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Schnell, wortlos und widerstandslos – Storys über Verführungen

Langsamer, intensiver und lustvoller?
Mir fällt immer wieder auf, wie „dünn“ die Storys, Novellen und Romane werden, sobald Verführungen ins Spiel kommen. Was sich zunächst als Verführung anbahnt, wird viel zu oft zu einer schnellen, wortlosen und widerstandslosen Vögelei.

Woran könnte dies liegen? Einmal, so wird behauptet, daran, dass alle Verführungsgeschichten von Männern geschrieben werden, und Männer hätten nur ein Ziel: Möglichst schnell die Vorstufen zu überspringen und schnell zur Sache zu kommen. Wenn es so wäre, dann müssten alle Verführungen, die von Frauen verfasst werden, viel ausführlicher, sinnlicher und voller Emotionen und Widerstände sein.

Kein innerer Widerstand, keine Zweifel - sondern spannungslose Verführungen?

Der Widerstand ist sozusagen der Schlüssel zur Verführung, denn „zu verführen“ bedeutet ja, ein Bedürfnis im anderen zu wecken, was dieser im Grunde nicht zulassen will. Es wird sogar behauptet, die Verführung sei eine Form der Machtausübung. Wer sie plant, beabsichtigt, den Widerstand des Partners auf eine subtile Art zu brechen, ohne Gewalt anzuwenden.

Besonders auffällig ist der Mangel an Spannung und emotionalen Wechselbädern bei der Beschreibung von Verführungen einer Frau durch eine andere Frau. Von der Situation, aus der sie entsteht („wir waren beide nackt“, „wir schliefen beide im selben Bett“) über die einzelnen Stufen der Verführung bis zum Orgasmus – zumeist wird man den Gedanken nicht los, einen „abgeschriebenen Pornofilm“ vor sich zu haben.

Rückfall in den Schulaufsatz, wenn man (frau) sich nicht traut zu fühlen?

Nun mag man darüber streiten, ob sich nicht auch einige Männer am Genre versuchen, aber das ist eher unwahrscheinlich – Romane über Lust und Liebe wenden sich an Frauen, und die übrigen Emotionen sind auch bewusst feminin ausgearbeitet. Warum schreiben also Frauen Verführungs- und andere Sexszenen so, als würden sie einen Schulaufsatz schreiben?

Wahrscheinlich, weil sie (und wir andern auch) in diese Form zurückfallen, wenn sie etwas „von außen schildern“ wollen. Etwas, das sie weder erlebe haben noch erfühlen können. Und sie wagen nicht, dabei in ihr eigenes Hirn hineinzuhorchen, weil sich dann Dämone entwickeln könnten, die in sie ansonsten erfolgreich verdrängt haben. Sie bleiben schamvoll, weil sie ansonsten Angst vor der Schamlosigkeit hätten.

Abgedroschene Plots, vorhersehbare Ergebnisse

Und so entstehen dann dies langweiligen und abgedroschenen Plots:

- Beide sind nackt, weil sie in der Sauna waren, schwimmen gegangen sind oder gemeinsam übernachten wollen.
- Plötzlich bekommen die Heldin lustvolle Gedanken und wird „feucht“.
- Die Verführerin küsst die Heldin, die dies richtig toll findet und Minuten später spürt sie die Finger der Verführerin bereits an ihren Schamlippen.
- Nachdem die Verführte zum Orgasmus gebracht wurde, werden die Rollen getauscht.

Dies alles geschieht in einem atemberaubenden Tempo, meist ohne nennenswerte Dialoge, vor allem aber ohne jegliche innere Bewegung – wie in einem Film – eben waren sie noch hier, schon sind sie dort, flinke Finger finden feuchte Vaginen – und das war es dann.

Wenn Sie lesen oder schreiben – dann können sie uns hier vielleicht helfen. Warum werden Verführungen, insbesondere aber lesbische Verführungen, immer so öde geschildert?

Ihre Antwort bitte, falls sie so offen sein wollen. Wenn nicht, anonymisieren wir ihre Stellungnahme gerne über unseren E-Mail-Account.

Rollenspiele für Anfänger(innen) – was ist wichtig?

Vanille-Rollenspiel: in seinem Kopf kommst du als verruchte Verführerin an

Die erste Frage an dich, wenn du Rollenspiele beginnen willst: Worin bist du gut? Das heißt: In welcher Rolle bist du am glaubwürdigsten? Normalerweise hat jeder von uns ein „zweites Ich“, das etwas strenger, etwas schwächer, etwas brutaler, etwas unterwürfiger oder einfach etwas frivoler ist als das Alltagsgesicht. Wenn die Rolle deines „zweiten Gesichts“ aus dir heraus will, dann ist das eine prima Voraussetzung für das Spiel.

