sex – es machen oder es sich machen lassen?

Adam, selbstbewusst, links, Lilith, sinnlich, in der Mitte als Schlange - Eva unterwürfig rechts
Genau genommen ist die Geschichte, wenngleich nicht biblisch authentisch, so alt wie die Religion selbst: Machst du es ihm/ihr oder lässt du es von ihm/ihr machen? Oder, mal auf die Ursprünge zurückgeführt: Am Anfang war die Genesis, und das schuf Gott Mann und Weib nach seinem Ebenbild. Das harmonierte logisch aber nicht mit der anderen Story, weil später doch dieser Adam allein durch das Paradies latschte, und ihm erst noch eine Frau aus der Rippe geschnitten werden musste. Und weil das nun mal nicht zusammengeht, kam flugs die Legende auf: Also da war Lilith, Adams erste Frau – und die wollte oben liegen, also sexuell dominieren und sich ihre Lust holen, wann sie wollte. Das ging nun gar nicht für den armen Adam, und so musste die zweite Frau her, also die Eva.

Frauenklischees - doch sollten Frauen sie wirklich aufgreifen ?

Nun – seither wissen wir, was Sache ist: Frauen sind zwar widerwärtige Verführerinnen und Urheber der Erbsünde, aber andererseits ertragen sie, wenngleich widerstrebend, die Begattungsversuche ihrer plumpen Ehemänner. Sie fordern keine Befriedigung ein, und spielen ihrem Mann stattdessen die große Show vor, einen Orgasmus zu haben. Klischee bleibt Klischee. Frau stellt sich auf den Mann ein, mal so und mal so, aber der Mann muss machen. Schließlich ist er der „Macker“. Und der Macker macht, was er will.

Männerklischees - sollten Männer danach leben?

Für den Mann gelten noch mehr Klischees. Sie grunzen vor Wollust, wenn sie eine Frau sehen, ihr Penis schwillt sozusagen automatisch an, und sie stecken ihn überall herein, wo sich eine Öffnung im Körper auftut. Denn männlich sein, heißt, seinen „Samen“ überall hin zu verkleckern, koste es, was es wolle. Also bedrängt er, penetriert er, was nicht fest verschlossen bleibt, und entleert seine Prostata überall hin, wo es feucht ist.

Und wenn Lilith das bessere Vorbild wäre?

Was wäre eigentlich wenn … Lilith obsiegt hätte? Wenn Frauen beim Sex verlockend, sinnlich, fordernd, begierig und aktiv wären und die Männer eher passiv? Wen sie sich hinlegen würden, den Mast in die Höhe, und Frauen sich rittlings ihr Vergnügen holen würden? Was, wenn Frauen es Männern „schön machen“ würden, statt „unten zu liegen“ und zu warten warten, wie der Mann sich abrackert? Oder wenn Männer alles daran setzen würden, Frauen die volle Lust zu schenken, ohne dabei ihren Penis einzusetzen?

Wir teilen die Geschlechter in „Frau“ und „Mann“. Wir weisen ihnen sodann den Status „aktiv“ für männlich und „passiv“ für weiblich zu. Wir sagen, dass so, wie sie Sex am meisten genießen, auch ihre Veranlagung sei: homo- oder heterosexuell.

Aktiv und passiv - einfach nur, weil eins davon mehr Lust macht?

Wir brauchen, wie es scheint, Kontraste, um diese in Schuhkartons mit Etiketten zu verpacken. Damit man bloß nicht in den falschen Karton greift. Doch, was wäre, wenn es hochsensible Hetero-Männer gäbe, die einfach mal passiv genießen wollen? Oder raue, auf sich selbst fixierte Hetero-Frauen, einem Mann mal die Flötentöne beibringen wollten, ohne dabei zimperlich zu sein?

Heterosexuell und passiv? Oder was denn nun?

Oder sagen wir mal: Wann ist ein Mann „schwul“, wann eine Frau „lesbisch“? Ist der Mann schwul, weil es sanft und lustvoll behandelt werden will? Oder die selbstbewusste Frau lesbisch, weil sie Vergnügen daran hat, sich hübsche junge Frauen einzuladen, um sie nach Strich und Faden zu verführen?

Sind Sex-Klischees noch tragfähig?

