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Warum Frauen vom Dreier träumen und schwärmen

Dreier - je mehr Aufmerksamkeit, umso besser
Warum träumen Frauen eigentlich von MMF-Dreiern oder Orgien mit mehrere Männern, auch wenn sie dergleichen niemals praktizieren würden?

Wir zitieren eine Frau stellvertretend für viele (1):

Was auch immer passieren mag, ich liebe es, im Zentrum des Interesses zu stehen.


Das deckt sich mit nahezu allen Aussagen, die wir hörten (2):

Wir schwärmen einfach davon, das Zentrum der sexuellen Aufmerksamkeit zu sein – und je mehr Aufmerksamkeit dies beinhaltet, umso besser.


Wenn zwei Männer involviert sind, kann alles geschehen, was sonst auch passiert – außer dass es vier Hände und zwei Münder gibt, die dir zur Verfügung stehen. Jede, die du fragst, sagt dir, dass zwei Penisse zugleich nicht unbedingt sein müssen. Denn auf der einen Seite werden akrobatische Verrenkungen benötigt, um die „Doppelpenetration“ zu ermöglich, zum anderen ist sie nicht einmal so sensationell. Die zweite Möglichkeit, der „Spießbraten“ ist erregender, aber Geschmackssache – im wahrsten Sinne des Wortes.

Den interessierten Frauen wird allgemein geraten, Herrinnen des Geschehens zu bleiben, um aus jeder Lage noch Wünsche anmelden zu können und die Verfahrensweisen anzupassen. Das sollte nicht schwerfallen, denn nach vielen Aussagen betroffener Damen wissen die beteiligten Herren nicht so genau, wie sie beim MMF-Dreier vorgehen sollen.

Zitate: (1) Aus einem Blog, (2) aus GQ.

Sind Frauen nicht interessiert an Sex?

Sag einfach, was du willst und wie du es willst
Eine interessante Stellungnahme zum Thema fanden wir bei der Sexualtherapeutin Esther Perel, die sagte:

Wir denken häufig, Frauen seine nicht an Sex interessiert, aber viel präziser wäre, zu sagen, dass sie oftmals nicht an der Art von Sex interessiert sind, der angeboten wird.

Wie sie außerdem ausführte, hätten manche Frauen, die bekundeten, sie hätten kein Verlangen nach Sex lediglich kein aktives (oder spontanes) Verlangen. Aber für eine große Anzahl von Frauen sei ist das Verlangen eine natürliche Antwort darauf, begehrt zu werden.

Allerdings nähmen viele Frauen an, die Verführung müsse immer vom Mann ausgehen. Sie glaubten an passive Bereitschaft, die sich in Sätzen ausdrücke wie „es macht mich an, wenn … du“ Die aktive Form komme sehr selten vor, zum Beispiel in Sätzen wie: „Ich mach mich heiß mit …"

Möglicherweise ist dies darauf zurückzuführen, dass Frauen sich schämen, zu ihrer sexuellen Lust zu stehen und sie auch zu zeigen. Einen Rat hat Frau Perel für alle Frauen, die darunter leiden, als „uninteressiert“ an Sex zu gelten. Wenn eine Frau sich nicht selbst körperlich lieben will (masturbieren) – warum sollte sie dann erwarten, dass sie Freude daran hat, wenn sie ein anderer körperlich liebt?

Ob wir Frau Perels Vorstellungen entsprechen, wenn wir dies sagen, ist uns nicht bekannt. Aber wir sagen’s dennoch:

1. Lerne, dich selbst und deinen Körper leidenschaftlich zu lieben.
2. Versuche, andere zu dem zu verführen, was du gern hast.
3. Genieße die guten Erfahrungen, die du dabei sammelst.


„Nicht interessiert an etwas zu sein“ kann heißen: „Es interessiert mich von Grund auf nicht.“ Es kann aber auch heißen: „Es interessiert mich jetzt nicht“, oder „es interessiert mich nicht in der Art, in der es angeboten wird.“ Das Beispiel zeigt auch, wie dumm passive Formen sind. Viel besser wäre, zu sagen: „Mich interessiert etwas, und zwar in dieser Art und Weise.“ Und es muss sich dabei nicht unbedingt um Sex handeln.

