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Frauen, Männer und anal – was ist wirklich dran?

Der weibliche Po - Männerwunsch oder eher Fantasie?
„Analverkehr“ ist ein weites Feld – und einfach ist es nur, wenn man sagt: „Ja, da geht halt hinten etwas rein, was da nicht reingehört.“

Binsenweisheit: Männer wollen Frauen - auch "anal"

Leider ist das nicht so einfach. Nehmen wir an, die meisten Männer seien heterosexuell, ausgesprochen potent und standhaft. Und sie würden auf den hübschen Gleiteffekt in die Vagina weniger wert legen als auf ein Wort, das immer wieder fällt: „Herrlich eng“ sei es, wenn der Mann die Frau anal penetriert.

Frauen sind selten begeistert von "anal passiv"

Dann wäre ja alles perfekt, oder? Nein, ist es nicht. Zwar sagen manche Frauen, sie würden den Eindring-Effekt oder die Penetration selbst „gern haben“ – Zweifel sind aber angebracht. Darüber zu forschen ist ohnehin heikel – die Wahrheit wird oft vom „Mäntelchen der Liebe“ zugedeckt. Die einzige Aussage, die wirklich authentisch ist, mag diese sein: „Wir versuchen eben alles, was geht, und anal ist sehr aufregend.“ Wobei deutlich wird: Berührungen zwischen Frau und Mann sind nicht immer sexueller Natur, nur weil sie körperlicher Natur sind. Oft steht das Experiment im Vordergrund.

Frau oder Mann? Ist das Eindringen für Männer die Hauptsache?

Da wären also die Männer, die angeblich „fordern“, Analverkehr auszuüben. Das geht natürlich mit Geduld und Gleitgel sowie Kondom technisch ohne Weiteres. Und gut, es mag die Enge sein, die sie motiviert. Fragt sich natürlich, welchen Unterschied sie empfinden, wenn sie dazu einen speziellen Masturbator benutzen würden oder sich mit einem Mann vergnügen würden. Besser, man fragt gar nicht erst, nicht wahr? Man spürt als Autor/Autorin schon die bösen Blicke, die bei jeder Assoziation mit „schwul“ oder „beliebig“ hervortreten. Doch wenn sich jemand die Frage stellt, wird er auch Antworten bekommen, die nicht gerade schmeichelhaft sind.
Komplizierte Anatomie - Darmwand, Prostata (violett) Blase

Umgedreht - der Mann: passiv anal?

Nicht genug damit – bisher redeten wir ja von „Mann ist aktiv anal, Frau (oder ein anderer Mann) passiv.“ Drehen wir die Sache nun mal buchstäblich um: „Frau (oder anderer Mann) ist aktiv anal, Mann ist passiv.

Schon röten sich die Wangen, denn damit haben wir einen heiklen Punkt erreicht – anatomisch, kulturell und erotisch.

Anatomisch, weil nun die Prostata ins Spiel kommt. Kulturell, weil nun garantiert „schwul sein“ in den Raum gestellt wird, und erotisch, weil dabei eine völlig andere Sinnlichkeit entsteht, die nur auf diese Weise zu erzielen ist.

Welche Gefühle hat ein Mann bei "anal passiv"?

Wie bei jeder „sexuellen“ Betätigung können die Gefühle höchst unterschiedlich sein: Abenteuer, Schmerz, Verwunderung, Sinnlichkeit und höchste Lust liegen eng beieinander.

Und nun mal ganz ohne Romantik, Liebe und was sonst noch dazugehört: Die Reizung kann durch einen Finger, ein per Hand bewegtes Instrument, ein durch durch das Becken bewegtes Instrument oder durch einen Penis ausgeführt werden. Im Grunde ist eine Frau „optional“, wird aber von Männern deutlich bevorzugt, weil sie das erotische Flair schafft, das oftmals gewünscht wird. Um nicht als „schwul“ zu gelten (da sind Männer eigen) werden Frauen mit einem Kunstpenis (Strap-on-Sex) deutlich bevorzugt.

