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  Eigenwerbung

Die Woche: Die Lust auf erotische Spiele im Alltag

Da sollte der Februar, der auch Hornung heißt, nun echt Hornig werden, aber dann hat mich erst einmal meine Grundkompetenz aus dem Winterschlaf gemeldet. Irgendwie fühlte ich mich verpflichtet, das Wort „Spiel“ zu erklären. Und euch zu sagen, warum es in der Erotik und beim Date so wichtig ist.

Das geht ganz kurz: Beim Flirt spielen wir mit unserer erotischen Attraktivität für den anderen, bei Date spielen wir mit der Möglichkeit einer Beziehung.

Das könnte schon fast alles sein, wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht anderer Ansicht wäre. Denn dieser Teil ist der festen Überzeugung, es ginge um einen Kuhhandel, bei dem nur noch der Preis eingesetzt werden müsste.

Erotische Spiele - auch bei Dates

Zurück zu den Spielen. Erotische Spiele ohne Sex sind die beliebtesten Spiele überhaupt. Man denke nur an den Flirt oder die lustvolle Sensation, einen völlig Fremden zum Date zu treffen. Wobei ich jüngst festgestellt habe, dass die Damen inzwischen nur noch Dates eingehen, um sie zu „absolvieren“. Ich höre immer wieder, dass es „für ein weiteres Date“ nicht reicht, weil „der Funke nicht übersprungen ist“. Das mag ja alles sein, aber falls ich mal Tacheles reden darf: Muss eigentlich nach einer Stunde schon der Schritt feucht werden, um ein zweites Date einzugehen? Das gleiche noch einmal in der Damenversion: Müsst ihr eigentlich unbedingt nach einer Stunde „Schmetterlinge im Bauch“ verspüren?

Fiese Datingspiele - schau, wie attraktiv ich bin

Zu einem der Dating-Spiele habe ich eine ausführliche Erläuterung verfasst. Es geht dabei um das unbewusste Spiel „ich bin so attraktiv, aber bitte, mach mich auf keinen Fall an.“ Ich habe im Nachhinein noch eine Erläuterung verfasst, denn manche Spiele kann man beim besten Willen nicht gleich verstehen.

Erotisches Rollenspiel: Unterwerfung

Damit die „unmittelbare Erotik“ nicht zu kurz kam: wir hatten noch etwas Hübsches im Archiv zu „erotischer Unterwerfung“. Wer sinnliche Geschichten ohne Genital-Aktionen liebt, wird bei unseren "Noch-Schwesterblatt", dem Magazin "Sinnlich Schreiben" fündig.

Gramses Satire zu Ausgangssperre

Eine Satire war auch fällig - über Ausgangssperren. Ich höre ja immer mehr Gerüchte, dass ich vor Ostern (Achtung: Im April) nicht zum Friseur darf. Ob die Friseure (und viele andere) bis dahin pleite sind, interessiert die „gnädigen Landesherren“ nicht die Bohne.

Ich verspreche, ab morgen wieder mehr auf die Freuden, Lüste und Frivolitäten einzugehen. Aber erst einmal wollte ich euch sagen, dass wir Menschen auch dann spielen, wenn wir vorgeben, auf keinen Fall zu spielen.

Habt ein hübsches Wochenende, grämt euch nicht und haltet durch.

Ausgangssperre – Koitus Interruptus 2021?

Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als ihr um spätestes 10 Uhr abends zu Hause erwartet wurdet? Oder als ihr in liebestrunkenen Nächten die letzte Straßenbahn verpasst habt und stattdessen die erste am Morgen genommen habt?

Und heute? Immerhin könnte es ja sein, dass ihr einen Lover oder eine Geliebte ohne Tagesfreizeit habt. Und dann heißt es: Gegen Dienstschluss beim Objekt der Begierde antraben, das Vorgeplänkel in Eile zu vollziehen und spätestens um 21 Uhr 30 Minuten wieder auf der Straße sein, um der Ausgangssperre zu entgehen. Denn die schlägt um 22 Uhr unbarmherzig zu, auch wenn der Liebesakt bis dahin noch nicht vollendet werden konnte. Der Koitus Interruptus der Krisenzeit.

Falls es möglich ist und die Dame oder der Herr nicht unter Totalbeobachtung seitens der Nachbarschaft steht, kannst du freilich eine Zahnbürste und – bitte – einen Ersatz-Slip mitnehmen. Dann kann das Spiel fortgesetzt oder vollendet werden, was sicher angenehmer ist. Jedenfalls, wenn du nicht zu laut dabei bist, sonst glauben die Nachbarn, dass eine Orgie gefeiert wird und ruft möglicherweise die Vertreter der Obrigkeit zu Hilfe.

Die Kolumnistin der „Leipziger Volkszeitung“ schrieb dazu dieser Tage (1):

22 Uhr ist die neue Mitternacht. Weshalb sich abends halb zehn die Gehsteige füllen mit Menschen, die nach Hause eilen. Andere bleiben dann eben über Nacht und tragen darum stets eine Zahnbürste bei sich.

Die Sache sieht natürlich anders aus, wenn die Dame oder der Herr im Homeoffice sitzt. Dann muss er ja nicht erst „heimkommen“, sondern ist sozusagen „schon daheim“. Aber eben noch nicht bereit. Ich hörte, dass Damen vor dem Bildschirm „niemals einen BH tragen würden“. Bei Lovern, die auf Grundbedürfnisse stehen, könnte dies von Vorteil sein: Spärlich bekleidet sein – vom Office abmelden, ganz ausziehen, Lover empfangen, und los geht es. Sehr praktisch, falls man (Mann?) auf Natur steht,

Anders bei „Gentlemen“, die Zeit brauchen und erst mal den Duft des Parfüms, den Champagner und die Verführungskraft zarter Dessous genießen wollen. Da muss Frau schon ein Stündchen einplanen, um alles herzurichten.

Da könnt ihr einmal sehen, was die „Neue Zeit“ so an „grundlegenden Veränderungen“ bringt. Übriges stimmt es nicht, dass in Sachsen um 21:30 die Sirenen heulen. Es gibt nur eine Ausgangssperre. Der Rest – na ja, der soll tatsächlich so sein. So wahr ich Gramse heiße.

(1) Printausgabe vom 04.02.2021