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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Eine Domina - was ist das eigentlich?

Erziehung nach alter britischer Art als Karrikatur
Nein, ganz ernst ist dieser Artikel nicht gemeint. Aber er ist auch nicht völlig aus den Fingerchen gesogen. Also mal los, Ritter der Sprache - legt eure Rüstungen an.

Die Beherrscherin

Die „Domina“ ist eigentlich die Hausherrin. Wer noch nicht am Ende mit seinem Latein ist, wird sich erinnern, dass ein Begriff, der auf „-trix“ endet, immer eine „Ausführende“ bezeichnet. Also ist die Dominatrix jemand, der mindestens die Herrschaft im Haus hat. Es handelt sich also um eine Herrscherin oder Beherrscherin.

Eine Form von Herrschaft, eine Form von Prostitution

Über die romanischen Sprachen machte man den Menschen gerne ein „c“ für ein „x“ vor, und dann wurde daraus eben die „Dominatrice“ im Singular. In den Sprachen, die das Wort heute noch verwenden, wird aber zugleich darauf hingewiesen, dass es sich um eine Prostituierte handelt, was die Damen nicht entzücken wird, die diesen Beruf ausüben.

Wir haben da die Domina

In Deutschland haben wir daraus die „Domina“ gemacht und sagen zu mehreren n von ihnen „Dominas“, was die Lateiner wiederum entsetzen dürfte. Doch mit der Zeit ist der Lack der Sprache brüchig geworden - und so sagt man heute eben, dass es sich bei den einschlägigen Damen um „Dominas“ handelte und nicht um „Dominae“.

Professionelles Herrschen - stundenweise

Ei, ei - und was sagt uns dann der komische Name „Pro-Domme“?

Nun, die Pro-Domme stellt heraus, dass sie ihre Tätigkeit nicht aus purer Neigung anbietet, sondern aus beruflichem Interesse. Sie bietet also Dienstleistungen auf bestimmten Gebieten an, die alle im Umfeld von Fetischen, Erziehungsprozessen oder Unterwerfungen angesiedelt sind. Es soll auch „Amateurinnen“ und reine Philanthropinnen geben. Möglicherweise gibt es sie tatsächlich, doch können entsprechende Exemplare sehr selten beobachtet werden. In freier Natur kommen sie jedenfalls kaum vor.

Was sagte man eigentlich früher dazu?

In englischsprachigen Ländern spricht man gerne von einer „Mistress“, während der Begriff der erotischen motivierten Gouvernante (Governess) heute nahezu völlig verschwunden ist. Nur ab und an hört man noch etwas von der „strengen Erziehung“ oder der erotischen „Erzieherin“. Die herabsetzende Bezeichnung "Stiefelhure" hört niemand gerne - sie ist deswegen auch fast verschwunden.

Hättest du es gewusst? Oder kennst du eine andere Version? Dann sag es einfach.

Begriffsklärung - warum der Begriff "Prostitution" nicht eindeutig ist

Ein Symbol für "Sex auf Bestellung": das Call Girl
Alle Phänomene der Sexualmoral lassen sich unter drei Gesichtspunkten betrachten, und so ist es auch mit der Prostitution:

1. Die Erste ist die „juristische Würdigung“, das heißt, welche Gesetze (gleich, aus welchen Gründen) Prostitution erlauben oder verbieten.

2. Die Zweite ist die gesellschaftliche Sichtweise: Sie versucht zu beurteilen, welche Auswirkungen Prostitution auf die Gesellschaftsordnung einerseits und auf die Prostituierten, Freier, Bordellbesitzer und andere Beteiligte hat.

3. Die Dritte ist die ethische Betrachtungsweise: Ist es ethisch vertretbar, Sex oder vergleichbare Dienstleistungen gegen Geld zu verkaufen oder zu kaufen?

Die drei erwähnten Sichtweisen können erheblich voneinander abweichen, wie in der gegenwärtigen Diskussion immer wieder deutlich wird. Selbstverständlich gibt es noch andere Sicht- und Betrachtungsweisen. Doch diese drei sind diejenigen, die am meisten diskutiert werden.

