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Die Liebeszeitung im August - provozierende Sinnlichkeit

Augustus, der erhabene, begehrt am morgen Einzug … wer wollte angesichts dieses Namens den Kopf senken, schwer atmend unter der Maske keuchen oder gar Frust schieben?

Machen wir den August einfach zu dem Monat, indem die Röcke flattern, auch, wenn die verdrängte Lust nicht wirklich den Hüllen entfliehen kann.

Und wie tun wir das? Wir schreiben über das Unaussprechliche, das Sinnliche, die frivolen Erwartungen … wohl wissend, dass wir in der Realität noch so manche Lusterfüllung auf später verschieben müssen.

Nein, die Liebeszeitung wird im August keine Elefantenspiele veranstalten: wir lassen den Rüssel nicht hängen. Wir nehmen Rücksicht, aber tragen die Angst nicht vor uns her. Wir wollen, dass ihr alle Freude am Leben habt.

Und deshalb machen wir den August nun zum Monat lustvoller Herausforderungen, tragen einige sinnliche Provokationen auf und sagen, was man alles mit den Augen, der Zunge und den Fingern genießen kann.

Freut euch drauf … und tragt etwas dazu bei. Eure Freude ist auch unsere Freude.

Liebeszeitung: Was machen wir anders oder gar besser?

Gestern habe ich euch berichtet, warum wir eigentlich so sind wie alle anderen „Lifestyle-Magazine“ auch: Wir schreiben über Themen, die gerade in der Luft liegen, die aber eigentlich nicht „wirklich“ aktuell sind.

Doch was machen wir anderes? Was können wir besser?

Wir beleuchten Hintergründe - ohne Ehrfurcht

Vor allem beleuchten wir die Hintergründe. Vor allem bei „wissenschaftlichen“ Artikeln. Die Ehrfurcht mancher Redakteure vor „den Wissenschaften“ ist enorm. Fast möchte man meinen, sie verwechselten die Wissenschaft mit der Religion – was von dort kommt, darf nicht hinterfragt werden.

Wir hinterfragen gezielter

Ich stelle die Fragen. Aus welchem Grund wurde geforscht? An wem wurde geforscht und an wie vielen Probanden? Welche Mittel wurden dabei eingesetzt? Sind die Grundlagen und Verfahrensweisen glaubwürdig? War die Fragestellung übereghaupt relevant, und wenn ja, für wen? Und die Ergebnisse? Welche Fakten haben die Wissenschaftler wirklich zutage gebracht und wie viel Interpretation steckt darin?

Ich behaupte: Die Liebeszeitung kann es besser. Wir schreiben über Forschungen – wir schreiben nicht ab, was Forscher uns in die Feder diktieren.

Auch wir haben unsere schlechten Tage

Ich will nicht verleugnen, dass wir gelegentlich überkritisch sind, um dann wieder etwas unkritisch zu sein. Das war bei „Sugar Babys“ ebenso der Fall wie bei einer abgeblichen Cuckold-Studie. Wir halten dies aber für erotische Randthemen. Wenn es um uns alle geht, um unsere Existenz als Lebewesen, als Mensch, als Frau oder Mann, dann sind wir kritischer. Und einen Satz muss ich unbedingt hinzufügen:

Definiert euch selbst – lasst euch nicht von anderen definieren, bewerten oder gar entwerten.

Wie funktionieren eigentlich Magazine wie die Liebeszeitung?

Die Liebeszeitung hat mit Herrenmagazinen, Frauenzeitschriften und ein paar anderen mehr oder weniger informativen Medien etwas gemeinsam. Es ist etwas peinlich für die Redakteurinnen und Redakteure, aber leider die Wahrheit: In Wirklichkeit passiert so gut wie nie etwas, über das aktuell berichtet werden müsste.

Der Trick - das "unheimlich Wichtige" erzeugen oder weitergeben?

