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Wie funktioniert eigentlich Sex mit und ohne Liebe?

Was passiert eigentlich, wenn sich ein Paar zum Sex entschließt? Was, wenn es sich um eine einseitige Gefälligkeit handelt, was, wenn es sich um Prostitution geht - und wie funktioniert eigentlich die romantische Sex-Beziehung? Die Liebeszeitung untersucht dies mit einer Methode, die selten angewandt wird.

Die Anatomie ist klar - aber wie funktioniert der Prozess der Liebe?


Ernüchternde Realität - der reine Sex funktioniert ohne Liebe

Eigentlich ist ernüchternd, was dann passiert: Das Gehirn beschäftigt sich dann überwiegend damit, wie er seinen Rückkoppelungsprozess schließen kann. Es versucht, das maximal Mögliche aus dem Geschlechtsakt zu schöpfen, indem er den Gedankenfluss und die Gefühle, die sich durch die Nerven kenntlich machen, in eine aufsteigende Spirale versetzt. Das Ziel der Natur ist dabei ja, mit aller Kraft einen heftigen Samenerguss in der Nähe des Muttermundes zu platzieren – obgleich dies „eigentlich“ nicht nötig wäre, weil die Spermien ausgezeichnete Pfadfinder sind. Die nötige Ekstase ohne Unterbrechung kann aber nur dann erreicht werden, wenn der Verstand weitgehend ausgeschaltet wird und die ekstatische Lust so weit angehoben wird, wie dies möglich ist. Am Schluss steht dann der Höhepunkt, der Orgasmus.

Der Partner als "Gleicher", als "Steuermann" und als "Lustobjekt"

Was ist dabei eigentlich die Rolle der Partnerin / des Partners? Ist sie (er) gar nicht vorhanden? Zunächst einmal: Es geht auch, ohne dass der Partner echte Gefühle hat, ja, es geht sogar, ohne dass man den Partner als solchen wahrnimmt. Sowohl Männer wie auch Frauen bauen während des Geschlechtsakts ein Szenario auf, das mit der sie umgebenden Realität nichts zu tun hat. Sie sind also gewissermaßen im erotischen Dialog mit sich selbst. Gut bezahlte weibliche Huren und männliche „Mietrammler“ wissen das und handeln entsprechend. Bürgerliche Frauen wissen es oft nicht, Männer eher selten. Der Wunsch nach einem romantischen, bewusst erlebten gemeinsamen Orgasmus führt nicht selten zu übertriebenen Erwartungen.

Man kann sich dies alles so vorstellen: Bei der einseitigen sexuellen Befriedigung erzeugt der eine die Energie, der andere übernimmt lediglich die Steuerung. Ist es eine Person, die dem anderen die Lust uneigennützig gönnt, so ist es eine Wohltat, die durchaus aus Liebe geschenkt werden kann. Wird die andere Person hingegen mit Geld bezahlt, so ist es Prostitution. Prozesse dieser Art kommen also nicht nur im Kontakt zu Huren und Callboy vor, sondern auch bei ganz alltäglichen Begegnungen, bei denen einer der Beteiligten den Gönner spielt. Im Rausch der Sinne erkennt der Andere nur sehr selten, welche Äußerungen dem natürlichen emotionalen Drang entsprachen und welche „gespielt“ wurden.

Rückkoppelung auf mindestens drei Wegen


Bei der intensiven und wirklich für beide befriedigenden Liebe laufen mindestens drei Rückkoppelungsprozesse ab (in der Praxis sind es noch einige andere):

1. Seiner – Hirn und Genitalien stehen im Dialog, doch auch die Äußerungen der Partnerin (Stöhnen, Hüftbewegungen, Feuchtigkeit) werden wahrgenommen und wirken verstärkend.
2. Ihrer – ähnlich wie bei seiner Rückkoppelung – Veränderungen im Penis (härter, weicher) die Heftigkeit der Bewegungen und verschiedene Laute werden zusätzlich wahrgenommen und tragen zur Rückkoppelung bei.
3. Beider – die Partner hängen ja nicht nur mit den Genitalien zusammen, sondern reizen einander auch dadurch, dass sie ihn stimulieren. Wie bereits erwähnt, kann sich dies in Anspannung und Entspannung, Feuchtigkeit und Trockenheit, geräuschvolles Stöhnen oder stille äußeren. – und selbstverständlich in vielen hier nicht erwähnten Komponenten.

Üblicherweise verstehen die Partner unter einer „schönen“ Liebesnacht den gelb angedeuteten Vorgang: Einer heizt den andren erotisch auf, und diese Hitze kommt dann wieder zurück, schaukelt sich erneut auf bis der Körper sich in einem heftigen Orgasmus von der Spannung befreit. Neben diesem Prozess des „gegenseitigen Beglückens“ finden aber dennoch auch die rot eingezeichneten Prozesse statt. Dies ist sehr realistisch, da man sich beim Sex ja nicht ausschließlich an der anderen Person erfreut, sondern auch an der eigenen Lust. (Wieiter nach dem Schaubild).


sex - ganz schematisch


Anhand des Bildes wird deutlich: Je nachdem, wie intensiv der gelb angedeutete Prozess empfunden wird, umso eher werden beide die Liebesnacht romantisieren und sie mit Glücksgefühlen in Verbindung bringen. Je mehr der rot angedeutete Prozess von der zweiten Person künstlich gesteuert wird, handelt es sich um eine Art „Gefälligkeitssex“ oder um Prostitution. Ist die zweite Person hingegen so gut wie unbeteiligt, und findet auch keine künstlich initiierte Rückkoppelung („vortäuschen“) zwischen den Partner statt, handelt es sich zumeist darum, den anderen „zu benutzen“, beispielsweise, was leider oft vorkommt, in übernächtigten oder betrunkenen Zustand.

In der Praxis haben wir vielleicht nicht alles bewusst erlebt, können uns aber zumeist doch erinnern, dass es in einzelnen Liebesnächten einer starken Fantasie bedurfte, um zu einem schönen Orgasmus zu kommen. In anderen wurden wir begünstigt, weil uns jemand aus Gefallen Sex schenken wollte, und wir nahmen diese Situationen so wahr, als sei es eine wunderschöne Liebesnacht gewesen. Die wirklich schönen Nächte zu zweit, an die man sich gerne erinnert, haben also etwas damit zu tun, nicht nur die Lust im anderen zu wecken und sie zu steuern, sondern selbst auch voller Lust zu sein und dabei im Liebesrausch zu versinken.

Lesen Sie nächste Woche: Sie flirtet – und er reagiert.

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