Wenig beachtet oder gar nicht als "Prostitution" deklariert

Weniger beachtet wird der Handel mit sexuellen Dienstleistungen in mehr oder weniger festen Beziehungen, die Abgeltung solcher Leistungen in pauschaler Form oder gar die Proforma-Entlohnung in einem „regulären“ Arbeitsverhältnis. Hier beginnt die berühmte „Grauzone“.

Verallgemeinerung - Sex gegen Geld

Ganz generell spricht die Gesellschaftsordnung nahezu einheitlich dann von „Prostitution“, wenn sich eine Person beständig („notorisch“) oder beruflich gegen Bezahlung anbietet, an wechselnden Partnern sexuelle Dienstleistungen zu vollziehen.

Bild: Erzeugt aus dem Titel eines 1940er Kriminal-Magazins

Die eigene Sexualität beschreiben - oft unmöglich

Stille Übereinkunft in Sinnlichkeit
Für DICH gelesen
Es gibt immer mehr Frauen, die sich weigern, eindeutig in der Wahl ihrer Beziehungen, Sexpartner(innen) oder Liebhaber(innen) zu sein. Im Gegensatz zu den Frauen der 1970 bis 1990er Jahre bezeichnen sie sich aber oftmals weder als „bisexuell“ noch leiden sie unter der ihrer wechselnden Geschlechterpräferenz. Wir wollten es genau wissen und lasen für euch einige Beiträge in englischer Sprache. Unsere Empfehlung für Leserinnen mit Englischkenntnissen geht dahin, das Buch „striaight“ zu lesen.

Sexualität, sexuelle Ausrichtung, sexuelle Vorlieben - all dies sind Begriffe, die wir uns aufkleben sollen.

Wir halten jemandem für „schwul“, wenn er mit einer Person des gleichen Geschlechts sexuelle Handlungen vollzieht. Das ist schon einmal ganz falsch. Sexuelle Handlungen an jemandem zu vollziehen, ist keine Orientierung, sondern ein Vorgang. Ebenso ist jemand nicht „heterosexuell“, weil er mit dem anderen Geschlecht sexuell verkehrt.

Gerade hörte ich, dass eine Frau seit 16 Jahren ausschließlich Beziehungen mit sogenannten cis-Männern hatte. Sie schreibt in ihrem Blog:

Zu keinem Zeitpunkt ... habe ich gedacht, ich könnte „hetero“ sein. Ich habe keine Ahnung, wie oder wie sich das überhaupt anfühlen würde.


Sie schreibt, richtig sei immer das, was sie wirklich für einen Menschen empfindet. Es ginge als vor allem darum, sich in sie zu verlieben - und sie nicht wegen ihrer äußeren Erscheinung zu begehren.

So weit es Frauen betrifft, scheinen diese offener für alles zu sein, was man als „heteroflexibel“ bezeichnet - das wäre ein Mensch, der bisexuelles Begehren verspüren kann, aber sich dennoch zu den Heteros zählt. Das bedeutet, sich beim gleichen Geschlecht nicht um die jeweilige Orientierung zu kümmern, sondern darum, ob ein erotischer Funke überspringt.

Oder mit den Worten der Autorin meiner Quelle:

(Ich habe mich) ... mit vielen heterosexuellen Männern verabredet ... (ja) ... ich habe sogar Sex mit einigen heterosexuellen Frauen gehabt - zumindest haben die behauptet, „hetero“ zu sein. Und ich respektiere das Recht jedes Einzelnen, sich auf eine Weise zu identifizieren, in der er sich wohlfühlt und seiner Persönlichkeit treu bleibt.


Was nützen uns eigentlich diese Stereotypen, diese Etiketten, diese Einordnungen? Eigentlich nur dem Menschen, der sich über seine Hauptausrichtung definieren will und anderen zeigen will, dass er zum Sexpartner oder Beziehungspartner „taugt“.

Ein Buchhalter ist nicht immer ein Buchhalter. Wenn er ins Bordell geht, wird er zum Freier, wenn er eine Geliebte hat, zum Ehebrecher. Und falls er gerne angeln geht, wird er zum Angler. Und allein deshalb sind Menschen keine „homosexuellen“ oder „heterosexuellen“, sondern Liebende, die auf ihre Weise glücklich werden.

Hinweis: Zum Blog können wir nicht verlinken, weil er als "Sex-Blog" bezeichnet wird.

