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 Liebeszeitung - Lüste, Liebe, Beziehungen und viel mehr.

Mehr Dates – mehr über sich selbst lernen

Ich hasse normalerweise Promi-Ratschläge. Aber dieser hier taugt etwas – und sicher nicht nur für Dates:

Date viel, und wenn ein Date schlecht läuft oder du eine schlechte Erfahrung machst, mach weiter. Wenn es nicht passt - Nächster"

Michelle Obama

Ich weiß, dass Misserfolge schmerzen können – schließlich hatte ich selber welche. Aber am Ende ist es so: Je mehr Menschen du kennenlernst, umso mehr lernst du über dich selbst.

Über dich selbst? Ja, denn all deine Begegnungen entschwinden wieder - und du wirst sie schnell wieder vergessen. Aber du selbst? Du lebst weiterhin mit dir.

Wenn du das bezweifelst, frag dich doch mal: Warum sollte dich jemand heiraten? Oder: Warum sollte er (sie) auch nur eine einzige Nacht mit dir verbringen?

Frag dich selbst – und finde deine Antworten.

Freunde, Leben, Anderssein und das wandernde Selbst

Ich könnte meine Schulfreunde noch benennen. Wir waren drei, zwei waren regionales Urgestein und einer war ein „Nachgezogener“, der in dem neuen, modernen Viertel wohnte, das zwischen dem regionalen Kino und der Beamtensiedlung entstanden war.

Mit einigen blieb ich noch in Kontakt, zum Teil, weil wir auf dieselbe „weiterführende“ Schule gingen. Und dann? Mit der Berufstätigkeit verlor ich sie aus den Augen und schon bald wechselte ich die Stadt. Von Nord nach Süd.

Die andere Sprache

In dieser neuen Stadt sprach die Mehrheit der Menschen kein Hochdeutsch - das ist dort so üblich. Wer richtiges Deutsch sprechen wollte, musste in die Klubs oder Kreise der „Auswärtigen“ gehen, also aller, deren Wiege nicht zufällig im Schwäbischen stand.

Diese Freunde und Kollegen kamen und gingen, bildeten bald Paare und zogen um, und ich lernte etwas über die Sprache, die Kommunikation schlechthin und was sie für Menschen bedeuten könnte. Wer das tut, wird schon bald der Gruppe der Intellektuellen zugerechnet, die entweder „ziemlich weit links“ sind oder aber „moderat konservativ“. So wie die drei Freunde, die ich nunmehr hatte.

Nicht alles bleibt, wie es ist

Freude haben es nicht gerne, wenn man sich weiterentwickelt. Sie gehen davon aus, dass alle das bleiben, als was man sie kennengelernt hatte. Ein Freund von der SPD, einer von den Liberalen, einer aus der Fraktion der „Gutherzigen“ … es gab noch ein paar andere, und selbstverständlich gab es auch Freundinnen.

Einige gründeten Familien oder andere Gemeinschaften – was letztlich dazu führte, dass man nun „Paare besuchte“. Als ich selbst irgendwie zu einem „Paar“ wurde, besuchten „wir“ auch Singles. Schließlich wurde ich selber wieder „Single“ und ging häufiger das ein, was man „Beziehungen“ nennt. Inzwischen lebe ich „ganz woanders“. Manchmal sage ich: Ja, ich wohne zwar hier, aber mein Selbst ist in mir – und nach wie vor nicht ortsfest.

Nein, ich will euch nicht kein ganzes Leben erzählen. Das tun nur Leute, die sich übermäßig wichtig und „ganz toll“ finden.

Das "Anderssein" wählen?

Was ich euch sagen will, ist dies: Wer das „Anderssein“ gewählt hat, wer nicht in die üblichen Schuhkartons passt, die unsere „Gesellschaft“ uns zugedacht hat, der hat ein unbequemeres Leben. Allerdings ist es auch interessanter und führt zu wesentlich mehr Erkenntnissen.

Und warum schreibe ich diesen Artikel?

