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Der Telefonsex der 1950er Jahre

Der Männertraum: "schmutzige" Worte am Telefon

Natürlich gab es ihn, den Telefonsex, lange, bevor es Sex-Hotlines, Senderinnen und Sekundentakte gab. Ja, tatsächlich waren solche Kontakte sogar möglich, bevor es Kreditkarten gab – bezahlt wurde bar oder per Scheck im Voraus auf Vertrauensbasis. Dabei ging es sehr diskret zu, denn keine der Damen hatte das Bedürfnis, ihre Telefon-Nummer öffentlich preiszugeben. Selbst in der heutigen Zeit, so wurde uns berichtet, gäbe s noch Damen, die diese Form des erotischen Telefonierens privat ausüben – meist an den Betreibern vorbei, für die sie arbeiten.

Natürlich ist das gezeigte Bild (oben) nicht echt – es erfüllt eher eine Männerfantasie. Vielleicht ist es die gleiche Art von Fantasie, die lüsternen Männer vorschwebte, wenn sie die alten, bildlosen Sex-Hotlines anriefen, um sich mit einer Frau „schmutzig“ unterhalten zu können. Nicht zu vergessen: In Frankreich gab es Minitel, dessen Dienst „3615 Ulla“ zwar rein textbasiert war, der aber zahllose sinnliche Chats ermöglichte.

Es musste nicht immer "Ulla" sein - 3615 reichte
Weitaus interessantere kommerzielle erotische Chats brachte erst das Internet. Dabei setzten die Betreiber zahlreiche Animateurinnen ein, um die lüsternen Männer zu bedienen, die dort nach erotischen Gesprächen lechzten. Doch schon bald zeiget sich, dass es zwar wenige, aber ebenso neugierig-lüsterne Frauen gab, die in der Anonymität ihre Lust an „verfänglichen“ Themen entdeckten. Nach einiger Zeit (Frauen entdeckten das Internet später als Männer) gab es dann auch nicht-kommerzielle Chats, in denen die Teilnehmerinnen sich freizügig äußerten.


Wer erfand eigentlich Telefon-Sex?

Cam-Girl im Fernsehen - 2001
Keine Frage – es war Gloria Leonhard, die es ermöglichte, „Pornophonie“ gegen Bezahlung über ein öffentliches Telefonnetz abzurufen. Diese „Wähl-Dir-Pornografie“ Anrufe waren ausgesprochen beliebt, bevor sie zunächst verboten und dann vor Gericht wieder erstritten wurden. Das bedeutet freilich nicht, dass es auch schon vorher "heiße Gespräche" über das Telefon gab - zwar nicht im Minutentakt, aber gegen entsprechende Zuwendungen, die frei vereinbart wurden.

In Deutschland war das Thema Telefonsex 1998 so populär, dass sogar der SPIEGEL darüber berichtete – über Sex vom Tonband und „richtige“ Sex-Gespräche. Und in diesem Artikel wird auch erstmals „Telefonsex per Bildtelefon“ erwähnt. Nötig war damals ein „Pentium-PC mit ISDN-Anschluß, Mikrophon und Lautsprecher“ – und natürlich ein Anbieter. Schon einige Jahre später gab es etliche Anbieter – sogar solche, die über Fernsehsender verfügten. Wer dort anrief, konnte per Bildschirm verfolgen, wie sich die Dame seiner Wahl für ihn entblößte – und diese Sender gibt es, obwohl immer wieder ihr baldiges Ende vorausgesagt wird, immer noch. Die neuen Anbieter aber sind Firmen, die ihre jetzt Cam-Girls genannten Aktricen gleich auf den PC-Bildschirm bringen – freilich ebenfalls gegen Gebühr.

Nach wie vor sind die Meinungen kontrovers, ob es sittlich vertretbar ist, sich vor einer Web-Kamera zu entblößen oder gar zu masturbieren. Und über die Gefahren für die Jugend, die Sex-Süchtigen und die Aktricen wird weiterhin diskutiert.

Doch der Mann, der vor dem Bildschirm sitzt, scheint in der Regel fasziniert zu sein von dem, was die Dame auf dem Bildschirm tut – schließlich tut sie es nur für ihn, solange er für sie bezahlt.

