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Enttäuschte Erwartungen – wenn Männer „nein“ sagen

Merkst du denn gar nix?
Also, da wären zunächst die Klischees. Männer sind schwanzgesteuert, dauergeil und halten intensives Vögeln in jede beliebige Körperöffnung für Sex.

Gibt es. Klar. Haben Sie schon mal erlebt, nicht wahr? Auch klar.

Doch wenn Frauen – sage wir mal – ein Date haben, und wenn dieses Date mit Hoffnungen und Erwartungen überfrachtet ist? Wenn dafür das Töchterchen oder der Sohnemann zur Oma gebracht wurde? Wenn die Spitzendessous schon im Bad liegen, damit sich frau noch umziehen kann, die Rosenblätter schon auf den Laken liegen und der Champagner im Kühlschrank darauf wartet, seine Perlen entladen zu dürfen?

Na klar – manche Frau würde sagen: wozu das ganze Getue? Reicht es nicht, sich auf dem Sperrmüll-Sofa hinzulegen und den Rock hochzuziehen? Denn das Klischee (aha!) will doch dies: Männer haben sowieso immer „einen stehen“, und wenn nicht, kann das schnellstens erledigt werden.

Und dann platzt das Klischee. „Nö du, soooo nun auch wieder nicht …“, also nicht mit Spitzendessous attraktiv ins Bett legen, Champagnerglas in der Hand … und so weiter. Und es gibt wirklich Männer, die nicht auf Sperrmüll-Sofas vögeln wollen.

Na ja – und dann heißt es: „Hast du nicht gemerkt, dass ich dich will“, oder in einer anderen Version: „Ich war schon feucht, als wir das Café verlassen haben – und du Stoffel hast nichts gemerkt?“ Oder mal ganz provokativ: „Wenn du mich nicht vögeln willst, was willst du dann hier?

Ob dies alles „authentische“ Zitate sind? Ja, was glauben denn Sie? Seit Frauen recht selbstbewusst sind, sagen sie auch, was sie denken. Und das waren noch nicht die heftigsten Sprüche, die ich hörte.

Und nun mal das Fazit: Männer sagen nicht gerne „Nein“. Über die Gründe mögen Psychologen, Sozilogen oder meinetwegen Abortwärter(innen) streiten. Und weil sie nicht „Nein“ sagen wollen, finden Sie einen Ausweg. Und manchmal eben auch nicht, und falls nicht, dann tun sie es trotzdem.

Sehen Sie, liebe Mitmenschen … das ist es ja auch, was die Klischees fordern. Und falls Sie ein Mann sind und jemals zu einer Frau „Nein“ gesagt haben – dann werden Sie ja die Reaktionen kennen.



Warum Wissenschaft und Realität auseinanderklaffen

Warum Wissenschaft und Realität auseinanderklaffen

Ich habe gerade eine Textstelle gelesen, die für mich sehr aufschlussreich war. Formal geht es dabei um Feminismus, aber es könnte um nahezu alles aus dem Bereich der Geisteswissenschaften gehen.

Lassen Sie mich zunächst einmal zitieren, was ich behandeln will (etwas gekürzt):


Die größte Schwierigkeit sei es … die gelernten akademischen Konzepte in den Alltag zu übersetzen. Ich schämte mich ein wenig, weil ich mit all meinen aktuellen Debatten und Terminologien im kulturfeministischen Gepäck fast gar nichts anzubieten hatte, was im Gleichstellungsalltag auf dem Land, in der Kleinstadt oder der Provinzstadt von Nutzen wäre.


Ich habe nur die Teile zitiert, die ich für relevant für die Grundhaltung der Geisteswissenschaften halte. Sie glauben, den Menschen tatsächlich zu verstehen, und nicht nur dies: Sie wollen ihr Bild vom Menschen, so, wie sie ihn verstehen, auch vermitteln. Und mehr noch als dieses Menschenbild zu vermitteln wollen sie es nach Möglichkeit verändern.

Mir steht nicht an, daran Kritik zu üben, und ich gebe gerne zu, auch schon so gedacht zu haben. Es wäre schön gewesen, ein Messias des logischen Denkens geworden zu sein oder wenigstens dessen Prophet. Doch zwischen der Theorie sei sie auch noch so fein erarbeitet, und ihrer Umsetzung steht die Realität. Und diese Realität fußt auf dem „Machbaren“, nicht auf dem „theoretisch Möglichen“.

Was ich noch dazu sagen muss: Die Diskussion hat gar nichts mit Großstädten, Kleinstädten, Provinzstädte oder dem flachen Land zu tun. Vielmehr hat sie etwas mit dem zu tun, was Menschen erfahren können, erfahren wollen und zu ändern bereit sind. Und da sollte ich vielleicht noch dies ergänzen: In Großstädten gibt es ein Publikum, das empfänglich für Strömungen und Zeitgeist-Erscheinungen ist, und dort fällt auch nicht auf, wenn man/frau einmal „falsch liegen“ sollte. In dem, was die Autorin die „Provinz“ nennt, muss frau/man zu dem stehen können, was gesprochen und getan wurde. Und also sagt und tut man nur das, was längerfristig (also über den Tag oder die Trends hinaus) als sinnreich und wirksam angesehen wird.

Letztendlich kann ich nur dies sagen: Ich möchte die Realität lieber nach dem Muster von Paul Watzlawick definieren als nach dem, was Religionen und Ideologien dafür halten.