Wie fühlt sich das nun für den Mann an? Berichte darüber lassen nichts aus – von schmerzhaften, stichähnlichen Gefühlen, über den Eindruck, die Blase müsse entleert werden bis hin äußerst intensiven, oft auch extremen Lustgefühlen.

Wir zitieren hier mal eine der glaubwürdigen Schilderungen:

Anfangs ist das spezielle Feeling bei der Stimulation der Prostata mit dem Gefühl einer vollen Blase, die entleert werden möchte, zu vergleichen. Dies ist jedoch normal und keineswegs ungewöhnlich. Erregende Gefühle stellen sich hingegen meist etwa ein bis zwei Minuten nach Beginn der Prostatastimulation ein.


Mit anderen Worten: das Angenehme spürt der Mann erst nach einiger Zeit, und je mehr er sich an Hand, Spezial-Dildo oder P-Punkt-Vibrator gewöhnt hat, bekommt er die ganze Lust zu spüren. Dabei werden allerdings auch bereits Gefühle beim Einführen erzeugt, die äußert lustvoll sein können, je nachdem, wie eingeführt wird.

Frauen, die ihren Mann auf diese Art verwöhnen wollen, sollten bedenken, dass „Strap-on-Dildos“ schwerer zu kontrollieren sind als handgeführte Dildos oder Vibratoren. „Pegging“ oder „Strap-on-Sex“ ist daher eher etwas für Frauen und Männer, die Erfahrungen mit dieser Technik haben.

Liebe, Leidenschaft, Lust, Sex, Schmerz – wo willst du hin?

Wir schenken euch Äpfelchen - zum Lesen
Wir haben jetzt schon über fast alles geschrieben, was die Liebe abdeckt – von der zarten Leidenschaft der frühen Jahre bis zu den Freuden des Rohstocks. Von ganz gewöhnlichen Begegnungen zwischen Frau und Mann, die wir heute als „heterosexuell“ etikettieren müssen bis zu heftigen Frau-Frau-Leidenschaften. Wir haben fabuliert, nacherzählt, und selbst recherchiert. Wir haben Nachrichten und Meinungen gebracht, Mythen enthüllt und Falschmeldungen entlarvt.

Nur eines wissen wir nicht: Wo willst du hin?

Unsere Themen - sind das auch eure Themen?

Unser Trio von Themenkomplexen geht dieser Tage in Richtung „was denken und fühlen Männer“, aber wir haben ebenso interessante Themen für Frauen in petto. Da wäre zum Beispiel die Frage, warum Frauen sich nicht auf die Lust freuen dürfen, die ihnen das Leben schenken kann – egal wie und egal von wem. Oder warum Männer fast immer „Klienten“(aka Freier) bei erotischen Dienstleistern sind, Frauen aber nur selten. Und da wären ein paar Dutzend Probleme mit der erotischen Identität, die nicht ganz deckungsgleich mit der Persönlichkeit ist. Das wären die drei Hauptpfeiler für die nächsten Monate.

Was denkt ein Mann, wenn er sich ein paar Stunden Gesellschaft, Zuneigung, Erotik oder Schmerz erkauft? Was denkt die Frau, die dergleichen anbietet? Warum gibt es Männer, die während eines ersten Dates eine Ejakulation erwarten – und sei sie von Hand ausgeführt? Und wieso schenken so viele Frauen „obligatorisch“ Sex, wenn ihnen ein Mann halbwegs gefällt?

Ware Liebe - wahre Liebe, Lust und Leidenschaft
Einfach nur Lust auf Lust?

Die wahre Liebe ist – oh ja, sie ist entweder langeilig für andere, oder sie ist ein Roman- oder Filmstoff – doch dann ist sie meist nicht die wahre Liebe, sondern ein Tränendrüsenprodukt.

Ware Liebe? Wahre Liebe? Verliebtheit? Pure Lust? Schiere Leidenschaft? Ja, die Menschen heute überschätzen Sex. Aber sie wollen ihn dennoch um jeden Preis, und möglichst auf „schön“, also ohne Anstrengung mit höchster Leidenschaft.

Und du? Und Sie? Wo willst du hin, wo wollen Sie hin?

