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GFE - „Sex wie mit einer Freundin?“

Der Traum, eine echte Freundin stundenweise zu genießen
Männer, die zu Huren gehen, wollen normalerweise etwas Frivoles oder etwas „das es Zuhause nicht gibt“. Frivole Dessous, aufs Heftigste ausgespielte Lüste, ungewöhnliche Praktiken – all das will „der Freier“ angeblich.

Na klar – „den Freier“ gibst nicht – wissen wir ja alle vom Kino. Jeder will etwas anderes, so wie einer Currywurst will und der andere ein raffiniertes Fünf-Gänge-Menü. Und wie das so ist, will der eine eben die raffinierte Verführerin, der andere ist mit einer schnellen Nummer zufrieden: Slip beiseiteschieben, Augen zu und durch.

So, und was ist nun eine „Girl Friend Experience?“

GFE kann vieles sein – aber es bleibt eine Illusion

Kommt darauf an, aus welcher Sicht man so was sieht. Eine Frau, die’s macht, schrieb gerade (1):

Eine Girlfriend Experience“, kann vieles bedeuten, sowohl für denn Klienten wie auch für die Anbieterin.


Geboten wird eine Illusion: Da kommt eine Frau, nett, aber harmlos aussehend. Sie kleidet sich ein wenig chic, aber nicht zu sehr, durchschnittlich sexy, so als wollte sie zum Klassentreffen gehen. Kurz: Sie sieht aus wie die eine Nachbarin in der Kleinstadt.

Mehr als eine „körperliche Begegnung?

Jedenfalls in der Theorie. Und die Theorie sagt auch aus: Bei der GFE (Girl Friend Experience) gibt’s alles, was es sonst nicht gibt: vorsichtige Berührungen, sanfte Zärtlichkeiten, süße Küsse.

Ich kann genau die Freundin sein, die sie brauchen, sei es für eine Stunde oder mehr. Es ist keine Beziehung, aber es ist mehr als eine körperliche Begegnung.


GFE – wenn die Hure eine echte Freundin spielt

Eine „Anbieterin“ kann normalerweise alles sein, alles spielen und jeden täuschen. „GFE“ heißt, dem Kunden eine ausgesprochen intime Begegnung vorzuspielen. So ähnlich, als wenn wirklich eine „ganz normale Frau von nebenan“ in seine Junggesellenbude kommt, nur dass sie sich schneller verführen lässt. Natürlich geht dieses Rollenspiel nicht durch, wenn besonders zahlungskräftige Herren ihre wilden Fantasien spielen lassen und sich eine Frau aufs Hotelzimmer komme lassen– denn dann sieht die Vorstellung im Hirn erheblich bunter aus.

In der Werbung herrschen Superlative

In der Werbung wird deshalb übertrieben. Da ist die Anbieterin stets eine tadellos aussehende Schönheit, die ausgesprochen intelligent und kultiviert ist. Ihre erotische Ausstrahlung ist in der Werbung faszinierend, überaus natürlich und ungekünstelt. An den Klienten gewandt, heißt es dann (2):

Sie ist der Typ Frau, den du all deinen und Freunden und Geschäftspartnern als diene Freundin vorstellen kannst, eine, die romantisch, leidenschaftlich und sinnlich ist, und die dich zum Lachen bringt und bei der du nur das Beste erlebst, was sich ein Mann wünscht.


Viel Vorbereitung, aktives Rollenspiel für eine lange Zeit

Und was sagen die Anbieterinnen dazu? Sie sprechen von Vorbereitungen in Körper und Psyche, um der Rolle gerecht zu werden, sie erklären ihren Klienten, dass auch die „GFE“ nicht ohne Kondome absolviert wird.

Offenbar lohnt es sich, denn die Show ist nicht billig: GFE ist meist etwas teuerer, und die Männer zahlen mehr dafür, weil sie die Stunden bezahlen müssen, die diese Dame mit ihnen teilt – die perfekte Illusion kostet eben. Und ob sie wirklich perfekt ist?

