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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Wie du wirklich über deine Lustfantasien reden kannst - und warum es wichtig ist

Zu wissen, was du willst, ist gut. Aber angedacht ist noch nicht ausprobiert, und ausprobiert ist noch kein Genuss. Überhaupt wäre da noch die wichtigste Frage zu klären: Macht deine Partnerin oder dein Partner dabei überhaupt mit?

Deine Ängste, deine Sehnsüchte

Wenn dir jetzt die Kehle trocken wird und dir das Blut in die Wangen steigt, dann fürchtest du dich vor diesem Moment. Was könnte passieren, nachdem du ihm/ihr deine Sehnsüchte erklärt hast? Und mit welchen Worten willst du beginnen? Es soll nicht so „krass“ klingen, oder?


Anker werfen - dein Thema festhalten

Eine sinnvolle Technik, um ein sexuelles Thema einzuleiten, ist die Verankerung. Dabei wird das Schiff mit der frivolen sexuellen Fracht nicht mit voller Fahrt voraus ins Ziel gesteuert, sondern du wirfst einen „Anker“ aus, um das Thema „festzumachen“. Dieser „Anker“ hilft dir, dich im Moment nicht von Emotionen treiben zu lassen, sondern deinen „Kink“ in Ruhe mit deinem Freund oder einer Freundin zu besprechen. Solange ihr „vor Anker“ liegt, gib es keine sexuellen Aktivitäten, sondern „nur“ ein Gespräch. Es kann durchaus sein, dass deine Freundin nach einer Weile sinngemäß sagt: „Wird es nicht Zeit, dass du den Anker mal lichtest und wir gemeinsame Fahrt aufnehmen?“

Auf diese Weise ist es jedenfalls möglich, die eigenen Wünsche mit wenig Emotionen vorzutragen und das Ergebnis – wie immer es ausfällt – zu akzeptieren.

Darüber reden in der Möglichkeitsform

Meist bleiben scheue Liebende zunächst im „Konjunktiv“. Dann sagst du nicht: „Ich möchte gerne, dass du mir den Hintern mit dem Hosengurt verbläust.“ Vielmehr beginnst du: „Kannst du dir vorstellen, einen Mann mit seinem eigenen Hosengürtel zu schlagen?“ Die meisten Gespräche über „intensiven Sex“ beginnen damit, die Möglichkeit anzudeuten. Wenn der Partner sagt: „Vorstellen kann ich mir das schon, aber ich habe es noch nie getan“, dann ist schon viel gewonnen. Der nächste Schritt heißt dann: „Was wäre, wenn?“ Dabei sagsts du dem (der) anderen, wie es sein könnte, wenn er es jetzt und hier tun würde. Und der nächste Schritt könnte sein: „Dann versuchen wir es doch einfach … was soll uns daran hindern?“

Wann die Provokation nützt

Manchmal hilft das Gegenteil vom Konjunktiv – die unmittelbare Provokation. „Für einen Mann hast du einen wirklich hübschen Po – hast du schon mal ein paar ‚hintendrauf‘ bekommen?“ Oder „Für deine Frechheit sollte ich dich eigentlich bestrafen … zieh schon mal deinen Slip aus.“ Oder in andrer Hinsicht: „Hast du schon mal einer Frau gesagt, sie kann mit dir machen, was du willst? Wenn nicht, wie wäre es, jetzt damit anzufangen?“

Allerdings fühlen sich viele Männer dadurch überrumpelt. Denn anders als bei ähnlichen rein sexuellen Fragen ahnen sie, dass hinter der Sache mehr stecken könnte.

Wie du erkennst, ob ein Gespräch über deine Wünsche „gut läuft“

Wenn du ein Gespräch mit deinem Partner oder deine Partnerin über deine und seine (ihre) intimen Wünsche führst, hast du im Grunde ein Ziel vor Augen: Du möchtest, dass deine Lüste zu einem großen Teil erfüllt werden. Auch, wenn das nicht oder nicht sofort der Fall sein sollte, möchtest du mit einem Ergebnis nach Hause gehen.

Das lässt sich ganz einfach feststellen.

