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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Wenn ein Hauch von Lust über die Haut streicht

Was, wenn du dich dem Windhauch aussetzt?
Das Motto für September mag euch merkwürdig vorkommen. Warum kommt die Liebeszeitung so poetisch daher?

Weil wir uns mit dem Hauch des Atems beschäftigen wollen, der sanft über die Haut streicht. Und weil wir versuchen wollen, unseren Sinnen näher zu kommen, wenn uns plötzlich ein Windhauch berührt, oder uns der Sturm der Leidenschaft erfasst. Können wir es genießen, spärlich bekleidet in eine Art Regenschauer zu geraten? Was würden wir erfühlen, wenn wir in stockdunkler Nacht ins Freie müssten, von Nebelschwaden eingehüllt, die nach und nach unter die Haut kröchen? Oder uns vielleicht im grellen Licht eines Scheinwerfers ausziehen würden, um begafft zu werden?

Heiß und kalt, feucht und trocken, bekleidet und unbekleidet, sanft und heftig. Unsere äußere Hülle und der Einfluss von Berührungen aller Art wird unser Thema für den Rest des Septembers sein. Helft uns, wenn ihr könnt und mögt.

Die Woche - verspätet und ganz kurz

Am Donnerstag kein Beitrag, Freitag keine Zusammenfassung? Manchmal habe sogar ich etwas Wichtigeres zu tun, als für euch zu schreiben. Ich bin eben keine Worterzeugungsmaschine, sondern ein Mensch. Und ich musste mich dringend um mich selbst kümmern.

Gefühle sind etwas völlig anderes, als ihr vermutet

Empfehlen will ich euch vor allem meinen Artikel „Sieht man den Menschen ihre Gefühle an?“

Er ist sicher nur ein Fragment, beinhaltet aber einen wesentlichen Fehler, den viele Autoren begehen: „Körper und Psyche“ bestehen nicht separat, und sie haben auch keine „geheimnisvolle Verbindung“. Wir können mit fug und recht sagen: Körper und Psyche haben sich gemeinsam entwickelt.

Wenn wir unsere Gefühlswelt hegen und pflegen, uns in ihr widerspiegeln und uns darin gefallen, dann vergessen wir, dass diese Gefühlswelt eigentlich nur eine Überhöhung unserer Triebe ist. Sie ist also kaum mehr als Gedankengebäude, das wir aufgrund unseres enormen Abstraktionsvermögens so hinzubiegen können, wie es uns gefällt.

Der eigentliche Sinn, Gefühle zu entwickeln, ist aber, sie der Umgebung mitzuteilen, und zwar durch Körpersprache. So hat einmal alles begonnen, bevor wir die Sprache digitale Sprache entwickelt haben.

Bevor wir dies beherrschten, haben unsere Vorfahren ausschließlich nonverbal (analog) kommuniziert. Die ist die geniale Methode, die uns die Natur im Laufe der Evolution mitgegeben hat. Die Natur tut normalerweise nichts „Überflüssiges“ - und also gab sie beispielsweise den Primaten die Fähigkeit mit, untereinander zu kommunizieren und dabei Gemeinschaften zu bilden. Man kann durchaus behaupten, unsere grundlegenden Gefühle würden ausschließlich der Kommunikation mit anderen Menschen dienen. Um Hilfe bitten, Hilfe anbieten, sich mit anderen Exemplaren zu verbinden oder den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. Und selbstverständlich auch, um den sozialen Stand in der Gruppe zu finden und abzusichern.

Menschen können wesentlich mehr - sie haben ja die verbalen Ausdrucksmöglichkeiten. Aber in den Grundlagen sind wir eben alle Primaten, und bauen deshalb auf unsere „Instinkte“ auf, aus denen auch unsere Gefühle stammen.

Wenn euch etwas "unter die Haut geht"

In einem anderen Artikel geht es noch einmal darum, was uns „unter die Haut“ geht und warum. Und nicht zuletzt: warum Partnersuchende sich jetzt mit reifen Früchten beschäftigen sollten.

Alles, was wir noch veröffentlichten

Wer noch andere Artikel lesen will - zum Beispiel über die angebliche „Heiligkeit“ der Frau“ als solche, der mag es tun.

