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Der enorm hohe Preis der Liebe

Die Frage „was kostet die Liebe“ wird uns den ganzen Dezember beschäftigen – und ich denke, niemand wir am Ende sagen: „Aber die Liebe? Die kostet doch nichts!“ Der erste Artikel dazu beschäftigt sich mit dem Verlust der Freiheit - ein hoher Preis. Wirst du ihn bezahlen? Hast du dir jemals Gedanken darüber gemacht? Wenn nicht, dann zieh dich warm an.

In Grimms Märchen ist die Liebe kostenlos. Die Zwerge verschenken das, was sie nicht für alles Gold in der Welt hergeben wollten. Damit ist das Romantik-Klischee erfüllt und der Edelmut bewiesen.

Die Liebe kostet die Freiheit - jedenfalls ab Eheschließung

Auf den Spuren der Kosten für die Liebe begebe ich mich in die Niederungen des einfachen Denkens: Die Liebe kostet uns die Freiheit. Wenigstens einen Teil davon. Wenn wir lieben, uns verloben, vielleicht heiraten oder eine Familie gründen, verlieren wir Schritt um Schritt Freiheiten. Wir begeben uns in die Abhängigkeit der Partnerin oder des Partners, müssen mit der gesamten Mischpoke gut Freund werden, wozu auch Besuche zu Weihnachten gehören – kurz: Der Preis ist hoch. Wir können weder von heute auf morgen den Wohnort noch die Arbeitsstelle wechseln. Alles, was folgt, muss, wenn es überhaupt noch stattfinden kann, abgesprochen werden.

Die Vergangenheit: Die Mark wird nun 50 Pfennig wert

Niemand soll sagen, dass die Liebe nicht kostet. Wir zahlen den Preis von der ersten Begegnung an. Noch vor etwa 50 Jahren sagte man den Männern, die „Mark“ sei nach der Eheschließung nur noch 50 Pfennig Wert. Damals war es für Männer selbstverständlich, Frau und Kinder zu ernähren, während Frauen ihnen willig überall hin folgen mussten. Alle zahlten somit ihren Preis, und er hieß Unfreiheit.

Rein ökonomisch gesehen wurde der Verlust der Freiheit durch nichts aufgewogen, denn wo keine Freiheit war, da gab es auch keine Entwicklung.

Das Glück wurde auch herbeigeredet, wenn es nicht existierte

Außerhalb der Ökonomie – nun ja … da gibt es die Worte „Glück“ oder „Zufriedenheit“. Und in der Tat bestärkten die Familien einander stets darin, glücklich zu sein. Auch, wenn die Ehefrau soff und der Mann sich als Hurenbock erwies. Jalousien herunter und beim Krämer erzählen, wie glücklich das Eheleben war.

Wenn der Ehemann brav war und der Familie mithilfe von Freunden ein schickes Häuschen baute, das auch noch mit viel Aufwand ausgestattet wurde, war alles in Butter. Inzwischen hatte die Ehefrau möglicherweise schon ein Verhältnis und ließ sich bald darauf scheiden. Der Mann war entsetzt, die Frau fühlte sich im Recht, und am Ende bleibt ihm fast nichts. Ach ja, Pech gehabt – und sowieso war ja alles seine Schuld, hätte sich eben mehr um seine Frau als seinen Job kümmern müssen.

Und NEIN – es betraf mich nicht. Und JA, heute sind die Verhältnisse oft anders.

Heute - zwei Freiheiten müssen teils aufgegeben werden

Aber der Preis für die Liebe ist nach wie vor, einen Teil seiner Freiheit und Unabhängigkeit aufzugeben. Und heute kommt, im Gegensatz zu den 1960er oder 1970er Jahren noch hinzu, dass auch die Frau einen Teil ihrer inzwischen erworbenen Freiheiten wieder aufgeben muss.

Der Preis der Liebe ist seither nicht günstiger geworden, doch die Konflikte sind nun doppelseitig. Folgt der Ehemann nun seiner Ehefrau? Oder folgt sie doch ihm? Oder schwirrt einer von beiden durch die Welt wie ein Kolibri, während der andere das Nest hütet?

Das sind Fragen, die keiner stellt, weil sie als „ungehörig“ gelten. Die Liebe wird verherrlicht, der Preis wird verschwiegen.

Falls ihr mich nun fragt: Ja, bist du gegen die Ehe? Dann sage ich „Nein, auf keinen Fall.“ Aber es schadet nichts, sich Gedanken darüber zu machen, auf was man verzichten kann, wenn man heiratet.