Zu Anfang ist die Frage, ob du überhaupt die Aufmerksamkeit deiner Partnerin bekommst. Wenn sie/er das Thema wegschiebt oder ganz unterdrückt, hast du einfach Pech gehabt. Falls die andere Person dein Thema aber ernst nehmen sollte, so bekommst du etwas „Feedback“, das von Interesse zeugt. Sollte das Feedback darin bestehen, das du ein „warum eigentlich nicht“ heraushören kannst, dann versuche, ihm/ihr den „Mund wässrig“ zu machen und den Satz in ein „ich will es auch“ zu wandeln.

Das Verlangen deiner Partner kannst du nicht erzeugen, aber unterstützen. Bist du dir sicher, dass alles für euch beide in Ordnung ist, dann folgt eine Vereinbarung. Sie kann darin bestehen, es jetzt zu versuchen, wird aber zumeist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, um genügend Zeit für, gewisse Vorbereitungen zu haben. In jedem Fall wird das Thema in Zukunft im Raum stehen – wie der berühmte Elefant, der erst verschwindet, wenn ihr eure Lüste verwirklicht habt.

Tipps und Tricks aus der Realität

Ein guter Rat ist stets, intime Themen an irgendetwas „aufzuhängen“. Ein Buch, ein Film, ein Gegenstand … irgendetwas, das die lustvollen Wünsche hervorlockt. Eine Dame, die Erotik-Artikel im Versandhandel verkauft, sagte mir dazu: „Die meisten Frauen werfen gerne einen Blick auf die frivolen Gegenstände – und manche bestellen sich einfach mal ein ‚Anfänger-Set‘, ohne zu wissen, wie man es benutzt.“ Ist es einmal da, dann will die Kundin es auch ausprobieren. Vielleicht hat deine Freundin schon eines?

In einem konkreten Fall konnte eine selbstbewusste, akademisch gebildet Frau ihren Ehemann nicht davon überzeugen,
dass sie wirklich masochistische Tendenzen hatte. In diesem Fall kam die Wende, als beide in einem Baumarkt Seile und stabile Wandbefestigungen ansahen.

Ob diese Geschichte wahr ist, kann ich hingegen nicht beurteilen. Eine Dame, die schon viele Versuche unternommen hatte, ihre jeweiligen Freunde von ihren „Kinks“ zu überzeugen, führte ein Tagebuch, in das sie ausschließlich extrem frivole Wünsche hineinschrieb - und ließ es „wir zufällig“ liegen, wenn sie „kurz mal weg musste“.

Hat dieser kurze Anhang deine Fantasie beflügelt? Im nächsten Teil der Betrachtungen werden wir etwas konkreter. Doch zunächst habe ich eine Überraschung für euch: Wenn es um Schmerz zu gehen scheint, geht es immer auch um etwas anderes.

Hinweis: "Soft SM" wird seit der Verbreitung durch die KI in Suchmaschinen umgewertet. Dabei entfallen Schläge, was zu Verwirrungen bei interessierten Paaren führen kann. Im Ursprung trifft nicht zu, dass "Light BDSM" keine Schläge gestattet - was zulässig ist, liegt stets im Ermessen der Paare.

Deine neue Liebe und ihre (oder deine) geheimen Lüste

Soft-SM - sinnliche Ergänzung für Liebespaare?
Du willst herausfinden, ob dein neuer Freund oder deine neue Freundin Interesse an „Soft-SM“ hat? Oder vielleicht sogar an ziemlich heftigen Schlägen, die er gerne erdulden will – aber nur von dir?

Die kleinen, schmutzigen Kammern der Fantasien

Die meisten Männer und Frauen haben sich in einem kleinen, sehr intimen Nebenraum ihrer Fantasien schon einmal mit dem Schmerz beschäftigt. Die Lust, mit einem einen spitzen Fingernagel über den Rücken eines Mannes zu fahren? Der Wunsch, die Wollust mit ein paar Schlägen auf den Po anzustacheln?

Im Grunde wollen diese Regelungen und Neigungen irgendwann und irgendwie aus dem dunklen Verlies der geheimen Gehirnkammern entfliehen, um sich eine Spielwiese zu suchen. Manche Frauen und Männer haben im Lauf ihrer Beziehungen „zaghaft“ angedeutet, dass sie … nun, ein bisschen wenigstens… ? Es war nie deutlich genug. Oder er/sie hat es nicht verstanden, dass es eigentlich eine Aufforderung war.

Instrumente, die verlocken

Wer auch nur eines der „Instrumente“ besitzt, die in dunklen Fantasien vorkommen, kann es „zufällig“ herumliegen lassen. Besonders hübsch sind Streichelpeitschen, eher ein bisschen abgenutzt sind die kleinen Handschellen, die man in Ramschläden schon für wenige Euro bekommt. Aber was auch immer es sein mag … solche ein Instrument provoziert.

