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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Völlige Hingabe an die Geliebte?

Mal mit Humor: Völlige Higabe im Rollenspiel
Ich suche den Begriff „völlige Hingabe“ – im Internet, wo sonst? Zuerst kommen die Kreuzworträtsel zum Zuge. Die Autoren dort haben offensichtlich bei der Religion abgekupfert, denn die völlige Hingabe wird als „Opfermut“ bezeichnet.

Nein, Opfermut ist es nicht, wenn sich ein Menschen einem anderen „hingibt“, denn den beide Personen sind nicht Opfer und Täter, sondern Geber und Nehmer.

Wenn Liebe bedeutet, alles hinzunehmen

Ich lese etwas über die Idee, die sich dahinter verbirgt. Eine Frau erzählt recht weitschweifig, wie sie die Liebe ihres devoten Mannes beschreiben kann. Für sie ist klar: Sie will „alles oder nichts“ – seine Unterwerfung, in Körper und Psyche. Nicht weniger. Sie sagt, sie sei nicht wie jede andere Frau – andere Frauen hätten die gewöhnlichen Emotionen genossen, die er auch hätte. Aber sie wollte ihn nicht in zwei Hälften: Der „normalen“, die im bürgerlichen Ehebett vollzogen wird und der besonderen, die ein Mann bei einer Domina sucht. Aber nicht dieser Mann.

Sie will, dass er sich unterwirft, seine Seele bis auf den Grund offenbart. Sie erwartet, dass er ihr alles bietet, mindestens aber Körper, Geist und Psyche. Wenn er es tut, dann weiß sie, dass er sie liebt.

Ich staune.

Wer gibt? Wer nimmt? Sie gibt ihm nur, was sie will. Er nimmt sich nur, was er bekommt. Ist es auch das, was er will? Sie zögert einen Moment: „Wenn er mich liebt, dann wird er es auch wollen.“

Religion, Esoterik und wundersame Vorstellungen

Sie sagt allen, was sie mit ihm macht. Sie beschreibt einige Momente, in denen sein Körper vor Wollust erzittert. Eine neue Erfahrung für ihn, die er ganz offensichtlich sucht. Aber darum ginge es nicht. Nein, seine Liebe zeige sich in der Hingabe, wo sonst?

Ich muss nicht lange suchen, bis ich ähnliche Meinungen finde – in der Religion, in der Esoterik. Etwa so:

Wenn Menschen etwas mit voller Hingabe tun, zeigt sich Liebe auf eine wundervolle Art.

Wer erwartet, dass sich Liebe so zeigt, riskiert nichts. Er oder sie saugt die Emotionen auf, die andere Menschen erzeugen. Nehmer ohne Ende sein … kling gut.

Oder?

Ich überlege, was Menschen bewegt, die anderen ständig sagen, sie müssten sich aus Liebe völlig hingeben. Was tun sie eigentlich selbst? Geben sie sich selbst auch vorbehaltlos hin?

Und mit diesem Gedanken verlasse ich euch für heute.

Bild: Nach einer Zeichnung aus dem alten Japan (ca. 1950er Jahre)

S/M – probieren oder bleiben lassen?

Domina als Offizierin
Sagen wir es einfach: BDSM S/M oder D/S sind Experimente mit den eigenen Gefühlen. „Sex an sich“ war ja schon so etwas Ähnliches, nicht wahr? Irgendwann hat dich jemand gefragt, ob du nicht einmal etwas anderes probieren willst. Was war es? Oral? Anal? Wenn du es getan hast, dann hast du noch weitere Gefühle kenngelernt – solche, die dir gefallen haben – aber auch solche, die du nicht noch einmal erleben wolltest.

Zwischen Scham und Lust

Nun ist die Sache so: Viele Menschen (vor allem Frauen) „schämen“ sich, weil sie einmal oder mehrmals mit ihren Körper Experimente gewagt haben. Dieses Gefühl kann mit einem anderen Gefühl konkurrieren – der Lust daran. Auf Dauer ist die Frage, was stärker ist – Lust oder Scham? Wichtig ist auch, was du dir zumuten kannst - das ist ähnliche wie bei sportlichen Betätigungen.