Weil die Partnersuchenden unter euch oft denken, dass mit dem neuen Partner (der neuen Partnerin) alles so bleibt, wie es ist und sich niemals ändern wird. Selbst, wenn es euch stört: Alles ändert sich. Ihr selbst, eure Einstellung zu Eltern und Kindern, Geld und Eigentum … alles. Falls du einen guten Rat willst: Stell dich darauf ein.

Die Persönlichkeit – wie sich der Begriff verändert

Einst war es das ICH, das uns beherrschte, dann das SELBST, und schließlich wandelte sich alles in etwas, da ebenfalls nie schlüssig erklärt werden konnte – die Persönlichkeit.

Uns? Waren es nicht eher Philosophen, Psychologen und andere „Deuter“?

Die Persönlichkeit - nichts als eine Sammlung von Eigenschaften

Im Grunde wissen wir schon lange, dass „die Persönlichkeit“ nichts als eine Sammlung von Eigenschaften ist. Aus ein paar Dutzend möglichen „Traits“ (Eigenschaften) hat man schließlich fünf herausgefiltert und sie als „Big Five“ in die Welt der Psychologie eingebracht. Und ob es nun wirklich die „großen Fünf“ sind, stand schon immer infrage. Das System – wie auch allen anderen, ähnlichen Systemen – beruhten auf der „Introversion“ und „Extraversion“ als Gegensatzpaar oder auch als skalierbare Grundlage. Als wichtig wurde also angesehen, ob jemand eher „nach innen gewandt“ ist oder ob es ihn eher an die Öffentlichkeit drängt.

Ist das "psychologische" an der Persönlichkeit realistisch?

Das alles mag ja nett gedacht sein, und sicher wird dies mancher Personalchef begrüßen. Aber eine Persönlichkeit ist mehr als solch ein simples Gedankenspiel. Und selbst, wenn wir noch die vier anderen Begriffe dazunehmen: Ist die „psychologische“ Persönlichkeit auch „die Persönlichkeit“?

Vermutlich nicht – es handelt sich möglicherweise um einen Irrglauben. Denn: Persönlichkeitseigenschaften sind nicht wirklich Eigenschaften, auch wenn sie so genannt werden, sondern Ausdruck eines Verhaltens. Dieses Verhalten kann sich je nach Situation und Umgebung ändern. Das heißt, der Eindruck der Persönlichkeit in der Situation, die du mit ihm/ihr durchlebst, ist wesentlich entscheidender als das Gebilde, das nach dem Ausfüllen eines Fragebogens entsteht.

Fertigkeiten und Fähigkeiten oder andere "Merkmale"?

In letzter Zeit wird oftmals empfohlen, andere Gesichtspunkte zu berücksichtigt als früher. Die „Persönlichkeit“ besteht demnach eher aus „Fertigkeiten und Fähigkeiten“, man könnte auch sagen: aus dem Erbe der Evolution und dem eigenen Lernen. Wer wollte auch wirklich wissen, welche der „Traits“ sich hinter der Persönlichkeit verbergen? Schön, dass wir wissen, wie viel Offenheit in jemandem steckt – doch offen wofür? Was ist uns wirklich wichtig?

Eigenschaften oder Ausdruck des Verhaltens?

Hinzu kommt noch etwas: Persönlichkeitseigenschaften sind nicht wirklich Eigenschaften, auch wenn sie so genannt werden, sondern Ausdruck eines Verhaltens. Dieses Verhalten kann sich je nach Situation und Umgebung ändern. Das heißt, der Eindruck der Persönlichkeit in der Situation, die du mit ihm/ihr durchlebst, ist wesentlich entscheidender als das Gebilde, das nach dem Ausfüllen eines Fragebogens entsteht.

Dunkle Seiten und das Herbeireden einer negativen Persönlichkeit

Eine weitere Unsitte der Psychologie solle zumindest erwähnt werden: der Versuch, Persönlichkeiten nach „guten und schlechten“ Eigenschaften zu bewerten. Das ist in letzter Zeit der Fall, nachdem man von „Dark Traits“ spricht – das sind deutlich schlecht bewertete Eigenschaften, aus denen dann der „Dunkle Charakter“ zusammengekocht wird. Diese Theorie wurde erst 1998 entwickelt und wird durch soziale Netzwerke inzwischen überall verbreitet, obgleich diese Eigenschaften weder Neuerungen darstellen noch typische „negative“ Persönlichkeitsmerkmale sind.