Es ist so wie mit einem Slip aus schwarzer Spitze, der irgendwo herumliegt. Notfalls reicht auch ein Buch (nicht gerade die „Shades of Grey“, sondern etwas wirklich Frivoles. Wer pornografische Videos hasst, kann sich durchaus noch mal mit Freund oder Freundin „9 ½ Wochen“ ansehen. Und selbst im konservativen „öffentlich-rechtlichen“ Fernsehen wird dann und wann eine Szene gezeigt, in der ein Mensch vor Wollust juchzt, wenn ihm oder ihr ein anderer Mensch den Hintern rötet.

Die Kurve kriegen ...

„Die Sache ist, die Kurve zu kriegen“ hat mir eine Dame verraten, die schon etwas Übung im Fahren vor entsprechenden Serpentinen hatte. „Es gibt einen Moment, in dem es möglich ist, und den musst du erwischen.“ Ein bisschen Mut, etwas Salamitaktik … das wäre alles. „Weißt du, keine Frau und kein Mann wird dir sagen: 'Oh, sieh mal, ich bin Masochist(in), bitte verhau mir den Hintern.' Wenn du sie aber in die Situation lockst, dann können sie später sagen: „Ach ich bin da in etwas hineingeraten.“ Das ist für sie viel einfacher.

Wichtig ist natürlich, etwas kühlen Verstand zu behalten. Gut wäre, wenn du dir wirklich klar darüber bist, was du selbst willst und was du selbst verantworten kannst. Soll er/sie nur deinen Po röten, oder möchtest du von ihr/ihm psychisch heruntergeputzt werden? Welche anderen körperlichen, psychischen oder emotionalen Erniedrigungen wünscht du dir?

Zuerst: Finde heraus, was du willst


Züchtigungen - Symbolisch, schmerzhaft oder um Bilder wachzurufen?

Falls du daran denkst, gezüchtigt zu werden: Geht es dir eher um die Symbole, die sinnlichen Lüste oder um harte, konsequente Schläge? An welche Situationen denkst du, welche Bilder möchtest du erneut wachrufen?

Das bisher Gesagte galt für diejenigen, die man im Jargon als „Subs“ bezeichnet, also alle Menschen, die sich aus Lust oder Verlangen unterwerfen wollen. Doch was treibt die anderen an, die eher dominant sind?

Was denken sich die Menschen, die Lust daran haben, die "andere" Rolle zu spielen?

Auch sie haben Bilder im Kopf. Einige gelte als „geborene“ Sadisten/Sadistinnen, weil sie sexuell erregt werden, wenn sie andere schlagen. Andere genießen die Macht, die ihnen dabei zufällt. Und tatsächlich tun es einige „aus Liebe“ , exakter: um dem Partner oder der Partnerin seine sehnlichen Wünsche zu erfüllen. Wirklich sadistisch oder ausschließlich von „Dark Traits“ durchsetzt, sind wenige – und schon gar nicht unter Liebespaaren.

Mach dir keine Gedanken darüber, wie dich andere in die Schuhkartons ihrer simplen Gedankenwelt einordnen. Wenn du weißt, was du willst und dazu stehen kannst, hast du den ersten Schritt getan.

Oft wird gefragt, warum manche Frauen sich in die Rolle der unerbittlichen, dominanten Frau begeben. Solche Fragen mögen andere behandeln. Hier reicht es, zu sagen: Es gibt diese Tendenzen, und sie sind den Personen nicht auf die Stirn geschrieben.

Verweigerungen sind möglich – was dann?

Nicht jeder Mensch, der sich sinnliche Schläge wünscht, wird sie auch bekommen. Die Partnerin oder der Partner werden oftmals ablehnen, sich „in so etwas“ einzulassen. Das Merkwürdige: Einige würden selber gerne an Lustschmerzen beteiligt sein – aber nicht aktiv oder jedenfalls nicht mit dir. Zwar sind Frauen, die sich außerhalb der festen Beziehung „behandeln“ lassen, noch in der Minderzahl – aber es gibt sie. Männer tun dergleichen schon lange – und sie sind der unverbrüchlichen Überzeugung, dass ihre feste Partnerin niemals Gedanken an Dominanz hegen würde.

