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Warum sollte ein Mann eigentlich mit einer Frau schlafen?

Leidenschaft wäre ein Argument ...
Fragt mich jetzt bitte nicht, womit er sonst „schlafen“ sollte. Er kann mit einer Sexpuppe schlafen, einen Masturbator zur Hand nehmen oder – recht sinnvoll und sehr einfach – gleich die hohle Hand nehmen. Die meisten Männer bevorzugen übrigens die Bio-Methode. Die Hände sind von Natur aus warm, mit ihnen kann der Mann den Druck perfekt steuern du auch die Hubbewegungen lassen sich gezielt so beeinflussen, dass die Fontäne zielsicher aus dem Rohr schießt und der finale Lustgewinn eintritt.

Die "Wichsvorlage" aus dem Internet?

Nun gibt’s da eine Theorie: Kein Mann kann ohne optische Hilfsmittel masturbieren, und das, was er dazu benötigt, wird allgemeine als „Wichsvorlage“ bezeichnet – jedem Sperma-Spender wohlbekannt, und vermutlich auch den meisten Nicht-Sperma-Spendern. Ob die Theorie stimmt, lassen wir mal weg.

Doch da gibt’s noch den Teufel in der Büchse, den großen Verführer, der alle Welt beherrscht. Er heißt „Internet“. Denn das Internet stellt etwas mit unserem Bewusstsein an, und weil das so ist, haben wir am Ende der Kladderadatsch:

Es gibt Untersuchungen, wie viele Männer durch das Internet masturbiersüchtig sind. Das macht einsam und viele haben dann gar keine Lust mehr, mit der eigenen Frau zu schlafen.


Womit wir am Ende der Autoerotik wären und zur Zweisamkeit übergehen müssten. Nehmen wir mal an, der Mann würde dem teuflischen Internet noch einmal entrinnen und den Bio-Kontakt auf Gegenseitigkeit wagen - nicht jeder hat dazu "die eigene Frau", also spannen wir den Bogen mal weiter.

Gründe, mit einer Frau zu schlafen


Sieben Gründe, warum "mit einer Frau zu schlafen" gut tut

Fragen wir uns nun noch zusätzlich, warum Männer überhaupt mit Frauen schlafen, dann finden wir sieben gute Gründe und sicherlich noch mal 93 nicht ganz so gute. Den Kinderwunsch lassen wir mal weg, denn der spielt in den meisten Beziehungen nicht (oder nicht mehr) die dominierende Rolle.

1. Der meistgenannte Grund ist: weil es Freude macht. Es gibt nichts Schöneres auf dieser Welt, als Freude zu haben – und wenn der schöne Abend, das schöne Date oder eine andere Begegnung im Bett endet – ist doch schön.

2. Grund Nummer zwei ist sicherlich, dass der Mann Begierde entwickelt, und dass da zufällig eine Frau ist, die bereits ist, diese Begierde zu stillen. Na ja, oft nicht ganz zufällig. Es gibt auch Verabredungen, die ausschließlich dazu dienen, sexuelle Erfüllung zu finden.

3. Der dritte Grund für einen Mann ist sozusagen die vollständige, garantierte und von weiblicher Begeisterung getragene sexuelle Erfüllung, die allerdings immer seltener wird. Hier beginnt der Grenzbereich zur Prostitution, bei der die Begeisterung geheuchelt wird.

4. Einer der interessantesten Gründe, mit einer Frau zusammen zu sein, ist die Möglichkeit, dass sie eine Praxis beherrscht, die eine ungewöhnliche Lusterfüllung verspricht. Hier wird die Luft extrem dünn, selbst wenn der Mann für diese Lusterfüllung bezahlt.

5. Einer der häufigsten Gründe für den Wunsch nach Sex in jungen Beziehungen ist die romantische Liebe, die eigentlich keine Liebe ist, sondern Verliebtheit.

6. Für viele Männer ist es interessant, von einer Frau verführt zu werden, ohne dass sie aktiv werden müssen. Das kommt zwar selten vor, ist aber ein wundervoller Grund, mit einer Frau zu schlafen.

7. Für manche Männer ist es das Gefühl, ein „richtiger Mann“ zu sein und Frauen zu „knacken“ – das entspricht zwar einem ekelhaften Charakter, gelingt aber immer wieder, sodass es wohl Frauen geben muss, die den Blödsinn mitmachen.

Echte Sex-Kontakte sind erregender

Ach so, ja – warum sucht sich der Mann überhaupt eine Frau, um seine Lust zu erfüllen, wenn die Masturbation doch viel leichter fällt? Aus dem gleichen Grund, warum auch Frauen beidseitige Bio-Kontakte mit Männern bevorzugen: weil man/frau nicht genau weiß, wann was passiert, und weil das ungleich erregender ist. Und Hallo: weil man einander niemals so nahe ist wie beim Sex. Und genau diese Nähe ist es denn auch, die feste Paare glücklich macht. (Es war doch von der „eignen Frau“ die Rede, nicht wahr?)