Der Trick, den wir alle verwenden, ist einfach: Wir greifen etwas auf, das jüngst jemand zum Thema machte. In klassischem Sinne ist es oft eine Veröffentlichung, die für unheimlich „wichtig“ gehalten wird. Meist handelt es sich um ein Buch, und egal, ob es das Papier wert ist, auf dem es gedruckt wurde oder nicht. Wenn viele Menschen darüber schreiben, dann gilt es als wichtig. Macht euch bitte keine Sorge um den Wert: In drei Jahren ist es noch einen Euro wert, bevor es auf den Altpapierpreis sinkt.

Wissenschaft ohne Substanz als Thema?

Von Wissenschaftlern, namentlich von forschenden Psychologen und Soziologen, will ich gar nicht erst reden. Nicht, weil ich diese Wissenschaften grundsätzlich für fragwürdig halte (was ich gerne zugebe). Sondern weil aus einer Unzahl von Wiederkäuern bestehen. Oder aus Auspressern bereits ausgepresster Apfelsinen. Darüber lohnt sich kaum noch zu berichten.

Soziale Medien und ihr Sensationseffekt

Neuerdings sind es „wichtige“, ja geradezu „revolutionäre“ Ansätze, in den wichtigtuerischen „sozialen Medien“ wie etwa „#Aufschrei“ oder „#MeToo“. „MeToo“ hatte eine Breitenwirkung, weil viele prominente Namen fielen. Da kommt Schadenfreude auf, wenn die Menschen, die zuvor großprotzig im Rampenlicht standen, nun vor Gericht zu Kreuze kriechen müssen. Ja, die Bewegung hat einen moralischen Aspekt – aber eben auch einen anderen,, der sich nur durch Medien erklären lässt.

Der Alltag ist öde - aber die anderen sind immer so herrlich "pervers"

Merkwürdig, dass der Alltag nie so sensationell ist – vor allem, weil wir ihn kennen. Seht mal, ein bekanntes Frauenmagazin schrieb neulich über die Lust einiger Herren, „Natursekt“ von Damen aufzunehmen. Das interessierte tatsächlich – aber nicht, weil alle Leserinnen dieses Magazins männlich Bekannte hatten, dien dergleichen begehrten, und auch nicht, wie sie alle die Herren damit beschenken wollten. Sondern einfach, weil sie es so herrlich pervers fanden. Kann man/frau sich da nicht wundervoll fremdschämen? Vor allem, wenn man eine bildliche Vorstellung davon hat?

Oh ja, das ist ein Sommerthema. Oder die Fesselungen an ein Andreaskreuz. Keine Ahnung, warum dies jüngst so viele Leute interessierte. Vielleicht wisst ihr es ja.

Enttäuscht?

Falls ihr jetzt enttäuscht sein solltet (zum Beispiel über mich): Demnächst erläutere ich euch, was wir (hoffentlich) besser machen als andere.

Chefsache LIEBE

Wahrscheinlich habt ihr es längst bemerkt: Wir haben eine neue Kategorie, nämlich Liebe an sich - vom Chef der Liebeszeitung.

Ich schreibe darin über die Liebe an sich – über was sonst? Und natürlich, wie wir Liebe ansehen können, sie für uns erwerben oder anderen schenken können. Bei diesem Thema fühle ich ich nach wie vor am wohlsten. Ich habe dazu etwas dazu zu sagen – das ist wichtig. Viel zu viele Menschen (auch Wissenschafter) reden über die Liebe, als wäre es ein Metallbaukasten, aus dem man alles zusammenschrauben kann, was gefällt.

Ich hoffe, euch gefällt meine Sichtweise. Das dürft ihr übrigens ruhig sagen. Und natürlich erst recht, wenn ihr widersprechen wollt.

Bei welcher Zeitung ist die Liebe schon „Chefsache“?

Richtig: bei der Liebeszeitung. Wo denn eigentlich sonst?

Der "einzig wahre Weg zur Liebe" und seine Verkünder

Statt einer Laudatio zum 10. Geburtstag der Liebeszeitung

Wenn sein Irrenhaus für Pseudo-Intellektuelle gäbe, würden dort nach Dutzenden zählende Vertreter des einzig wahren Wegs zur Liebe einsitzen – ich bin mir nicht einmal sicher, ob sie überhaupt auf eine Behandlung ansprechen würden. Es reicht wahrscheinlich, sie zu isolieren. Mögen sie zueinander sprechen, voreinander Vorträge halten und einander in ihren Meinungen bestätigen. (Oh, ich weiß: Manche es tun es jetzt schon).