Na ja, fragt euch doch selbst einmal, was ihr eine, drei oder sogar fünf Stunden lang glaubwürdig spielen könnt.

(1) Teile eines Internetartikels, auf den nicht verlinkt werden kann.
(2) Umschreibung von populärer Werbung für Escort-Dienste.
Bild nach einem historischen Foto.

Mythos drei: Männer sind polygam oder jedenfalls nicht treu

Manche Wissenschaftler behaupten, es sei normal, dass Männer sozusagen Primatenchefs spielen wollen und ihr Sperma möglichst breit streuen. Deshalb würden sie zunächst mal überall herumvögeln und später gar die Ehe brechen.

Das ist ein Mythos, der nicht totzukriegen ist. In Wahrheit suchen Männer erregendere Partnerinnen als diejenigen, die sie schon kennen und Lüste, die sie noch nicht kennen oder die „ihre“ Frauen nur selten befriedigen. Und obgleich Frauen dies nicht gerne hören werden: Die gespielte Leidenschaft wird dabei noch eher goutiert als gar keine Leidenschaft, und die üblicherweise als „ein bisschen frivol“ eingestuften Praktiken sind immer wieder die lustvollen Höhepunkte.

Nun gilt es nicht eben als „fein“, in der Ehe „fremdzugehen“, sei es mit einer Escort-Frau oder mit einer lustvollen, vielleicht etwas leichtsinnigen jüngeren Frau, die Freude daran hat, Lust zu schenken. Also wird die Ethik bemüht, und dabei kommt dann heraus: Es ist unmoralisch, weil unsozial, eine Frau die darauf baut, immer und ewig mit dem Mann verbunden zu sein, wegen der puren Lust mit einer jüngeren Frau zu verlassen.

Ja, erwischt oder doch nicht?

Fremdgehen kann die Ehe zerstören, das ist richtig. Doch wenn Männer fremdgehen, machen Frauen ein Drama daraus. Sie drohen mit Auszug, Verweigern sich in Körper, Geist und Psyche oder bedrohen den Mann mit Scheidung. Und vor allem machen sie ihm die Hölle heiß, falls er’s noch mal versucht.

Männer sind ziemlich "moralisch" - Frauen nicht so sehr?

Merkwürdigerweise sind Männer moralischer als gedacht: Viele schämen sie sich ihrer Seitensprünge oder haben jedenfalls Skrupel. Sie versuchen, zu erklären, warum das so ist und sind ungeschickt beim Vertuschen. Kurz: Sie neigen dazu, Fehler zu machen, sich merkwürdig zu verhalten, sich nicht verstellen zu können oder gar Seitensprünge zu beichten.
Und Frauen? Normalerweise vergleiche ich nicht. Wenn Frauen die Ehe brechen oder ihre Freunde, Verlobten oder Ehemänner betrügen wollen, sollen sie es doch tun. Sie haben dabei einen enormen Vorteil: Sie sind besser im Organisieren von Seitensprüngen, gesickter im Versuchen und sie haben kaum Gewissensbisse, wenn sie es tun. Ob das auch ein Mythos ist? Möglicherweise. Und doch höre ich immer wieder, dass Frauen den Seitensprung es als ihr „gutes Recht“ annehmen, wenn sie glauben, nicht genügend geliebt, erotisch anerkannt oder eben – befriedigt zu werden.

Also doch nicht? Wie steht es bei Frauen mit der Treue?

Seitensprünge sind in der modernen westlichen Gesellschaft unter Frauen wie unter Männern etwas gleich beliebt. Je nach Autor der Umfrage und dem erwünschten/unerwünschten Ergebnissen liegen die Quoten bei Frauen manchmal etwas über denen der Männer, teils aber auch darunter.

Männer sind aus Prinzip untreu – ist es ein Mythos oder eine Tatsache?

