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Ein beliebtes Dating-Spiel, das zum Fiasko werden kann

Dating ist in den USA ein Spiel mit vielen Varianten. In Deutschland sieht man das anders. Hierzulande ist ein Date der Versuch, den jeweils anderen auf seine „Beziehungstauglichkeit“ zu überprüfen. Dazu hat man etwa eine bis zwei Stunden Zeit, dann wird eine Entscheidung fällig.

Ein übermäßig ernstes Ritual: das erste Date

Auffällig daran ist, wie entsetzlich ernst die Partner dieses Spiel nehmen. Eigentlich müsste man es „Alles oder Nichts“ nennen. Denn ist die Antwort eines Partners am Ende „Nein“, dann werden die Brücken sofort abgebrochen. Ist sie „Ja“, so sind beide angehalten, nun tatsächlich die Zweisamkeit zu verwirklichen.

Das übliche Spiel kann zum Fiasko werden

Beim Date spielen beide zunächst das Spiel aller Spiele: „Warum eigentlich nicht – ja, aber.“ Bis zum Ende des Dates haben sie dann aufgedröselt, was überwiegt. Die eine Komponente „Warum eigentlich nicht …“ sucht nach dem Neuen, möglicherweise sogar dem Ungewöhnlichen. Die zweite Komponente „Ja, aber …“ versucht, die damit verbundenen Änderungen infrage zu stellen. Soweit die alles lediglich dazu dient, abzuwägen, ist dagegen nichts einzuwenden.

Doch viel zu oft wird eine Variante gespielt, die ständig neue „Aber“ produziert.

Ein Beispiel:

A-Teil: Er ist genau mein Typ: größer als ich, athletisch und charmant.
B-Teil: Aber ich müsste meinen Wohnort wechseln, falls wir zusammenleben wollen.
A-Teil: Warum sollte ich es nicht einfach tun, ihm zuliebe?
B-Teil: Aber dann könnte ich mich wie entwurzelt fühlen.
A-Teil: Ich würde sicher neue Freuden finden.
B-Teil: Aber zu ihnen hätte ich kein so inniges Verhältnis.


Das heißt, die Person spielt damit, eine Veränderung vorzunehmen, um eine Beziehung zu gewinnen, verwirft sie aber sogleich wieder.

Wissen, was du aufgeben kannst

Im Hintergrund stets die Frage: „Was will oder kann ich eigentlich aufgeben?“ Ist sie „innerlich“ geklärt, so kannst du dieses Spiel jederzeit verlassen, weil du ja weißt, was du aufgeben kannst und was du hinzugewinnen willst. Überraschen dich solche Fragen immer wieder im Gespräch, so fallen dir deine „Aber“ zuhauf ein.

Solange jemand beim Date „Warum (eigentlich) nicht … ja, aber“ spielt, hat derjenige vor dem Date nicht genügend überlegt, wo die eigenen Möglichkeiten und Grenzen sind.

Das wäre nicht wirklich schlimm, wenn diese Art von Dates seltener wären. Aber sie werden nach und nach zur Regel.

Diese Frage, vorab beantwortet, schützt dich selbst

Falls etwas davon auf dich zutrifft, stellt dir die Frage, auf die es eigentlich ankommt. Sie lautet: „Auf was von dem, was mir jetzt wichtig ist, könnte ich gegebenenfalls in einer Beziehung verzichten?“

Psychologisch könntest du dich auch das Folgende fragen: Aus welchem Teil meiner Persönlichkeit ruft es heraus: „Warum eigentlich nicht?“ Und welcher Teil deiner Person sagt dann: „Ja, aber…?“

Praktisch verhält es sich so: „Ja, aber …“ verhindert den Fortschritt in einer Sache – und einer Beziehung. Und insofern kannst du nicht beständig „Warum eigentlich nicht – Ja, aber“ spielen, wenn du gewinnen willst.

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