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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Liebe und Psychologie - keine guten Partner?

Was steckt wirklich hinter der Maske?
Keine Frage – rein wissenschaftlich betrachtet, ist die Psychologie mit ihrem Latein (und ihrem Deutsch) am Ende, wenn von der Liebe die Rede ist. Sie hatte einst zugegriffen, als Liebe noch als „seelisches Phänomen“ betrachtet wurde. Inzwischen sind wir weit davon entfernt, an solchen „Phänomenen“ festzuhalten.

Den Lehren der "alten" Psychologie wachsen lange Bärte

Ich erinnere mich, wie vor kurzer Zeit, bei jeder Betrachtung über Liebe, Partnersuche „Matching“ und ähnlichen Themen mit den Namen „Sigmund Freud“ oder „C. G. Jung“ herumgeworfen wurde. Freud eignete sich von vornherein so gut wie gar nicht, aber den Namen zu erwähnen, sollte offenbar Kunden bei Online-Dating-Firmen anlocken. Carl Gustav Jung hingegen hinterließ eine Art „psychischer Klassifizierung“ der Menschen, und mit ihrer Hilfe glaubten (und glauben bis heute) einige Psychologen, Klarheit über „passende Partner“ zu gewinnen.

Diese „Verfahren“ und die damit verbundenen „Wissenschaften“ haben lange Bärte. Jung wird lediglich deswegen so oft erwähnt, wie er „griffige“ psychologische Typen gefunden hatte. Und sie konnten recht gut vermarktet werden. In den USA ist eine Abart der Jungschen Typenlehre bis heute sehr populär, das MBTI aus dem Jahr 1944, also vor mehr als 75 Jahren. Inzwischen stellt selbst das recht zurückhaltende Lexikon Wikipedia fest:

In der modernen Psychologie und Forschung spielen Jungs psychologische Typen jedoch keine Rolle mehr; sie werden als veraltet angesehen. Lediglich die Begriffe introvertiert und extravertiert werden heute noch als Fachbegriffe und in der Alltagssprache genutzt.

Wem es da die Sprache verschlägt, dem muss ich sagen: Das alles ist seit Langem bekannt. Und dennoch tut man oftmals so, als habe sich die Psychologie nicht erneuert .

Steht alles fest oder konstruiert das Gehirn oft etwas Neues?

Selbst die psychologisch bedeutsamen „Traits“ (Persönlichkeitsmerkmale) werden nicht mehr als „unveränderbar“ angesehen. Das „Unbewusste“ wird infrage gestellt und sogar die angeblich unverrückbare Instanz des „Selbst“ wird angezweifelt.

Warum das Gehirn unsere Empfindungen "umkonstruiert"

Letztlich gilt, dass unser Gehirn in jedem Moment, in dem wir etwas Neues oder Unbekanntes erfahren, den bisherigen Erfahrungsschatz „umkonstruieren“ muss. Jedenfalls dann, wenn das Neue von Bedeutung ist.

Nun ergibt sich ein Problem: Das „Neue“, „die neue Erfahrung“, „das neue Gefühl“ oder eine „neue Person in deinem Leben“ kann dein Bewusstsein verändern – und vermutlich auch einen Teil deiner Persönlichkeit. Das merkst du, weil das Gehirn dich daran erinnert, dass es (noch) keine Lösungen für diesen Konflikt kennt. Lässt du die Änderungen zu, gehst du ein gewisses Risiko ein. Wenn du es eingehst, hast du eine Chance auf eine Beziehung, läufst aber Gefahr, dass du am Ende nicht zufrieden bist. Lässt du es nicht zu, dann vergeht die Chance.

Ob es dich betrifft? Das kannst nur du entscheiden – niemand sonst.

Zu C.G.Jungs Typenlehre siehe Wikipedia.
Zur Anwendung beim internet-Dating (sehr ausführlich, doch positiver als hier) Zum Verständnis des Unterbewusstseins - hier. Bei "sehpferd" auch zum "Selbst". Bild: Liebesverlag.de

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