Gehören Sex- und SM-Themen zur Liebe?

Romantisierter Sex oder romantische Liebe?
Was wir über die Liebe in populären Darstellungen sehen und hören, ist ein frommer Betrug. Fast alles, was wir dazu wissen, berührt die Seitenränder unbestimmter Gefühle, die wir als schön, sinnlich oder erregend empfinden. Was wir Liebe nennen, ist die Verliebtheitskultur, der sehr viele Menschen (und insbesondere Frauen) leidenschaftlich anhängen.

Es ist wie der Duft eines Steaks, die Schaumkrone eines Bieres oder der Gedanken an eine reife Himbeere: Das rührt uns an, macht und hungrig, durstig oder sinnlich. Mag sein, dass unser Steak in der Realität zäh ist, das Bier bitter und die Himbeere madig. Aber die Illusion – ach, die Illusion – sie war allemal schön.

Freude am Bekannten – und am Unbekannten

Sex als Verheißung der Liebe
Wir wissen aus der Erfahrung, wie viel Lust die Menschen überkommt, wenn sie an laue Sommernächte, Kerzenschein und sanft prickelnden Champagner denken. Und wir wissen aus der Forschung, dass erstaunlich viele Menschen Freude an Schlägen, Fesselungen oder anderen „perversen“ Lüsten haben. Obgleich es nicht so scheint, gibt es eine Gemeinsamkeit: die Illusion, dass all dies unglaublich erregend sein könnte, und dies auch dann, wenn es kein Erlebnis gibt, das als Referenz infrage käme.

Die wenigen, sinnlichen Momente der Lust, gleich welchen Ursprungs, sind immer dann schön, wenn sie erträumt oder aus der Vergangenheit geschöpft werden. In der Realität oder in der Gegenwart sind sie einfach heftige Gefühlsregungen, die mal lustvoll und sinnlich, dann aber wieder auch enttäuschend und lustlos sind. Die besseren von ihnen werden konserviert, und nicht selten später aufgeschönt.

Sex mit Liebe oder Sex aus Liebe?

Das alles hindert uns nicht, immer wieder die heftig-sinnliche Variante der Lust zu suchen: Sex. Die Frage, ob er sich von der Liebe entkoppeln lässt, ist müßig: Der Penis wird nicht hart durch die Liebe, und die Vagina wird nicht feucht davon. Sex existiert, weil er ein Naturphänomen ist, und unser Hirn macht daraus eine Melange aus Leidenschaft, Liebe, Lust, Penetration und Orgasmen. Frauen, die sagen, sie könnten keinen Sex genießen, wenn sie nicht verliebt wären, vergessen, dass andere oder sie selbst dieses Programm in ihrem Hirn hinterlegt haben. Es ist kompliziert und sagt ja nicht einmal aus: „Aha, wenn Liebe, dann Sex.“ Vielmehr sagt es: „Falls verliebt, dann muss dies eintreten und jenes und schließlich, wenn alles auf den Punkt gebracht ist, dann schenke oder begehre ich Sex.“

Sex allein erzeugt andere Gefühle als Sex in Verbindung mit Liebe. Und wenn wir es genau nehmen, dann ist die Kombination „Sex und Liebe“ nicht durchgängig positiv zu bewerten, sondern oft eben auch eine fragwürdige psychische Vermengung, die zu Verwirrungen und Trugschlüssen führen kann. Andererseits ist gerade diese Kombination sehr gefragt – und sehr sinnvoll, wenn man eine dauerhafte Beziehung plant.

Wie ist es nun mit der Liebe, dem Sex und SM-Gelüsten?

Unterwerfung in der Ehe
Die Vorstellung, jemandem „ganz zu gehören“ ist zwar bedenklich, aber deshalb unter Liebenden dennoch populär. Wer dem anderen „ganz gehören“ will, verschreibt sich ihm (oder ihr) mit Leib und Seele. Von dieser Vorstellung bis zu den Rollenspielen liegt nur ein kleiner Schritt: „Jetzt will ich dir zeigen, wie ernst ich es mit der Unterwerfung meine“. Es ist sozusagen die Überhöhung einer im Grunde genommen schwachen, aber doch vorhandenen Abhängigkeit. Und es erscheint plausibel, das Gefälle in Beziehungen spielerisch zu senken, als es dem anderen ständig vorzuhalten. Wer im realen Leben um Geld, Gunst oder Freiräume betteln muss, ist allemal schlechter dran als derjenige, der sie im Spiel ausleben kann. Dies sollten all jene bedenken, die sich vor Abscheu umdrehen, wenn von SM-Spielen in Beziehungen die Rede ist.