Neue Gefühle – entspannt erleben

Wenn du solche Konflikte mit der Lust schon einmal erlebt hast, dann weißt du ungefähr, was S/M-Praktiken oder „Kinky Sex“ bedeuten: Neue Gefühle, die heiße und kalte Schauer in dir erzeugen können. Was immer sie auch bewirken mögen – du solltest darauf vorbereitet sein, dass deine Gefühlswelt danach farbiger ist. Versuche in jedem Fall, das „Neue“ gelassen anzugehen – mit der nötigen Vorsicht, aber möglichst entspannt. Wenn du danach mit einer Freundin oder einem Freund darüber reden willst, kann es sein, dass er/sie nicht versteht, warum du dich „auf so etwas“ eingelassen hast.

Schauergeschichten und Märchen – und die Realität?

Der sogenannte „Mainstream“, also das, was in der Presse über S/M geschrieben wird, ist nicht die Realität. Was dort steht, liegt meistens im Graubereich erotischer Fantasien, Märchen und Schauergeschichten.

Pornografie - zu viele Erniedrigungen

Auf der anderen Seite steht die Pornografie, der mittlerweile der Stoff ausgegangen ist. Immer härtere Themen, immer mehr Erniedrigungen, immer mehr gepeitschte und geschundene Menschen. Was dort geschieht, erinnert an Krimis, Vampirgeschichten oder Horrorfilme, die ähnliche Themen behandeln. Es mag anregend sein, aber es ist sehr wahrscheinlich nicht das, was du suchst.

Emotionen, Emotionen …

Was Menschen wirklich bewegt, ist komplizierter, denn es geht um Emotionen, die lediglich etwas heftiger ausgelebt werden und sich etwas anders „anfühlen“.

Jüngst verriet mir eine Frau, was wirklich wichtig ist – nämlich genau sagen zu können, was man ausprobieren will und wie es ablaufen soll. Nicht in nackten Worten, sondern in „nackten Emotionen“. Also „was will ich fühlen und erleben“ und „wie soll es sein“. Du entwirfst also ein Bild davon, welche Gefühle du durchleben willst – und mit welchem Ziel -und dies Bild vermittelst du einer Person, zu der du absolutes Vertrauen hast.

Manchmal möchten Menschen weinen, die seit Jahren nicht geweint haben. Manchmal möchte sie sich unterwerfen, weil sei niemals mehr Gelegenheit dazu hatten. Es gibt einige Hundert Gründe, warum Menschen diszipliniert werden möchten oder warum sie „endlich“ etwas tun wollen, was sie sich schon immer gewünscht haben.

Etwas spielen, was du nicht bist

Das Wichtigste bei allem: Wenn du etwas tun willst, was ungewöhnlich ist – sieh es als Spiel an, nicht als Ereignis, das dein Leben verändern wird. Du probierst etwas aus – das ist alles.

Spielen: Sex an sich ist ein lustvolles Spiel. S/M-Praktiken sind im Grunde Spiele mit deinen Emotionen – nur, dass sie etwas heftiger sind. Wenn jemand sagt, dass du etwas „versautes“ tust – ja sicher tust du das – aber du spielst eben die „Sau“ – du bist sie nicht.

Manche Menschen sagen: „Das ist auf keinen Fall ein Spiel.“ Lass sie denken, was sie wollen. Du spielst deine erotischen Spiele und sie spielen ihre Spiele.

Mehr in "allure" (englisch).
Bild: Nach einer vergilbten historischen Illustration Datum unbekannt, Autor(in) anonym.

Neu belebt: Die frivole Welt der Hanne Lore Meinerwerks

Hannelore (oder Hanne Lore) Meinerwerks geisterte einige Monate als fiktive Autorin durch die Liebeszeitung. Dort war sie für das Absurde zuständig, beispielsweise für Gefühlskitsch und den Genuss von Badewasser weiblicher Personen.

Dieser Tage ist sie zu „Sehpferd“ zurückgekehrt, um über sinnliche Sünden zu schreiben. Dazu haben wir das inzwischen fast demontierte Blog „Lustsünden“ wieder aufleben lassen.

Die Artikel sind alle unter dem Begriff „Meinerwerks frivole Gedanken“ zu finden. Hanne Lore versucht dabei, dich mit deinen „Sünden“, „Lüsten“ und ungewöhnlichen Bedürfnissen zu versöhnen. Sie sagt so ungefähr: „All diese Empfindungen sind nicht deine Feinde, sondern sie gehören zu deiner Person – also sei lieb zu ihnen.“

Neu (und typisch) ist zum Beispiel ein dreiteiliger Artikel über weibliche erotische Dominanz. Er enthüllt zum Beispiel, welche Vorteile du hast, wenn du dein „innere Domina“ entdeckst.