Wir schreiben für dich - wirklich nur für dich

Sag uns, wo DU hinwillst – wir bauen das Thema dann für DICH auf und aus, bis unsere Finger wund sind und die Augen brennen. Denn wir wollen nur eines – DEIN Bestes. Und DU zahlst keinen müden Cent dafür.

Natürlich bauen wir auch Themen für kommerzielle Zwecke auf und gestalten sie entsprechend aus – dann allerdings wollen wir schon den einen oder anderen Cent von Ihnen - von dir natürlich auch.

Hören wir von Ihnen oder von Dir? Wir werfen dir mal einen Apfel zu – du musst ihn nur noch fangen, sonst fällt er auf den Boden und niemand will ihn mehr.

Hier:

Mythos vier: Männer sind Voyeure (optisch fixiert)

Ähnliche Schaubilder sind in der Urologie bis heute üblich
Wenn ein Professor der Urologie über Potenz spricht, verwendet er meist ein Schaubild, das in erster Instanz einen Mann zeigt, dessen Auge auf eine nackte oder spärlich angezogene Frau fällt. Dann, so die darauf folgende Idee, wandelt das Hirn diese Impulse in Begehren um, und am Ende dieses Prozesses drängt sich (nach einigen Zwischenstufen) ein harter Penis gegen den Hosenladen, der auf Befreiung hofft.

Nun wird ihnen nahezu jede Frau bestätigen, dass Männer Voyeure sind, und manche Frauen wissen oder ahnen, dass Männer auf frivole Dessous an ihnen „abfahren“ – von pornografischen Filmen ganz zu schweigen. Also können wir annehmen, dass jeder Fetzen nackter Haut, den Männer sehen oder ahnen, schön verpackt und aufreizend dargeboten, automatisch zum „Klick“ in der Hose führt?

Nein, können wir nicht. Wie wir schon vielfach schrieben, ist männliche Sexualität komplexer als die meisten Frauen denken. Denn ähnlich wie bei Frauen wird der sexuelle Appetit der Männer durch eine Fülle von Reizen ausgelöst, zu denen eben auch optische Reize gehören. Doch diese Reize werden nun abgemixt mit dem Verlangen, der Erfahrung und – so vorhanden – von „taktilen Reizen“, also den Berührungen von Frauenhänden, Mündern, Brüsten oder Schamlippen.

Der Clou kommt noch: Klar werden Männer von optischen Eindrücken angeregt, vielleicht sogar „geil“, aber es ist für sie – Frauen, hört jetzt genau zu: eine Erregung, keine Erfüllung.

Oh, oh, da kommen wir auch ganz schnell auf ein Problem: „Einen hochzukriegen“, „erregt zu sein“ und Sex genießen ist nicht das Gleiche. Eine Erektion kann die Folge eines optischen Eindruck sein. Aber sie kann auch „ohne Zutun“ entstehen – denken Sie mal an die „Morgenlatte“. Und ein Mann kann lustvoll erregt sein, aber keine Erektion haben – deswegen gehen ja viele Männer zum Doc und lassen sich Pillen verschreiben.

Männer sind keine Automaten, bei denen oben Bilder reinkommen und unten Sperma ausfließt. Und insofern ist der Vorwurf, Männer seien Voyeure, ein Mythos.

Allerdings werden sie gelegentlich von frivolen Darstellungen (Extremstrip, Pornos) ziemlich „geil“. Und zwar zumeist von anderen Darstellungen als Frauen, die ja nun so gar nicht als „Voyeusen“ gelten. Und doch kann schon ein rammelnder Karnickelbock bei Frauen Sehnsüchte auslösen.

Gut – im Grunde wissen wir wenig darüber (1), wie die Nervenströme einen optischen oder taktilen Eindruck in einen steifen Penis oder eine feuchte Vagina wandeln. Und wir müssen sagen: Es ist nicht nur ein Mythos, dass Männer starke Antennen für optische Signale haben, sondern eine Tatsache. Was wir aber sagen können – das ist genau das, was die Natur hervorgebracht hat, um Menschen-Männer zu reizen. Denn was für einen Hund die Nase sein mag, ist für einen Menschen das Auge. Und wie, bitte schön, sollten denn die Flirtsignale, die ja nichts als versteckte Verführungen sind, denn ans Hirn kommen, wenn nicht über die Augen?

