Skip to content
Werbung Email:

Was ich auf Dates nie hören wollte

Was ich auf Dates nie hören wollte - aber jetzt gehört habe:

Kann es sein, dass du mit mir flirtest?


Gestern gehört und beinahe vergessen. Heute wieder hochgekommen. Frage an die angeblich Partnersuchenden, die das gut finden:

Ja. Was denn sonst?


Zugucken, wie die Frau (oder der Mann) das Essen in sich rein mampft? Brav zuhören, was sie/er zu erzählen hat? Lieb die Fragen beantworten, die sie/er stellt?

Vielleicht auch. Aber eben auch flirten.

Seit Jahr und Tag höre ich diese schrägen Vögel (Pardon: Menschenkenner), die uns ständig sagen: „Online-Dating zerstört die Romantik.“

Und dann flirtet mal jemand … und es ist auch nicht recht. Wisst ihr was? Bleibt lieber allein, wenn ihr nicht aushaltet, dass jemand mit euch beim Date flirtet - so wahr ich Geza heiße.

Die arme Jugend findet keine Partner mehr

Satire in der Liebeszeitung
Die arme Jugend kann sich keine Verabredungen mehr leisten. Ei potz? Hier? Sind es die abgehängten der Gesellschaft im deutschen Osten? Gegenden, in denen die Frauen längst abgewandert und die Männer geblieben sind? Nein – es handelt sich angeblich um junge Leute aller Gesellschaftsschichten und Ausbildungswege in den USA. Und wer genau hinschaut, der sieht: Aha, wir haben es mit einem Finanzmagazin zu tun, in dem der Artikel erschienen ist (1).

Das kennt die Kosten für Verabredungen und weiß, dass so was teuer ist. Besonders dann, wenn der amerikanische Standard zugrunde gelegt wird, der ungefähr besagt: Der Mann muss sich leisten können, eine Frau zu einem hübschen Dinner einzuladen. Das kostet dann im Schnitt 102,32 USD, mit Wein, aber ohne Benzin.

Und die Lösung? Ein Sparkonto – zwei Banken werden auch gleich angegeben, die gut für den US-Mann sind. Emanzipation? Gleichberechtigung? Kosten teilen? Gemeinsam klein beginnen, dann wachsen? Alles Fremdwörter. Der Mann zahlt, die Frau lässt sich ähm … na ja, einladen.

Die Kosten des Luxus-Dates - und wozu?

Klar, ein Date kann teuer sein. Ein Dinner-Date mit einem wirklich vorzüglichen Wein, mehreren Gängen und was sonst so daran hängt – bis zu 200 Euro (nach oben immer offen). Nur: Das sind Luxus-Dates, bei denen die Männer imponieren wollen. Lustig ist: Manche Frauen rechnen auf, was sie alles für das Date „investieren“ mussten. Friseur und Kosmetikerin je gegen 60 Euro, lustvolle Dessous gegen 120 Euro, macht schon mal 240 Euro. Klar, dass der Mann dann fürs Dinner zahlt, oder?

Liebe Frauen … Dating ist kein Tauschhandel wie zu Anfang des 20. Jahrhunderts … damals wurden massenhafte Dinnereinladungen gegen – Sex getauscht. Ja, Sex. (2)

Was ist eigentlich so toll an DIR, das man dir ein Dinner spendiert?

Und heute – was bekommt der Mann eigentlich beim Dinner-Date? Sicher, er darf etwas essen. Das ist nicht schlecht. Und er darf dich ansehen – ja DICH. Hoffen wir mal, dass er Freude dran hat. Ja, und … er darf dir zuhören. Woran er bisweilen weniger Freude hat. Und er muss dir auf Fragen antworten, die ihm keine vernünftige Person jemals beim Essen stellen würde.

Also hört mal, Frauen: Wenn ihr glaubt, ihr solltet euer Anwesenheit verkaufen … tut es nicht bei privaten Dates – so wahr ich Geza heiße.