Ist Sex eine Handelsware?

Ein alter Herr - eine junge Geliebte
Vor einigen Tagen las ich in einer Schweizer Zeitung, „Sexualität (werde) heute als Handelsware angesehen.

Der Satz ist lustig, weil „Sexualität“ die Voraussetzung für Leben ist – und sie ist gar nicht gemeint. In Wahrheit meint der Herr, der es sagte, den Austausch sexueller Gefälligkeiten gegen Geld oder Geldeswert.

Dienstleistung, Gunst oder Gefälligkeit?

Man nennt dergleichen auch eine „Dienstleistung erbringen“. Und schon ergibt sich die nächste Frage: Darf man „sexuelle Gefälligkeiten“ als Dienstleistungen bezeichnen? Und wo liegen eigentlich die Grenzen zur Prostitution?

Darüber lässt sich trefflich streiten – aber eigentlich dürfte klar sein, dass Prostitution nur dann vorliegt, wenn ein Mensch sexuelle Leistungen „notorisch“, also gewohnheitsmäßig und offenkundig anbietet.

Was wieder bedeutet: Er oder sie lebt davon, ob freiwillig oder unter Druck, ob aus Not oder aus Gewinnsucht.

Was wird geboten und womit wird gezahlt?

Interessant wird das Thema erst, wenn wir die Randgebiete ansehen: Was, wenn gar kein Sex angeboten wird, sondern andere Berührungen? Wenn es nicht um Lust geht, sondern um Schmerz?

Und was ist, wenn die sinnliche, erotische oder sexuelle Handlung nicht in direktem Zusammenhang mit einem Austausch „Geld gegen Lust“ steht? Was, wenn eine Dame gerne in Luxus lebt, sich teure Reisen spendieren lässt oder wenn ihr Liebhaber ihr ein Appartement bezahlt?

Kontroverse um "Sugar Dating"

Das Thema wird nach wie vor kontrovers behandelt – vor allem in einem Bereich, in dem es ganz besonders deutlich wird: beim sogenannten „Sugar Dating“. Hier stehen junge Frauen Schlange, um sich einen der unbefriedigten, lustvollen, aber eben auch meist verheirateten älteren Typen zu angeln, die Spendierhosen tragen.

Natürlich geht es dabei in vielen Fällen um Sex, Lust, Befriedigung und Ekstase. Die Frage bleibt aber: Was bezahlt der Galan? Die Zeit, in der ihm die Dame Gesellschaft leistet? Die Gunst, die sie ihm erweist? Oder einfach die Beziehung als solche, die mit Schmuck, Luxusgegenständen oder einer „Apanage“ abgegolten wird?

Die Lust, einer jungen Frau mit Geld unter die Arme zu greifen, auch wenn dies nicht ganz selbstlos geschieht, scheint einigen Männern immerhin zu gefallen. Und die jungen Frauen stehen sicherlich nicht aus Not in der Schlange derjenigen, die sich nach Luxus sehnen.

Bild nach einer Illustration von Becat (Ausschnitt).

Sex-Urlaub mit 60 Prostituierten auf einer Insel?

Appetithappen auf Frauenhaut: Diese Werbung sorgte für Aufregung
Wer 5.000 USD für einen Urlaub hinlegen kann, bei dem nur drei Übernachtungen geboten sind, der muss entweder zu viel Geld haben, oder es müssen noch andere Absichten damit verbunden sein.

Und siehe – zu dem Rundum-Wohlfühl-Paket gehören auch „zwei Frauen pro Tag“ (wechselbar) für grenzenlosen Sex, die aus 60 „verfügbaren“ Frauen ausgewählt werden können. Das Ganze findet auf einer Karibikinsel statt, der Flug ist im Preis nicht enthalten, aber eine „unbegrenzte Anzahl von Kondomen.“

Allerdings ist die Regierung Kolumbiens, zu deren Hoheitsgebiet die Insel gehört, von dem Treiben überhaupt nicht angetan, wie die Boulevardpresse verlauten ließ.

Dabei flammte auch die Diskussion um Prostitution erneut auf, denn bei derartigen Massenveranstaltungen ist es der einzelnen Prostituierten kaum möglich, frei zu entscheiden, mit welchem Mann sie Intimitäten austauscht. Vorerst allerdings regte man sich über das Video auf, das angeblich inzwischen gelöscht wurde – doch nicht einmal davon kann die Rede sein.

Bild: Screenshot aus dem Werbevideo des Veranstalters
Etwas ausführlicher mit Hintergrund auf "l'essentiell".

Belgien, Sugarbabys und Prostitution

Mäzene damals
Belgien, Sugarbabys und Prostitution - oder warum mancher nicht weiß, was Prostitution ist

Wer geht uns eigentlich am meisten auf die Nerven, die Moralhüter oder die Sugar-Baby-Agenturen? Ausrechnet in Belgien wurde dies nun wieder zum Thema – wie schon so oft anderwärts.