Wie bereits gesagt: Optische Reize gehen nicht barrierefrei in den Penis. Und: Sie sind absolut nötig, um Begegnungen herbeizuführen. Also könnten wir sagen: Männer empfangen optische Reize intensiv – aber dann sortieren sie diese erst einmal. Und was dann noch in Penis, Hoden und Prostata ankommt, liebe Frauen, das ist definitiv minimal.

(1) Wenn die Vorgänge zerlegt werden, ist es wissenschaftlich möglich, die einzelnen Komponenten zu benennen - der Prozess selber aber lässt sich damit nicht vollständig erklären.
mythos mannZum Thema: "Mythen über männliche Sexualität" erscheinen weitere Folgen

Der Orgasmus – durch die sensible Perle oder den elastischen Schlauch?

Modell einer Klitoris - viel mehr als eine "Perle"
Alle Jahre wieder wird die Diskussion um den weiblichen Orgasmus wieder aufgemischt. Da ist auf der einen Seite die vielfach zitierte Studie von Vincenzo Puppo and Giulia Puppo, die uns klipp und klar um die Ohren haut: „Es gibt keinen vaginalen Orgasmus“. Dieser Satz ist vielfach nachgeplappert worden, doch er basiert auf einer mehr als rudimentären Betrachtung: Die Vagina und die Klitoris hätten „unterschiedliche Strukturen“.

Der feministische Standpunkt

So gewappnet argumentieren denn auch die Feministinnen: Frau benötigt keinen Penis, um Lust zu empfinden – er ist eher hinderlich. Was zählt, ist die „Knospe“ oder „Perle“ sprich: die Klitoris.

Das klingt sehr logisch, zumal, wenn Frauen dieser Gedanken-Linie folgten: Wenn 80 Prozent der Frauen durch Selbststimulation (überwiegend Masturbation) voller Lust „kommen“, dann muss die Klitoris den Orgasmus auslösen.

Die Vagina – Schlauch ohne Nerven?

Nun gibt es allerdings Widerspruch, und zwar nicht, wie geargwöhnt wird, vonseiten der Männer, die fürchten, sie dürften nun ihren geliebten Penis nicht mehr in der Vagina hüpfen lassen. Die Vagina nämlich galt seither als eine Art lebloser Schlauch, der keine erotischen Lüste erzeugen konnte.

Das Leben schreibt andere Erfahrungen

Der Widerspruch kommt von Frauen, die aus Erfahrungen sprechen, aber auch von (weiblichen) Sexologen. Nach einer aktuellen Befragung kämen „knapp zwei Drittel“ der Frauen auch vaginal zum Orgasmus, während etwa ein Drittel ausschließlich durch die Stimulation der Klitoris zum Orgasmus käme. Und obgleich das Ergebnis alles ander als repräsentativ ist, deckt es sich mit Beobachtungen von Sexologen.

Die Klitoris ist ganz anders, als Frauen und Männer denken

Zunächst ist die Klitoris nicht „WYSIWYG“ – denn was frau/man sieht, ist nicht das, was die Lust anheizt, oder mit den Worten einer bekannten Sexologin:

Die Perle betrifft davon (von der Klitoris) nur zehn Prozent. Durch das Anschwellen des ganzen Bereiches aber verengt sich die Vagina, die als solche viel weniger sensible Nerven hat als die Perle. Die Neuronen in der Vagina sind langsam und reagieren vor allem auf Druck. Mit entsprechender Stimulation kann also auch die Vagina einen Orgasmus auslösen.


Kein Orgasmus ohne Gehirn

Lust Solo - die beste Voraussetzung für Orgasmen?

Hier allerdings muss sowohl den feministisch orientierten Klitoris-exclusiv-Fanatikern wie auch den abwägenden Vagina-auch-Freundinnen widersprochen werden, denn der Orgasmus hat keinen unmittelbaren Auslöser durch irgendwelche Nerven im Unterleib.