Liebe, Lust, Leidenschaft und Dominanz … wer setzt den Schwerpunkt?

Frau Generalin im Negligee
Wir schreiben über die Liebe … ja, das tun wir. Von einem rein akademischen und wissenschaftlichen Standpunkt hat dies Sinn – ist aber langweilig.

Die andere Variante wäre, so viel süße Soße darüber zu gießen, dass die Tränendrüsen Dauerdienst bekämen. Das ist ein bewährtes Rezept, aber wir schreiben ja keine Groschenromane.

Blieben noch die Ratschläge ... die sind am billigsten.

Die wilde, aufkeimende Lust

Die plötzlich aufkeimende Lust, die unkontrollierbare Leidenschaft – von Mann zu Frau, Frau zu Mann und Frau zu Frau gib es heute in jedem Krimi. Sie kommt – bis zu einem gewissen Grad – auch in der Realität vor. Von Mann zu Mann ist es weniger spontan – und außerdem nicht so beliebt im öffentlichen Fernsehen.

Ich bin sicher, mindestens zwei Varianten haben schon recht viele Leserinnen selber erlebt. Vielleicht wäre es also doch sinnvoll, mit glutvoller Leidenschaft über alles zu schreiben, was passiert, bevor sich Mund zu Mund und Zunge zu Zunge findet – vom Rest einmal ganz abgesehen.

Die reine Sinneslust und die Dominanz

Die reine Sinneslust? Die vielen Varianten? Die Rollenspiele? Ich las gerade, dass es nach wie vor eine Uniformerotik gibt … und dass damit vor allem „Cheerleader“ oder andere weibliche Uniformträgerinnen aus Fanfarenzügen gemeint sind – kam so etwas nicht schon mal im Krimi vor? Bei Barnaby gab es doch sogar einmal eine dominante Reitlehrerin, die ihren Kunden kunstvoll das Hinterteil verbläute? Ja, die gab es – und eine Szene zwischen Tom und Joyce Barnaby, der etwa so verlief:

Und einer der besten Teile der gesamten Serie kommt ganz am Ende der Episode, als Joyce verrät, dass sie niemals in einem Bordell arbeiten würde, aber dass es ihr nichts ausmachen würde, die Domina zu spielen.

Welche unserer Leserinnen würde ebenso denken? Haben nicht viele Frauen den heimlichen Wunsch, den Partner zu dominieren? Und wer würde es seinem „schnarchenden Nächsten“ vor dem Einschlafen im Ehebett gestehen?

Bei den Rollenspielen weiß ich nie so genau, wie ihr darüber denkt. Vor allem dann, wenn die „inneren Erlebnisse“, die ihr damit habt, durchaus einen heftigen Eindruck hinterlassen. Gewollt? Ungewollt? Lest ihr so etwas wie Abenteuerromane, oder bäumt sich die Psyche auf, während ihr darüber lest?

Viele Fragen auf einmal, nicht wahr? Und ich bin nun wirklich ein wenig ratlos ... wie war das? Was wollt ihr lesen?

Das Bild oben? Oh ja, es entstammt unserer Kuriositätensammlung.
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Die Woche: Schluss mit dem Zeitgeist – zurück zu den Wurzeln

Wer die Wahrheit über Liebe, Sex und Lust lesen will, versucht meist vergeblich, in Tiefen der geisteswissenschaftlichen Literatur Wahrheiten zu finden. Das liegt weitgehend daran, dass viele der Geisteswissenschaftler mit der Natur hadern – sie wollen ein Menschenbild aus den Bausteinen des Geistes zusammensetzen – und dabei sind sie sehr kreativ.

Wer such eigentlich was, wenn er nach Liebe sucht?

Ein Beispiel ist die Suche nach Liebe schlechthin. Ich las bereits einige duzend Male, dass Menschen nach Liebe suchen – doch was suchen sie wirklich? Wenn jeder etwas anderes unter „Liebe“ versteht – vom Sozialkitt bis zum Geschlechtsakt – dann kann es nicht sein, dass alle nach der gleichen „Liebe“ suchen. Doch wonach suchen sie dann? Eines der Argumente, mit denen ein zweites Treffen immer wieder verweigert wird, lautet, „dass der Funke nicht übergesprungen“ ist oder jemand „keine Schmetterlinge im Bauch“ vorgefunden hat. Beides sind mehr oder weniger Ausdrücke dafür, „nichts gefühlt zu haben“. Wer das sagt, wundert sich, dass der Körper den Chemo-Turbo nicht sogleich zugeschaltet hat.