Liebe, Sex, Lust und Schmerz – alles Liebe oder was?

Themen über die Liebe und Themen der Liebe sollten eigentlich immer alles umfassen, was im Namen der Liebe oder aus Liebe getan wird, gleich, wo es auf der Bewertungsskala steht. Es ist keine Frage, dass sich Sex und Liebe im Alltag sowohl vermengen als auch separieren lassen, und also ist Sex ein wichtiges Thema für jede Liebesbeziehung – aber es kann auch separat behandelt werden. Und die Lust am Besonderen, an Gehorsam, Unterwerfung, Schlägen, Fessellungen und ähnlichen SM-Spielen? Niemand würde danach fragen, wenn das Thema nicht so herrlich spektakulär wäre. Ob es zur Liebe gehört? Das zu klären, würde mehr Raum erfordern. Aber es gehört allemal zu den intensiven sinnlichen Empfindungen.

Bilder: Historische Buch-Illustrationen, Fotomontagen.

Escort oder Prostituierte – wo liegen die Unterschiede?

Nicht Neues auf der Welt?
Wenn ich es einfach ausdrücken soll: Eine Prostituierte lässt sich für das bezahlen, was sie an sexuellen Dienstleistungen erbringt. Eine Escort-Frau wird nach der Zeit bezahlt, die sie mit einem Mann verbringt. Dabei muss der Mann bei einer Escort-Frau mit Kosten von ca. 200 bis 300 Euro pro Stunde rechnen, in Ausnahmefällen auch mit erheblich höheren Kosten. Und die meisten "exklusiven" Escort-Frauen sind demzufolge auch nicht für eine Stunde "buchbar", sodass die Begegnung nicht unter 1000 Euro kosten dürfte.

Normalerweise sollte eine „echte“ Escort-Frau auf alles vorbereitet sein und sich jeder Situation anpassen können. Sie muss sich also in der guten Gesellschaft wie ein Fisch im Wasser bewegen können und das dort übliche Verhalten beherrschen - inklusive der Kommunikation, die dort üblich ist. Dies mag mit den erotischen Dimensionen konkurrieren, die sie dann zeigt, wenn sie mit ihrem Klienten das Hotelzimmer betritt. Aber gerade dieser Wandel macht den Reiz aus, den sich der Kunde von der Begegnung mit der Escort-Frau verspricht. Oder wieder verkürzt: Die Herren wünschen sich Frauen, die auf dem Parkett nicht ausrutschen, im Bett aber ausgesprochen schlüpfrig sind.

Das würden sie auch gerne bei ihren Ehefrauen sehen – aber daraus wird meistens nichts. Nach vielen Ehejahren ist kaum noch eine Frau bereit, die frivole Geliebte zu geben, die alles tut, um sich als erotische Sensation zu erweisen. Die Escort-Lady allerdings ist drauf gefasst, dass genau dies erwartet wird.

Ich las jüngst, dass die Herren, die sich Escort-Frauen leisten, Charaktermängel haben, oder dass ihr Charakter durch Geld und Macht entwertet würde. Selbst wenn das stimmen sollte, so wäre eine Escort-Frau immer noch das geringere Übel als eine jüngere Geliebte. Denn Escort-Frauen haben die nützliche Eigenschaft, zu kommen, für eine schöne Zeit anwesend zu sein und eine Illusion zu hinterlassen - und dann wieder zu gehen. Andere Frauen, die wir zur Kategorie der „Geliebten“ oder „Affären“ zählen können, sind für Ehefrauen ungleich gefährlicher, weil sie den Mann auch emotional nutzen, also nicht nur um seines Geldes willen mit ihm ausgehen oder schlafen.