Wie das?


WerbungSecret.de - Lebe Deine Phantasie
Weil der Unterleib also solcher (Klitoris, Vagina, Damm, Anus) ebenso wenig Orgasmen erzeugen kann wie die Aureolen oder Brustwarzen. Aber je mehr Einfluss die sensiblen Nerven auf das Gehirn gewinnen, umso intensiver bereitet sich dieses „eigentliche“ Sexualorgan darauf vor, den Orgasmus (und viele andere Körperfunktionen) auszulösen. Eigentlich sollte diese jedem geläufig sein, aber es ist eben einfach zu sagen, es „gäbe einen/keinen vaginalen Orgasmus“. Diese Denkweise, die man als Rhetorik der schrecklichen Vereinfacher bezeichnen könnte, man ein(em) Bäckereiwarenverkäufer(in) würdig sein, aber sicher nicht einer Psychologin oder Soziologin.

Stochern im Nebel: Dynamische Prinzipien könnten helfen

Wie dies alles im Zusammenspiel von Nerven und Gehirn genau geschieht, liegt noch im Nebel der exakten Wissenschaften. Dennoch scheint es so zu sein, dass die Impulse, die von den Nerven kommen, mit Erfahrungen, Gelüsten und Fantasien abgemischt werden, bevor das Gehirn die Auslösung als Orgasmus freigibt. Parallel müsste es noch einen Rückkoppelungseffekt geben, ohne den im Grunde kein dynamischer Prozess funktioniert: Die Stimulation wirkt auf das Gehirn, das Gehirn verstärkt die Sensibilität, die wieder die Stimulation anheizt. Diese Aussage ist etwas spekulativ – doch überall in der Natur finden wie ähnliche Zusammenhänge.

Masturbation und Toys – die neueste Umfrage

Nun also hat Secret, ein Portal für lustvolle, sinnliche Frauen, die eher erotische Beziehungen als Partnerschaften suchen, eine Umfrage abgeschlossen. Sie bestätigt im Wesentlichen einen Trend: Masturbation erweist sich als ausgesprochener Orgasmus-Turbo, und die befragten Frauen verwöhnen sich oftmals täglich, mindestens aber mehrfach pro Woche. Wörtlich (von secret.de):

So masturbieren 19 Prozent der Secret.de-Frauen „am liebsten täglich“. Weitere 30 Prozent legen drei bis viermal die Woche Hand an sich und immerhin jede Dritte (34 Prozent) verwöhnt sich mindestens ein bis zweimal in der Woche. Lediglich drei Prozent geben an, dass sie komplett die Finger von sich lassen.


Dabei scheint der Finger immer noch vor dem Vibrator zu rangieren, der allerdings stark „im Kommen“ ist, denn nahezu ein Viertel der Befragten benutzt „regelmäßig“ Sexspielzeuge, und fast jede zweite Frau greift gelegentlich zu diesen spielerischen Lustverstärkern.

Der Vibrator ist übrigens ein Beispiel dafür, dass Druck auf die Vaginawände durchaus zu völlig neuen sexuellen Erfahrungen führen kann. Denn in den letzten Jahren ist das Angebot von gebogenen Vibratoren wie auch von Vibratoren mit extragroßen, flexibel einsetzbaren Köpfen erheblich gestiegen.

Hinweise:

(1) Der umfassendste Bericht erschien bisher bei der BBC: zwar englisch, aber sehr verständlich.

(2) Das verwendete aktuelle Zahlenmaterial wurde von Secret.de zur Verfügung gestellt, beeinflusste aber diesen Text in keiner Weise. Andere Studien zeigen zwar völlig abweichende Werte, aber im Grunde beeinflusst die Art der Fragestellung die Ehrlichkeit der Antworten.

GFE - „Sex wie mit einer Freundin?“

Der Traum, eine echte Freundin stundenweise zu genießen
Männer, die zu Huren gehen, wollen normalerweise etwas Frivoles oder etwas „das es Zuhause nicht gibt“. Frivole Dessous, aufs Heftigste ausgespielte Lüste, ungewöhnliche Praktiken – all das will „der Freier“ angeblich.