Räusper … Menschen suchen Menschen, mit denen sie gerne zusammen sind. Punkt. Andere suchen Menschen, die sie geil machen. Noch mal Punkt. Mal schlägt die animalische Begierde gleich zu – mal braucht es etwas Zeit, bis sie sich entwickelt.

Jede Kleidung kann einen Fetisch ansprechen

Die Eule des einen ist die Nachtigall des anderen … an diesen Satz wurde ich erinnert, als die Redaktion darüber nachdachte, was eigentlich eine „Fetischkleidung“ ist. Mal locker betrachtet: Das Oberteil, mit dem eine junge Frau in Budapest in langen Sommernächten öffentlich zeigt, kann dem sehr ähnlich sein, dass eine Dame auf St. Pauli in ihrer Strip-Show an- beziehungsweise auszieht.

Jede Kleidung kann eine erotische Wirkung haben - nicht nur Dessous

Nachdem wir längere Zeit recherchiert haben, stellten wir fest: Jede Bekleidung kann wie ein „Fetisch“ wirken. Die schlichte Bekleidung einer Turnerin aus den 1960 Jahren ebenso wie das Lederoutfit einer Domina. Und was ein kurzes Blümchennachthemd für den einen ist, das kann ein aufwendiges Spitzennegligé für den anderen sein. Und ja, es gibt Zuweisungen (Etiketten) für Frauen, die ihre Haut sinnlich verhüllen, um begehrenswerter zu wirken. Aber das geht nur die Frau an, die sie trägt, und nicht die intellektuellen Schwätzer(innen), die sich darüber die Mäuler zerreißen. Was sonst über Dessous zu sagen wäre? Eigentlich nur dies: Vergesst mal alles, was derzeit in den gängigen Frauenzeitschriften steht. Die sind so etepetete geworden, dass sogenannte „Reizwäsche“ gar keine Option mehr ist. Das wieder fällt unter die Kategorie „Zeitgeist.“ Schöne Wäsche gefällt nahezu jedem Mann, unabhängig von der Debatte darüber, was Frauen sind oder nicht sind.

Die Geschlechter- und Rollenbilder sind mehrdeutig

Das wieder liegt daran, dass das „neue“ Geschlechterbild seit Jahren mit der Natur einerseits und mit der Kultur andererseits kollidiert. Das heißt, dass Männer „richtige Männer“ zu sein haben, die „mir mal zeigen, wo es lang geht“, die aber zugleich Gentleman der alten Schule und verständnisvolle Familienväter sein sollen.

Dating - wo laufen sie denn ...?

Nachdem all dies gesagt ist, kommen wir zur Humorfraktion. Die Presse versucht derzeit alles, um „uns“ (wen eigentlich?) Über „alternative Methoden“ der Partnersuche zu informieren. Letztlich bliebt es immer dabei: „Gehe dahin wo Menschen sind“ oder „Schaffe neue Balzplätze“. Oder man schreibt einfach mal: „Junge laufen weg…“. Gemeint ist die Gründung von Laufgruppen zum Kennenlernen. Wie kreativ … auch von Gruppentreffen der Witwer und Witwen war schon die Rede. Früher nannte man so etwas noch Selbsthilfegruppen.

Nur Bio-Frauen - frisch gescannt

Heterosexuelle Männer sind bekanntlich nicht ausgesprochen wild darauf, Transfrauen zu treffen. Und homosexuelle Frauen haben, wie es scheint, das gleiche Problem in „anders“. Sie wollen nur Bio-Frauen in ihrer Umgebung dulden und versuchen, Transfrauen von Kennenlern-Veranstaltungen (Speeds-Dating) auszuschließen. Was wieder viel Licht auf die Akzeptanz des abweichenden „sozialen Geschlechts“ wirft, das in der Theorie in der Queer-Szene seinen festen Platz hat.

Wird die Liebeszeitung nun konservativ?

Alles etwas konservativ? Versorgungsehen, Mehrgenerationsfamilien, „ganz gewöhnliche Ehepaare“? Also – mich verwirrt dabei das eine oder andere, zum Beispiel die vielen Nesthocker, die sich „Familienmenschen“ nennen – ganz zu schweigen von all jenen, die „seit 10 Jahren single sind oder „mit 35 noch keine Beziehung hatten“.

Wenn ich all diese Gedanken summiere, bin ich wirklich froh, dann und wann ein bisschen konservativ zu denken.

Und euch wünsche ich viel Freude an diesem Wochenende.