Schäm dich doch nicht …

Einstmals sagte die Mutter wahrscheinlich zu dir: Schäm dich! Das sagt ein junges Mädchen nicht, dafür sollte sich eine Frau nicht interessieren oder noch schlimmer: Das tut eine Dame niemals. All dies und noch viel mehr schlummert tief in in dir, in mir und fast in allen Menschen – natürlich auch in manchen Männern. Manchmal ist es nur der Hauch des Schämens, der dich zögern lässt, dann aber ist es eine enorme Kraft, die dich lähmt. Wenn es so ist, gibt es drei Wege: Weiter darunter leiden, selbst etwas zu verändern oder professionelle Hilfe zu suchen. Wahrscheinlich werden dir mache Leute sagen, dass Scham ein natürliches Gefühl ist und es dazu dient, Gefahren abzuwehren. Aber denk dran, dass du erwachsen bist und du längst festgestellt hast, dass die deine Schamhaftigkeit behindert.

Schäm dich nicht – versuche, dir selbst zu helfen

1. Versuche, dir und deinen Gefühlen zu vertrauen

Den Gefühlen zu vertrauen ist einfach. Aber dann steht die Scham plötzlich wieder da und sagt: Fühl’s nicht! Tu’s nicht! Sag’s nicht! Das ist der Punkt, an dem du ansetzen solltest: Wer hat dir gesagt, dass du dies oder jenes nicht fühlen, denken oder tun darfst? Und wie alt warst du, als man es dir sagte? Dann wirf diese störenden Geister heraus und sage: Ich will jetzt … will es mir gut tut. Vertraue deinem eignen Gefühl, nicht den Mäuschen hinter den Ohren.

2. Sieh nach vorn, nicht zurück – und lerne, zu genießen
Sich auf etwas zu freuen macht viel mehr Spaß als sich vor etwas zu fürchten. Manchmal wird es dir schwerfallen, weil ein großer Teil deiner Mitmenschen denkt oder schlimmstenfalls sagt, dass du „dich schämen solltest“. Es gibt immer noch Menschen und Institutionen, die Schamgefühle in der Liebe oder beim Sex als „gut und richtig“ ansehen. Und es ist gut, deinen Frieden mit der Vergangenheit zu machen. Liebe dich selbst, und leibe andere so wie dich selbst. Das kann nicht falsch sein. Und in der Liebe ist fast alles erlaubt, was Freude und Genuss bereitet. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen.

3. Hilf dir selbst oder nimm Hilfe an
Psychologen sind unterschiedlicher Auffassung darüber, wie man die Gespenster der Vergangenheit verjagt. Manche sagen, du müsstest die Ursache finden, also die Situation, in der du dich das erste Mal geschämt hast. Das mag gut sein, aber es ist mühsam. Ander sagen, du solltest dich einfach langsam herantasten an die Lust, dann würde die Schamhaftigkeit bald verschwinden. Du kannst dies ganz gut mit Masturbieren testen: Dazu brauchst du keine andere Person. Verschwindet deine Scham, wenn du Lust empfindest? Das ist schon ein guter Anfang. Wenn du einen Lohn dafür bekommst, dass du deine Scham oder vielleicht auch Furcht überwindest, dann ist der erste Schritt getan. Meist funktioniert Selbsthilfe, wenn nicht, kannst du immer noch nach professioneller Hilfe suchen.

Ein Problem wirst du bald erkennen: Für Schamhaftigkeit wird immer noch geworben. Manche Menschen sagen, dass wir schamhaft sein müssten, um unsere sozialen Strukturen zu festigen. Aber das ist Unsinn, wenn wir uns für etwas schämen, das keinen Sinn hat: für den Genuss, zum Beispiel.

Die Gesellschaftsordnung? Oh sie hängt ihren Schwanz wie der Esel, mal eher zur konservativen Seite und mal eher zur progressiven Seite. Mal ist Scham für das Zusammenleben unerlässlich, dann wieder sollte es bekämpft werden, weil diese Funktion überflüssig ist. Doch soviel wissen wir sicher: Wenn Schamhaftigkeit auf Vermeidung und Rückzug trifft, dann ist etwas mit uns nicht in Ordnung.

Also: Du solltest dich nicht schämen … wirklich nicht.