In eigener Sache: Wir haben „tote Links“ auf Beratungswebseiten festgestellt, auf denen so etwas nicht vorkommen sollte, und deshalb eine andere Empfehlung gegeben.

Das war es für heute - und ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und viel Glück dabei, ein bisschen „nonverbal“ zu kommunizieren.

Deine Haut ist sinnlich – auch ohne aufreizende Dessous

Der Winkel des Betrachters, die Pose, die Textilien ... alles, was die Haut bewirkt
Wenn die Wellen der beginnenden Lust unseren Körper durchströmen, wissen wir selten, was die eigentliche Ursache dafür ist. Der Urologe sagt den Männern zumeist, es seien die optischen und taktilen Impulse, die von einer Frau ausgehen. Das erklärt aber nicht ganz, warum die Männer einer Frau bedingungslos verfallen, während sie eine andere völlig meiden.

Letztendlich heißt dies auch: Ja, wir Männer bekommen Lust auf Körper, wenn wir Körper sehen. Aber was dabei nun genau in uns ausgelöst wird, ist individuell höchst unterschiedlich. Vom Körper geht auch die Mimik und Gestik aus, die Stimme und nicht zuletzt der Duft.

Mit Haut und Haar sinnlich sein

Die Sinnlichkeit, die über Haut und Haar verströmt wird, ist unglaublich wirksam. Ich muss immer wieder lächeln, wenn man mir sagt, welche Düfte spezielle Impulse auslösen. In einer von Sektkonsum geprägten Animierbar mag der Duft eines schweren Damenparfüms den Penis heben. In einer Dachkammer ist es eher der Duft der Haut, der Lust auslöst. Es mag ja sein, dass es dafür keine wissenschaftliche exakte Erklärung gibt – und zudem wird die jugendliche Geliebte in der Dachkammer ohnehin viel natürlicher wirken als die Animierdame.

Was im Männerhirn vorgehen mag

Möglicherweise liegt dem Ganzen ein Schema zugrunde. Wenn eine Frau sich ganz natürlich bewegt und andeutet, dass sie zum Geschlechtsverkehr bereit ist, werden Bilder wachgerufen. Dazu gehört die leichte, sinnliche, aber nicht bewusst erotisierende Bekleidung und noch viel mehr. Die Stimme, der Duft, die Bewegungen - jeder Mann hat seine Schwächen und Vorlieben. Im Gegensatz dazu vermittelt die Verführerin, Animierfrau oder Prostituierte ein eher plakatives Bild von „der Frau“. Das Ziel ist ja, damit nahezu jeden Mann anzusprechen. Auch die Frauen, die ihre Körper öffentlich zur Schau stellen, wissen recht gut, dass sie damit nicht alle Männer begeistern. Und dies hat nichts mit „Treue“ oder „Moral“ der Männer zu tun.

Wenn du jemals ein erotisches Nachtcabaret betreten hast, siehst du Männer, die darauf hoffen, hier ein erotisches Erlebnis zu haben und solche, die sich lediglich an der Zurschaustellung erfreuen wollen. Eine Animierdame verriet mir einmal, dass sie beide Gruppen unterscheiden könne, weil die Gäste, die nur zusehen wollen, auf taktile Reize kaum oder sogar abweisend reagieren.

Du kannst nicht "nicht wirken"

Zurück zum Alltag: Signale an andere senden wir immer aus, ob wir wollen oder nicht. Der Geruch und das das Aussehen der Haut sind daran ebenso beteiligt wie die Muskeln, die das Spiel der Oberfläche in sanftes Kräuseln und heftige Wogen versetzen. Wie diese Signale von anderen aufgenommen werden, wissen wir manchmal genau, manchmal ahnen wir sie nicht einmal.

Es ist also nicht gleichgültig, wie wir auftreten, wirken oder dergleichen. Wir kommunizieren immer mit der Außenwelt. Und unsere Haut ist derjenige Teil unseres Körpers, der die Körpersprache letztendlich an die Außenwelt bringt.