Besserwisser wissen in Wahrheit - gar nichts

Vielleicht sollte man auch die Besserwisser dort aufnehmen. Sie verbreiten nicht die einzig wahre Meinung, sondern die von ihnen favorisierte Meinung über die Liebe, die sie allen anempfehlen. Ihr Trick: Sie klingen für viele plausibel. Und unglücklicherweise fallen die Menschen dabei auf ihre Titel herein. Doch die meisten schreibenden und dabei dozierenden Wissenschaftler kennen das Leben der Menschen im Alltag gar nicht. Das Leben, das wir in der Realität genießen oder ertragen, ist für sie das „Leben in dem Ameisenhaufen“ da unten, das man beforschen kann, aber nicht erleben will. Oftmals kann an auf den Titel „Doktor“ oder „Professor“ sogar verzichten, nämlich dann, wenn man irgendein abwegiges Buch geschrieben hat, in dem ein paar „Auch-Wahrheiten“ zur gültigen Mainstream-Meinung erhoben werden. Sie können im Übrigen sicher sein, Leser(innen) zu finden, die ihnen genau das „Abkaufen“, was sie aufschreiben. Das gilt besonders dann, wenn sie etwas Wiederkäuen, das schon viele andere vor ihnen geschrieben oder beforscht haben. Wissenschaftler haben eine fatale Neigung, den „Mainstream-Thesen“ über die Liebe zu folgen, die andere Wissenschaftler vor ihnen aufstellten und die ohnehin „eingängig“ sind. In diesem Zusammenhang erinnere ich gerne an die Theorie, wir würden die Partnersuche heute noch „genauso gestalten wie die Steinzeitmenschen“.

Der Mainstream - das Himmelreich der Dummschwätzer

Es gibt zahlreiche Beispiele von Autoren, die marginale, noch vage Erkenntnisse aufbauschen und ebenso solche, die absolut nichts zu sagen haben, aber gut abschreiben können. Die Rezipienten, also wir, sind dann blöd genug, zu glauben, dass alles, was wir aus Neue lesen, wahrer ist als das, was wir nur einmal lasen. In Wahrheit wird abgeschrieben, was das Zeug hält.

Es wäre nicht schlimm, wenn solche Autorinnen und Autoren verlacht oder wenigstens ignoriert würden. Aber sie kommen durch die Buchveröffentlichungen, durch Feuilletonistin und professoralen Helfershelfern zu Ruhm und Ehren – und nicht zuletzt durch dümmliche Leser ohne eigene Meinung. Es ist Betrug am Menschsein, der aber nicht als Betrug gesehen wird.

Die Aufrechten

Ach, es gibt sie auch, die Aufrechten? Ja, sie gibt es. Sie zeichnen sich durch Bescheidenheit aus, nicht durch Behauptungen. Sie spielen auf der Klaviatur der Psyche in Dur und Moll und wissen, dass wie alle recht unterschiedlich empfinden. Vor allem aber wollen sie uns verstehen, während die Pseudo-Intellektuellen von uns erwarten, dass wir das fressen, was sie uns vorsetzen: eine Mixtur aus Halbwahrheiten und erfundenen Schlussfolgerungen. Das heißt: Wir sollen unsere Erfahrungen und Emotionen modifizieren, damit sie mit ihren Thesen recht behalten.

Ich kenne beide – die Aufrechten und die Dummschwätzer - aus vielen Bereichen. Der Unterschied ist überdeutlich: Die Aufrechten hören dir zu, weil du wichtig und wertvoll bist. Die Dummschwätzer labern dir die Ohren voll, weil du in ihren Augen kein vollwertiger Mensch bist. Und auf diese Weise kannst auch du sie erkennen.

Und - wo stehe ich selbst?

Haltet von mir, was ihr wollt - aber sagt mir, wenn ihr anderer Meinung seid. Das nützt in jedem Fall.