Das Märchen vom prostitutionsfreien Schweden - neu aufgetischt

Eindeutige Anzeichen oder Prostitution im Verborgenen?
Ein Zitat brachte mich wieder zurück in die Realität des Staates Schweden, der gerade- durchaus zurecht - wegen seiner Corona-Politik in der Kritik steht. (Quelle: Headdtopics mit Verweis auf die WELT (1).

Barbara Schmid erzählt die Geschichte einer Frau, die schon mit 17 Jahren anschaffen ging. Der Fall habe ihren Blick auf die Szene verändert: Das Bild der „selbstbestimmten Sexarbeiterin“ sei eine Mär, Prostitution gehöre wie in Schweden verboten.


Das "Schwedische Modell" - real

Prostitution ist ersten in Schweden nicht verboten, und zweitens ist kaum noch nachvollziehbar, wohin sie dort verschwunden ist. Die Gesetze waren damals (1998) erlassen worden, um den Straßenstrich namhaft einzudämmen, weil sich der schwedische Staat mit deutlich feministisch beeinflusstem Parlament offensichtlich schämte, Prostituierte auf der Straße zu sehen. Ziel war allerdings auch, die Prostitution einzudämmen, den Menschenhandel mit Prostituierten zu beenden und damit auch der Kriminalität in diesem Bereich das Wasser abzugraben.

Tatsächlich ist es in Schweden möglich, ertappte „Freier“ zu bestrafen. Dazu benötigt man allerdings stichhaltige Beweise, und die Polizei erhoffte sich damals, diese durch die „Übergabe von Geld“ erbringen zu können.

Die Realität wird verschleiert - in Wahrheit hat das Gesetz nur eine atmosphärische Bedeutung, wie die Regionalbeauftragte für Prostitution und Menschenhandel (Stockholm), Elisabet Lundqvist. neulich in einem Nebensatz zugeben musste:

Das Gesetz verändert den gesellschaftlichen Blick, wie man Prostitution betrachtet, dass Prostitution ein Teil männlicher Gewalt Frauen gegenüber ist ... damit kann man auch ein bisschen Druck ausüben.

Nun ist ohne jeden Zweifel richtig, dass Prostitution in vielen Fällen auf „männliche Gewalt“ trifft. Und genau dafür müsste es Lösungen geben ... die allerdings kaum jemand erarbeiten möchte.

Und es ist nach wie vor unrichtig, dass die Prostitution in Schweden abgeschafft wurde oder verschwunden ist.

Meine Quellen (außer Welt)
Deutschlandfunk, NZZ.
(1) Die WELT verwendet einen minimalen Auszug aus ihrem Artikel, um Abonnements zu verkaufen - der Inhalt konnte daher leider nicht vollständig verifiziert werden.

Sexy sein für dich selbst

Vielleicht machte es deine Goßmutter schon so?
Worin siehst du extrem sexy aus? Schau in deinen Kleiderschrank. Zieh alles in Betracht - die Klamotten, die du im Büro angezogen hast, die, in denen du die Kerle verführt hast, die Nachtgewändern, Schürzen und Kittel - alles. Schau auch mal auf deine Dessous - aber versuch auch mal, alles „netto“ zu tragen. Kleide dich wie eine feine Dame, wie eine Putzfrau, wie eine Straßenhure - niemand sieht dich.

Versuch, dein Spiegelbild zu verführen

Außer einem Spiegel. Sieh dich ihm an. Stell dir vor, dass dein lustvoller Freund vor dir steht oder ein Freier (wenn du dir das vorstellen kannst). Zieh dich vor ihm aus. Nur der Spiegel ist dein Zeuge, niemand sonst.

Spiel vor dem Spiegel alle Rollen, die du spielen kannst - die strenge Herrin, die zärtliche Geliebte, die Unterwürfige, die Selbstsichere. Und wenn du das wirklich willst - verführ dich selbst.

Du kannst deine Verführungskünste optimieren

Wenn du davon Bilder machen möchtest - gib sie nicht weiter, es sei denn an deinen fernen Geliebten, dem du vertraust. Ob Fotos oder Videos - sieh sie selbst an - versuch, dich noch besser darzustellen, noch verführerische Posen anzunehmen, dich noch unwiderstehlicher zu machen.

Warum? Weil es dir später nützen wird. Und jetzt hast du Zeit, es auszuprobieren.