Was bedeutet das alles?

Vermutlich wird in Zukunft als „Persönlichkeit“ nur noch das gelten, was wir als „unsere Persönlichkeit“ wahrnehmen. Die anderen werden das genau das annehmen, was sie auf lange Sicht an unserem Verhalten beobachten können. Der Begriff der „Persönlichkeit“ hat sich also völlig verändert. Er ist ein „Eindruck von uns“, sei es nun unser Eindruck oder der Eindruck anderer.

Hinweis:
Dieser Artikel beruht auf Beobachtungen allgemeiner Art sowie auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Unter den geschilderten Voraussetzungen fällt viel Licht auf das "psychologische Matching".

Quellen:
sehpferd
hofgrefe

Bist du in jeder Hinsicht normal?

Sag - was ist für dich normal ...
Wenn du dich das niemals gefragt hast – dann beantworte diese Frage: „Woran merkst du, dass du normal ist?“

Nehmen wir an, du sagst: „Weil ich so bin, wie viele andere auch, das ist doch normal nicht wahr?“

Du bist also das, was viele andere auch sind? Ich bezweifle es. Andere sind Verkäuferinnen, Friseurinnen, Vertreterinnen oder Ärztinnen. Wahrscheinlich sind sie nicht wie du, oder? Andere haben zwei Mütter, sind Einzelkinder oder innerhalb von Patchwork-Familien aufgewachsen. Du auch?

Wahrscheinlich wirst du nun sagen: „Nein, nein, ich meine, ich bin psychisch, sozial, emotional oder körperlich völlig normal.“

Das bist du zwar auch nicht, weil es dafür keine verbindlichen Normen gibt. Aber es lohnt sich, darüber zu reden. Dein „normal“ besteht also aus deinen grundlegenden Eigenschaften. Rechnen wir deine Persönlichkeit und dein Verhalten noch dazu, dann sind es ziemlich viele Merkmale, die in dieser Kombination nur DU hast. Das heißt aber auch: Andere sind nicht so normal wie du, sondern anders normal.

Sexuelle Identität als Beispiel – normal und anders normal

Du hast, wie so viele, eine sexuelle Identität, und die meisten von euch würden sich als „heterosexuell“ bezeichnen. Da sich die Mehrheit der Menschen dazu zählt, gilt das als „normal“. Nun ist es so: Wenn du dich als „normal“ bezeichnest, dann müssen die anderen ja „unnormal“ sein. So etwas mögen „die anderen“ aber nicht, und sie sagen: „Du bist heteronormativ.“

Das Wort bedeutet, du hältst Heterosexualität für eine Norm. Und tatsächlich ist es DEINE Norm, und für dich kannst du so viel Normen definieren wie du willst. Du darfst selbstverständlich auch „unnormal“ sein, denn kann wird dich daran hindern, dann und wann eine deiner Normen aufzugeben.

Normal sein - das Gleichgewicht der Überzeugung wahren?

Das, was du eigentlich tust, ist dein Gleichgewicht aus Überzeugungen, Eigenschaften und noch viel mehr aufrecht zu erhalten. Du willst also einen „stabilen Zustand“, weil du dich darin auskennst und wiederfindest.

Das ist nicht falsch, aber die Frage ist, ob du auf Dauer damit leben kannst – und diese Frage hat wieder gar nichts mit sexueller Ausrichtung zu tun. Vielmehr ist es die Freude, mehr zu versuchen als das, was dein „Ruherepertoire“ der Normalität hergibt.

Normalität ist nicht alles

Diese Idee durchzieht das ganze Erwachsenenleben. Wenn es dir noch nicht aufgefallen ist: Da ist etwas mehr als die „Normalität“ in dir – und auch in vielen, vielen anderen. Und diese Schätze zu entdecken, steht dir offen, und fast allen anderen Menschen auch.