Rumänien versorgt der Rest der Welt mit Cam-Girls

Vergleichsweise brav: Cam-Girl auf dem Bildschirm, um Kunden anzulocken
Sprachkenntnisse sind wichtig – und weil das so ist, habe viele der sogenannten „Cam-Girls“ (Senderinnen) eine gute Ausbildung, und teils sogar einen Universitätsabschluss. Mit dem allerdings können sie oft wenig erreichen in einem Land, in dem das Netto-Durchschnittseinkommen pro Monat etwas unter 500 Euro liegt. Cam-Girls, die privat arbeiten und feste Kunden haben, verdienen diese Summe in ein paar Tagen – und Einkommen von über 4.000 Euro sind durchaus möglich. Das ist in Rumänien eine Menge Geld.

Ein paar Zahlen mögen erhellen, wir riesig das globale Geschäft mit den Webcam-Girls ist. Der weltgrößte Betreiber hat zwischen 35 und 40 Millionen Besucher am Tag, und insgesamt (nicht nur in Rumänien) sitzen in jedem beliebigen Moment etwas 2.000 Damen vor den Kameras.

Die Präsentation ist meist eher sexy als aufdringlich


Was muss eine Frau als Cam-Girl tun?

Was müssen die Damen dafür tun? Das Erfolgsrezept ist nicht allein Geilheit vor der Kamera, wie eine der Damen verrät: „Zumeist ist es Konversation, manchmal ein Rollenspiel, und ein kleiner Teil besteht in Nacktheit und Masturbation.“ Doch am wichtigsten sei, einen Mann lange Zeit durch ein Gespräch bei der Stange zu halten, wenn man wirklich etwas verdienen will. Die PR-Managerin weiß es genau:

Du hast ungefähr 10 Minuten, um süß und sexy zu wirken, aber dann musst du ein Thema finden, über das du reden kannst, sonst bleiben die Männer nicht.


Und was fühlen diese Frauen? Geht von der ständigen Präsentation des Körpers vor der Kamera eine Gefahr aus?

Ab hier betritt man verminten Boden. Ist Professionalität ein Mittel gegen die möglicherweise entwürdigende Selbstdarstellung? Oder wird die Psyche geschädigt, möglicherweise sogar unvermeidbar?

Psychische Schäden durch den Cam-Job?

Die Frage, wann und wie die Psyche durch einen Job geschädigt wird, bleibt offen. Wobei sind die Emotionen eher gefährdet? Wenn man täglich zwölf Stunden gegen miese Bezahlung einem Büroberuf nachgeht oder wenn man im Schutz eines Studios vor Publikum masturbiert und dabei vergleichsweise viel Geld verdient?

Eine Antwort wäre: „Du verkaufst nicht deinen Körper, sondern deinen Geist, und ich sehe es als eine Bühnendarstellung“, wie eine der Damen gegenüber der BBC meinte. Doch sie ergänzt: „Aber es ist kein Job für jede Frau … (besonders wenn sie …) die Vorstellung hat, dass sie ihren Körper verkauft.“

Beweise dafür, dass die Beschäftigung als Cam-Girl die Psyche ruiniert, gibt es allerdings nicht – den Gegenbeweis aber auch nicht. Und so bleibt es wohl beim Status quo. Oder eben bei der Behauptung, das „schnelle Geld“ verderbe den Charakter, nicht das Handeln vor der Kamera.

Hinweise: Einige der Zahlen sowie ausgewiesen Zitate wurden der BBC entnommen. Die Darstellungen sind Screen-Shots von einschlägigen Portalen.

Leila, für die eine Nacht erwähle mich …

So recht wusste niemand etwas mit dem Text dieses Tangos anzufangen. Aber man ahnte, dass es sich nicht um eine ganze einfache Liebeserklärung an die schöne Orientalin handelte. Schließlich hauchte der Sänger im Mittelteil „Küsse mich – quäle mich“. Ach, war das schön frivol, nicht wahr?