Geza redet Tacheles mit Chili – und provoziert damit. Das soll so sein.
Quellen:(1) Fool, via OPW. (2) Und für die Dinner-Einladungen von damals: "frühere Verhältnisse", Wien 2010.

Die Lust an der Hingabe

Hingabe - wenn, dann ganz und gar ...
Mag sein, dass du nie passiv warst. Bist du eine Frau? Und du warst nie passiv? Hast dich nie hingegeben, weil du verliebt oder notgeil oder betrunken warst? Und du lügst wirklich nicht? Und … hättest du es dir gewünscht? Niemals?

Ein Mann ist nie passiv, oder warst du es doch schon einmal? Nicht einmal, weil dich jemand bedrängt hat, weil du neugierig warst oder so betrunken, dass du leicht zu überzeugen warst, dich einfach hinzugeben?

Will es dir Natur so?

Die Klischees sind tief verankert. Man sagt, die Natur wolle es so. Frauen seien auf lustvolle Hingabe ausgerichtet, Männer hingegen auf sinnliches Drängen. Wer dem Klischee entspricht, wird entweder akzeptiert oder aber abgelehnt. Wer es allerdings übertreibt, wird verachtet oder gar geächtet. Darüber erdte dann möglicherweise "die ganze Welt".

Wer Klischees erfüllt, lebt unbeachtet, kann sich rühmen, ein gestandener Bürger oder eine brave Bürgerin zu sein.

Weiblich - hingebungsvoll oder fordernd?

Ach, wie war das? Du bist weiblich und hast keine Lust, dich einfach hinzugeben? Du willst Männer reizen, verführen, sie sexuell erschöpfen, solange, bis die Prostata sich nicht mehr füllt und die Hoden schmerzen? Oder sagen wir mal: Du willst selbst verführt werden, um dabei auf Lustwolken zu schweben und dich dabei völlig und erschöpfend hinzugeben? Das kannst du. Aber rede bitte nicht öffentlich darüber. Man wird sich alles nennen, was das Repertoire an Beleidigungen hergibt.

Das Klischee männlicher Sexualität - Hingabe, oder sexuelle Ekstase?

Nimm mal an, du seist männlich. Oder bist du es gar? Und nun denk mal, du hättest keine Lust, dauernd Affentänzchen auszuführen, um eventuell in einem Bett zu landen, das schon etliche Männer mit der umworbenen Frau geteilt haben. Nein, du willst verführt werden. Ob die Frau zunächst dafür sorgen soll, dass sich dein Penis regt oder ob du es liebst, wenn sie deine Rosette bespielt? Willst du, dass du dich gegen ihre Zärtlichkeiten nicht wehren kannst? Weil du dich einfach restlos hingeben möchtest? Oder willst du verführen, dich selbst an einer Frau erschöpfen, deiner animalischen Lust freien Lauf lassen – mit einer Frau, die sich ebenfalls die völlige, erschöpfende Hingabe wünscht? Manchmal wirst du es so haben können – die Lust an der Hingabe. Aber sprich niemals öffentlich darüber. Die Menschen werden sich das Maul über dich zerreißen. Mal wirst du ein brutaler Macho sein, mal ein verachtungswürdiges Weichei.

Echte Hingabe - da muss manches Klischee überwunden werden

Klischees zu folgen, ist einfach und nicht sehr aufregend. Sie zu überwinden, erfordert hingegen Mut. Sinnliches Drängen? Das kann jeder Mann, und fast jeder versucht es auch. Und gespielte Hingabe? Es gibt kaum eine Frau, die es nicht schon versucht hat.

Und echte Hingabe? Sie erfordert ein starkes Selbstbewusstsein. Was dachtest du?

Wie solltest du sein, wenn du ein lustvoller Masochist sein willst?