Bild: Die Bildquelle ist unbekannt, vermutlich ein Werbeplakat

Warum Liebe durch (und unter) die Haut geht

Gorillas und Affenliebe
Die Haut dient normalerweise dazu, uns zu schützen. Nachdem wir Menschen nahezu haarlos sind, legen sie zum weiteren Schutz gegen allerlei Umwelteinflüsse, Kälte und voyeuristische Neigungen Kleidung an. Das ist sozusagen ihr „Fellersatz“. Legen sie das Ersatzfell ab, so fühlen sie sich verletzlich, besonders bei Berührungen. Das ist die Ausgangslage.

Das Spiel damit, mehr oder weniger Haut zu zeigen, die Haut durchscheinen zu lassen oder blickdicht zu verdecken, ist der Beginn des Flirts wie auch der Verführung – und selbstverständlich auch ein Showeffekt.

Liebe geht durch die Haut - und Haut zu spüren, heißt auch "Intimität"

So viel ist jedenfalls sicher: „Liebe“, dieses oft missbrauchte Wort – ist etwas, das „durch die Haut geht“. Gegen wir dazu in den Zoo. Ein Gorillamännchen erlebt die sprichwörtliche Affenliebe wie ein menschlicher Säugling – durch die Haut. Das war es dann auch - für das Männchen. Das Gorillaweibchen wird normalerweise wieder Mutter und setzt so den Kreislauf fort: Liebe empfangen haben – Liebe geben – und somit die Liebe in die nächste Gorillageneration übertragen.

Über die Haut geht Liebe auch unter die Haut

Bei den Menschen wird „Liebe“ oft mit „Intimität“ gleichgesetzt. Je mehr Haut wird dem anderen zeigen, je mehr Berührungen wir zulassen, umso mehr reden wir von „Intimität“. Irgendwann paar sich der Wunsch nach Intimität mit dem Fortpflanzungstrieb, dann reden wir davon, dass sie oder er „gevögelt“ haben.

Sex ohne nackte Haut

Warum das auch ohne nackte Haut geht? Sehr einfach. Sexuelle Begierde wird auch durch Düfte und Gesten ausgelöst. Und manchmal sind es eben nur bestimmte Vorstellungen oder Gegebenheiten, die zum Sex führen. Wenn „sie“ sich bereits vorstellt, dass der Abend nicht ohne Sex ausklingen soll, und er auch schon mit halbsteifem Penis dasitzt, reicht oft ein Satz, um den Bann der Wohlanständigkeit zu brechen.

Rituale, Haut und Lüste

Wir erkennen darin: Liebe geht durch die Haut und erzeugt sehr unterschiedliche Übereinstimmungen. Manche Paare nutzen Liebesrituale, die „unter die Haut gehen“, wie etwa einander zu streicheln oder zu küssen. Etwa so, wie Entenpaare vor dem Sex zusammen Wasser trinken. Wenn sie sich dabei wohlfühlen, nennen sie diese Prozeduren auch „erfüllenden Sex“, weil er mehr bedeutet, als sich zu paaren und weil die Gefühle auch länger anhalten. Sie mögen das nennen, wie sie wollen, aber meist unterstützt die Natur diesen „Liebesrausch“ durch Botenstoffe.

Einige Fragen bleiben

Das Thema ist damit nicht erschöpft. Wir verstehen bis heute nicht genau, warum Menschenfrauen auf Rituale bestehen, bevor sie sich dem Geschlechtsakt hingeben, obwohl sie selbst darauf zusteuern. Wir bezeichnen dies gerne als „Liebesspiel“, und zumindest die Männer sagen, es folge stets den Regeln, die die Frau dafür aufstellt. Wir kennen auch die Gründe nicht, warum Schmerz und Lust oftmals eine Symbiose eingehen.

Aber wir wissen, dass es geschieht. Erwachsene Menschen sind Spieler mit der Lust – erwachsene Gorillas leisten sich diesen Luxus nicht. Und sicher nicht nur, weil sie weitgehend von Fell bedeckt sind.

Frauen in Seide

http://fatima-xberg.tumblr.com/post/154120904855


Ich verstehe, wenn ihr keine Objekte der Begierde sein wollt. Aber ich denke, dass nichts auf dieser Erde so wundervoll ist wie eine Frau, die sich in Seide hüllt. Nicht einmal eine, die sich völlig entkleidet. Übrigens finde ich den Hintergrund (aus Japanpapier?) sehr passend.