Na klar – „den Freier“ gibst nicht – wissen wir ja alle vom Kino. Jeder will etwas anderes, so wie einer Currywurst will und der andere ein raffiniertes Fünf-Gänge-Menü. Und wie das so ist, will der eine eben die raffinierte Verführerin, der andere ist mit einer schnellen Nummer zufrieden: Slip beiseiteschieben, Augen zu und durch.

So, und was ist nun eine „Girl Friend Experience?“

GFE kann vieles sein – aber es bleibt eine Illusion

Kommt darauf an, aus welcher Sicht man so was sieht. Eine Frau, die’s macht, schrieb gerade (1):

Eine Girlfriend Experience“, kann vieles bedeuten, sowohl für denn Klienten wie auch für die Anbieterin.


Geboten wird eine Illusion: Da kommt eine Frau, nett, aber harmlos aussehend. Sie kleidet sich ein wenig chic, aber nicht zu sehr, durchschnittlich sexy, so als wollte sie zum Klassentreffen gehen. Kurz: Sie sieht aus wie die eine Nachbarin in der Kleinstadt.

Mehr als eine „körperliche Begegnung?

Jedenfalls in der Theorie. Und die Theorie sagt auch aus: Bei der GFE (Girl Friend Experience) gibt’s alles, was es sonst nicht gibt: vorsichtige Berührungen, sanfte Zärtlichkeiten, süße Küsse.

Ich kann genau die Freundin sein, die sie brauchen, sei es für eine Stunde oder mehr. Es ist keine Beziehung, aber es ist mehr als eine körperliche Begegnung.


GFE – wenn die Hure eine echte Freundin spielt

Eine „Anbieterin“ kann normalerweise alles sein, alles spielen und jeden täuschen. „GFE“ heißt, dem Kunden eine ausgesprochen intime Begegnung vorzuspielen. So ähnlich, als wenn wirklich eine „ganz normale Frau von nebenan“ in seine Junggesellenbude kommt, nur dass sie sich schneller verführen lässt. Natürlich geht dieses Rollenspiel nicht durch, wenn besonders zahlungskräftige Herren ihre wilden Fantasien spielen lassen und sich eine Frau aufs Hotelzimmer komme lassen– denn dann sieht die Vorstellung im Hirn erheblich bunter aus.

In der Werbung herrschen Superlative

In der Werbung wird deshalb übertrieben. Da ist die Anbieterin stets eine tadellos aussehende Schönheit, die ausgesprochen intelligent und kultiviert ist. Ihre erotische Ausstrahlung ist in der Werbung faszinierend, überaus natürlich und ungekünstelt. An den Klienten gewandt, heißt es dann (2):

Sie ist der Typ Frau, den du all deinen und Freunden und Geschäftspartnern als diene Freundin vorstellen kannst, eine, die romantisch, leidenschaftlich und sinnlich ist, und die dich zum Lachen bringt und bei der du nur das Beste erlebst, was sich ein Mann wünscht.


Viel Vorbereitung, aktives Rollenspiel für eine lange Zeit

Und was sagen die Anbieterinnen dazu? Sie sprechen von Vorbereitungen in Körper und Psyche, um der Rolle gerecht zu werden, sie erklären ihren Klienten, dass auch die „GFE“ nicht ohne Kondome absolviert wird.

Offenbar lohnt es sich, denn die Show ist nicht billig: GFE ist meist etwas teuerer, und die Männer zahlen mehr dafür, weil sie die Stunden bezahlen müssen, die diese Dame mit ihnen teilt – die perfekte Illusion kostet eben. Und ob sie wirklich perfekt ist?

Na ja, fragt euch doch selbst einmal, was ihr eine, drei oder sogar fünf Stunden lang glaubwürdig spielen könnt.

(1) Teile eines Internetartikels, auf den nicht verlinkt werden kann.
(2) Umschreibung von populärer Werbung für Escort-Dienste.
Bild nach einem historischen Foto.