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Partnersuche – ein Thema für Motivationstrainer?

Das Wuscnhbilder der Geliebten, visualisiert?
Ich staune immer wieder, wie Journalisten Daten aus dem Internet herauskratzen und dazu psychologische Begriffe verwenden, die weitgehend ungesichert sind.


Gerade las ich dies (Zitat):

… psychologische Umfragen zeigen auch bei langjährig suchenden Frauen, dass diese zu immerhin 78 % gar nicht wissen, wonach sie eigentlich suchen und was in einer Partnerschaft für sie wichtig wäre.


Das mag sein, aber die Zahl scheint mir völlig aus der Luft gegriffen zu sein. Wo, wann und wie hat man diese angebliche „psychologische“ Umfrage erstellt und wie zuverlässig ist sie? Und was genau wussten die Frauen nicht?

Nehmen wir an, es gäbe diese Frauen, und man wollte ihnen helfen. Was müssen sie dann tun? Auch darauf finden wir die Antwort in dem gleichen Artikel (erneutes Zitat):

Eine bewährte psychologische Methode ist die tägliche Visualisierung, also bildhafte Vorstellung, eines möglichen Partners, so wie er sein soll und so wie du ihn dir vorstellst.


Ist dies realistisch? Gibt es eine psychologische Schule, die eindeutig den Beweis dafür liefert, dass eine „tägliche Visualisierung“ zum Erfolg oder gar zum Traumpartner verhilft?

Sich selbst zu kennen ist wichtiger als den Wunschpartner herbeizusehnen

Beginnen wie beim Schwierigsten: bei der Partnersuche. Sie ist ein komlexes Thema, bei dem Erfahrungen, Emotionen und Präferenzen eine Rolle spielen, aber das hat nicht die erste Priorität. Denn das Leben ist kein Wunschkonzert, und insbesondere der Partnermarkt folgt in keiner Weise den Regeln der Psychologen, sondern denen der Ökonomie. Da heißt: Es ist nicht wichtig, einem Wunschbild zu folgen, sondern sich auf die Gegebenheiten einzustellen, die man vorfindet. Wenn eine Frau sich selbst gut kennt, um ihre Vorteile oder Alleinstellungsmerkmal weiß, und sie diese entsprechend an den Markt bringen kann, dann findet sie auch einen passenden Partner unter jenen, die infrage kommen.

Ist "Visualisierung der Ziele" überhaupt ein Zweig der Psychologie?

Die „Visualisierung“ von Zielen mag als „psychologisch“ angesehen werden, ist aber im Wesentlichen eine neue Masche von Erfolgs- und Motivationstrainern. Sie geht davon aus, dass wir etwas umso eher erreichen können, je plastischer wir es vor Augen sehen. Das Problem dabei liegt auf der Hand: Je genauer wir ein Ziel fixieren, umso mehr verdichtet es sich. Und je mehr es sich verdichtet, umso mehr bekommen wie Scheuklappen: Wir wollen genau dieses Ziel auf dem zuvor eingeschlagenen Weg erreichen und vergessen dabei, dass wir möglicherweise etwas nahe liegenderes tun sollten. Tatsächlich finden wir dies Problem bei sehr vielen Partnersuchenden vor: Sie laufen einem Ideal nach und vergessen dabei, dass sie selbst wie auch andere überwiegend zum Durchschnitt gehören.

Tatsächlich wird die angebliche „Kraft der Visualisierung“ (wenn es sie überhaupt gibt) nur bei Sportlern beobachtet, die sich auf ein extrem winziges, überaus einseitiges Ziel, zum Beispiel „der Beste“ in einer Sportdisziplin zu sein. Dieses Bestreben schließt jeden sinnvollen Seitenweg aus.

Partnersuche Maximalziele udn Dynamik

Doch was ist das Ziel der Partnersuchenden? Einen Boxkampf gegen den gegenwärtigen Champion zu gewinnen? Mit 30 Jahren Topmanager zu werden, egal wie reif man dafür ist?

