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Schweden, #Aufschrei und #MeToo – alles nur Journalismus?

Die schwedische Botschaft tut gegenwärtig alles, um sich gegen Medienberichte zu wehren, die Gesetzgebung sei eine Folge von #MeToo oder eine Ausgeburt des Feminismus. Zur Schadensbegrenzung schreibt die schwedische Botschaft:


Die Unschuldsvermutung gilt selbstverständlich weiterhin. Entgegen vielen Medienberichten ist das Einholen einer schriftlichen Einverständniserklärung nicht erforderlich.


Von „schriftlich war allerdings auch nicht die Rede, sondern nur von einem eindeutigen „Ja“ – und genau in diesem Punkt bleibt auch die Botschaft nach wie vor schwammig:

Wie haben sich die Angeklagten von der Freiwilligkeit ihrer Sexualpartner/-innen überzeugt? Passivität soll damit nicht länger als stilles Einverständnis interpretiert werden können.


Wenn „Passivität“ (was ist denn „Passivität“ beim Sex?) nicht mehr geduldet wird, dann ist ein „aktives Einverständnis“ ein „Ja, ich will!“ Oder etwas doch nicht?

Im Grunde, so sagen die Schweden uns, sei alles so, wie man sich dies in einem zivilisierten Staat vorstellt – und da könnte man sich natürlich fragen: Was ist denn nun eigentlich anders? Erzwungener Geschlechtsverkehr unter „Misshandlung, anderer Gewalt oder Bedrohungen“ ist auch anderwärts kein Kavaliersdelikt, was also dann?

Unerkannte psychische Widerstände („große Angst“?) oder selbst verschuldete Unzurechnungsfähigkeit, auch als „Trunkenheit“ bekannt? Und wann und wie bitte, ist eine Angst „groß“ und eine Frau „betrunken“ und damit „Unzurechnungsfähig?

Immerhin – das hören wir mit Freude – schreibt die Botschaft von Täter / innen.

Und – wir können auch noch sagen, dass sich Schweden bemüht, wenigstens Rechtsstaatlichkeit zu demonstrieren.

#Aufschrei war eine geschickt angelegte Medienkampagne

Gilt dies auch für den #Aufschrei“? Nein. Es war eine geschickt angelegte Medienkampagne, die allerdings – auch das muss gesagt werden keine nachhaltigen Folgen für Männer hatte. Dazu schreibt der Innsbrucker Psychoanalytiker und Sexualtherapeut Josef Christian Aigner:

I
ch habe an dieser Stelle schon problematisiert, dass es ein moralisierender Diskurs ist, wenn nur bei sexueller Übergriffigkeit ein großer #Aufschrei entsteht, bei sonstiger Demütigung und Gewalt aber vergleichsweise wenig.


Wobei der Begriff „sexuelle Übergriffigkeit“ oft sehr weit gefasst wird: Da reicht schon ein Satz, über den sich eine Frau empört – und das war damals auch der Anlass.

#MeToo - medienwirksame Kampagne mit bösen Folgen

Ganz anders bei #MeToo – da ging es um die Anwendung von Macht und Gewalt, um Frauen zum Geschlechtsverkehr zu veranlassen. So weit, so wichtig. Aber die Folgen? Misstrauen und soziale Verwerfungen, die uns noch ein Weile verfolgen werden. Und eine ständige „Entschärfung“ der Sprache und der Kommunikation, sodass wir bald nur noch in „Neusprech“ mit Frauen reden dürfen – in „sozialem Korrektheitsdeutsch“.

Wer sich dergestalt verblöden lassen will, sei er Frau oder Mann, kann es natürlich tun und sagen. „Ach, gnädige Frau, würden Sie darin zustimmen, die Lippen zu öffnen, um Ihnen einen Zungenkuss zu Verbabreichen?“ Oder „Mein Herr, hätten sie etwas dagegen, wenn ich nun ihren Penis anfassen würde?“

Warum es geht, sagt wiederum Josef Christian Aigner, der meint, wir müssten unsere Jugend wappen, und zwar vor allem

Gegen die (frauen- und männerfeindliche) sexualisierende Verblödung der umsatzstarken Unterhaltungsindustrie.


Mir scheint, dass es tatsächlich die Unterhaltungsbranche ist, der ziellos effektheischende Journalismus, der heute bis in die seriösesten Redaktionen und sogar ins öffentlich-rechtliche Fernsehen hineinragt.

Oder mit anderen Worten: Es wird Zeit, das Gehirn einzuschalten.

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