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Die meisten sexuellen Abweichungen sind ziemlich normal

Gleich zwei "Abweichungen" - ist das noch normal?

Eigentlich wollten kanadische Forscher (1) nur feststellen, ob die „offiziellen“ Diagnosen für sexuelle Abweichungen noch vertretbar sind. Dahinter steht die Idee, dass nichts als „Abweichung“ bezeichnet werden kann, was in der Bevölkerung weitgehend akzeptiert wird. Mit anderen Worten: Wenn mehr als die Hälfte der Bevölkerung „Dreier“ oder „SM-Spiele“ sexuell positiv bewerten, dann kann es nicht sein, dass sie therapiert werden müssen.

Die Forscher haben sich dabei vor allem daran orientiert, was in der Fantasie der Menschen abgeht – also nicht so sehr auf das, was davon „machbar“ ist. Wichtig für den Leser dieser Zeilen ist ein Umstand, der absolut beachtet werden muss: Frauen unterscheiden sich deutlicher als Männer darin, Fantasie und Verlangen auseinanderzuhalten. Viele der Frauen erklärten, dass sie ihre Fantasien niemals verwirklichen wollten, ganz im Gegensatz zu Männern, die in der Regel Fantasien in Taten wandeln wollen – soweit jedenfalls die Wissenschaftler. Auf der anderen Seite gilt dies jedoch nicht immer und nicht für alle Fantasien, da einige von ihnen durchaus mit weiblicher Begierde verbunden sind.

Wie dem auch sei: Nach einer umfassenden Befragung, in der es um 55 Sexfantasien, von der romantischen Liebe bis zu Grenzerfahrung mit sexueller Gewalt ging, liegt nun eine umfassend Statistik vor. Dabei stellte sich heraus, dass die Hälfte der Befragten zu 30 dieser Fantasien (als zu mehr als der Hälfte) sagten, „ja, darüber habe ich schon mal fanatisiert“.

Uns interessierte, wie groß die Abweichungen zwischen Frauen und Männer waren. Denn nur, wenn man weiß. Was für das andere Geschlecht „denkbar“ ist, und sei es auch nur in der Fantasie, können Schlüsse gezogen werden, welche Bedürfnisse daraus erwachsen beziehungsweise erwachsen könnten.

In der Presse wurden zwar verschiedene Ergebnisse erläutert, aber die Zusammenhänge wurden dabei oftmals vergessen. Denn viele der „Abweichungen“ gehören inhaltlich zusammen oder können jedenfalls in eine Relation zueinander gesetzt werden. Wir haben nun drei Themenbereiche zusammengeschnürt, die wir Ihnen präsentieren wollen:

1. Sex mit mehreren Personen
2. Übliche Praktiken, die nach wie vor als „ungewöhnlich“ gelten.
3. D/S (SM)-Praktiken mit Unterwerfungen.

In der heutigen Ausgabe beginnen wir mit dem ersten Thema. Das Überraschendste daran: Männer wollen zwar Sex mit zwei Frauen, sind aber Sex mit einer Frau und einem zweiten Mann (MMF-Dreier) durchaus zugeneigt. Die anderen Beiträge folgen zeitnah.

(1) Institut universitaire en santé mentale de Montréal and Institut Philippe-Pinel de Montréal.

Quellen: Deutsch, nicht sehr ausführlich: SPIEGEL.
Ausführlicher: BusinessInsider.
Auf Englisch, (offiziell): Eurekalert.
Auf Französisch (offiziell): EurekAltert.
Abstract.

Bild: nach einer Zeichnung von Paul Proett.

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