Na klar – Klischees entstehen nicht von heute auf morgen. Mag sein, dass Frauen tatsächlich „überwiegend“ dem Klischee der passiven Frau entsprechen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie nun über Müllwerker oder Programmierer herrschen. Aber es mag eben auch so sein, dass die Klischees nicht zutreffen. Und wäre es so, dann müssten wir eigentlich mal darüber nachdenken, warum wir eigentlich dieses Possenspiel weiter betreiben.

Was meinen Sie?

Hinweis: das © des Bildes konnte nicht ermittelt werden

Kann man sich darüber freuen, geschlagen zu werden?

Etiketten sind schnell aufgelebt: Wer sich daran freut, von einem anderen geschlagen zu werden, ist entweder meschugge oder selbstzerstörerisch veranlagt oder schmerzgeil. Na ja – oder eben ein Masochist. Der olle Besserwisser Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, dem heute noch alle Ehren seines Standes gewährt werden, hat das Etikett erfunden. Mal was zum Amüsieren? Ach, Wikipedia, wie säuselst du so süß:

Er war zeitlebens ein liebevoller, besorgter Gatte und Vater für seine Familie, war mehrerer Sprachen kundig und fand oft Erholung vom Beruf im Klavierspiel.


Wie niedlich, nicht wahr? Und so ganz nebenbei hasste er noch den Freigeist Leopold Ritter von Sacher-Masoch, und zwar so sehr, dass er die Schmerzlust sogleich als „Masochismus“ brandmarkte und Sacher-Masoch damit zu erniedrigen versuchte.

So also kam der Masochismus in die Welt … und manche andere Theorie, über die der moderne, emanzipierte und liberale Mensch nur den Kopf schütteln kann.

Was vom "liebevollen Klavierspieler" nachwirkte, war vor allem die Definition: Masochismus – und weil das Wort so schön gelehrt klingt, ist es auch gleich in mehrere Kombinationen eingegangen: den Sadomasochismus und in das daraus abgeleitete Unwort „Sadomaso“. Die Theorie dahinter: Wer an Schmerz Lust hat, muss zwangsläufig auch die Lust verspüren, anderen Schmerzen zuzufügen, also parallel auch ein Sadist zu sein. Und das ist dann eben ein Sadomasochist, oder für Illustrierten- und Boulevardblattleser: Sadomaso.

Der besorgte Bürger, der besorgte Gatte und die Etiketten für Abweichler

Sehen Sie – und das ist eben jedem Mann, der ein „liebevoller, besorgter Gatte“ ist, ein Gräuel, und jeder liebevollen, besorgten Gattin ebenso. Und den „besorgten Bürgern“ natürlich auch.

Kein leuchtendes Bespiel, aber ein Beispiel der Lust
Der heutige Mensch etikettiert alles, und man kann sagen: Hast du ein Etikett, bist du das, was draufsteht. Sogar, wer nicht abweicht, muss sich etikettieren lassen. Vor 100 Jahren noch hätte man sich darüber amüsiert, falls sich jemand als „heterosexuell“ definiert, heute verdächtigt man Personen, die sich nicht ausdrücklich dazu bekenne, als „möglicherweise lesbisch/homosexuell“. Nicht etwa vor 50 Jahren, sondern aktuell.

Und so ist es auch mit „Sadomasochistisch“ oder „Masochistisch“. Die Psychiater und Psychologen, die sich damit wichtig gemacht haben, geben vor, den Menschen geholfen zu haben, von dem Stigma der „Perversionen“ loszukommen. Doch stattdessen trugen sie danach den Stempel der „Kranken“ oder sagen wir mal: der „sexuell Gestörten“.

Nun möchte niemand mit jemandem leben, der sich in Extreme hineinsteigert, der an sich selbst leidet oder der Freude daran hat, anderen ein Leid anzutun. Wer sich selbst über alle Maßen gefährdet, gleich, ob Extremsportler oder „Masochist“, muss mindestens davor gewarnt, besser noch davor bewahrt werden.