Dominanz braucht oft eine nachdrückliche Stimme

Die zweite Frage ist, ob du dazu deine Stimme benötigst. Normalerweise muss derjenige, der die dominante Rolle spielt eine feste Stimme oder einen Befehlston haben. Das gilt für die dominante Lehrerin, Erzieherin, Tante, Krankenschwester und insbesondere für die Verhörspezialistin. Gerade beim erotischen Verhör ist die Stimme das Wichtigste. Wenn deine Stimme oder dein Wortschatz eher mager ist, dann kannst du die dominante Rolle weiterhin spielen, aber dann eher als Sportlehrerin, Aufseherin, strafende Nonne, Foltermagd oder (in Vanille-Erotikspielen) als lüsterne Verführerin, die überwiegend ihren Körper einsetzt.

Unterwürfig sein geht fast automatisch, wenn du magst

In der unterwürfigen Rolle ist bekanntlich alles einfacher: Du spielst einfach deinen schwächeren Teil aus, ordnest dich unter, gehorchst oder lässt dich behandeln, verführen oder was auch immer. Viele Worte brauchst du meist nicht, und eine schwache, weiche Stimme reicht völlig. In manchen Rollen wird etwas Widerstand erwartet. Ein Beschuldigter, der sofort alles gesteht, ist so langweilig wie eine Dienstmagd, die sich nicht der Strafe widersetzt. Manchmal wird gewünscht, dass du dich schämst, aber wahrscheinlich schämst du dich manchmal wirklich in der Rolle. Die Schmerzen und die Tränen sollten sowieso echt sein – gespielter Schmerz und gespielte Tränen bringen dir nichts.

Wenn dein Inneres sagt: Ja, ich mag diese Rolle für jemanden spielen, der es wirklich will, ist die nächste Frage, was du dafür an Outfit brauchst. Und wenn diese Frage klar ist, musst du auch noch wissen, in welcher Umgebung du dein Spiel ausführen willst – vom perfekt ausgestatteten Spezialraum über das hässliche Schlafzimmer bis hin zum Hotelzimmer.

Bewährt und sozial inkorrekt: Rollenspiel als frivoles "Betthäschen"


Ein Vanille-Szenario für Rollenspiele

Das einfachste Szenario geht so:

Du klingelst an deiner eigenen Haustür im Outfit einer Hure. Die Klamotten gibt’s billig im Versandhandel. Ein bisschen „schmutzig“ reden zu können, hilft. Sag „Süßer“ zu ihm, „Titten“ und zu deiner Brüsten und mach ihm Vorschläge, was du ihm zu bieten hast. Berühr ihn von dir aus mit deinem Körper, biete ihm alle Stellen zum Küssen an, die er sonst niemals küssen würde. Wenn es der Raum zulässt, verschütte Sekt auf deinem Körper und bitte ihn, alles aufzuschlürfen. Das ist zwar nicht neu, aber wenn du es noch nie gemacht hast, ist es toll.

Dazu brauchst du nicht viel Vorbereitungen, aber etwas Mut. Eine Gouvernante, Domina oder so etwas ist viel schwerer zu spielen als ein Escort-Girl. Eine Steigerung: Dein Mann muss sich ein Hotelzimmer nehmen, und du kommst dann aufgedonnert als Escort auf sein Zimmer und gehst wieder, wenn du mit ihm fertig bist.

Und hier unser Tipp: Nicht zu viel vornehmen

Die meisten Paare nehmen sich viel zu viel vor bei Rollenspielen. Fangt besser klein an, mit wenig Aufwand, aber viel Spieltrieb. Das Wesentliche ist immer, dass ihr beim Spiel anders sein dürft als im „richtigen“ Leben. Wenn du sonst „offen für alles“ bist, kannst du dich im Spiel verweigern. Wenn du sonst sehr zurückhaltend und scheu bist, kannst du dich im Spiel ganz der Rolle unterwerfen. Das ist der eigentliche Sinn: Im Spiel werden die Grenzen der Lüste und Widerstände für ein paar Minuten oder Stunden verschoben. Versucht deshalb nicht, „ganz große“ Rollenspiele nachzuahmen. Die Rollenspiele, die in Pornos vorkommen, sind fast immer unrealistisch und häufig grenzenlos brutal. Wenn ihr zum Beispiel Sklave und Herrin spielen wollt, müsst ihr genau wissen, was der Unterschied zwischen Spiel und Realität ist, und das unter Extrembedingungen. Da reicht der Tipp nicht aus, „irgendwie ein Sicherheitswort“ zu vereinbaren. Denn bei euch ist spätestens am nächsten Tag wieder Alltag, und der erfordert ja meisten unsere ganze Kraft und Aufmerksamkeit, oder etwa nicht?

Wir wurden zu diesem Thema vom "BaDoink" Magazin angeregt.

Lesbisch oder Bi oder was nun?

Lesbisch sein oder sich als lesbisch etikettieren lassen?
Immer wieder fragen sich junge Frauen, ob sie nun lesbisch oder bisexuell sind, weil sie derzeit eine Frau lieben.