Durchblicken lassen, offen darüber reden oder was denn nun?

Ich hörte auch, dass manche Paare „ganz offen“ darüber unterhalten, welche sinnlichen Schläge oder gar Qualen sie vom anderen gerne empfangen würden. Wieder andere mögen es nicht sagen, sondern schreiben es auf kleine Wunschzettel.

Und du? Hast du jemals solche Wünsche gehabt? Und wenn ja, wie hast du deinem Partner (deiner Partnerin) verständlich gemacht, dass du den sinnlichen Schmerz entbehrst? Wenn ja, dann empfehle ich, auch noch die nächsten Teile dieser Serie zu lesen. Wenn nein, dann versuche einmal, in deinen Tiefen zu wühlen – und erst, wenn du weißt, was du wirklich willst, rede mit deinem Partner oder deiner Partnerin.

Jeder von euch, der schon versucht hat, mit dem/der Geliebten darüber zu sprechen, weiß: es kostet Überwindung, das zu tun.

Im nächsten Kapitel reden wir über das Reden. "Kommunikation" soll ja Wunder bewirken - aber was ist zu beachten?

Was ist los mit dem Wunsch nach Erniedrigung?

Kein Kuss wie jeder andere ... der "Dominakuss"
Erniedrigt zu werden, ist ganz schlecht für unsere Psyche – und wenn du es einmal erlebt hast, wenn eine Gruppe von Menschen jemanden „niedermacht“, dann weißt du, wovon ich rede.

De Lust auf Erniedrigung - Träume, Wünsche und Zeitgeist

Allerdings gibt es einige Personen, die Lust auf Erniedrigungen habe. Richtige Lust, die sie auch im Alltag ausleben. Oder eben geheime Lüste, die sie haben, während sie ihren frivolen Gedanken nachgehen.

Im Allgemeinen werden Frauen bezichtigt, „heimliche Masochistinnen“ zu sein. Der Volksmund behauptet sogar, dass Frauen aufgrund ihrer „biologischen Bestimmung“ her unterwürfig sind. Das geht soweit, noch eine Behauptung anzuhängen: Im Zeichen des Zeitgeistes würden sie sich nicht mehr trauen, unterwürfig zu sein, und diese Eigenschaft deshalb verdrängen. Fest steht lediglich: Die heimlichen Träume, erniedrigt zu werden, bestehen weiter – und sie leben überall dort auf, wo der Zeitgeist keinen Zutritt hat.

Männer und Frauen - die Ausdrücke bei der Erniedrigung sind nicht fein

Männer werden traditionell verachtet, wenn sie sich Frauen unterordnen. Doch gerade bei Männern ist in den letzten Jahren ein erstaunlicher Bedarf entstanden, der sogar feste Beziehungen und Ehen Eingang gefunden hat, während er im Extrem eher in nächtlichen Masturbationsfantasien exzitiert.

Die „harmlosere“ Form“ besteht darin, mit Worten wie „perverse Sau“, „Schmerzschlampe“ oder mit einem abwertenden Ausdruck für die Genitalien bezeichnet zu werden. Abwertende Bezeichnungen für das Gesäß, den Bauch oder die Brüste sind ebenfalls üblich. Wir verzichten hier auf den genauen Wortlaut, weil auch der Tonfall und die Ansprache eine Rolle spielen.

Interessanter ist die Abwertung, wenn sie darin besteht, den jeweiligen Partner oder die Partnerin zum Objekt zu erklären. Mag der „geile Hengst“ den Mann auch zieren, eine „läufige Hündin“ ist mit Sicherheit eine grobe Beleidigung.

Körperliche Erniedrigung - vom Ausziehen und vom Anziehen

Wann immer von Erniedrigung die Rede ist, tritt auch Entwürdigung an ihre Seite. Typisch dafür ist, vom andern zu fordern, sich bis auf den Slip zu entkleiden, während man selbst angezogen bleibt. Schläge, besonders solche auf das Gesäß, werden als äußerst entwürdigend empfunden – und dennoch durchaus gesucht. Manche Männer wollen dadurch entwürdigt werden, indem sie wie Frauen gekleidet oder geschminkt werden. In den letzten Jahren ist es sehr populär geworden, sich von einer Frau „peggen“ zu lassen. Wer hätte das gedacht?