Ein Mythos ist eine unrealistische Vorstellung. Insofern wäre die „untreue“ oder „polygame“ Vernanlagung kein Mythos, sondern eine Tatsache - nur eben nicht explizit für Männer. „Eheliche Treue“ ist ein kultureller Anspruch, den weder Frauen noch Männer derzeit erfüllen. Insofern ist es eben doch ein Mythos, wenn behauptet wird, er gelte nur für den Mann.
mythos mannZum Thema: "Mythen über männliche Sexualität" erscheinen weitere Folgen

Mehr lesen? Hier: Seitensprungfibel.

Wie geht eigentlich „Sexualität auf männlich“?

Was wissen wir eigentlich wirklich über männliche Sexualität? Die meisten Meinungen, die wir darüber finden, bezeichnen den Mann als „stark auf seinen Penis fixiert.“

Ach, der arme Penis!

Dabei hat der arme Penis im Grunde genommen nur die Aufgabe, das auszuführen, was die Evolution für ihn bestimmt hat. Und da ein Penis weder denken noch Handlungen in Abläufen organisieren kann, muss eine andere Instanz seinen Einsatz kontrollieren: das Gehirn. Ein Teil der Abläufe ist „fest programmiert“, das heißt, ein Mann kann sie von vornherein oder mit wenig „Einführung“, ein anderer Teil ist optional und mit Begriffen wie „Lust“ oder „Sinnlichkeit“, „Erotik“ oder auch „Begierde“ verbunden.

Das Hirn steuert Bewusstes und Unbewusstes beim Sex

Ganz einfach ausgedrückt ist es so: Das Hirn steuert eine Art Apotheke ,die in relativ kurzer Zeit eine breite Palette von Drogen und anderen wirksamen Stoffen produzieren kann. Die sorgen für die Geilheit, Sex zu wollen, die Konsequenz, ihn auch auszuführen, die Ausführung selbst, deren Ziel die Ejakulation ist, und den Orgasmus als Belohnung. Das klingt nicht sehr wissenschaftlich – soll es auch nicht. Es ist eine vereinfachte Darstellung von vielen komplizierteren Prozessen.

Rückkoppelung - ein natürlicher Prozess, der wenig beachtet wird

Zudem gibt es noch die Nervenbahnen, über die Informationen vom Gehirn transportiert werden – aber auch solche, die dem Gehirn melden, was gerade geschieht. Dabei wird das Prinzip der Rückkoppelung verwendet: Das Gehirn ermutigt den Penis, sich aufzustellen und nach einer Berührung zu fahnden. Das wäre es gewesen, wenn es keine Rückkoppelung gäbe. Sie besteht darin, dass der Penis eine Hautfläche findet, die möglichst warm und feucht ist und an der sich seine empfindlichen Teile reiben können. Solche Impuls kann das Gehirn dann wieder verarbeiten.

Alles geschieht in einer "Black Box", über die wir fast nichts wissen

Ist der Mann einmal soweit, dann wird ein Prozess ingang gesetzt, der zu immer größeren Anstrengungen führt, das natürliche Ziel zu erreichen – die Ejakulation. Wie das im Detail funktionieren kann, liegt verborgen in der „Black Box“, in der die Informationen aufbereitet und umgesetzt werden, mehr oder weniger körpereigene chemische Wirkstoffe zum Einsatz kommen und die Welt der Gedanken eingemischt wird.

Im Grunde verstehen wir nicht genau, was, wann und wie zum Einsatz kommt, vor allem nicht, welche Gefühle wachgerufen und eingesetzt werden, deswegen verwende ich den Begriff der „Black Box“.

Anders, etwas volkstümlicher und für Jugendliche aufbereitet finden Sie mehr darüber auf „Lilli“ im Abschnitt „wie bleibt oder steigt die sexuelle Erregung?

