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Liebeszeitung trotz Blog-Krise auch 2016 für Sie da

Keine Frage. Blogs sind in der Krise. Diejenigen, die über die Liebe schreiben, aber auch die, die ein bisschen frivoler daherkommen. Die Ursachen sind vielfältig – aber neben andren Faktoren ist es auch die neue Sittlichkeit, die nach außen getragen wird. Man merkt’s an den Damen: Frau und Erotik-Blog geht gar nicht. Es sei denn, Sie hätten ihre Kohle schon mit Softpornos und Pseudo-Sex-Romanen gescheffelt. Dann wagen selbst die Knicker-Knacker-Bürgerfrauen und CDU-Anstandsfrauen nicht mehr, sie anzugreifen.

Die Liebeszeitung wird zwar immer populärer, aber wir merken deutlich, wie die wirklich brisanten Themen anderwärts auf Sparflamme gekocht werden: die Diskrepanz zwischen der überheizten Wollust („Notgeilheit“) und der Fassade, auf der davon nichts zu sehen sein darf. Die Frauenzeitschriften, die vor Kurzem noch angekündigt hatten, jetzt voll auf die Wollust der Ü-40-Frauen einzusteigen, haben ihre Bereitschaft längst wieder zurückgezogen. Man ist wieder „brav“. Mode, Frisuren, Körpergewicht, Haupflege, Diätpläne, Interieur, Beziehungen.

So wird das nichts. Klipp und klar: Wenn außerordentliche brisante (und weitgehend „unerwünschte“) Fantasien vorhanden da sind, dann brauchen sie auch ein Ventil – und sicher nicht nur die „50 Shades of Grey“. Ein bisschen mehr Hautnähe, eine Spur näher am Alltag – das wäre schon etwas.

Nun kommt aber der Clou: Fragen Sie bitte jede halbwegs fingerflinke, erotisch fantasievolle und formulierungssichere Frau, ob sie nicht einmal eine Erotik-Geschichte für Frauen schreiben will, dann kommt der Schlampen-Schutz zum Vorschein: „Ich doch nicht, nein, ich sicher nicht.“

Selbst die Zusicherung absoluter Anonymität kann die meisten Frauen nicht dazu verleiten, erotisch zu schreiben. Ich kann mich erinnern, dass eine Grafikerin einmal für einen Erotik-Verleger gearbeitet hat – und sie hernach darum bat, um Himmels willen nicht in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden.

Was werden wir also tun? Ich kann nicht ewig Isidora anbetteln, uns mal ein paar Passagen anrüchiger Literatur zu schreiben. Genauso wenig, wie ich wirklich sinnliche Fotos oder Grafiken von Amateurinnen bekommen kann.

Blogs sind auch in der Krise, weil kaum noch ein Mensch mehr als 100 Wörter lesen will. Eine bekannte Bloggerin veröffentlicht fast nur noch Fotos von mehr oder weniger dezent nackten Männern (Frontansichten). Und – ja, es gibt inzwischen mehrere Blog-Kommunen, die so gut wie nur noch auf Bildern aufbauen. Text? Welcher Smartphone-Nutzer liest denn noch Text außer hirnlosen Kurznachrichten?

Die Liebeszeitung bleibt Ihnen erhalten, benötigt aber 2016 mehr Unterstützung aus der Leserschaft. Dabei will ich gar nicht ihr Geld, das andere (Wikipedia) schamlos einsammeln. Ich wünsche mir nur, dass sie ein bisschen mehr an diesem Magazin partizipieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen dann auch ein frohes Weihnachtsfest und ein lustvolles neues Jahr.

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