Letztendlich entsprang dies ganz einfach der Liebeslust und Liebesqual, die man einer „Femme fatale“ zutraute. Dergleichen galt durchaus als romantisch und dabei höchst exklusiv – schließlich musste man sich eine „Femme fatale“ leisten können. Denn vergessen wir nicht: Diese Damen galten damals als lustvolle Verderbnis.

Wenn man Gelüste nicht teilen kann

Wenn man Gelüste nicht mitteilen kann, dann wird man sie auch nicht teilen können. Und falls man sie mitteilt, um sie zu teilen, dann kommt es oftmals zur "Teilung" der Beziehung, Ob man aus diesem Dilemma herauskommt?Leicht ist es jedenfalls nicht.

In einem sind sich fast alle Autoren, die ihre wildesten Gelüste schilderten, einig: „Sprich niemals mit einem potenziellen Lover darüber.“ Gleich, ob du eine Frau oder ein Mann bist oder ob dein Lover Mann oder Frau ist – wenn du wirklich eine Beziehung willst - sprich nicht drüber.

Eine Frau schreibt dazu (Zitat):

Wie könnte ich meinem Freund meine Gelüste schildern, wenn ich sie mir nicht einmal selber eingestehen könnte? … Fetischisten haben keine Routinen, sich zu outen.

In ihrem Fall war’s besonders schwer – sie liebte Schläge. Und jemandem die Liebe zu Schlägen einzugestehen, ist so ziemlich das Schlimmste, was du tun kannst. „Mein Gott, du arme, bist du etwa als Kind geschlagen worden?“, ist noch das Harmloseste, was du hören wirst.

"Du musst zum Arzt" – wirklich?

Ein Mann, der es seiner Freundin gestand, wurde noch schroffer abgewertet: „Du glaubst doch nicht, dass dann noch eine Beziehung infrage kommt? Geh sofort zu einem Psychiater mit deiner Perversion.“ Wer diesem Rat folgen sollte, wird bald erkennen: Es kommt sehr auf den Psychiater (Psychotherapeuten) an, was er dazu sagt. Das Beste, was er euch sagen kann, ist „Was stört Sie denn an dem Wunsch, geschlagen zu werden?“

Geschlagen werden ist nur eine der seltsamen Lüste

Dabei ist das „Geschlagen werden wollen“ eine der absolut harmlosen, manchmal verachteten, anderseits aber auch wieder viel gepriesenen Methoden, das sinnliche Leben zu bereichern. Andere Wünsche und Gelüste sind oft nicht so harmlos, und es ist noch weitaus schwieriger, jemanden zu finden, der eine der selteneren Abweichungen teilen möchte. Und weil wir gerade bei „selten“ sind: Das Geständnis, erotisch geschlagen werden zu wollen, ist sehr selten, der latente Wunsch hingegen nicht. Männer hegen ihn zu etwa 29 Prozent, Frauen zu 36 Prozent. Man kann den Wunsch nach sexueller Beherrschung durch ungewöhnliche Maßnahmen noch höher einstufen, denn wenn gefragt wird,“träumst du davon, von einem Partner dominiert zu werden? Sagt bereits über die Hälfte der Männer „ja, das tue ich“ – und bei den Frauen sind es fast zwei Drittel.

Wir winden uns, bevor wir gestehen – wenn überhaupt

Normalerweise winden wir uns wie ein Korkenzieher im Weinkork, wenn wir gestehen sollen, dass wir eine dieser harmlosen kleinen Obsessionen haben. Die meisten verkappten Lüstlinge und lüsternen Frauen hoffen, dass es irgendwann einmal den „Plopp“ gibt, und jemand den Korken zieht.

Ist nach einem Versuch alles besser?

Ja, ihr mögt recht haben – du weißt nie, ob es dir wirklich gut tut, was dann kommt. Nicht jeder, der seltsame Wünsche hat, ist auch begeistert, wenn sie erfüllt werden. Und dabei geht es wirklich nicht nur um Spanking und andere Fetische. Auch „ganz gewöhnliche Ungewöhnliche“ Praktiken, wie etwa Cunnilingus oder Analverkehr, können beim ersten Mal verwirrend sein. Und: es wird nicht „besser“. Es wird „anders“, wenn du’s versuchst. Du musst also aushalten können, dass etwas anders wird.