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Warum deine erotische Geschichte in der ICH-Form besser ankommt.

Manchmal weiß ich schon vorher, was ihr denkt: „ICH?“ Warom soll ich in der Ichform schreiben? Ich bin nicht so begehrlich, nicht so verdorben, nicht so pervers. Trotz all dieser Vorbehalte rate ich euch: Schreibt in der Ichform. Und ich sage euch auch, warum das gut für eure Geschichte ist.

Der zweite Teil der Erotik-Geschichten - Warum die Ichform?

Das verbindende "ICH"

Der berühmte Roman „Venus im Pelz“ beginnt so:

Ich hatte liebenswürdige Gesellschaft. Mir gegenüber auf dem massiven Renaissancekamin saß Venus, aber nicht etwa eine Dame der Halbwelt … sonder die wahrhafte Liebesgöttin.


Die ICH-Form bringt dir die Leserin oder den Leser dazu, mit dir zu atmen, zu fühlen, zu lieben und geliebt zu werden. Insbesondere in der Kurzgeschichte kommt auf diese Weise schnell die nötige Intimität zwischen dir und deiner Leserschaft auf.

Als Beispiel habe ich wieder das erste Kapital eines Buches gewählt:

Ich bin jetzt zwanzig Jahre alt, und doch denke ich oft, ich wäre noch ein kleines Mädchen. Ich sehe eine Welt um mich herum, die aus lauter sexuellen Anspielungen und verborgenen Botschaften besteht. Und jeder scheint zu wissen, was damit gemeint ist – nur ich nicht.


Was wäre gewesen, wenn die Autorin hier nicht die Ichform gewählt hätte? Dann hätten etliche Leserinnen das Buch fortgelegt und gesagt: „So was Saublödes, wie die ihre Heldin auf naiv trimmt.“ So aber glaubt man ihr: „Aha, sie ist behütet aufgewachsen, wirklich etwas naiv- und sie wird nun etwas erleben, was nicht alltäglich ist.“ Im Folgenden schildert die Autorin im Original (Roman) detailliert ihre Hochzeitsnacht, in die sie als Jungfrau eintritt.

Beispiele für die Wirkung - Ich-Erzähler

Kommen wir zurück zu den Kurzgeschichten. Sie beginnen häufig mit dem „Erfassen des Augenblicks“, etwa so:

- „Ich bemerkte ihren scheuen Blick, der ganz im Gegensatz zu ihren einladenden Brüsten stand.“

- „Ich erkannte seine rauchige Stimme im Meer der Geräusche“.

- „Ich zog den Vorhang zur Seite und sah die Fremde, die ungeniert bei offenem Fenster duschte.“

- „Ich traute meinen Augen nicht: Die Kundin empfing mich in einem schwarzen Korsett, und sie gab nicht einmal eine Erklärung für ihren Aufzug ab.“

- „Ich erschrak. Was wäre, wenn jemand bemerken würde, wie mir die Geilheit ins Gesicht geschrieben stand?“

- Ich fühlte Ihren Atem durch mein verschwitztes Hemd. Es erregte mich, und ich begann, mich auszuziehen, um ihren Atem auch auf der Haut zu spüren.“

Dadurch wird die Leserin oder der Leser sehr schnell persönlich in die Geschichte hereingezogen, und dein Ziel ist erreicht – du hast jemanden gewonnen, der sich für deine Geschichte interessiert.

Ob euer Held oder eure Heldin heterosexuell, schwul oder bisexuell ist – schreibt immer in der Ichform, wenn ihr könnt. Es zieht eure Leser in die Handlung herein, und sie verschlingen dann auch den Rest eurer Kurzgeschichte. Eigentlich ziemlich einfach, oder? Vergesst aber nicht: Ihr müsst euren Personen ein Leben einhauchen, das genau auf sie passt.

Zweites Textbeispiel aus: "Sister Murdock's House of Correction", nicht in Deutsch erschienen.

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