Bisher nahmen Beraterinnen dieser Frage bitterernst, doch nun scheint sich dies zu ändern, vor allem, wenn die „sexuelle Orientierung“ noch nicht abgeschlossen ist.

Aber auch generell behandeln Berater(innen) das Thema lockerer als zu den Zeiten, als Outing noch als „chic“ galt.

Wir geben einfach mal Frage und Antwort verkürzt wieder, die wir in einem Blog lasen: Die Frage (stark gekürzt):

Ich versuche, verzweifelt, meine Sexualität zu erkennen, weil ich nicht mehr weiß, was sich den Leuten sagen soll, wenn sie mich danach fragen und sie mich einordnen wollen.


Die (vermutlich zutreffende) Antwort:

Bis du Sex mit unterschiedlichen Männern und Frauen ausprobiert hast, kannst du den Leuten einfach sagen, dass du dich noch umsiehst, um deine Sexualität zu entdecken.


Kürlich lass ich in der „Cosmo“ etwas, das ich sehr beeindruckend fand:

Du wählst deine Etiketten selbst. Du wählst auch aus, wem du sie zeigen möchtest … Ich denke, viele von uns sind sexuell flexibler als wir denken.


Bewiesen ist das sowieso. Das alte Denken, dass Frauen entweder heterosexuell sind oder lesbisch ist im Grunde längst Schnee von gestern. Vielleicht wollen die Männer, dass es so ist. Wer weiß?

Leider alles in Englisch, aber lesenswert:

1. Mythen um die sexuelle Orientierung.
2. Zitate Frage und Antworten - Lesbisch oder Bisexuell?
3. COSMO-Artikel (wie zitiert).

Schicke Lüste aus der Sicht der Edelmenschen

Hauptsache lustvolle Leidenschaft ... auch wenn sie ungewöhnlich ist
Im Rahmen der lästigen und beckmesserischen Diskussion um „Sexualerziehung“ ist das Hauptthema stets der Kampf dagegen, der Homosexualität (männlich wie auch weiblich) ein Forum zu geben. Doch wenn die Diskussion wirklich hart und hinterhältig geführt wird, dann folgt oftmals das Argument: „Ja, und wollen Sie vielleicht sogar noch, dass die Sadomasos in der Schule behandlelt werden?“

Lust ist nicht schlecht, sondern menschlich

Wobei ich beim Thema wäre: Was ist denn eigentlich so schrecklich an der Lust als solche? Gut – Lüste können Süchte erzeugen, du man muss als junger Mensch lernen, dass Genuss nicht in Sucht umschlägt. Aber das gilt für Spiele, Tabak, Alkohol und andere stoffliche Rauschmittel ebenso. Und „Sadomaso“ (und leider auch BDSM, SM oder D/S, lustvolle Fetische und dergleichen mehr) sind Begriffe, die in der Öffentlichkeit fast nur mit Abscheu genannt werden. Dabei ist alle dies menschlich und in einer weisen normal, in der die Lust eben normal ist. Wir fressen die Kartoffeln ja auch nicht aus Blechnäpfen, sondern richten sie fein an mit Soßen und Gemüsen, nicht wahr?

In der Welt der Edelmenschen aber wird „BDSM“ als Totschlagargument verwendet, so etwa in der Logik: „Ja, wenn wir schon all dies schwule Zeug in die Schule bringen, dann brechen alle Dämme“.

Nein, sie brechen nicht. Denn im Gegensatz zu Homosexuellen, deren Lebensformen gelegentlich nach außen sichtbar sind, ist das Verlangen für die Liebhaber(innen) sinnlicher, aber ungewöhnlicher Lüste aller Art ein privates Vergnügen. Und es findet überwiegend in „ganz gewöhnlichen“ Beziehungen statt, die nach außen nicht im geringsten nach ungewöhnlicher Wollust riechen. Nun wird jedem bewusst sein, dass ein Teil dieser Lüste auch von professionellen Dienstleisterinnen bedient wird, aber das dürfte bei den Männern, die erregenden Vanille-Sex suchen, recht ähnlich sein.

Was also treibt diese angeglichen „Edelmenschen“ an, die dem Nachbarn die Freude an der Lust nicht gönnen wollen? Es scheint, als wäre es die Lust daran, jeden Menschen bloßzustellen und abzuwerten, der anders liebt als ein Mann, der auf einer Frau liegt und sie vögelt. Oder eine Frau, die unter einem Mann liegt und sich vögeln lässt.

Und spätestens jetzt sollten wir uns fragen, warum wird diese Leute ernst nehmen. Was haben sie uns eigentlich zu sagen? Dass Eva auch „unten gelegen“ hat und dennoch aus dem Paradies vertrieben wurde?

Lesen Sie bitte über BDSM und Outing auch diesen Artikel.