Worum geht es eigentlich? Offiziell um eine Webseite (es gibt aber mehrere) die Sugarbaby und Sugardaddys zusammenbringt. Oder, weniger englisch und nicht so poetisch: Er zahlt ihr Unterhalt, damit sie jederzeit zu seiner Unterhaltung zur Verfügung steht. Dafür wir nun in Brüssel auf offener Straße Werbung gemacht – und zwar in der Nähe der Universität, zu Semesterbeginn.

Das gefiel nun dem Träger der Uni ebenso wenig wir der Studentenorganisation Unecof. Dort war das „Phänomen studentischer Prostitution“ bekannt, aber man hält es nicht für empfehlenswert. Die Not der jungen Frauen werde für den Profit der Vermittler ausgeschlachtet, hieß es vonseiten der Studentenorganisation.

Der Uni-Träger ging noch weiter – man bereite eine Klage wegen Anstiftung zur Prostitution vor, sagte man der Presse.

Das Beispiel zeigt, wie unklar der Begriff der „Prostitution“ in Wahrheit ist. Es ist nirgendwo verboten, von einem Mann (oder einer Frau) Unterhalt anzunehmen, und unter männlichen Studenten waren sogenannte „Bratkartoffelverhältnisse“ oder „Schürzenstipendien“ längst bekannt, bevor die erste Studentin die Uni betrat. Diesen Verhältnissen liegen die gleichen Bedingungen zugrunde: Ich fütter dich durch, dafür bedienst du mich im Bett, wann immer ich will“ – wohlgemerkt, es waren Frauen, die diese Angebote machten, und Männer, die sie annahmen.

Normalerweise – und da beginnen die unterschiedlichen Ansichten und Meinungen zum Thema – ist Prostitution das notorische Angebot, gegen aktuelle Geldzahlungen den Beischlaf auszuführen. Und weil das so ist, meiden alle, die dergleichen vermitteln, den Zusammenhang zwischen dem Geldfluss und der Lustbefriedigung. So auch in diesem Fall.

Ob es uns gefällt oder nicht: Sugar Baby und Sugar Daddy sind Phänomene, die weder neu noch typisch für Prostitution sind. Und da fiele mir noch ein: Hätte jemals jemand die Studenten der Vergangenheit bedauert, die sich aus Armut mit reifen Frauen einließen, die sich unbefriedigt fühlten?

Sollten Sie mich fragen, ob ich das befürworte, sage ich klar „Nein“. Aber es geht nicht darum, ob man etwas befürwortet oder nicht, sondern darum, ob das, was diese Frauen später ihren Galanen anbieten, als „Prostitution“ bezeichnet werden darf.

Presse: Zum Beispiel in der "Krone", Bild nach Becat (hist. Illustration)

Wen wählen eigentlich Huren?

„Huren wählen konservativ“ galt jahrelang in der Politik als unumstößliche Wahrheit. Denn eine restriktive Jugend-, Familien- und Sexualpolitik galt als förderlich für den nicht nachlassenden Zuspruch der Kunden. Und je mehr Moral gepredigt wurde, umso mehr suchten die Männer ihre Lust bei Huren, die deshalb stets konservativ wählten.

Doch wen wählen Huren heute?


Nein, wie wissen es nicht. Im Grund gibt es keine Partei, die sich für die Belange der Huren einsetzen würde – denn täte sie es offiziell und sehr laut, so wäre sie für die Familienfrauen nicht mehr wählbar.

Auch in der Branche scheint nicht mehr so klar zu sein, wer eigentlich Freund und wer Feind ist – dort macht man offiziell die Haltung der Parteien zum ProschSchG zum Kriterium und kommt zu seltsamen Schlüssen. Denn wer das neue Gesetz gut findet, ist im Prinzip nicht wählbar, wer es schlecht findet, aber doch.

Klar ist, dass es auch Parteien gibt, die Prostitution in Deutschland am liebsten abschaffen würden. Ein Teil von ihnen stand auch heute zur Wahl, doch sind diese Parteien nicht einmal regional von Bedeutung.

Gab es eine Partei, die „echte deutsche Bordelle mit echten deutschen Blondinen für echte deutsche Männer“ forderte? Nein, irgendwie auch nicht. Ebenso wenig wie die Frage, ob nur echt deutsche Wölfe von echt deutschen Jägern erschossen werden dürfen, bevor sie echt deutsche Rotkäppchen fressen.

Wir wissen es nicht. Ein „Wahl-Check“ sagt uns, dass alle etablierten Parteien mit dem ProschSchG einverstanden sind, und lediglich Grün und Links dagegen gestimmt haben. Es könnte aber natürlich sein, dass sie dies aus Prinzip taten, weil sie Oppositionsparteien sind.