Wohl nicht. Beziehungen erfordern wesentlich mehr als eine „Visualisierung der Ziele“, nämlich einen ständigen Prozess, bei dem es darum geht, dynamisch die richtigen Entscheidungen zu treffen – zumeist unter Abwägung der eigenen Möglichkeiten.

Einen anderen Menschen zu finden, ihn zu behalten und für lange Zeit innig zu lieben ist keine Frage, die Erfolgstrainer beantworten können – es ist eine Frage der menschlichen Qualitäten.

Warum Sie beim modernen „Dating“ scheitern – müssen

Warum Sie beim modernen „Dating“ scheitern – müssen. Jedenfalls wahrscheinlich, udn vor allem, wenn Sie dem "Mainstream" nachlaufen.

Ich höre immer wieder, dass sich „in unserer Zeit“ alles so schnell ändert. Und dass unsere Verhaltensweisen gar nicht so schnell mitkommen, wie „sich“ alles verändert.

Stop. Bullshit.

Das alles hat schon die Königin in „Alice hinter dem Spiegel“ gesagt. Sie belehrt die kleine Alice, dass sie so schell rennen muss, wie sie kann, um wenigstens dort zu bleiben, wo sie sich gerade befindet. Und falls sie sich fortbewegen wollte, müsste sie mindestens doppelt so schnell rennen. Das war 1871, also vor etwas weniger als 150 Jahren.

Ja, wir haben uns seither „beschleunigt“, aber wir sind auch ein paar Idioten gefolgt, die uns belehren wollten, dass wir vor allem schnell sein müssten, um den anderen etwas wegzuschnappen. Aber ob „schnell sein“ bei der Partnersuche reicht? Nehmen wir mal den „alten Osten. Wenn es Bananen gab, dann bildeten sich lange Schlangen vor den Geschäften, und falls noch heute irgendwo eine Schlange steht, dann fragt garantiert jemand: „Gibt es Bananen?“

Das Angebot reicht völlig aus, und Eile ist nicht nötig

Bei der Partnersuche gibt es für bestimmte Gruppen immer genügend Angebote. Schnell sein ist also gar nicht gefragt, sondern die Frage lautet mehr und mehr: „Was habe ich zu bieten, was der andere gebrauchen kann?“ Das lässt sich zurückverfolgen vom Neolithikum über die Bibel und die bürgerliche Gesellschaft bis heute. Ob man für die Tochter Geld einnehmen konnte, weil sie als Arbeitskraft ausfiel oder ob man Geld „dazubekam“, damit sie endlich aus dem Haus ging – alles war möglich.

Passen wir zueinader? Noch vor 120 Jahren eine sinnlose Frage

Sicher fragte man sich auch, ob man denn wohl „zueinanderpasse“, und es gab Töchter-Empörungen und Entführungen aus Liebe. Doch das „zueinanderpassen“ gar schnell abgehakt: Sozial Gleich und Gleich ging, Mann höher gestellt als Frau ging noch besser. Alles andere war sehr, sehr schwierig.

Damals (in der Hochphase des Bürgertums) wurde ohnehin nicht lange gefackelt: Liebesheiraten waren höchst selten.

Beste Bildung und gute Berufe leiteten den Wandel ein

Der eigentliche Wandel trat erst ein, als Frauen auf eine gute Ausbildung bestanden, die ihnen dann auch den Zugang zu den gut bezahlten Berufen sicherten.

Das heutige Scheitern - wer dem Mainstream folgt, kann lange suchen

Warum aber scheitern Menschen heute bei der Partnersuche? Zum einen, weil sie das Beste suchen, und darüber das Gute vergessen. Zum anderen, weil Sie dem Versprechen der Mainstream-Medien folgen, die „Dating“ zu einem Kult gemacht haben, an dem inzwischen alle profitieren – außer denjenigen, die ernsthaft Partner(innen) suchen.

