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Und warum bist du noch Jungfrau?

jungfrau sein ... ein diskussionsthema?
Ich las gerade einen Artikel über eine Frau, die mit 24 Lebensjahren „noch Jungfrau“ ist. Die anderen, so gibt sie an, seien überrascht und fragten sie, warum sie „noch Jungfrau sei.“ Sie selbst glaubt, dass sie wie alle anderen Frauen sei, nur dass sie eben „noch nie Sex“ hatte.

Was ist falsch daran?

Alles.

Sowohl die Frage, die andere stellten wie auch die eigene Antwort. Hätte die Frage gelautet: „Warum hast du noch nie indisch gegessen?“, dann wäre die Eigenantwort niemals gewesen: „Ich habe eben noch nie indisch gegessen.“

Kommen wir zurück zur Sexualität. Auf der anderen Seite wünscht sich die Frau, die solches äußert, ja auch eine „Unaufgeregtheit und Natürlichkeit im Umgang mit dem Thema“. Das will ich gerne aufgreifen.

Jungfräulichkeit ist kein Thema

Womit ich bei dem Punkt bin, um den es geht: Jungfräulichkeit ist kein „Thema“. Das Thema, das dahintersteht, ist Lust oder, wenn ihr so wollt, Begierde. Das eigentliche Problem zeigt sich nie, wenn wir mit dem Wort „warum“ fragen. Wollen wir es hervorholen, müssen wir fragen: „Wie, wann und wo bekommst du Lust?“ Und schon damit beginnt die Lösung: Die bestehende oder auch nicht bestehende „Jungfräulichkeit“ ist ja nicht einfach ein „existierender Zustand“, über den man reden kann oder auch nicht. Die sogenannte „Jungfräulichkeit“ ist vielmehr ein Ergebnis der eigenen Emotionen, Begierden und manchmal auch der Gelegenheiten.

Einfachere Fragen -. peinlichere Antworten

Die Frage „wie bekommst du Lust?“ oder „was machst du, wenn du Lust bekommst?“ ist wesentlich peinlicher als die Frage nach der Jungfräulichkeit – aber sie ist ungleich effektiver. Das seltsame an dieser Frage ist: Sie scheint uns viel intimer, viel peinlicher und „unsittlicher“ zu sein als die Frage nach der Jungfräulichkeit.

Würde man sie dennoch in einem vertrauensvollen Kreis beantworten, dann würden die Beweggründe transparenter, und möglicherweise würden die engen Freundinnen und Freude dann wirklich verstehen, was in der Person vorgeht. Doch was passiert stattdessen?

Ich zitiere mal die Person, um die es geht:

Ich fühle mich ständig gezwungen, zu zeigen, dass ich nicht irre bin oder irgendein tief liegendes Problem habe, das der Grund sein könnte, wieso man noch Jungfrau ist.


Nun zeigt sich: Die Frage nach den erotischen Emotionen, die eigentlich sehr leicht zu beantworten wäre, wird umgangen. Stattdessen werden als Schreckgespenster vermeintliche „tiefere Probleme oder gar Irrsinn“, also recht ungenaue psychische Probleme, aus dem Hut gezaubert. Doch sie standen gar nicht zur Debatte.

Und nun?

Am Ende bleibt alles so, wie es ist. Keine Probleme - keine Lösungen. Na schön – wenn die Frau damit glücklich wird.

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