Männer können nicht "mit dem Penis denken"

Die Meinung, der Mann sie „peniszentriert“ beruht auf der Beobachtung, dass Männer allein durch Masturbationen sozusagen jederzeit einen Orgasmus auslösen können. Das ist zwar ein unendlicher Schwachsinn, aber leider weit verbreitet. Die Wahrheit: Nur das Gehirn kann solche Prozesse in Gang setzen (und beenden). Das heißt: Kein Mann kann „mit dem Penis denken“.

Auch Frauen glauben an Unsinn über die Klitoris

Der Gedanke ist indessen so populär, dass er inzwischen sogar auf Frauen angewendet wurde: Die Klitoris, so heißt es, sei einzig dafür verantwortlich, dass Frauen Orgasmen erleben könnten. Nein, können sie nicht – ohne Hilfe des Gehirns, der Chemie, der Nerven und der Rückkoppelung geht gar nichts. Was an derartigen Behauptungen richtig ist, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Die Erregung kann mit einem taktilen Reiz beginnen, aber auch mit vielen anderen Reizen. Jeder dieser Reize würde aber völlig verpuffen, wenn der „Erregungskreislauf“ nicht ständig „nachgefüttert“ würde – und das kann nur das Gehirn bewerkstelligen. Apropos Frauen: Niemand wir behaupten, Frauen seien „Klitorisfixiert“, weil sie sich damit herrliche Orgasmen erzeugen können.

Warum glauben manche Forscher (und viele Frauen), Männersexualität sei "primitiv"?

Was beim Mann noch passiert, ist ziemlich einfach: Ist die Erregung groß genug, kommt der „Punkt ohne Rückkehr“ – die Spermaflüssigkeit schießt aus der Prostata in die Harnröhre und gelangt von dort in die Hand, den Mund, die Vagina oder das Kondom. Kurz danach (um Sekundenbruchteile zeitversetzt) har der Mann seinen Orgasmus. Nach kurzer Zeit schaltet das Gehirn auf „over“. Der Zweck der Aktion ist erfüllt.

Vielfalt ist möglich

Das muss nicht jedes Mal so ablaufen – die Fantasien der Männer reichen deutlich weiter, doch sprechen sie normalerweise nicht darüber. Zu Männern nicht, weil sie fürchten, dann als Weicheier oder gar „schwul“ bezeichnet zu werden. Und zu Frauen nicht, weil sie sich vor deren Reaktionen fürchten. Und auch Frauen sind oft noch nicht bereit, dem Mann alternative Lüste zu schenken – ja, sie wissen nicht einmal, wie das möglich wäre.

Mythos zwei: Männer entwickeln beim Sex keine echten Gefühle

Es ist erstaunlich, wie oft im Zusammenhang mit Sex der Begriff „echte Gefühle“ verwendet wird. Er ist inzwischen so abgewertet wie „wahre Liebe“. Die Faustformel für den Mythos, Männer würden weder lieben, wenn sie Sex haben, noch würden sie wirklich intensiver Gefühle für die Frau entwickeln, lautet (1):

Eine Frau muss sich zuerst geliebt fühlen, um sich auf den Sex einzulassen, beim Mann hingegen führt die Liebe über den Sex.


Nicht nur von Vorurteilen besessene Frauen, auch Wissenschaftler verbreiten der Vorwurf, Männer würden „beim Sex“ keine echten Gefühle entwickeln, sondern von der Lust getrieben werden. Sie wollen wissen, dass Männer keine Gefühlssymbiose mit der Frau anstreben, sondern in Wahrheit nur an ihre Lustbefriedigung denken, die völlig unabhängig von der Person ist, die sie gerade beschlafen. Der Vorwurf wäre also: Frauen werden nicht „als Person“ geliebt, sondern als beliebige Sexualobjekte.

Dieser Vorwurf geht davon aus, dass der Mann beim Sex eine enge emotionale Bindung an die Person haben sollte, und diese Aussage basiert wieder darauf, dass Sex und Liebe untrennbar miteinander verbunden sein müssen.

