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Autorendialog: Lustbetonte, reife Frauen und Jünglinge

Manche Themen werden in der „gehobenen“ erotischen Literatur derzeit stark vernachlässigt. Eines davon ist die Beziehung zwischen reifen Frauen und jungen Männern. Natürlich kennen wir alle Mrs. Robinson, und wieder und wieder wird „Die Reifeprüfung“ im Fernsehen gezeigt. Doch inzwischen entspricht das Frauenbild nicht mehr der erotisch gelangweilten, verheirateten Ms. Robinson, die aus purer Wollust einen jungen Mann in die Liebe einführt.

An die Stelle der MILF, deren Vorbild Mrs. Robinson war, ist die selbstbewusste, berufstätige, lüsterne Frau getreten, die sich holt, was sie haben will und dabei kaum noch moralische Bedenken hat. Von der jungen Managerin, die sich ihre Männer bei Agenturen bestellt bis hin zur alternden Cougar, die junge Kerle abwildert, kann ein weiter Bogen von Liebesaktivitäten gespannt werden, die Stoff für Kurzgeschichten, Novellen und Romane geben.

Nun soll der erotische Roman ja nicht die Realität abbilden, sondern die erotische Fantasie beflügeln. Das Mittel der Wahl ist die Überzeichnung der Charaktere: Der naive Jüngling, der sich danach sehnt, etwas Schöneres zu erleben als in einsamen Nächten sein Gemächt zu streicheln und der alles dafür geben würde, wenn diese Aufgabe auch nur von einer Frauenhand übernommen würde. Er mag in dieser Art real gar nicht existieren, doch er lässt sich in seiner Naivität und Begierde literarisch sehr lustvoll nachzeichnen. Der weibliche Konterpart wäre eine Frau jenseits der mittleren Jahre, die nicht nur verführt, sondern auch austarieren will, wie weit Sie Macht über den Jüngling gewinnen kann. Hatte er nicht gesagt, er würde alles tun, um die Freuden der Liebe zu erleben? Also wird die Autorin versuchen, diese Linien nachzuzeichnen und ein Puzzle aus Begierde und Macht zurechtlegen. Wird das Thema klug aufbereitet, und werden die Emotionen ebenso detailliert geschildert wie die Handlungen, so kann aus dem daraus entstehenden Werk wundervolle erotische Literatur werden.

Wer mit diesem Thema beginnen will, sollte die Form der Short Story wählen. Wenngleich diese Erdzählform nicht zulässt, die „Salamitaktik“ der verführenden Frau plastisch darzustellen, so erlaubt sie aber doch, ein Stilmittel einzusetzen, das in der Kurzgeschichte oft verwendet wird – den Widerstand.

Während nämlich die erotische Feld-, Wald- und Wiesengeschichte den Ablauf einer Verführung ausschließlich in einem kontinuierlichen Handlungsverlauf beschreibt, verlangt die erotische Literatur nach Hemmungen, Ängsten, Widerständen und schamvollen Gedanken, die den „glatten“ Fluss der Handlungen unterbrechen. Die Short Story endet, wenn der Widerstand überwunden wurde und starke Emotionen über den Protagonisten hereinbrechen. Den Rest überlassen wir dann der Fantasie unserer Leserinnen und Leser.

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