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Liebe und andere Drogen

liebe - zerredet, zerforscht und programmiert - reicht das?


Die Liebe kann man nicht erklären. Das denkt ihr. Doch Wissenschaftler wollen das gerne ganz anders sehen. Die erklären und erklären und erklären. Das Interessante daran ist ja, dass sie neuerdings wirklich etwas wissen und nicht nur Märchen, Sagen und Gerüchte verbreiten, wie dies die Psychologen sein nun über einem Jahrhundert tun. Nein, sie können sogar ziemlich genau sagen, welche Botenstoff im Gehirn bestimmte Reaktionen auslösen, wie viele Teile des Gehirns betroffen sind und warum dies bei der einen „Liebe“ etwas anders ausfällt als bei der anderen „Liebe“. Wie es scheint, haben sie definitiv Unterschiede zwischen „Liebe“ und „Verliebtheit“ gefunden.

Na und? Wir wissen nicht erst seit gestern, dass Mutter Natur den fiesen Trick benutzt, unsere Gehirne mit körpereigenen Drogen vollzudröhnen, damit wir etwas tun, was wir im Tierreich als „Fortbestand der Art“ feiern. Es ist so einfach, dies zu begreifen: Keine Frau würde sich „hinlegen“ und keinem Mann würde die Hose spannen, wenn es diesen Trick nicht gäbe. Die meisten von uns lernen nach einer ersten Phase der Irrungen und Wirrungen, damit umzugehen oder können die Maschinerie sogar bewusst Steuern: Hormone marsch! Ob mit Gerät oder Mensch: Es funktioniert.

Mutter Natur und ihre hinterhältig eingesetzten Drogen

Das alles hindert uns nicht, bisweilen den Verstand zu verlieren. Mutter Natur ist hinterhältig. Sie hat offenbar rechtzeitig in uns angelegt, dass wir trotz guter Beherrschung des Prozesses ab und an total enthusiastisch lieben müssen – und nicht immer ist der ständige Partner dann das Objekt der Begierde. Wie wird dann überhaupt nur wissen, dass bestimmte Gehirne betroffen sind – aber nicht, wie die Stoffe dort genau wirken. Wer die Volksdroge Alkohol gelegentlich konsumiert, wird wissen. Mal hellt sie auf, mal macht sie trübsinnig. Mal genügt ein Glas, um die Hemmungen abzulegen, dann stellt man wieder fest, dass man auch nach einer ganzen Flasche noch seinen Verstand gebrauchen kann. Wenn das schon beim Alkohol so ist: Körpereigene Drogen sind da viel unberechenbarer. Wann, wie und wo lösen Sie Begierden aus? Und welche Reaktionen folgen daraus? Es bleibt ja nicht dabei, dass sich Gehirnregionen schlagartig im Laborversuch färben. Im wirklichen Leben hängt da noch ein Körper dran und – nicht zu vergessen – ein Wille, die „Liebe“ auch zu vollenden, was bekanntermaßen nicht ganz so problemlos ist wie im Tierreich.

Selbstmanipulation: Gehirn auf "Liebe" programmieren

Aber ist das „die Liebe“? Manche Menschen scheinen wirklich so zu denken, und sicher nicht nur Männer: Gehirn auf „Zulassen von Drogen“ stellen, körpereigenen Drogenerzeugungsprozess freigeben, durch Außenreize verstärken, körperlichen Reizprozess zuschalten, Hilfsperson anleiten und führen, möglich intensive Körperkontakte mit dieser erzeugen, Befriedigung erfahren. Nachlassen der Reizprozesse überbrücken, Partner, Hilfsperson verabschieden.

Das war also Liebe? Nein, nein – die Mutterliebe oder die Geschwisterliebe sei ganz anders, sage die Forscher – sie würden andere Gehirnregionen ansprechen. Und überhaupt müsse man vielleicht zwischen Liebe und Verliebtheit unterscheiden – vielleicht, ja vielleicht.

Wahre Liebe und Forscher-Liebe

Die wahre Liebe? Die Ware Liebe? Das Forschungsgut Liebe? Ich bin geneigt zu glauben, dass die Forscher uns für dumm verkaufen. Wenn Liebe unbeschreiblich ist, wie soll man sie dann bitte an dreidimensionalen Gehirnbildern erkennen?

Wisst ihr, ich halte es einfach mit Cole Porter: Jede Liebe außer echter Liebe kann man kaufen, verkaufen und (nicht von Cole Porter) zerforschen.

Deutsch sinngemäß: „Lass doch die Dichter, wie sie dir Liebe ins Ohr flöten, ach, sie sind ja wie die Kinder. Doch seht mich an – ich kenne jede Art von Liebe, und das viel besser als die Poeten.. Wenn du die erregende Liebe willst, ich habe das Schärfste drauf, was du kriegen kannst: alte Liebe, neue Liebe – alles außer echter Liebe“

Englisch und kürzer: Love for sale - let the poets pipe of love in their childish way, I know every type of love better far than they. If you want the thrill of love, I've been through the mill of love; old love, new love - every love but true love.

Die Liebepur berichtete über die Forschung dazu.



Tiltelfoto © 2007 by shannon kringen

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