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Dialoge für Schriftsteller – warum sie uns schwerfallen

Auch wer liest, kommuniziert mit den Figuren drain
Dieser Artikel ist ungewöhnlich für uns, weil wir uns andernorts ebenfalls an Autorinnen und Autoren wenden. Aber nicht jeder Schriftsteller schreibt "Erotik" -viele wollen einfach nur wissen, wie sie eine kurze Geschichte über die Liebe schreiben könnten. Und bei diesem Vorhaben kommen wir an der "Sprache der Liebe" nicht vorbei.

Wenn du ins Internet schaust, um dich über „Dialoge für Schriftsteller“ zu informieren, wirst du bald merken: Da wird dergleichen recht langatmig erklärt. Ob du damit etwas anfangen kannst, ist ziemlich unsicher. Oft handelt es sich dabei nicht einmal um Informationen, sondern um Meinungen oder Usancen. Und daraus ergeben sich eben auch Widersprüche.

Bevor ich irgendetwas dazu sage, will ich euch erklären, warum es uns so schwerfällt, mit Dialogen umzugehen.

Ein Grund liegt in dem, was wir im Deutschunterricht als Erstes darüber gehört haben. Dort gibt es keine Dialoge, sondern nur die „wörtliche Rede“.

Dazu darf ich dies zitieren:

Mit der wörtlichen Rede …, werden gesprochene Wörter oder Gedanken, direkt, also im Wortlaut, aufgeschrieben. Zur wörtlichen Rede gehört der Redebegleitsatz, der wiedergibt, wer etwas gesagt hat.

Solche Sätze verfolgen uns ein Leben lang. Wir vergessen mit den Jahren, dass sie „für die Schule“ erdacht wurden und keinesfalls für Schriftsteller(innen). Hinzu kommt etwas, das gerade Lehrer(innen) nicht gerne hören werden: Sie verstehen sehr wenig von Kommunikation, und das Sprechen in Dialogen ist ihnen weitgehend fremd.

Aus der Schule rührt auch die Idee, Dialoge möglichst kurz zu halten. Auch diese Meinung ist darauf zurückzuführen, dass die Lehrenden im Fach „Deutsch“ die Dialoge nicht als Kommunikation verstehen.

Kommunikation ist mehr als Rede und Gegenrede

Dazu muss ich ein wenig ausholen.

Dialoge im realen Leben bestehen nicht nur aus ganzen Sätzen, ja, sie können sogar darin bestehen, dass gar nicht gesprochen wird.

10 Arten, Dialoge zu nutzen, zu erweitern und zu vertiefen

Es ist mir beinahe etwas peinlich, darauf hinzuweisen. Und doch ist es nötig. Denn die Kommunikation kann auf viele Arten vor sich gehen:

1. Durch den Austausch von Sätzen.
2. Durch angefangene Sätze, die nicht beendet werden.
3. Durch Sprechen einerseits, Anschweigen andererseits.
4. Durch beiderseitiges Schweigen und Mikromimik.
5. Durch Sprechen und aktives Zuhören.
6. Durch bewusste Provokation und die Reaktionen darauf.
7. Durch Metakommunikation.
8. Durch Gedanken, die Aussagen überlagern.
9. Durch Gestik und Mimik.
10. Durch andere Arten der Körpersprache (Berührungen, Schwitzen, Gänsehaut).

Nachdem ich dies gesagt habe, könnte es sich für dich lohnen, noch einmal ganz neu über Dialoge nachzudenken.

Für manche unter euch mögen solche Sätze selbstverständlich sein, für andere sind sie fremd. Manche werden sie akzeptieren, andere ablehnen.

Denke dich in die Situation deiner Figuren hinein - oder in die eigene

Wenn du darüber nachdenkst, wirst du aber schnell herausfinden, wie sich die Beschreibung des Dialogs verändert, wenn du dich bei Punkt eins ein bisschen kürzer trittst. Du kannst dann all deine Aufmerksamkeit auf die übrigen Punkte lenken, um dem Leser so ein Gesamtbild der Kommunikation zu vermitteln.

Schreiben über die Liebe, schreiben über Erotik

Solltest du über die Liebe, die Lust oder die Leidenschaft schreiben, hast du kaum eine Wahl. Die wörtliche Ansprache in der Liebe und besonders in der Lust ist ungenau, und wo sie verwendet wird, klingt sie „falsch“ oder altväterlich.

Hinweis: Falls ihr Lust auf mehr Informationen habt: Bitte hier hinterlegen oder per E-Mail schreiben. Ich bin für euch da, wenn ihr für mich da seid.