Frei sein für die besondere Lust?
Wenn du ein Masochist sein willst, musst du stark und selbstbewusst sein. Nur dann kannst du guten Gewissens deine Maske ablegen, das Stahlkorsett deiner männlichen Rolle. Du wirst finden, dass du dann endlich frei bist, dich deinen Wünschen, Lüsten und Fantasien hinzugeben.

Was tust du im normalen Leben? Du trägst stolz deine Rüstung, hältst deine Gefühle und Sehnsüchte zurück. Zu Frauen hältst du „smarte Distanz“. Du denkst nicht einmal daran, all das auszuschöpfen, was deine Psyche quält. Alles ist Fassade. Die brauchst du jeden Tag, aber willst du sie wirklich auch jeden Abend und jede Nacht beibehalten?

Wenn du ein erotischer Masochist sein willst, musst du Frauen treffen, die anders sind als diese Wesen, die ihren Körper mal verschämt, mal unverschämt zur Schau stellen. Und auch nicht jene, die mit deiner Männlichkeit konkurrieren wollen und ebenfalls eiserne Masken tragen.

Du benötigst dazu eine Partnerin, die Freude daran hat, sinnlich und heftig den Part der Dominanz auszuspielen. Zu dieser Frau, die du triffst, um dir Erfüllung zu schenken, musst du Vertrauen haben. Das Vertrauen ist wichtig, und es ersetzt nicht das „geschäftsmäßige Verhältnis“, das bei sogenannten SM-Begegnugen zur Regel gemacht wurde.

Nur bei gegenseitigem Vertrauen ist es möglich, die Lust an der Unterwerfung vollständig auszukosten. Und die dominante Spielerin sollte Freude daran haben, ihren Part zu spielen, sonst gerät das Ganze zur Farce.

Frag nicht, wo du diese Frau findest. Sprich mit Frauen, die du schon kennst, aber fall nicht mit der Tür ins Haus. Manchmal öffnen sich Jalousien, wo du nicht einmal Fenster vermutest.

Bild: Illustration eines Groschenhefts, Teilansicht

Ein kurzes Lob der Schlampen

Freizügig schenken, erst dann herausfordern - keine schlechte Strategie
Nichts ist für einen Mann schöner, als einer wirklich lustvollen Schlampe zu begegnen, sogar dann, wenn er sie nicht „exklusiv“ hat. Denn die „Schlampe“ hat eine Persönlichkeit, die heute kaum noch vorkommt: Selbstbewusstsein kombiniert mit Wollust, und all dies kompromisslos.

Sie wählt willkürlich, und wenn sie einen Mann gewählt hat, dann will sie ihn auch. Wie sie ihren Genuss daraus zieht, weiß niemand so genau, doch die Hauptsache ist, sie selber weiß es. Das Dümmste, was man über sie sagen kann, ist „dass sie Sex will“. In Wahrheit will sie den Mann, den sie mit heimnimmt. Mit Haut und Haar, ohne Wenn und Aber, und wenn es sein kann, auch noch für ein paar Nächste länger.

Sie gibt, bevor sie nimmt, aber wenn sie nimmt, dann versucht sie, aus dem Mann alles herauszuholen, was möglich ist. Und tatsächlich erweist sie sich als sehr erträglich im Zusammensein, wenn mal gerade keine Vöglein singen.

Sei dankbar, Männer, dass es Schlampen gibt, lobt sie und preist sie. Es gab Zeiten, in denen man sie mit Gedichten bedacht und mit Dessous, Konfekt und Rosen überhäuft hat.

Die übrigen Frauen mögen keine Schlampen. Denn Schlampen haben alles, was sie nicht haben: Sie wissen, wer sie sind, sie können sich frivol kleiden und sehen noch gut darin aus, und sie kriegen jeden Kerl. Verdammter Mist, was? Aber so ist es eben. Die Schranke im Hirn „anständiger“ Frauen verhindert Karambolagen, aber auch das süße Risiko, sich einfach hinzugeben und sich dabei sauwohl zu fühlen.

Bild: Illustration von Girard, Illustrator, 20. Jahrhundert. Teilansicht