Erkenne dich selbst, heile dich selbst?

Woran sich der Mensch klammert ... und was er dabei fühlt
Mit fiel in den letzten Wochen auf, wie viele selbstgefällige Autorinnen und Autoren sich in der Sparte eines populären Autorenkollektivs zum Thema „Erkenne sich selbst - heile dich selbst“ äußerten. Die meisten standen irgendwelchen selbst ernannten Gurus nahe oder glaubten selber, welche zu sein. Übrigens fiel es den Betreibern durchaus ebenfalls auf.

Das Wissen über sich selbst - eine natürliche Entwicklung

Klar – es ist sinnvoll, mehr über sich zu wissen. Die meisten von uns haben irgendwann festgestellt, was sie sind, was sie gerne wären und tatsächlich auch noch werden können. Und natürlich auch, ihre Grenzen zu kennen. Das nimmt der Mensch normalerweise auf, bis er gegen 30 Jahre alt ist. Ein Teil der Menschheit muss später noch Korrekturen anfügen. Auch das ist ganz normal.

Wenn die Gurus die Feder führen

Doch seit es das Internet gibt, und jeder mit Weisheiten um sich werfen kann, ist „Know Yourself, Heal Yourself“ zu einer Art Mantra geworden, das von früh bis spät heruntergebetet wird. (Die Version mit „Yourself“ wird kaum noch genutzt, der „aufgeklärte“ Internetbenutzer nutzt Neusprech: „Thyself“).

Egal, ob „You“ oder Thy“ – es geht immer darum, Methoden zu beschreiben oder zu vermarkten, mit denen man sich (oder sein „Selbst“) besser kennenlernen kann. Da dies den meisten Gurus kaum ausreicht, versprechen sie noch, dass sich das eigene Leben in positiver Weise verändern wird – und sie fühlen sich dadurch als „Heiler“ oder „Heilsbringer“.

Das Leben modifizieren?

Ist es überhaupt möglich, das eigene Leben zu „modifizieren“?

Dazu gibt es drei Thesen:

Die eine geht davon aus, dass sich ein „ruhendes Potenzial“ im Gehirn befindet, das du nicht ausschöpfst. Sobald du eine der vielen angebotenen Methoden konsequent einsetzt, wirst du „persönliches Wachstum“ erleben.

Die zweite These, die hauptsächlich von quasi-religiösen oder esoterisch orientierten Frauen und Männern verbreitet wird: Es gibt unsichtbare Kräfte, die dir noch verschlossen sind. Sie werden sich aber für dich öffnen, sobald du dich spirituell auf eine neue Lehre einlässt.

Die dritte These ist ebenfalls spektakulär, aber eher nüchtern: Solltest du wirklich etwas nicht erreichen, was normalerweise kein Problem darstellen sollte, beruht dies zumeist darauf, dass du dir „selbst im Weg stehst“. Manchmal ist es sehr einfach, dieses Problem zu beseitigen (zum Beispiel bei einem „Flaschenhals“). Manchmal sind aber auch erhebliche Bemühungen nötig, um „umzulernen“. Das nennt man dann auch „Verhaltenstherapie“.

Meist lösen sich Probleme von selbst ... und wenn nicht, ist Mühe nötig

Ein Trost für die Allgemeinheit: Die meisten Probleme „heilen“ sich selbst, ohne euer Zutun. Körper und Geist sind normalerweise darauf vorbereitet. Taucht ein Problem auf, so ist das der Beweis, dass euer „Alarmsystem“ gut funktioniert: Sobald wie keine „automatischen“ Lösungen mehr haben, meldet das Gehirn: „Hallo, mein Mensch, du hast ein Problem – jetzt musst du mal ran und etwas korrigieren“.

Gefahren, Risiken und Erfolge

Was auch heißt: Normalerweise ist weder Esoterik noch das Leben nach einer bestimmten Methode nötig, um etwas zum Besseren zu verändern. Und ein Nachsatz muss auch noch gesagt werden: Jeder Eingriff in dein bisheriges Leben kann etwas Positives, etwas Negatives oder nahezu gar nichts bewirken.

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