Klar – Dating ist ein Spiel mit dem Faltern von Blüte zu Blüte, und eine Frau kann heute (was noch gegen 1960 nicht möglich gewesen wäre) mit zwei Dutzend Männern Affären haben, bevor sie einen Mann für immer findet. Aber das ist „Dating“, also das Spiel mit den Möglichkeiten. Partnersuche geht anders. Man/frau sucht die Liebe, und wenn man/frau Anklänge an sie findet, dann wird ein lockeres Band darum geschnürt. Hält die Bindung, dann weiß man/frau, ob alles sozial, intellektuell und emotionale zusammengeht. Von Eile kann dabei gar nicht die Rede sein.

Eine Frau für ein paar Wochen - aus der Sicht der Männer ganz normal

Manchmal habe ich den Eindruck, Männer würden nach dem Motto handeln „der frühe Vogel fängt den Wurm“, so, wie manche Puffgänger nach „Tagesjungfrauen“ suchen. Übertragen ins Dating heißt das: „Hauptsache ich sichere mir bei ihr mal die Chancen, egal ob sie zu mir passt oder nicht.“

Klar scheitern viele Männer daran. Und Frauen nervt dieses Verhalten kolossal. Und Frauen? Sie scheitern an ihren vermeintlichen Ansprüchen. Einen hübschen, wohlhabenden Kerl passenden Alters mit nach Hause nehmen, ihn mit ein paar Verführungstricks bezirzen und hoffen, dass er bleibt? Wisst ihr, liebe Frauen: Dieser Typ kennt nicht nur euch – und andere Frauen haben auch tolle Verführungstricks. Und soviel kann ich euch verraten: Diese Männer schließen die Türen leise hinter sich, die sie nicht erneut öffnen wollen.

Frau, Krokodilhalterin mit Fetischklamotten, sucht Mann mit Pitbull

Der Alligator und das Online-Dating
Was macht Online-Dating aus? Selbstdarstellung? Auffällige Fotos? Oder vielleicht „Krokodilhalterin mit Leder-Fetischklamotten sucht Mann, der sich vor nichts fürchtet“?

Wem’s von nix graust, der macht Online-Dating. Und wer Studien glaubt, kommt auch in den Himmel. Da habe ich dieses denkwürdige Zitat gefunden:

Noch deutlicher wird die unterschiedliche Verteilung wenn man sich die Altersklassen ansieht. Der Frauenanteil nimmt mit zunehmendem Alter stetig ab. Und irgendwann ist der Markt für die Männer fast leer.


Das wäre immerhin möglich, wenn man sich auf einem Portal orientiert hätte, in dem Frauen „oben ohne“, in Bikinifotos oder in Dominaklamotten posieren – da räuspere ich mich mal. Im „normalen“ Online-Dating kommt dergleichen in dieser Menge unter Garantie nicht vor, wie andere Beispiele zeigen – insbesondere in „traditionellen Singlebörsen“ ist nicht nur das Verhältnis ausgewogen, sondern Frauen klagen auch aktuell über „zu wenig Männer über 50“.


Bei den Männern zwischen 35 und 44, so lese ich etwas verwirrt, sollen vorzugsweise Pitbull Terrier „ganz oben“ auf der Liste der Profilfotos stehen. An zweiter Stelle rangiert Kaffee, und auf „Tauchen“ folgt dann sofort „Waffen“. Piff, paff, Puff und Bello, fass …

Nachdem ich dies gelesen habe, ist mir klar: Entweder ich bin auf dem falschen Schiff oder oder das Schiff ist überfrachtet mit Miezen und Mackern. Und weil dies so ist, verzichte ich auch auf die Beurteilung der Studie, aus der all dies stammt.

Ich las zuerst in der Brigitte von der Studie. Zitat aus der "ZU-ZWEIT.de Prolbild-Studie 2017 / 2018" Bild Oben: Aus einem "Groschenroman"