Mythos "echte Gefühle"

Dafür gibt es allerdings nicht den geringsten Beweis, wie es überhaupt für das Vorhandensein „echter Gefühle“ beim Sex keinerlei Beweis gibt. Hier wird eine Idealvorstellung aus der Kultur auf Frau und Mann projiziert: Die Liebe führt zu besonders intensivem Sex. Besonders „kluge“ Sexualwissenschaftler wollen sogar herausgefunden haben, dass es ein doppeltes Paradoxon gibt – demnach müssen Frauen zuerst „gefühlt“ Liebe empfinden, bevor sie Sex schenken, während Männer erst „Sex ausführen“ müssten, um dann Liebe schenken zu können.

Mehr oder weniger Lust - und wieso eigentlich "echte" Gefühle?

Richtiger schient zu sein, dass Männer bei manchen Frauen während der sexuellen Spiele mehr Lust entwickeln, bei anderen aber weniger. Worauf das genau zurückzuführen ist, wissen wir nicht – aber wir dürfen annehmen, dass es an der Frau oder am Zusammenspiel zwischen Frau und Mann liegt. Und wir dürfen mit absoluter Sicherheit annehmen, dass sich Frauen wie Männer Illusionen über „echte“ Gefühle beim Sex machen. Sex ist – besonders in den Phasen höchster Ekstase – an kein eindeutiges Gefühl mehr gebunden. Wer das Gegenteil behauptet, möge es beweisen.

Männer würden gerne mehr fühlen - mehr Lust, vor allem

Die meisten Männer, so wage ich zu behaupten, fühlen sich etwas unwohl dabei, nur in Vaginen einzudringen und ihn Ihnen abzuspritzen. Wir wissen, dass manche Huren in Luxusbordellen diese Aussagen bestätigen würden. Und nur, weil Männer nicht darüber erden und nicht sagen, was sie fühlen oder gerne fühlen würden, heißt dies nicht, dass sie gefühllos sind.

Rein theoretisch könnte es sogar so sein: Während die Lust wächst und der Körper immer mehr auf sexuelles Begehren zusteuert, zieht sich das Fühlen immer mehr auf das Bekannte zurück. Also auf das, was in jeder der beiden Personen als „lustvolles Empfinden“ oder eben auch „sinnlich Fühlen“ angelegt wurde. Was im Klartext heißen würde: Beide leben „ihre Gefühle“ mithilfe des Körpers des/der anderen. (2) Diese Betrachtung ist keinesfalls abwegig, sondern kann überprüft werden. Wenn sie nicht wahr wäre, dann hätten Paare mit der innigsten Zuneigung zueinander den heftigsten, sinnlichsten und befriedigendsten Sex.

Eine ganz andere Frage wäre, ob Männer nicht „mehr fühlen“ möchten als das, was sie bei den Hubbewegungen in einer Vagina erleben dürfen. Das wäre freilich eine ganz ander Art der Betrachtung.

Immer wieder: Der Mythos von den "wirklichen" Gefühlen

Schließlich bliebe noch die Frage, was Männer denn nun „wirklich“ fühlen, bevor sie ihren Penis bemühen, während sie dies tun und nachdem sie Ejakulation und Orgasmus absolviert haben. Offenbar nutzen Männer dazu eine Art „geheimen Code“, den sie nicht einmal selbst entschlüsseln können. Denn soviel dürfte klar sein (3):

Nur, weil Männer ihre Gefühle nicht ausdrücklich äußern, sollten (Frauen) nicht einmal einen Moment daran denken, dass sie nichts fühlen oder nicht intensiv fühlen.


Oder aus männlicher Sicht: Männer nehmen die Gefühle auf, horten sie, vergleichen sie und kehren zu jenen Frauen zurück, bei denen sich sich wirklich wohlgefühlt haben.