Männer sind gelegentlich auch für körperlich „harte“ oder psychisch extrem erniedrigende Rollenspiele offen. Dazu gehören CBT, Nippelklemmen, Ohrfeigen, „Anspucken“ „Wasserspiele“ und ähnliche Praktiken. Bei viele Männern gehört auch dazu, ihre Partnerinnen an ungewöhnlichen Körperstellen zu küssen oder zu belecken.

Das Fazit - exotische Blumen und einige Disteln auf dem Feld der Lust

Mit einem Satz: Erniedrigungen sind ein weites Feld voller exotischer Blumen, auf dem allerlei Disteln zu finden sind. Wichtig ist allein, dass beide Partner sich voll bewusst sind, was sie miteinander tun.

Relevanz und Quellen: Kürzlich wurde dieses Thema von mehreren Zeitungen aufgegriffen. Zum Beispiel von kukksi.
Die meisten Informationen entstammen dem Liebesverlag-Archiv.

Deine allerersten Male – große Erlebnisse oder herbe Enttäuschungen?

Die Liebeszeitung versucht von Zeit zu Zeit, neue Wege zu beschreiten und neue Autoren / Autorinnen zu gewinnen. Dazu stellen wir Themen zur Diskussion – zum Beispiel die vielen "ersten Male", die uns das Leben geschenkt hat – und wie wir damit umgegangen sind.

Das erste Mal Sex – bleibt das Handy auf Empfang?

Das „erste Mal“ nach traditioneller Art ist schon oft beschrieben worden. Möglicherweise ist dies der Grund dafür, dass kaum noch über die Gefühle geschrieben wird, die dabei entstehen. Heute behaupten viele, das „erste Mal“ wäre kein große Überraschung gewesen. So, wie meine Freundin Ulla. Sie hat sich einen Kerl ausgesucht, der bekannt dafür war, dass er wusste, was er tat. „Keine große Sache“, erzählte sie später … und das habe ich danach oft gehört. Neulich habe ich tatsächlich gelesen, dass fast 20 Prozent der Frauen ihr Mobiltelefon eingeschaltet lassen, wenn sie einen Mann an sich heranlassen. Ob sie es beim ersten Mal auch anließen? Klingt nicht sehr romantisch, ist aber auch nicht ausgeschlossen.

Über „das erste Mal oral“ wird fast nie geredet

Anders ist es beim „Oralverkehr“. Die meisten reden nicht gerne darüber, aber nahezu neun von zehn Erwachsenen träumen davon. Ein „erstes Mal oral“ gab es für mindestens die Hälfte aller Frauen und Männer, während nahezu 90 Prozent darüber heimlich fantasieren. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, gibt kaum jemand zu, „es“ schon getan zu haben – es gilt nach wie vor als „ordinär“.

Bleiben diese anderen Sachen … bei manchen Begegnungen geht es bekanntlich gar nicht um „gewöhnliche“ Beziehungen, sondern darum, dass Wünsche erfüllt werden, die ein bisschen von der Norm abweichen. Wenn sie nicht zu heftig sind, werden sie als „Soft-SM“ oder ähnlich bezeichnet, andernfalls gerne als „Erziehung.“ Auch die Wünsche nach „Feminisierung“ oder „Pegging“ gehören dazu.

Das erste Mal anal … kein Thema für euch?

Das „erste Mal“ solche Herausforderung zu durchleben, ist etwas völlig anderes als der erste Zungenkuss, der erste Oralverkehr oder der erste „traditionell vollzogene“ Sex. Der Grund liegt in einer einfachen Formel: Je weniger Personen etwas praktizieren, umso weniger gibt es einen Austausch darüber. Du kannst also nicht einfach deinen Nachbarn fragen: „Du, wie war eigentlich bei deinem ersten Analverkehr?

Sado und Maso – das erste Mal zwischen Empörung und Begierde

Wer sinnliche Schläge austeilt oder empfängt, steht besonders oft im Zwielicht. Erotisch-masochistische Männer werden belächelt und abgewertet, während masochistische Frauen sich erklären lassen müssen, dass sie mit solchen Veranlagungen nicht als „emanzipiert“ gelten können.

Frauen, die erotisch-sadistische Tendenzen haben, werden im gewöhnlichen Leben gemieden, sind aber in bestimmten Szenen gesucht. Männer mit solchen Eigenschaften werden offiziell verachtet, über aber auf manche Frauen einen gewissen Reiz aus.