Die süße Lust braucht kein Etikett

Doch bei den meisten Menschen, die sich daran ergötzen, Rock oder Hose herunterzulassen, um sich der süßen Lust von Handschlägen (oder auch mehr) hinzugeben, sind keine „Masochisten“, sondern einfach sinnliche Liebhaber der Kombination von Lust und Schmerz. Es ist eine bittersüße Erfahrung, in der Imagination, Realität und das Verhältnis der Personen zueinander eine merkwürdige Melange eingehen – ähnlich wie beim Sex, nur dass sich das Spiel mit der Lust am Schmerz viel ausgiebiger fortsetzen lässt. Personen, die häufiger und aus purer Lust Sex mit Fremden haben, sind ja oft enttäuscht, weil die kurze Lust, die sie dabei empfinden, den Frust der Umstände nicht aufwiegt. Da, so meinen jedenfalls die Freunde sinnlicher Schläge, würden sie doch wesentlich zufriedener sein, zumal sie die „Echo-Effekte“ gerne nutzen, um die Szenen noch einmal zu erleben, wenn sie längst vorüber sind.

Ob Frau oder Mann – wer sich an der Lust sinnlicher Schläge erfreut, soll dies tun, und wer sie verachtet, soll es eben bleiben lassen.

Bild: historische Illustration

Warum wurdest du eigentlich nicht bisexuell?

Sich einfach verführen lassen ... oder lieber nur davon träumen?
Du kannst jemanden fragen, wie er entdeckt hatte, dass er „schwul“ oder „lesbisch“ ist. Du kannst kaum jemanden fragen, warum er heterosexuell wurde – und die Frage st auch ganz dumm. Aber: Warum wurdest du eigentlich nicht bisexuell?

Die Frage ist einfach zu beantworten, wenn man eine lineare Entwicklung nahm: einen Freund zu haben war gut für das Ansehen, und so schlecht war der Sex mit einem Mann auch nicht. Und du konntest masturbieren, was auch ziemlich aufregend war.

War das bei dir so?

Manchmal sagen Leute: je älter du wirst und je mehr du dich darauf festlegst, zu genießen, kommt es nicht mehr drauf an, wer dir Lust bereitet, Hauptsache sie gefällt dir. Ich denke, meistens ist es Zufall, dass dir eine Frau gefällt, eine Stimmung für Lust entsteht und jemand von beiden, die initiativ ergreift. Das höre ich jedenfalls immer wieder.

Die Frage ist, wie du dich fühlen wirst. Vorher, während du es durchlebst, und hinterher.

Ein Medizin-Professor hat mir mal gesagt: „Wenn Sie sündigen, tun sie es schamlos und genießen Sie es.“ Na ja, das galt für das Essen. Aber gilt es nicht auch für die Lust auf andere Körper?

Eigentlich schon. In einem BLOG findest du einen Beitrag zum Thema, in dem die Zweifel an der eigenen Heterosexualität angesprochen werden. Und wenn frau nicht heterosexuell ist und auch nicht lesbisch, ist sie dann Bi? Oder nur Bi-neugierig?

Die Bloggerin stellt sich darin die Frage, ob sie ihre sexuelle Etikettierung ändern muss, wenn sie Frauen liebt, und sie antwortet anderen (und sich selbst) so:

Ich sage ihnen, sie sollten sich keine Sorgen machen … es gibt keinen Grund, sich an eine Etikettierung zu halten, wenn es nur ein Teil deiner sexuellen Reise und Reife ist.


Wenn wir Lust einmal von „Geschlecht“ trennen, werden wir sowieso finden, dass wir im Grunde alles sinnlich empfinden können, wenn es schön, erregend und sicher ist. Wissen wir das nicht längst, wenn wir unseren eigenen Körper genießen?

Was meint ihr?

Zitat: Simply Oloni Blog

Wie pervers ist eigentlich … gleichgeschlechtlich zu lieben?

Bi oder nur neugierig?
Auf die Frage bekommst du von heterosexuellen Frauen wenig Antworten und von heterosexuellen Männern gar keine. Nur das kann ich dir sicher sagen: Bei Männern ist die Hemmschwelle größer als bei Frauen, und Männer sind auch nicht so leicht verführbar, weil sie Angst davor haben, in „Schwulitäten“ zu kommen. Aber – potz Blitz – viele Menschen tun’s einfach.

Gleichgeschlechtlich für Heterosexuelle - nicht pervers, wenn es einfach Freude macht

Du weißt wahrscheinlich, dass Frauen einander im Alltag körperlich „anders“ näher kommen als Männer. Daraus ergibt sich, dass Frauen mehr Gelegenheiten haben – und wenn dann die Bereitschaft da ist, dich verführen zu lassen … na ja, dann passiert es eben. Übriges sind Frauen nicht lesbisch oder bi, die’s mal probieren. Männer auch nicht. Behauptet wird, dass Männer hinterher ein bisschen verwirrt sind, weil’s ihnen doch Freude bereitet hat. Mehr dazu acuh im Lexikon unter "heteroflexibel".