Wenn ich Ihnen noch etwas ergänzen darf: Die meisten Männer wünschen sich intensivere und länger anhaltende Gefühle beim Sex, aber sie werden fast nie darüber reden – außer in Bordellen und zu Escort-Frauen.

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(1) Männerseite nach Zitaten aus "wissenschaftlichen" Werken.
(2) Mithilfe der Kybernetik ist dies ebenfalls beweisbar. Bei einem Paar, das zum ersten Mal gemeinsamen Sex hat, schöpfen beide emotional aus den Vorräten, die sie angesammelt haben und nicht aus dem gegenseitigen Fühlen.
(3) Psychology Today.


Mythos Nummer eins: Männliche Sexualität ist simpel

Mythen über männliche Sexualität werden hier innerhalb einer Serie entlarvt - vorbehaltlos und wenn es sein muss, auch mit harten Worten.

"Männliche Sexualität ist simpel" - diese Behauptung wird ständig wiederholt, leider auch von sogenannten „Fachleuten“, also Therapeuten und Sexologen. Dabei ist zunächst die Frage, ob „simpel“ überhaupt ein Begriff ist, der wissenschaftlichen Bestand hat. Wenn sich ein Druckknopfoberteil mit einem Druckknopfunterteil vereinigt, so kann man dies „simpel“ nennen. Wenn optische oder taktile Reize in Erektionen umgesetzt werden, ist das bereits nicht mehr „simpel“. Ganz so simpel ist es auch nicht, wirklich schönen, sinnlichen Sex zu erleben, geschweige denn, ihn tatsächlich über einen längeren Zeitraum zu genießen. Wenn Männer selbst den Sex als „simpel“ ansehen, dann meinen sie, dass es ihnen möglich ist, innerhalb von Minuten aus einem Gedanken via Masturbation einen Samenerguss zu erzeugen. Dies ist allerdings nicht unbedingt der Maßstab für den vollen Genuss. Denn: (Zitat)

der Mann … steht unter Beweisdruck, pulvert seine gesamte Energie in den final act und verpasst dabei andere, vielleicht sogar lustvollere Varianten des Sex.


Wenn Sie nachlesen wollen, warum das so ist, lesen Sie zuerst den Ursprung unserer Betrachtungen – er behandelt die Gründe, warum Männer den vollen Genuss beim Sex oft nicht lernen konnten.

Eine der erstaunlichsten Annahmen besteht darin, dass der Sex des Mannes aus biologischen oder entwicklungsgeschichtlichen zwangsläufig kurz und knapp sein muss. Dabei wird vergessen, dass die Ejakulation nicht der einzige Ausdruck der Lustbefriedigung ist, wie viele Frauen annehmen. Er ist vielfach eben nur das, was Männer können – weil sie nichts anderes erlernt haben, weil sie nicht mit Frauen geschlafen haben, die ihnen sinnlichere Erfahrungen geschenkt haben oder weil ihnen gesagt wurde, dass es einfach „nicht geht“. Im verlinkten Artikel können Sie mehr darüber lesen, falls Sie meine Worte bezweifeln.

Ein weiterer Punkt, der sich wie ein roter Faden durch Aufsätze über „männliche Sexualität“ zieht, ist der Vergleich mit „der“ Sexualität der Frauen. Dabei werden stets die Unterschiede behandelt, Ähnlichkeiten aber ignoriert. Und überhaupt: Der Vergleich ist nur dann sinnvoll, wenn wir uns schulmäßig mit Sexualität beschäftigen. In der Realität sollten wir Männer darauf bestehen, nicht ständig mit Frauen verglichen zu werden, sonder darauf bestehen, unsere Sexualität selbst zu definieren. Und noch mal: Männliche Sexualität ist nicht simpel oder problemlos. Wer das behauptet, hat die Funktionen und Abläufe weder zurückverfolgt noch begriffen, wie sich Lust aufbaut und wie sie sich erfüllt.

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