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Lohnt es sich, brav zu sein?

Brave Mädchen beim Ausgang um 1900
Ein braves Mädchen sein, ein braver Junge? Den Regeln folgen ohne ständig dazu aufgefordert zu werden? Sich unterordnen, ohne dass momentan eine Veranlassung dazu besteht? Verinnerlichen, was es bedeutet, brav zu sein?

Lohnt es sich wirklich, "brav" zu sein?

Eine der Regeln der Kindheit lautet: Brav sein lohnt sich. Doch die Wissenschaft hat erhebliche Zweifel daran.

Dazu zitiere ich mal:

Wir wollen brav den Bedingungen entsprechen, weil uns dann der Papa, die Mama, die internalisierten Eltern die Zuneigung versprechen.

Die „internalisierten Eltern“ sind dabei immer die Mäuschen, die uns in die Ohren pfeifen: „Sei brav, dann hast du am meisten Erfolg, weil dich dann alle Menschen lieben.“

Zweifel am "Lohn des Bravseins"

Wir merken früher oder später, dass dies nicht ganz stimmt. Erstens, weil sich der Erfolg nicht einstellt. „Brav sein“ reicht häufig nicht. Jedenfalls nicht, um aus der Masse durchschnittlicher, ja selbst noch überdurchschnittlicher Befähigungen, herauszuragen. Denn früher oder später merkst du: Wenn du „brav“ bist, wirst du kaum wahrgenommen.

Als richten wir uns zumeist darauf ein, manchmal brav zu sein und dann auch wieder nicht. Wollen wir Erfolg, müssen wir hervortreten aus der Masse. Insoweit lohnt sich also nicht, brav zu sein.

Und auch der Rest über die „Bravheit“ stimmt nicht.

Wir können brav sein und deshalb geliebt werden

Eine schöne Vorstellung? Mag sein. Allerdings dauert ihre Liebe nur an, wenn du brav folgst – aber nicht mehr, wenn du eigene Wege gehen willst, die ihrem Verständnis eines „braven“ Menschen widersprechen.

Wir können nicht brav sein und deshalb geliebt werden

Manche Menschen lieben uns dafür, dass wir unsere eigenen Wege gehen. Sie mögen uns, weil wir solche Möglichkeiten gefunden haben und bewundern uns, weil wir damit unabhängiger werden.

Brav oder nicht – wir werden geliebt oder auch nicht

Unabhängig davon, ob wir als „brav“ oder „eigensinnig“ gelten, werden wir von Menschen geliebt, die uns so mögen, wie wir sind. Und wir werden von anderen gehasst, weil sie eben nicht mögen, wie wir sind. Diese Menschen lieben oder hassen uns als Person.

Wie Menschen dich lieben

Generell lässt sich dies sagen:

Einige Menschen lieben dich, weil du existierst. Meist sind es „Eltern-Typen“ oder „Geschwister-Typen“, die schon immer der Meinung waren: Liebe wir nicht verhandelt, sondern sie ist Voraussetzung für das Leben.

Andere lieben dich für das, was du (für sie) tust. Du musst dir die Liebe also „erwerben“. „Brav zu sein“ ist dabei meist zu wenig. Sie werden mit der Zeit mehr von dir verlangen. Liebe gibt es nur gegen Leistungen.

Das Fazit: Lohnt es sich, „brav“ zu bleiben?

Lohnt es sich also, ein „braves Mädchen“ zu sein und zu bleiben? Oder ein „braver Junge“?

Nein, es lohnt sich nicht. Wer einen eigenen Weg gehen will, darf sich nicht davon lenken lassen, ob er für sein „Wohlverhalten“ geliebt wird. Allerdings muss man nun kein „Bad Girl“, also ein aufmüpfiges Mädchen werden, um Erfolg zu haben. Es geht nur darum, eigene Werte zu finden und sie gegenüber anderen durchzusetzen. Für Jungs gilt übrigens das Gleiche.

Zitat aus "Businessinsider"