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 Liebeszeitung - eine Zeitung für die Liebe, die Lust und die Leidenschaft

Ach, die sexuelle Ausrichtung …

Was du siehst, ist manchmal nicht das, was es ist ...
Wie leicht kann die sexuelle Ausrichtung heterosexueller Menschen beeinflusst werden?

Die Frage klingt plausibel, enthält aber bereits des Teufels Pferdefuß – und das gleich mehrfach.

Zunächst enthält die Frage den Begriff „Ausrichtung“, und genau der ist zweifelhaft, denn die Vorstellung, sinnliche Kontakte mit einem Menschen aufzunehmen, beinhaltet nicht zwangsläufig eine Ausrichtung. Dies wieder hängt eng mit dem Begriff „heterosexuell“ zusammen. Per Definition ist jeder Mensch heterosexuell, der sich nicht ausdrücklich zur „anderen Seite“ bekennt, also sich bewusst als homosexuell, bisexuell, transsexuell oder „Queer“ bezeichnet. Also werden sozusagen alle „gewöhnlich sexuellen“ Menschen als „hetero“ eingestuft.

Womit wir den ersten Irrtum eingekreist haben. Aus welchen Gründen auch immer sich jemand zu einer „anderen“ Sexualität bekennt – er muss akzeptieren, dabei etikettiert zu werden. Mittlerweile sind die Etiketten vielfältig: Die Ex-LGBT-Gemeinschaft erweitert ständig ihre Endungen, und heute schreibt sie diese als „LGBTQIA*“, wobei jeder Buchstabe für eine Ausrichtung steht, und der Stern heißt: „Wir haben noch mehr Etiketten zu vergeben.“

Die abgestempelte Sexualität

Die Klassifizierung bedeutet, sich zu einer Gruppe zu bekennen und dies klar nach außen zu zeigen. Aber sie bedeutet auch Abgrenzung von all den anderen, die sich nicht etikettieren, weil es nichts zu etikettieren gibt. Insofern ist die Bezeichnung „heterosexuell“ unverschämt, denn sie entspricht dem Grundgedanken: „Zu Homosexuellen muss es sein Gegenteil geben.“ Diese Methode wird neuerdings auch bei der Bezeichnung „Cis“, die einen ähnlichen Übergriff darstellt: Gibt es „Queer“, dann muss es auch „Cis“ geben. Solchen Unfug glauben in der Tat viele sogenannte „Wissenschaftler“, die über Spracheingriffe versuchen, Realitäten zu schaffen.

Die Verdrehung der Realität

Nur wenige Forscher versuchen, diese Verdrehung der Realität aufzudecken – aber sie werden kaum gehört.
Tatsache ist: Ein sogenannter „heterosexueller“ ist jemand, der die Wahl hat, sexuelle Aktivitäten nach eigenem Geschmack aufzunehmen oder abzulehnen. Mit sich selbst, mit einem Angehörigen des gleichen Geschlechts oder mit einem des anderen Geschlechts, mit Paaren oder Gruppen … und vor allem auch: mit niemandem. Zudem kann jeder Mensch selbst bestimmen, welche Kontakte er für sinnlich, erotisch oder sexuell hält – solange ein anderer Erwachsener bereit und willens ist, diese mit ihm oder ihr zu teilen.

Skalen der Gefühle

Nun gibt es seit langer Zeit Skalierungen, mit denen sich nachweisen lässt, wie wenig eindeutig die sexuellen Begierden sind. Denn sogenannte „Heterosexuelle“ haben üblicherweise maskuline wie feminine Eigenschaften, die sich im Denken und Fühlen unterschiedlich niederschlagen. Zudem wächst die Erkenntnis, dass sexuelle „Praktiken“ nicht unbedingt bestimmten „Orientierungen“ zugewiesen werden können. Zungenküsse, Berührungen der Genitalien, anale und orale Lüste, ja sogar Bisse, Kratzer und Schläge können beiden Geschlechtern Freude bereiten oder auch nicht.

Sollten wir uns angesichts dieser Tatsachen nicht einfach davon verabschieden, von „Heterosexualität“ zu sprechen?

Wie ein Studie zur Verdummung genutzt wird

In der Presse kursiert derzeit eine Studie, die „beweisen“ soll, dass sich die sexuelle Orientierung „leicht“ beeinflussen lässt. Das ist – auch aus der Sicht der Forscher, die daran beteiligt waren – völliger Unsinn. Wahr ist, dass sich sogenannte „Heterosexuelle“ selbst in durchaus unterschiedlicher Weise definieren können, wenn sie ihren Wissenshorizont erweitern. Wenn man auch nur für einen Moment an Konrad Lorenz denkt und das, was er über eine „Verhaltensänderung“ schrieb, dann ist diese Erkenntnis kaum mehr als eine zeitweilige Veränderung der Sichtweise auf sich selbst – mehr nicht. Die Forscher selber sagen dies deutlich:

Wir sollten betonen, dass die vorliegenden Ergebnisse nicht die Behauptung stützen, dass die sexuelle Orientierung (der zugrunde liegende Kompass, der unsere sexuellen/romantischen Gefühle lenkt) geändert werden kann.
Was sich änderte, war also die Selbstsicht der Betroffenen, also die Art und Weise, in der sie die eigenen Gefühle und Erfahrungen benennen und bewerten.

Die zutreffenden Details kannst du hier nachlesen: Nature.

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