Diese Art von Beziehungen werden oft als Teile einer „Anderswelt“ angesehen, die in der Zone zwischen Grauschleier und Rotlicht angesiedelt ist. Und nirgendwo wird so viel über die Motive spekuliert, wie in diesem Bereich.

Zu welcher Welt zählst du dich? Schreibst du darüber? Hast du etwas dazu zu sagen? Willst du eventuell sogar etwas darüber veröffentlichen? Oder hast du es schon getan?

Ungewöhnliche erste Dates? Die interessieren auch andere.

Hattest du vielleicht ungewöhnliche "Erste Dates"? Wurde dir dabei etwas angeboten, was du als sonderbar oder völlig absurd erlebt hast? Die Liebeszeitung ist besonders interessiert, etwas darüber zu erfahren. Also - lüftet eure Geheimnisse - anonym oder unter einem Pseudonym.

Die Redaktion ist, wie immer, sehr gespannt auf deine Beiträge und Vorschläge.

Versuchs noch einmal – mit Gefühl

Dominanz als Sinnbild
Wenn du einige Dutzend Filme gesehen hast, in denen Frauen und Männer ihre Lüste auf ungewöhnliche Weise ausleben, dann hast du gesehen, wie ein Schritt auf den nächsten folgt. Die Einladung, das Zögern, die Entblößungen des Körpers und der Psyche, die schamvollen und erniedrigenden Szenen, bei denen du den Kopf abwendest. Oder wurdest du neugierig? Hast du jemals überlegt, etwas davon selber zu erleben?

Nach unserer Kenntnis finden sich ziemlich viele Frauen und Männer in den Szenen wohl, in denen die Figuren etwas „unsägliches“ tun. Manche treten an die Stellen der Dompteure und Dompteusen, andere schlüpfen in die Rollen der Verführten, Entehrten und Erniedrigten.

Die Wahrheit: Die Sehnsucht bleibt in uns hängen

Doch was bleibt davon hängen? Meist ein Zerrbild. Und nun kommt das Erstaunliche: Auch diese Bilder, diese Konstruktion und diese weitgehend emotionsfreien Abläufe hinterlassen Bilder, die in unseren Gehirnen etwas wachrufen. Während der Zeit, als die „Shades of Grey“ sehr berühmt waren, haben so gut wie alle erfahrenen Masochisten die Nase über den Unsinn und die Klischees gerümpft, die mit dem Buch verbreitet wurden. Dennoch haben manche Seiten die Leserinnen angeregt, sich selbst in die Rolle der Anastasia zu versetzen, um die Demütigungen und Schläge zu verinnerlichen. Das innere „Aua“ ist nicht das Gleiche wie ein tatsächlicher Schlag, und er kann heftiger ausfallen oder weniger heftig. Aber es ist ein Gefühl, bei dem sich viele Leserinnen gefragt hatten, woher es überhaupt stammt. Schließlich gab es bei den Frauen der Mittelgeneration nur noch vereinzelt „häusliche“ Schläge und zumindest offiziell keine Schläge oder Drangsalierungen in der Schule oder im Internat.

Wie du mit den "sonderbaren" Gefühlen umgehen kannst

Die Antwort ist einfach, aber unpopulär: Das Gemisch aus Angst, Scham, Lust und sinnlichen Abenteuern ist in uns allen „angelegt“. So gut wie jeder Mensch wird sich seiner Angst oder seiner Scham stellen – und wird einen Teil davon überwinden. Wenn die Sinneslust das Ziel ist, kennt die Natur keine Hemmschwellen. Sie hat schließlich die Botenstoffe in der Hand, um uns zu „verrückten“ Dingen zu verleiten. Du hast ethische oder religiöse Einwände? Selbstverständlich kannst du sie haben. Jeder von uns Menschen hat irgendwo eine Grenze – und er/sie versucht, diese so gut wie möglich einzuhalten.

Das ist alles – wirklich alles. Wir lernen nach und nach, mit unseren Gefühlen und den mehr oder weniger großen Ausschlägen nach beiden Seiten zu leben. Wir „zähmen“ sie gewissermaßen und machen Haustiere aus den wilden Bestien.

Also: Versuch es noch einmal - mit Gefühl und bei vollem Bewusstsein. Vielleicht findest du Gefallen daran – und im Grunde hast du damit dein Ziel erreicht.

Das Bild entstammt einem Zirkusplakat. Im Original liegt der Dame ein Tiger zu Füßen.