In dieser Serie vertreten unsere Autoren ihre persönliche Meinung, aber nicht ihre persönliche Praxiserfahrung. Das Wort „pervers“ wird hier im Sinne des bürgerlichen Gebrauchs im 19. Jahrhundert verwendet. Die Verbreitung als Fantasie liegt bei ungefähr einem Drittel bei Frauen (abhängig von der Fragestellung) und gegen einem Fünftel bei den Männern. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um homosexuelle Menschen handelt, von denen die Rede ist, sondern um heterosexuelle.

Standard-Sex mit einem Mann ist der unwahrscheinlichste Weg zum Orgasmus

Das schöne Erschauern
Standard-Sex mit einem Mann ist der unwahrscheinlichste Weg zum Orgasmus - das war im Grunde bekannt. Durch gleichgeschlechtliche Kontakte kommen Frauen leichter zum Orgasmus - behauptet nun eine Studie. Wahrscheinlich ist es so - nur bleibt eine Frage: Wenn es nur um den Orgasmus geht - reicht da nicht die Fingerkuppe oder der Vibrator?

Frauen, die „gewöhnlichen“ Geschlechtsverkehr mit einem Mann zelebrieren, haben eine relativ geringe Chance, zum Orgasmus zu kommen. Nur angebliche 35 Prozent der jüngst befragten Frauen behaupten, auf diese Weise zum Orgasmus zu kommen. Die Chance steigert sich aber um mehr als das Doppelte, wenn sie zuvor oder stattdessen oral oder manuell stimuliert wurden. Den gleichen Effekt (86-prozentige Orgasmussicherheit) sollen lesbische Frauen erreichen, was drauf schließen lässt, dass zuverlässige Orgasmen im Grunde nur durch Hand- oder Mundverkehr ausgelöst werden.

Die Klitoris direkt zu stimulieren hilft beim Orgasmus

Wie die meisten von Ihnen wissen werden, ist die genaue Entstehung des Orgasmus wissenschaftlich nicht erklärbar. Sicher ist aber, dass eine intensive Stimulation der Klitoris mit ihren empfindlichen Nerven das Gehirn schneller dazu anregt, das sensationelle Erbeben des Orgasmus auszulösen. Die übliche Methode des Geschlechtsverkehrs, heute meist PiV genannt, nutzt wesentlich unempfindlichere und daher trägere „Leitungen“ ins Hirn, weil die Klitoris auf diese Weise höchstens indirekt und zumeist unvollständig stimuliert wird.

Gewöhnlicher Sex - Schnellstraße für IHN, Schleichweg für SIE

Beim „gewöhnlichen Geschlechtsverkehr“ fehlt also sozusagen der „Regler“, mit dem sich die Intensität der Stimulation regulieren lässt. Manche Frauen behaupten zwar, alleine durch erotische Vorstellungen zum Orgasmus kommen zu können doch sind die Orgasmen ohne jeden Zweifel intensiver, wenn jemand mit der Zunge, mit dem Finger oder mit einem Vibrator „nachhilft“.

Männer mit oralen und manuellen Fähigkeiten sind als Lover gefragt

Dass diese Methoden immer beliebter werden, steht unzweifelhaft fest, denn während die bereits genannten 35 Prozent der heterosexuellen Frauen „das Übliche“ beim Sex betrieben, ergab sich bei „allen heterosexuellen Frauen“ eine Quote von 65 Prozent.

Noch ein Wort zum Schluss: Geht es beim Sex wirklich nur um das Gefühl, von der Körpermitte her kräftig und unwillkürlich durchgeschüttelt zu werden und sich dabei an der eigenen Lust zu ergötzen? Dann wäre die eigene Fingerkuppe oder der Klitoris-Stimulator doch wirklich genug, um das Gefühl auszulösen. Ich vernute einmal, dass es beim Sex im Grunde noch um etwas mehr geht als nur um das sinnliche Erschauern.

Datenquelle (teilweise).
Quelle für Fakten und Meinungen: Slate Magazine.