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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Alarm, wenn „bedingungslose Liebe“ gefordert wird

Nicht immer tugendhaft
Bedingungslose Liebe oder Hingabe wird im Grunde nur in Beziehungen gefordert, in denen sich einer der Partner überhöht. Das Wort „egoistischer Manipulator“ wird je neuerdings auch oft als „Narzisst“ bezeichnet.

Sich Überhöhen - der erste Schritt zur Manipulation

Wenn du nicht weißt, worauf es ankommt - KLICK
Der Mensch, der sich da überhöht, kann Frau oder Mann, Sektenführer, Guru, geistlicher Lehrer, Geistheiler oder irgendein Esoteriker sein. Nun ist „sich Überhöhen“ allein noch nicht krankhaft. Doch wenn der Hokuspokus von Esoterik, vermeintlicher Psychologie oder angeblicher Göttlichkeit dazu kommt, dann sollte man äußert vorsichtig werden – und die Notbremse ziehen.

In der Vergangenheit was es oft so, dass die Verführer der Sinne Männer waren, die verführten Frauen. Fragt man nach den Gründen, dann wird klar: Zumindest bis vor einigen Jahren waren Frauen noch äußerst empfänglich für allerlei esoterischen Hokuspokus. Wurden sie dann in die Gemeinschaft der „Meister“ aufgenommen, empfanden sie dies als Ehre.

Bedingungslose Liebe als Druckmittel

Inzwischen dürfte klar sein, dass jemand, der die „bedingungslose Liebe“ fordert, gleich, ob er Prediger, Guru oder selbst ernannter „Therapeut“ ist, auch Forderungen stellt. Die „bedingungslose Liebe“ soll vertuschen, dass es jetzt an der Zeit ist, sich von allem zu trennen, was man bisher liebte – Familie, Freunde und Kollegen. Und natürlich Geld oder Geldeswert.

Der Schweizer Journalist Hugo Stamm schreibt dazu:

Eine verhängnisvolle Dynamik, weil sie ein starkes Autoritätsgefälle erzeugt. Denn das vermeintliche Heil ist gekoppelt an eine Unterordnung. Die Adepten verlieren oft die geistige Autonomie und müssen kritische Fragen und Beobachtungen unterdrücken. Schließlich tappen sie noch in der Dunkelheit und finden ohne ihren Geistführer den Weg ins Licht nicht, wird ihnen weisgemacht.

Übergriffe in jeder Hinsicht - nicht nur aus dem Orient

Neu ist, dass immer mehr sexuelle Übergriffe bekannt werden. Missbrauch soll in esoterischen Kreisen, insbesondere in den angeblich „indisch“ motivierten Lehren, recht häufig sein.

Derartige „Übergriffe“ waren unter ähnlichen Bedingungen und in ähnlichen Kreisen auch in der „guten alten Zeit“ nicht unüblich. Wer immer sich anmaßte, den außerirdischen Gestalten näher zu sein und deren Geheimlehre zu verstehen, konnte in das „Geschäft“ einsteigen - vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Nicht nur falsche Gurus faszinieren

Und obgleich Männer, wie beispielsweise manche spirituellen Gaukler aus Indien, faszinierend auf Frauen wirken, kommen auch Sektenführerinnen infrage, die in der „Branche“ anders heißen. Ob es nun die „sanfte weiße Magie“ ist oder eine nachhaltige Beeinflussung, auf Männer zu verzichten, ob es sich um Hexenkulte oder andere esoterische Lehren handelt – Frauen sind durchaus auf dem Vormarsch.

Die Annahme, Übergriffe seien immer „heterosexuell“, dürfte ohnehin der Vergangenheit angehören. Und solange es Frauen gibt, die sich vom überwiegend weiblich gefärbten „esoterischen Milieu“ angezogen werden, dürfte es für „Meisterinnen“ recht leicht sein, neue Anhängerinnen zu gewinnen.

Und außerhalb jeglichen Milieus? Liebe gilt als „bedingungslos“, weil sie kein Preisschild hat. Das heißt, aber nicht, dass jede Frau und jeder Mann das Recht hat, von anderen „bedingungslose Liebe“ zu fordern.

Grafik von Léon Lebèque, Illustrator des 19. Jahrhunderts.

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